Kernkompetenzen im Gashandel
Ansätze einer Übertragung des Konzeptes auf den Gashandel nach der Liberalisierung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Benjamin Viertel
- Abgabedatum: Juni 2007
- Umfang: 123 Seiten
- Dateigröße: 7,2 MB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Technische Universität Chemnitz Deutschland
- Bibliografie: ca. 153
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1725-3
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Viertel, Benjamin Juni 2007: Kernkompetenzen im Gashandel, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Ressourcenorientierung, Dynamic Capabilities, Wertschöpfungskette, Gashandel, Kernkompetenzkonzept
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Diplomarbeit von Benjamin Viertel
Problemstellung:
Der deutsche Gasmarkt hat sich in den letzten Jahren von den Starrheiten einer Monopolindustrie etwas gelöst und ist dabei sich zu einem Wirtschaftszweig zu entwickeln, der sich wieder stärker an Angebot und Nachfrage orientiert. Im Zuge der Liberalisierung der europäischen Gasmärkte wurden auch in Deutschland neue Unternehmen gegründet, die nun versuchen, mehr oder weniger unabhängig von den früheren Monopolkonzernen, ihren Platz in der Wertschöpfungskette des Gashandels zu finden. Insofern ist es von Interesse, ob es für Gashandelsunternehmen die Möglichkeit gibt, sich von Wettbewerbern abzugrenzen und durch die Fokussierung einen Vorteil zu erlangen.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit geht daher der Frage nach, ob der in der betriebswirtschaftlichen Literatur weit verbreitete Kernkompetenzansatz auf den Gashandel im liberalisierten deutschen Gasmarkt übertragbar ist und welche Kernkompetenzen in diesem Fall im Gashandel identifiziert werden können. Die Motivation für diese Arbeit entstand aufgrund der nur spärlichen Behandlung entsprechender Fragestellungen in der Literatur. Um den Kernkompetenzansatz zu verstehen, wird er zunächst im folgenden Kapitel 2 näher beleuchtet. Es wird auf die grundlegenden Gedanken:
- Des ressourcenorientierten Ansatzes (Abschnitt 2.2).
- Der kompetenzorientierten Betrachtungsweisen (Abschnitt 2.4).
- Der Theorien zu dynamischen Fähigkeiten (Abschnitt 2.6) eingegangen. Zum besseren Verständnis können verschiedene Definitionen von ressourcenorientierten Begriffen verglichen (Abschnitt 2.3) und der strategische Aspekt von Kernkompetenzen erläutert werden (Abschnitt 2.5). Am Ende des Kapitels wird in Abschnitt 2.7 ein theoretischer Bezugsrahmen mit Arbeitsdefinitionen vorgestellt, der durch Operationalisierung eine Übertragung in die Praxis möglich macht. Im gesamten Kapitel 2 werden vorwiegend abstrahierende theoretische Grundlagen aufgearbeitet, um der späteren empirischen Analyse eine Richtung zu geben.
Danach können im Kapitel 3 strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen des Gasmarktes und ihre Auswirkungen vorgestellt werden, um einen Überblick über die politische und wirtschaftliche Situation des liberalisierten Gashandels in Europa und Deutschland zu erhalten. Dabei werden zuerst Besonderheiten des Energieträgers Erdgas beschrieben (Abschnitt 3.2), gefolgt von einer Darstellung der Wertschöpfungskette und Struktur der deutschen Gaswirtschaft (Abschnitte 3.3 und 3.4). Abschnitt 3.5 beschäftigt sich mit Liberalisierungsbemühungen in Europa und schließt mit einer Darstellung europäischer Gashandelsplätze. Ziel dieses Abschnittes ist eine politische und wirtschaftliche Einordnung des deutschen Gasmarktes in Europa zum besseren Verständnis der erforderlichen Fähigkeiten für den Gashandel nach der Liberalisierung.
