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Kapitalmarktreaktionen auf die Ankündigung einer Ratingveränderung im Zuge der Basel II Anforderungen

Kapitalmarktreaktionen auf die Ankündigung einer Ratingveränderung im Zuge der Basel II Anforderungen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Dennis Roos
  • Abgabedatum: Mai 2006
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 2,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Bergische Universität Wuppertal Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9697-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9697-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9697-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Roos, Dennis Mai 2006: Kapitalmarktreaktionen auf die Ankündigung einer Ratingveränderung im Zuge der Basel II Anforderungen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Rating, Börsenreaktion, Basel II, Scoring, Börse

Diplomarbeit von Dennis Roos

Zusammenfassung:

Die Aspekte des Ratings und des Scorings wurden selten so intensiv diskutiert wie in den letzten Jahren. Unabhängig davon ob es sich um Unternehmen, Banken oder um wissenschaftliche Beiträge handelt. Einer der Hauptgründe liegt in der Verabschiedung der Baseler Eigenkapitalvereinbarung durch den Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht, im folgenden Text kurz „Basel II“ genannt. In diesem Rahmenwerk – welches nicht vor Ende 2006 in Kraft treten wird – wird eine Berücksichtigung des Kreditausfallrisikos bei der Hinterlegung mit Eigenkapital vorgeschrieben. Da die Kreditinstitute für Kredite von Schuldnern mit unterschiedlicher Bonität demnächst unterschiedlich viel Eigenkapital hinterlegen müssen, wird davon ausgegangen, dass sich dies auf die Kreditkonditionen der einzelnen Kreditnehmer auswirkt. Dieser Punkt hat enorme Befürchtungen und Verunsicherungen bei Unternehmen, insbesondere bei kleinen und mittleren Unternehmen, hinsichtlich der zukünftigen Versorgung mit Fremdkapital hervorgerufen.

Um einen verständlichen Einstieg in die Materie zu gewährleisten, wird im folgenden nach den wichtigsten Begriffsbestimmungen das Konstrukt Basel II detailliert dargestellt und erläutert. Darauffolgend wird auf die damit verbundenen Anforderungen an externe und interne Ratingverfahren, bzw. Scoringmodelle im Privatkundengeschäft, eingegangen. Insbesondere der interne Ratingansatz der Kreditinstitute wird in Deutschland einen wichtigen Faktor spielen, da hier nur verhältnismäßig wenige und große – zumeist international tätige – Unternehmen ein externes Rating aufweisen können. Bei der Beschreibung der Ratingansätze wird zudem untersucht, ob die Befürchtungen und Ängste vieler Unternehmen gerechtfertig sind oder ob die neuen Verfahrensweisen ihnen sogar Vorteile bieten könnten. Ebenfalls werden die praktischen Konsequenzen, die sich für das Kreditgewerbe durch Basel II ergeben, beleuchtet.

Diese Arbeit widmet sich intensiv dem Aspekt einer Veränderung des Unternehmensratings. Die Auswirkungen auf das geratete Unternehmen, bspw. auf zukünftige und aktuelle Kredite sowie auf die Fremdkapitalgeber, werden untersucht. In diesem Zusammenhang unterstreicht eine empirische Studie, die Wirkungen, die eine Ratingveränderung oder auch schon die Ankündigung einer Überprüfung des Ratings auf die abnormale Rendite eines Unternehmens am Kapitalmarkt haben kann. Interessant ist dieser Punkt auch daher, dass – auch bedingt durch die Basel II-Regelungen – Ratings immer wichtiger werden und die Zahl der gerateten Unternehmen in Zukunft voraussichtlich weiter steigen wird.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einführung 1
2. Begriffsbestimmungen 2
2.1 Definition Rating 2
2.2 Definition Scoring 3
2.3 Definition „Basel II“ 3
3. Basel II 4
3.1 Basel I 4
3.2 Basel II 6
3.3 Zielsetzung von Basel II 7
3.4 Die drei Säulen von Basel II 9
3.4.1 Mindestkapitalanforderungen 10
3.4.1.1 Kreditsrisiko 10
3.4.1.1.1 Standardansatz 10
3.4.1.1.2 IRB-Ansatz 17
3.4.1.1.2.1 IRB-Basisansatz 19
3.4.1.1.2.2 Fortgeschrittener IRB-Ansatz 20
3.4.1.2 Marktsrisiko - Handelsbuch 21
3.4.1.3 Operationelle Risiken 22
3.4.2 Aufsichtliches Überprüfungsverfahren 26
3.4.3 Marktdisziplin 27
3.5 Mindestanforderungen an das Kreditgeschäft der Kreditinstitute (MaK) 29
4. Rating und Scoring 31
4.1 Externe Ratingverfahren 31
4.1.1 International tätige und anerkannte Ratingagenturen 32
4.1.2 Ratingagenturen in Deutschland 36
4.1.3 Kriterien der Ratingagenturen 37
4.2 Interne Ratingverfahren (IRB-Ansatz) 41
4.2.1 Internes Ratingverfahren der Sparkassenorganisation 41
4.2.2 Internes Ratingverfahren der Dresdner Bank 43
4.3 Kritische Betrachtung externer und interner Ratingverfahren 46
4.4 Scoring 47
4.5 Bedeutung von Ratings für Unternehmen 50
4.6 Bedeutung von Ratings für Kreditinstitute 52
5. Veränderung des Unternehmensratings 54
5.1 Auswirkungen auf das Unternehmen 55
5.2 Auswirkungen auf die Fremdkapitalgeber 57
6. Empirische Untersuchung – Kapitalmarktreaktionen bei Ratingveränderungen oder Ankündigung einer Ratingüberprüfung 58
6.1 Aufbau der Untersuchung 59
6.2 Berechnung der abnormalen Rendite 60
6.2.1 Berechnung der abnormalen Rendite (CAPM) 60
6.2.2 Berechnung der abnormalen Rendite (Marktmodell) 61
6.3 Berechnung der historischen Beta- und Alphawerte 62
6.4 Berechnung abnormaler Renditen der empirischen Studie 69
6.4.1 Berechnung nach dem CAPM 69
6.4.2 Berechnung nach dem Marktmodell 70
6.5 Ergebnisse der empirischen Studie 70
6.6 Auswertung der Ergebnisse 79
6.7 Kritische Würdigung 80
7. Schlussbetrachtung 81
Literaturverzeichnis 84

