Bachelor + Master Publishing
875 Bachelorarbeiten, 0 Masterarbeiten, 10.108 Diplomarbeiten

Kinder von alkoholkranken Eltern

Kinder von alkoholkranken Eltern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katja Lehrack
  • Abgabedatum: Januar 2003
  • Umfang: 75 Seiten
  • Dateigröße: 815,6 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Ostfalia Braunschweig/Wolfenbüttel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6644-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6644-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6644-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lehrack, Katja Januar 2003: Kinder von alkoholkranken Eltern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Alkoholismus, Alkoholkrankheit, Rollenverhalten bei Alkoholismus, Alkoholembryopathie, Hilfe bei Alkoholismus

Diplomarbeit von Katja Lehrack

Einleitung:

Die Deutsche Hauptstelle gegen Suchtgefahren (DHS) hat für 1998 eine Schätzung für die in Deutschland lebenden behandlungsbedürftigen Alkoholabhängigen herausgegeben, danach waren es etwa 2,5 Millionen (und das obwohl der Pro-Kopf- Verbrauch von reinem Alkohol von 10,6 Liter im Jahr 1998 auf 10,5 Liter im Jahr 2000 gesunken ist). Dazu kommen ca. sechs bis acht Millionen Kinder, Partner, Eltern und Geschwister, die ebenfalls von der Suchterkrankung eines Familienmitgliedes betroffen sind. Umgerechnet heißt das, dass in jeder siebenten bis achten Familie ein Suchtkranker lebt.

Auffallend ist - wie eine Umfrage ergab - das 50% der Alkoholabhängigen selbst Kinder aus Familien mit suchtkranken Eltern waren.

Die DHS zeigte in einer Studie, dass der riskante Konsum von Alkohol insgesamt gestiegen ist und zwar von 7,8 Millionen auf 9,3 Millionen. Außerdem sterben jährlich ca. 42.000 Menschen, deren Tod direkt (durch Alkoholmissbrauch) oder indirekt (durch Alkohol am Steuer) durch Alkohol entstanden ist. Und trotzdem werden Menschen mit einem Alkoholproblem geächtet und Kinder von diesen allein gelassen und Nachbarn gucken weg, anstatt zu helfen. Warum?

Die Kosten alkoholbezogener Krankheiten wurden im Jahr 2000 auf ca. 40 Milliarden geschätzt. Und auch das Gesundheitssystem wird von einem Alkoholkranken 4x mehr beansprucht als von einem Abstinenten.

Kinder von Alkoholikern entwickeln häufig ein Trinkmuster, dass dem der Eltern sehr ähnlich ist. Köppler und Reiners fanden in einer Studie 1987 heraus, dass 50% der Kinder wiederum alkoholabhängig werden. Und eine Studie von VELLEMANN belegt, dass Kinder von Alkoholikern als Risikogruppe für die Entwicklung von Alkoholmissbrauch und Alkoholabhängigkeit angesehen werden müssen. Bei diesen Kindern kann von einem bis zu sechsfach höheren Risiko ausgegangen werden, selber in die Abhängigkeit zu gleiten. Warum werden dann aber wichtige Einrichtungen zur Hilfe der Kinder geschlossen?

Auch heute noch bedeutet suchtkrank, eine Krankheit zu haben, die von der Gesellschaft geächtet wird. Dies macht es leider sehr schwer, über Abhängigkeitserkrankungen so sprechen zu können, wie über eine andere Krankheit auch, obwohl sie in unserer Gesellschaft gar nicht so außergewöhnlich und unnormal ist. So kommt es auch zu hohen Dunkelziffern. Obwohl versucht wird, mit Hilfe bestimmter Methoden, wie z.B. „Erhebungsbögen für Kinder und Jugendliche” diese so gering wie möglich zu halten.

Darunter leiden aber nicht nur die Abhängigen, sondern auch die Angehörigen. Es bedeutet für Kinder nicht nur, dass sie nicht Kind sein können, sondern auch Lebenssituationen meistern müssen, die sonst ihre Eltern übernehmen würden. Auf diesen Punkt möchte ich auch in meiner Diplomarbeit eingehen.

Zunächst soll es in Punkt zwei um Allgemeines zum Thema Alkoholismus gehen, dann wird im nächsten Punkt der Alkoholismus als Familienkrankheit behandelt, daran schließt sich Punkt vier an, in dem es um die Rolle des Kindes in Alkoholikerfamilien gehen soll. Punkt fünf sollen die körperlichen und psychosozialen Beeinträchtigungen des Kindes durch die Abhängigkeit der Eltern verdeutlichen.