Die Umsetzung der Liberalisierungsvorschriften in Deutschland erläutert Abschnitt 3.6. Hier wird sowohl auf die Entwicklung vom verhandelten zum regulierten Netzzugang eingegangen, wie auch auf aktuelle Probleme der langfristigen Lieferverträge und es kann ein grober Vergleich gezogen werden zwischen der Gaspreisbildung und der tatsächlichen Kostenstruktur der Gaswirtschaft. Das Kapitel schließt mit einem Resumee der Auswirkungen der Liberalisierung (Abschnitt 3.7).
Im Kapitel 4 werden die unternehmensprozessbezogenen Bedingungen des Gashandels vor dem Hintergrund der Identifikation von Fähigkeiten und Kernkompetenzen vorgestellt. Hier wird vorwiegend anhand von praxisbezogener Literatur ein Überblick über organisatorische und funktionale Grundlagen in Handelsunternehmen gegeben. Dabei wird auf Erfahrungen aus dem Stromhandel und jüngerem Gashandel zurückgegriffen und nach einer kurzen Einführung der Aufbau und die Organisation von Handelseinheiten beschrieben (Abschnitt 4.2). Weiterhin werden im Abschnitt 4.3 prinzipielle Aspekte und klärungsbedüftige Punkte des Netzzugangs auf Basis des Entry-Exit-Modell der Bundesnetzagentur beschrieben. Danach kann detaillierter auf die Umsetzung des Basismodells eingangen werden (Abschnitt 4.4). Am Ende des Kapitels steht eine kurze Zusammenfassung der durch die Liberalisierung eröffneten Wertschöpfungspotentiale für Gashandelsunternehmen, wofür als Grundlage die in Kapitel 4 dargestellten Aspekte dienen. Das Kapitel sollte einen praxisbezogenen Überblick über die für eine Handelsaktivität notwendigen wesentlichen Fähigkeiten geben und damit – neben den rechtlichen und strukturellen Rahmenbedingungen in Kapitel 3 und der Theorie von Kapitel 2 – ein weiteres Fundament für die darauf folgende Analyse von Kernkompetenzen im liberalisierten Gashandel bilden.
Kapitel 5 schließt mit dem empirischen Teil der Untersuchung an. Dieser basiert auf der Durchführung von 12 teilstrukturierten Interviews in fünf deutschen Gashandelsunternehmen. Nach der Erläuterung des Vorgehens (Abschnitt 5.1) und der Darstellung allgemeiner Ergebnisse in Abschnitt 5.2 können beispielhaft drei anonymisierte Interviewauswertungen vorgestellt werden, um die identifizierten Fähigkeiten des Unternehmens und die daraus abgeleiteten Kernkompetenzen darzustellen. Dies geschieht in Abschnitt 5.3. Die Gesamtheit der Interviews wird im Abschnitt 5.4 in konzentrierter Form dargestellt. Diese Zusammenfassung liefert Hinweise auf sechs allgemeine Kernkompetenzen im liberalisierten Gashandel. Um dem strategischen Aspekt des kompetenzorientierten Ansatzes gerecht zu werden, folgt danach der Versuch einer Systematisierung von Handelsunternehmen nach ihren Kernkompetenzen, auf deren Basis eventuell strategische Überlegungen für Positionierungen einzelner Unternehmen möglich sind. (Abschnitt 5.4). Die Arbeit schließt mit einem Fazit und der kritischen Würdigung des theoriegeleiteten Vorgehens in Kapitel 6.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Aufbau der Arbeit | 1 |