Automatisiert erstellter Textauszug:

30.000 Euro. Je nach Aufwand müssen auch bis 66.000 Euro für eine solche Bonitätsbewertung aufgewendet werden.119 Für kleinere und mittlere Unternehmen spielt zudem das Kosten-Nutzen-Verhältnis eines Ratings eine nicht zu unterschätzende Rolle.120 Also bspw. die Frage, ob die Kosten der Analyse durch bessere Zinskonditionen wieder wettgemacht werden können oder ein Rating noch zusätzlichen anderen Nutzen mit sich bringt. In Deutschland entstanden daher in den letzten Jahren eine Vielzahl von kleineren Ratingagenturen, die auf die Beurteilung von mittelständischen Unternehmen spezialisiert sind. Zu nennen sind hier auszugsweise die Creditreform Rating AG, Euroratings AG, RS Rating Services AG, URA Unternehmens Ratingagentur AG und die Rating Alliance. Diese Agenturen führen ihre Ratings für erheblich geringere Kosten als Standard & Poor’s, Moody’s und Fitch Ratings durch.121 Je nach Umfang und gewählter Ratingagentur schwankt der Preis für ein Rating bei hiesigen Agenturen zwischen 8.000 Euro und 30.000 Euro.122 Der Ablauf des eigentlichen Ratingverfahrens ist dem der etablierten Agenturen sehr ähnlich, jedoch ist der Umfang naturgemäß etwas geringer und der Ablauf ist standardisierter.123 Dadurch lassen sich die Preisunterschiede der einzelnen Agenturen erklären. [...]

Die einzelnen Ergebnisse werden zunehmend verdichtet und gipfeln in einem spezifischen Ratingergebnis für das jeweilige Unternehmen. Es kommt zu Sitzungen des sog. Ratingkomitees, in dem sich alle Analysten und Spezialisten austauschen und durch einen Vergleich des Unternehmens mit seinen wesentlichen Wettbewerbern (Peer Group) ein Ratingurteil gefällt wird.116 Dem Unternehmen wird dieses Urteil in Form der vorgesehenen Pressemitteilung mitgeteilt. Häufig werden den Unternehmen Einspruchs- und Widerspruchsrechte gegen das Rating und seine Veröffentlichung eingeräumt. So können eventuell noch zusätzliche Unterlagen berücksichtigt werden oder Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Zudem besteht die Möglichkeit, eventuelle vertrauliche Informationen aus dem Bericht entfernen zu lassen.117 Die Ratingergebnisse werden kontinuierlich überwacht und überprüft. Kommt es zu erheblichen Veränderungen, die das Rating beeinflussen könnten, wird das Ratingkomitee informiert und dieses wird ggf. eine Überprüfung veranlassen in der das Unternehmen neu beurteilt wird. In diesem Fall wird das Unternehmen durch die Agentur auf eine sog. Watchlist gesetzt, damit der Kapitalmarkt oder sonstige Interessenten über die Kontrolle der Bonitätseinstufung informiert sind.118 Die nachfolgende Abbildung bietet einen Überblick über den grundsätzlichen Verlauf eines Ratingverfahrens, auch wenn die exakte Methodik der einzelnen Unternehmen geheim ist und sicherlich von Agentur zu Agentur variiert: [...]

Ratingsystem, eventuelle Kosten und ihren Informationsbedarf aufklärt. Kommt es zu einem Ratingvertrag verpflichtet sich das Unternehmen, die Ratinggebühr zu zahlen sowie die geforderten Information bereitzustellen. Die Agentur verpflichtet sich hingegen ein Rating zu erstellen und Vertraulichkeit zu wahren. Innerhalb der Agentur werden nun Analysten bestimmt, die mit der Ratingerstellung beauftragt werden. Zumeist handelt es sich um Spezialisten, die sich auf die entsprechende Branche des Unternehmens konzentrieren. Diese beschaffen sich das erforderliche Datenmaterial aus internen und externen Quellen. Als Beispiele für die Daten seien hier Jahres- und Konzernabschlüsse, Wirtschaftsprüferberichte, Planungsunterlagen etc. genannt. Die eigentliche Analyse erfolgt nach einer standardisierten Vorgehensweise dem Top-Down-Ansatz. Zunächst werden länder-, branchen- und zuletzt unternehmensspezifische Risiken von den Analysten untersucht.115 Moody’s Vorgehensweise lässt sich anschaulich in Pyramidenform darstellen. Die folgende Abbildung gibt diese Ratingpyramide von Moody’s wider: Abbildung 8: Moody’s Ratingpyramide [...]

Arbeit zitieren:
Roos, Dennis Mai 2006: Kapitalmarktreaktionen auf die Ankündigung einer Ratingveränderung im Zuge der Basel II Anforderungen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Rating, Börsenreaktion, Basel II, Scoring, Börse

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