In Punkt sechs soll es um Vererbung oder erlerntes Verhalten gehen. Schließlich sollen in Punkt sieben verschiedene Hilfeinstitutionen näher beleuchtet werden.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 3
2. Alkoholismus - Ein gesellschaftliches Phänomen 4
2.1 Definition 6
2.2 Typologie von Alkoholismus 7
2.3 Der Phasenverlauf von Alkoholismus 9
2.4 Folgeschäden von Alkoholismus 11
3. Alkoholismus als Familienkrankheit 13
3.1 „Niemand soll es merken.” - Merkmale und Strukturen einer Suchtfamilie 16
3.2 Die Atmosphäre in einer Suchtfamilie 17
3.3 Die Stadien einer Suchtkarriere 19
3.4 Die drei Phasen der Co-Abhängigkeit 21
4. Die Rolle des Kindes 22
4.1 Der Held oder der Verantwortungsbewusste 22
4.2 Das schwarze Schaf oder der Sündenbock 24
4.3 Das stille Kind oder das unsichtbare Kind 24
4.4 Das Baby als Maskottchen 25
4.5 Auswirkungen der Rollen auf das Leben der erwachsenen Kinder aus Alkoholikerfamilien 26
5. Körperliche und psychosoziale Beeinträchtigungen des Kindes durch die Alkoholabhängigkeit der Eltern 28
5.0.1 Alkoholembryopathie 29
5.0.2 Häufigkeit und Heilungschancen 32
5.1 Die Liebe zum alkoholkranken Elternteil 33
5.2 Der „andere” Elternteil 34
5.3 Gewalt in der Familie 35
5.3.1 Körperliche Gewalt 36
5.3.2 Sexuelle Gewalt 37
5.3.3 Seelische Gewalt 39
5.4 Intelligenz und sprachliche Fähigkeiten 40
5.5 Verhaltensstörungen 41
5.6 Somatische und psychosomatische Probleme 44
5.7 Schulleistungen und -verhalten 45
6. Die Gefahr, dass die Kinder von alkoholabhängigen ebenfalls alkoholabhängig werden 46
6.1 Alkoholismus - Vererbung ? 46
6.2 Alkoholismus - erlerntes Verhalten oder eine Persönlichkeit? 48
7. Hilfen für Kinder alkoholabhängiger Eltern 49
7.1 Selbsthilfeorganisationen für Kinder alkoholabhängiger Eltern 51
7.1.1 Anonyme Alkoholiker und Al-Anon, Alateen und EKA 51
7.1.2 Blaues Kreuz in Deutschland 55
7.1.3 Deutscher Guttempler-Orden 57
7.1.4 Kreuzbund e. V. 59
7.2 Forderungen für die Arbeit mit Kindern von Suchtkranken 60
8. Schlussbemerkungen 62
9. Literaturverzeichnis 64
10. Anhang 67

Automatisiert erstellter Textauszug:

zumindest eine Besserung erreichen. Die besten Chancen dafür sind die ersten Lebensjahre, weil dort die Kinder am entwicklungsfähigsten sind. 5.1 Die Liebe zum alkoholkranken Elternteil Viele Menschen können nicht verstehen, wie ein Kind den betrunkenen Vater, der die Mutter schlägt, gern haben kann und es die Mutter, die sich oft vor anderen daneben benimmt, mögen kann. Die Kinder die von ihrem betrunkenen Vater geschlagen werden, reagieren meist mit Angst, Abneigung und Hass. Vor alkoholabhängigen Müttern, die immer wieder andere Männer mit nach Hause bringen, ekeln sich die Töchter und Söhne. Doch die meisten Kinder lieben trotzdem ihre Eltern. Sie revidieren ihr Elternbild oft erst, wenn sie erwachsen sind. Aber auch dann bleibt die Zuneigung oft warm und lebendig. Überraschend für Außenstehende ist, dass diese Kinder den abhängigen Elternteil oft lieber mögen als den anderen, da sich der Nichtabhängige oft zu stark um den Abhängigen kümmert als um die Kinder. Kinder die in "normalen" Familien leben, dürfen ihre Eltern ohne Einschränkung lieben, was aber bei Kindern in Alkoholikerfamilien nicht so ist. Sie müssen sich oft vor anderen rechtfertigen und erklären wie man den Vater oder die Mutter trotz des Alkohols lieben kann. So erzählt zum Beispiel Doris: "Auch als ich kleiner war, hat mein Vater schon deftig getrunken. Ich war zehn Jahre alt, als ich einmal mitbekam, wie er meine Mutter geschlagen hat. Das war kurz nach der Geburt meiner kleinen Schwester. Ich hab das immer darauf geschoben, dass Mutter ihn nicht zufrieden ließ. Ich hab ihr zigmal gesagt, "wenn Papa was getrunken hat und nach Hause kommt, dann lass ihn und sei doch einfach still, schimpf doch nicht mit ihm". Ich hab also immer versucht, meinen Vater in Schutz zu nehmen. Wenn seine Trinkzeiten nicht so gravierend waren, das gab es ja immer wieder, dann brauchten wir uns nur anzugucken. Wir verstanden uns ohne Worte." 36 [...]