| 2. | Theoretische Grundlagen des Kernkompetenzgedankens | 4 |
| 2.1 | Überblick | 4 |
| 2.2 | Liberalisierter Gashandel aus Ressourcenperspektive | 4 |
| 2.3 | Ressourcenbegriffe in der wissenschaftlichen Literatur | 6 |
| 2.4 | Kompetenzorientierung als handlungsbezogene Erweiterung | 8 |
| 2.5 | Kernkompetenzen sind strategische Optionen | 11 |
| 2.6 | Dynamische Fähigkeiten als Anwendung des ressourcenorientierten Ansatzes in dynamischen Märkten | 14 |
| 2.7 | Theoretischer Bezugsrahmen für die Identifikation von Kernkompetenzen im liberalisierten Gashandel | 16 |
| 2.7.1 | Definitionen: Ressourcen, Fähigkeiten, Kernkompetenzen | 16 |
| 2.7.2 | Prozess und Arbeitsschritte zur Identifikation von Kernkompetenzen | 18 |
| 2. | Ausblick auf die empirische Analyse | 20 |
| 3. | Strukturelle und rechtliche Rahmenbedingungen der Erdgasmärkte | 22 |
| 3.1 | Einleitung | 22 |
| 3.2 | Charakteristika und Bedeutung des Energieträgers Erdgas | 23 |
| 3.3 | Die Wertschöpfungskette der Gaswirtschaft | 24 |
| 3.3.1 | Produktion | 24 |
| 3.3.2 | Transport | 25 |
| 3.3.3 | Speicherung | 26 |
| 3.3.4 | Verteilung | 26 |
| 3.4 | Wirtschaftliche Struktur der deutschen Gaswirtschaft | 27 |
| 3.4.1 | Überblick | 27 |
| 3.4.2 | Struktur der Produktionsstufe | 29 |
| 3.4.3 | Struktur der Import- und Ferngasstufe | 29 |
| 3.4.4 | Regionalgasstufe | 31 |
| 3.4.5 | Ortsgasstufe | 32 |
| 3.4.6 | Endverbraucher | 33 |
| 3.5 | Die Liberalisierung der europäischen Erdgasmärkte | 34 |
| 3.5.1 | Hohe Versorgungssicherheit bei monopolistischer Preisbildung | 34 |
| 3.5.2 | Entstehung der Idee eines Energiebinnenmarktes | 35 |
| 3.5.3 | Beschleunigungsrichtlinie Erdgas & EU-Netzzugangsverordnung | 38 |
| 3.5.4 | Gashandelsplätze in Europa | 39 |
| 3.6 | Umsetzung der europäischen Richtlinien in Deutschland | 42 |
| 3.6.1 | Verbändevereinbarungen der Gaswirtschaft | 42 |
| 3.6.2 | Kritik am deutschen Sonderweg | 44 |
| 3.6.3 | Vom verhandelten zum regulierten Netzzugang | 45 |
| 3.6.4 | Aktuelle Probleme der langfristigen Gaslieferverträge | 47 |
| 3.6.5 | Zwischenfazit zu den Liberalisierungsbemühungen | 47 |
| 3.6.6 | Gaspreisbildung und tatsächliche Kostenstruktur in Deutschland | 49 |
| 3.7 | Auswirkungen der Liberalisierung | 51 |
| 3.7.1 | Anpassung der Unternehmensstrukturen | 51 |
| 3.7.2 | Marktstruktur und Etablierung von Gashandelspunkten | 52 |
| 3.7.3 | Bemühen um die Versorgungssicherheit | 53 |
| 3.7.4 | Entwicklung des Gaspreises | 54 |
| 3. | Zusammenfassung | 55 |
| 4. | Unternehmensfunktionen und Prozesse im liberalisierten Gashandel | 56 |
| 4.1 | Hinführung | 56 |
| 4.2 | Aufbau und Organisation von Handelseinheiten | 57 |
| 4.2.1 | Allgemeiner Handelsrahmen für Handelsunternehmen | 58 |
| 4.2.2 | Spezieller Rechtsrahmen für bestimmte Handelsgeschäfte | 58 |
| 4.2.3 | Rechnungslegungsvorschriften | 59 |
| 4.2.4 | Die Rolle des Eigenhandels in europäischen Energieunternehmen | 60 |
| 4.2.5 | Aufgaben, Pflichten, Rechte & Limitierungen des front office | 61 |
| 4.2.6 | Die Unterstützungsfunktionen: middle office – back office – IT | 62 |
| 4.2.7 | Risikocontrolling und Organisation | 64 |
| 4.2.8 | Kreditrisikomanagement | 65 |
| 4.2.9 | Der Einfluss des Werpapierhandelsgesetzes auf den Energiehandel | 66 |
| 4.3 | Netzzugang im liberalisierten deutschen Gasmarkt | 67 |
| 4.3.1 | Das Entry-Exit-System im Basismodell der Bundesnetzagentur | 67 |
| 4.3.2 | Aufteilung der Marktgebiete | 69 |
| 4.3.3 | Klärungsbedürftige Punkte im Basismodell | 71 |
| 4.3.4 | Das Vertragspaket der GEODE | 72 |
| 4.4 | Umsetzung des Basismodells der Bundesnetzagentur | 72 |
| 4.4.1 | Bilanzkreis und virtueller Handelspunkt | 73 |
| 4.4.2 | Bilanzkreiskoordinierung | 74 |
| 4.4.3 | Transporte innerhalb eines Marktgebietes | 75 |
| 4.4.4 | Marktgebietsüberschreitender Transport | 76 |
| 4.4.5 | Lieferantenwechsel | 77 |
| 4.4.6 | Einbindung von Gasspeichern | 78 |
| 4.4.7 | Lieferverträge und EFET-Rahmenverträge für physischen Handel | 79 |
| 4.4.8 | Die Aufteilung des deutschen Gashandelsgebietes | 80 |
| 4.4.9 | Handlungsempfehlungen für die Umsetzung des Basismodells | 83 |
| 5. | Theoriegeleitete empirische Ableitung von Kernkompetenzen im liberalisierten Gashandel | 85 |
| 5.1 | Erläuterung des Vorgehens | 85 |
| 5.2 | Allgemeine Ergebnisse | 87 |
| 5.3 | Anonymisierte beispielhafte Darstellung von empirischen Ergebnissen | 88 |
| 5.3.1 | Unternehmen A | 88 |
| 5.3.2 | Unternehmen B | 89 |
| 5.3.3 | Unternehmen C | 91 |
| 5. | Kernkompetenzen im liberalisierten Gashandel | 92 |
| 6. | Abschluss und kritische Würdigung der Übertragbarkeit des Kernkompetenzansatzes auf den liberalisierten Gashandel | 96 |
| A. | Anhang | 98 |
| Literaturverzeichnis | 101 |
Textprobe:
Kapitel 3.2, Charakteristika und Bedeutung des Energieträgers Erdgas:
Erdgas ist leitungsgebunden, muss also am Ort seiner Quelle gefördert und zum Verbraucher transportiert werden. Für den Ferntransport von Erdgas sind daher Hochdruckröhrenleitungen (pipelines) oder Schiffe erforderlich. Für den Schifftransport per liquefied natural gas (LNG) wird das Gas verflüssigt, wozu etwa 1/4 der transportierten Energie aufgewendet werden muss.90 Gas ist im Gegensatz zu Strom speicherbar, wodurch ein Ausgleich von Bedarfsschwankungen möglich wird. Daher müssen Transportnetz und Produktionsinfrastruktur nicht an der maximalen Nachfrage ausgerichtet werden. Gas weist im Vergleich zu Erdöl und Kohle einen extrem niedrigen CO2-Gehalt auf und ist damit vor dem Hintergrund von Zertifikatehandel und CO2-Beschränkungen besonders attraktiv. Es wird überwiegend für Heizzwecke, zur Erzeugung von Prozesswärme in der industriellen Produktion und zur Stromerzeugung eingesetzt. Für Gas existiert kein einheitlicher Weltmarkt, da sich aufgrund der vergleichsweise hohen Transportkosten lediglich regionale Märkte entwickelt haben.
Das Zeitalter der kommerziellen Nutzung von Erdgas in Europa wurde 1959 durch die Entdeckung riesiger Erdgasvorkommen vor der niederländischen Küste eingeleitet. Daneben sind die europäischen Staaten mit Hilfe von Tankschiffen mit flüssigem Erdgas versorgt worden. Seitdem ist der Anteil von Erdgas an der Primärenergieversorgung sehr stark angestiegen. Vor allem die Ölkrise 1973 begünstigte den Erdgasverbrauch in Europa, was zur Folge hatte, dass man bis Ende des Jahrzehnts aus elf Nationen Gas importierte. Die Sowjetunion wurde zum größten Lieferanten für Zentraleuropa und – bereits vor dem Mauerfall – ebenso für Westeuropa. Seit Mitte der 1990er Jahre sind alle EU-Staaten in das europäische Gasnetz integriert. Der größte Anteil von Gas am Primärenergieverbrauch ist mit knapp 50% in den Niederlanden zu finden. Aber auch Großbritannien und Italien sind weitere bedeutende Gasmärkte.98 In Deutschland hat in den letzten Jahren ein starkes Wachstum des Gasanteils am Primärenergieverbrauch stattgefunden, was hauptsächlich darauf zurückzuführen ist, dass die Stromerzeugung auf Erdgasbasis ausgeweitet wird und Privathaushalte immer stärker Erdgas einsetzen.
Die Wertschöpfungskette der Gaswirtschaft:
Produktion: DieWertschöpfungskette der Gaswirtschaft besteht aus den Bereichen Produktion, Ferntransport, Speicherung und Verteilung. Außerdem findet auf jeder Stufe des Wertschöpfungsprozesses Handel mit Gas statt. Zur Produktion gehören die Exploration, das Aufsuchen der Gaslagerstätten und der Aufbau eines oft kilometerlangen Pipelinenetzes, um Gas aus den Förderanlagen zu den Weiterverarbeitungsfabriken bzw. zur Transportpipeline zu führen. Unter Gastransport wird die Beförderung des Energieträgers von den Weiterverarbeitungsanlagen in die Absatzgebiete vor allem durch Pipelines, aber auch mittels Schiffen, verstanden.102 Fernversorgungsunternehmen leiten das Gas danach an regionale und kommunale Versorgungsunternehmen weiter. Bei der Beförderung des Erdgases von der Quelle zum Verbraucher kann zwischen dem Transport über weite Strecken und der (End-) Verteilung an die Verbraucher unterschieden werden. Damit eng verbunden ist die Erdgasspeicherung, die für einen Ausgleich der Bedarfsschwankungen.
Transport: Ein wichtiger Bereich des Erdgastransports ist der Ferngastransport, der grenzüberschreitende Gaslieferungen, sowie nationale Langstreckentransporte einschließt. Er kann durch Hochdruckpipelines oder mittels Verschiffung von verflüssigtem Erdgas erfolgen. Für Deutschland spielt die LNG-Verschiffung aufgrund der zentralen Lage bezüglich der wichtigsten Förderländer eine geringe Rolle, weshalb in Deutschland noch keine LNG-Anlandeterminals errichtet wurden.107 Die Internationalisierung des Erdgasbezuges in Europa – mit seinem weitverzweigten Pipelinenetz sowie den LNG-Anlandeterminals – und gemeinsam gestaltete Importprojekte mindern die Risiken für einzelne Unternehmen und erhöhen die Versorgungssicherheit.
Das Netz verbindet die europäischen Staaten untereinander und mit den Förderregionen auf dem europäischen Festland, in der Nordsee, in Russland und in Nordafrika. Das deutsche Netz ist fest in diesen Verbund integriert. Um die Versorgungssicherheit in Europa weiter zu gewährleisten, werden neue Gasleitungen gebaut. Das Bindeglied zwischen Ferntransportsystemen und der Verteilung an die Verbraucher stellen Hochdruckleitungen dar, aus denen Großverbraucher teilweise direkt beziehen können. Verdichterstationen, die sich am Streckennetz befinden, gleichen den über große Strecken auftretenden Druckabfall aus. Das Gasleitungssystem stellt gleichzeitig einen natürlichen Speicher dar, dessen Befüllungsgrad vom Betriebsdruck abhängt. Um ihn konstant zu halten, müssen die Bedarfsmengen zwischen Händlern, Netzbetreibern und Einspeisern gut abgestimmt werden.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836617253
Arbeit zitieren:
Viertel, Benjamin Juni 2007: Kernkompetenzen im Gashandel, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Ressourcenorientierung, Dynamic Capabilities, Wertschöpfungskette, Gashandel, Kernkompetenzkonzept



