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Kapitalmarkteffizienz und Marktmikrostrukturüberlegungen bei Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln und Stock splits

Kapitalmarkteffizienz und Marktmikrostrukturüberlegungen bei Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln und Stock splits
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Markus Roth
  • Abgabedatum: November 1999
  • Umfang: 59 Seiten
  • Dateigröße: 3,3 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2238-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2238-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2238-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Roth, Markus November 1999: Kapitalmarkteffizienz und Marktmikrostrukturüberlegungen bei Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln und Stock splits, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Aktiensplit, Marktmikrostruktur, Kapitalerhöhung, Stock splits, Kapitalmarkteffizienz

Diplomarbeit von Markus Roth

Einleitung:

Ausgangspunkt der vorliegenden Arbeit ist die Informationseffizienz. Ein hohe Informationseffizienz ist Voraussetzung für eine optimale Kapitalallokation und Bedingung für einen vollkommenen Kapitalmarkt. Für diesen hängt der Kapitalwert theoretisch nicht von Finanzierungsentscheidungen ab. Verschiedene empirische Untersuchungen der Kapitalmärkte deuten jedoch darauf hin, dass Finanzierungsentscheidungen bei börsennotierten Unternehmen Kursreaktionen auslösen, die im Rahmen von neoklassischen Gleichgewichtsmodellen nicht erklärt werden können. Die beobachteten Kursreaktionen deuten auf die Existenz von Marktunvollkommenheiten. Für deren Beschreibung existiert keine geschlossene Theorie, folglich ist nur eine Partialanalyse der Finanzierungsentscheidung mit Hilfe verschiedener Untersuchungshypothesen möglich. Die darin vorgeschlagenen Wirkungszusammenhänge lassen sich in Ereignisstudien aufzeigen.

Kapitalerhöhungen sind ein wichtiges Beispiel von Finanzierungsentscheidungen. Während bei Kapitalerhöhungen gegen Bareinlagen und Neuemissionen dem Unternehmen Kapital zugeführt wird und sich somit auch die Kapitalstruktur ändert, ist dies bei Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln und erst recht für Stock Splits nicht der Fall. Letztere hatten am Deutschen Aktienmarkt lange Zeit keine Rolle gespielt. Erst mit dem Zweiten Finanzmarktförderungsgesetz 1994 wurde der Mindestnennwert für Aktien von 50 DM auf 5 DM verringert. Dies löste in der jüngsten Vergangenheit eine Flut von Stock Splits in Deutschland aus. Dadurch wurde auch eine wissenschaftliche Diskussion dieses Thema angeregt und seit 1994 sind fünf Studien durchgeführt worden, die KEaGM oder Stock Splits am deutschen Markt zum Gegenstand haben. Für den US-amerikanischen Aktienmarkt existieren wesentlich mehr wissenschaftliche Untersuchungen. Über die Wirkung der Ankündigung und Durchführung von KEaGM und Splits herrscht jedoch noch immer große Unsicherheit.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, einen Überblick über den derzeitigen Stand der wissenschaftlichen Diskussion im Hinblick auf Kapitalmaßnahmen, die die Aktienzahl erhöhen, zu verschaffen. Dabei soll auf die Kapitalmarkteffizienz eingegangen werden und die Wirkung der Marktmikrostruktur gedeutet werden. Untersuchungsgegenstand ist der deutsche Aktienmarkt.

Gang der Untersuchung:

In einem ersten Schwerpunkt sollen aus der Fülle der möglichen Erklärungsansätze die herausgefiltert werden, die den größten Erklärungsgehalt versprechen. Der zweite Schwerpunkt liegt darin, einen möglichst vollständigen Überblick über die Ergebnisse der Studien zu verschaffen, die sich mit KEaGM und Splits beschäftigt haben. Drittens werden schließlich die empirischen Ergebnisse mit den aufgestellten Hypothesen unter Berücksichtigung der Marktmikrostruktur verglichen. Daneben wird der Frage nachgegangen, ob der Kapitalmarkt die Information "KEaGM oder Stock Split" effizient verarbeitet, d.h. die Aktienkurse den Informationswert des Ereignisses unverzüglich widerspiegeln. Marktmikrostrukturuntersuchungen und Überprüfung der Informationseffizienz schließen sich dabei nicht aus. Eine empirische Studie, die die Informationseffizienz prüft, kann durchaus Hypothesen zur Erklärung der Überrenditen heranziehen, die ihre Erklärung in der Mikrostruktur des Marktes haben.

Der Aufbau der Arbeit gliedert sich in vier Teile. Im folgenden Abschnitt 2 werden zunächst die Grundlagen aus der Finanzierungstheorie wiedergegeben, die für die betrachteten Effekte relevant sind. Zunächst wird in Kapitel 2.1 die neoklassische Preisbildung auf Kapitalmärkten beschrieben. Durch Abkehr von gleichgewichtstheoretischen Ansätzen, gelangt man zu Marktunvollkommenheiten, die nicht mit den einfachen Preisbildungsmodellen beschrieben werden können. Diese Marktunvollkommenheiten sind Grundlage einiger späterer Erklärungshypothesen.

Aufbauend auf die Preisbildung wird in Kapitel 2.2 das Konzept der Informationseffizienz hergeleitet. Es bildet die Grundlage für die Untersuchung von Informationswirkungen, wie sie von KEaGM und Stock Splits ausgehen können. Es gibt Untersuchungen, die versuchen durch unterschiedliche Marktteilnehmergruppen oder Handelsverfahren die Kursphänomene empirisch zu begründen. Diesen Ansatz kann man unter dem Stichwort Marktmikrostruktur betrachten. Um den Einfluss der Kapitalmarktfriktionen, die sich aus der Mikrostruktur des Aktienmarktes ergeben, beurteilen zu können, wird in Kapitel 2.3 die Mikrostruktur des Kapitalmarktes dargestellt. In Kapitel 2.4 schließlich werden die institutionellen Rahmenbedingungen erläutert, die die Unternehmen beachten müssen, wenn sie die hier vorgestellten Kapitalmaßnahmen durchführen möchten.

Im Kapitel 3, dem Hauptteil der Arbeit, erfolgt eine Darstellung und Erörterung ausgewählter empirischer Studien, die KEaGM und Stock Splits zum Gegenstand haben. Die Bewertung der Information Kapitalerhöhung oder Stock Split ist zwangsläufig verbunden mit einem Test des Kapitalmarktes auf die halbstrenge Form der Informationseffizienz. Dazu müssen in Kapitel 3.1 geeignete Hypothesen aufgestellt werden, anhand derer man die Wirkungen der Ausgabe zusätzlicher Aktien auf den Aktienkurs und die Effizienz der Informationsverarbeitung an den Börsen beurteilen kann. Durchgeführt werden die Tests schließlich mittels Ereignisstudien. Deren methodische Grundkonzeption enthält Kapitel 3.2. Bei der abschließenden Interpretation der Ergebnisse, der in Kapitel 3.3 vorgestellten Untersuchungen, soll in Kapitel 3.4 neben dem Informationsgehalt geprüft werden, inwieweit die Marktmikrostruktur zu den beobachteten Kursreaktionen beitragen könnte.

Kapitel 4 fasst die Ergebnisse nochmals zusammen und wagt einen Ausblick.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung I
2. Grundlagen 3
2.1 Preisbildung am Kapitalmarkt 3
2.1.1 Preisbildung bei rationalen Erwartungen und vollkommenen Kapitalmarkt 3
2.1.2 Irrelevanz der Kapitalstruktur für den Marktwert 4
2.1.3 Unvollkommener Kapitalmarkt 5
2.2 Informationsverarbeitung und Informationsbewertung auf effizienten Kapitalmärkten 5
2.2.1 Die Effizienzhypothese von Fama 6
2.2.1.1 Informationsparadoxon 6
2.2.1.2 Abgeschwächte Effizienzhypothese 7
2.2.1.3 Abgrenzung des Informationsgehaltes, joint-hypothesis Problematik, methodische Probleme 7
2.2.2 Stufen der Informationseffizienz 8
2.2.3 Das Konzept des Random Walk 9
2.2.4 Kritische Würdigung und Schlußfolgerung 10
2.3 Marktmikrostruktur am Kapitalmarkt 11
2.3.1 Gegenstand der Marktmikrostrukturforschung 11
2.3.2 Einfluß der Marktmikrostruktur auf die Kursbildung 11
2.3.3 Verbindungen zwischen Kapitalmarkteffizienzuntersuchungen und Marktmikrostrukturbetrachtungen 15
2.4 Institutionelle Voraussetzungen für Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln und Stock Splits 16
2.4.1 Die verschiedenen Arten von Kapitalmaßnahmen 16
2.4.1.1 Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln 16
2.4.1.2 Stock Splits 16
2.4.2 Stock Splits und Stock Dividends in den USA 17
2.4.3 Motive für die Kapitalmaßnahmen 18
2.4.4 Auswirkungen auf die Kapitalstruktur 19
3. Empirische Befunde über Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln und Stock Splits für den deutschen Aktienmarkt 20
3.1 Hypothesen und theoretische Ansätze zur Erklärung von außergewöhnlichen Kursreaktionen 20
3.1.1 Signalhypothesen 20
3.1.1.1 Die Hypothese erhöhter Ausschüttungen (nach Miller/Rock) 21
3.1.1.2 Retained-Earning-Hypothese 23
3.1.1.3 Unternehmenswert-Hypothese 24
3.1.2 Kapitalmarktfriktionen 24
3.1.2.1 Liquiditätshypothese in Form einer optimalen Trading Range 25
3.1.2.2 Trading Range Hypothese als Signal 26
3.1.2.3 Neglected Firm Hypothese oder Small Firm Effect 26
3.1.3 Meßfehler als Erklärungsvariable 27
3.2 Methodische Grundkonzeption von Ereignisstudien 29
3.2.1 Verwendete Datenbasen 29
3.2.2 Renditeberechnung mittels Marktmodell 30
3.2.3 Alternative Gleichgewichtsrenditen 30
3.2.4 Testverfahren zur Überprüfung der Signifikanz der Überrenditen 31
3.3 Kursreaktionen am deutschen Aktienmarkt 32
3.3.1 Diskussion der Methodik der ausgewerteten Studien 33
3.3.2 Gegenüberstellung der Ergebnisse von Untersuchungen zu KEaGM bzw. Splits 33
3.4 Überprüfung der Hypothesen auf Informationseffizienz und Einfluß der Marktmikrostruktur 36
3.4.1 Kursreaktionen in der Ankündigungsperiode 36
3.4.2 Kursreaktionen um den Ausführungstag 40
4. Zusammenfassung 43
Anhang A 44
Anhang B 46
Literaturverzeichnis 47

Arbeit zitieren:
Roth, Markus November 1999: Kapitalmarkteffizienz und Marktmikrostrukturüberlegungen bei Kapitalerhöhungen aus Gesellschaftsmitteln und Stock splits, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Aktiensplit, Marktmikrostruktur, Kapitalerhöhung, Stock splits, Kapitalmarkteffizienz

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