Wenn in den ersten drei Monaten der Schwangerschaft erst übermäßig getrunken und dann aufhört, muss dennoch mit einer Schädigung des Kindes gerechnet werden. Gute Möglichkeiten einer Nichtschädigung des Kindes bestehen nur, wenn die Mutter vor oder am Anfang der Schwangerschaft (im 1. Monat) eine Entziehungskur beginnt. 5.0.2 Häufigkeit und Heilungschancen In Deutschland existieren nur Schätzzahlen. In Frankreich beträgt die Häufigkeit bei Neugeborenen 1:212. In Schweden 1:600. In der Bundesrepublik werden ca. 1800-2000 Kinder mit Alkoholembryopathie angenommen, dies bei ca. 500.000 Geburten pro Jahr. Nur ein Teil der Kinder mit Alkoholembryopathie werden erfasst und diagnostiziert, da viele Kinder mit Schwachformen der Entdeckung entgehen. Dies liegt zum teil auch daran, das der Alkoholismus der Mutter nicht bekannt ist. Man schätzt die Zahl mit einer leichteren Form, den fetalen Alkoholeffekten (FAE) auf jährlich 10.000-15.000. Deren Mütter müssen nicht Alkoholikerinnen sein, aber vielleicht haben sie in den ersten Wochen der Schwangerschaft mal heftig gefeiert. Die Dunkelziffer der Kinder mit Schwachformen der Alkoholembryopathie ist sehr hoch. Da in schweren Fällen alle Organe und Gewebeanteile durch den Alkohol in Mitleidenschaft gezogen sein können, ist eine eigentliche auf die Ursache bezogene Heilung, etwa durch Medikamente, Diät oder Eingriffe nicht möglich. Operativ beheben oder lindern lassen sich die verschiedenen Fehlbildungen nur zum Teil, zum Beispiel an den Gliedmaßen, am Herz, an den Augen und Nieren. Es gibt jedoch kein Medikament, das Fehlentwicklungen an Länge, Kopfumfang oder Schmächtigkeit beheben kann. Auch wenn man in vielen Bereichen keine Heilung erreichen kann, so kann man [...]

Der Schadstoff, der das Kind im Mutterleib erkranken lässt, ist der Alkohol selbst. Er wird von der Mutter getrunken, so dass er über den Mutterkuchen und die Nabelschnur ungehindert zum Kind gelangt. Es ist also unwichtig, ob der Vater Trinker ist oder nicht. Für die Alkoholembryopathie sind auch nicht andere Stoffe oder Begleitumstände verantwortlich, wie Vitaminmangel, Nikotinmissbrauch, mütterlicher Leberschaden, Fehlernährung der Mutter in der Schwangerschaft oder Begleitstoffe in alkoholischen Getränken, sondern der Alkohol als chemisch umschriebener Stoff. Bis heute ist nicht medizinisch gesichert, bei welcher täglichen Alkoholmenge in der Schwangerschaft ein Schaden beim Kind zu erwarten ist. Es lässt sich zwar keine allgemeingültige Menge angeben, doch ist zum Beispiel eine Flasche Bier (18g reiner Alkohol) noch nicht schadenbringend. Nach Untersuchungen, die allerdings nicht bestätigt sind, liegt die Menge bei 50-60 g Alkohol pro Tag. Es ist nicht nur die Menge entscheidend, sondern auch in welchem Stadium der Alkoholsucht die Mutter ist. Bei einer Frau, bei der die Alkoholsucht schon soweit fortgeschritten ist, dass ein Leberschaden vorliegt, wird der Alkohol nicht mehr so schnell abgebaut und es führt schon bei geringen Mengen zu einer Gefahr für das Kind. Also hängt die Schädigung - wie schon teilweise erwähnt – von: • • • • • • der täglichen Alkoholmenge ( in g pro Tag), von der Art des Alkohols (Bier, Wein oder Schnaps), Schnapstrinker unter den Müttern sind häufiger betroffen, von der Dauer der Trunksucht, vom Alter der Mutter, vom Trinkverhalten (gelegentliches Trinken, morgendlicher Beginn, Kontrollverlust), vom Grad der Alkoholkrankheit, [...]

Arbeit zitieren:
Lehrack, Katja Januar 2003: Kinder von alkoholkranken Eltern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Alkoholismus, Alkoholkrankheit, Rollenverhalten bei Alkoholismus, Alkoholembryopathie, Hilfe bei Alkoholismus

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2013, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren