Nutzen der Kapitalflussrechnung als Informationsinstrument eines IFRS-Abschlusses und für die Abschlussanalyse
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Christian Horwath
- Abgabedatum: August 2007
- Umfang: 79 Seiten
- Dateigröße: 426,6 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
- Bibliografie: ca. 70
- ISBN (eBook): 978-3-8366-4747-2
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Horwath, Christian August 2007: Nutzen der Kapitalflussrechnung als Informationsinstrument eines IFRS-Abschlusses und für die Abschlussanalyse, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Kapitalflussrechnung, Cashflow, IAS 7, Jahresabschluss, Analyse
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Diplomarbeit von Christian Horwath
Einleitung:
Die Kapitalflussrechnung zählt in der IFRS-Rechnungslegung zu den Pflichtbestandteilen des Jahresabschlusses. Sie bezeichnet eine Form der retrospektiven Finanzierungsrechnung, die als Rechenschaftsinstrument nach internationalen Rechnungslegungsnormen erstellt wird und gemeinsam mit Bilanz und Gewinn und Verlustrechnung veröffentlicht wird.
Sie steht ebenso wie die anderen Bestandteile als Informationsinstrument in einem Spannungsverhältnis zwischen der Gestaltung durch das bilanzierende Unternehmen und den vom externen Empfänger gewünschten Botschaften, der aufgrund dieser Informationen Entscheidungen zu treffen hat.
Der Adressat eines IFRS-Abschlusses wird mit einem Informationsinstrument konfrontiert, mit dessen Hilfe er einen eingehenden Einblick in die Finanzlage des Unternehmens zu erhalten erhofft.
Vor diesem Hintergrund erfolgt in einem ersten Teil eine Auseinandersetzung mit dem Begriff und der Bedeutung der Finanzlage eines Unternehmens und mit der Darstellung der Finanzlage im IFRS-Abschluss. Im Anschluss daran wird das Instrumentarium der Kapitalflussrechnung in seinen Grundzügen dargestellt. Mit den Regelungen für die Kapitalflussrechnung nach IFRS wird auf das erste der beiden Hauptkapitel, der Auseinandersetzung mit dem Nutzen der Kapitalflussrechnung als Informationsinstrument, übergeleitet. Hierbei werden Besonderheiten im Zusammenhang mit Kapitalflussrechnungen bei Finanzinstituten und Konzernen bewusst aus der Betrachtung ausgeklammert. Diese Themen werden lediglich an einigen Stellen gestreift. Es erscheint wichtig, sich mit der Kapitalflussrechnung in ihren Grundzügen auseinander zu setzen, zumal die Grundstrukturen der Kapitalflussrechnung auch für Finanzinstitute und für den Konzernabschluss erhalten bleiben. Mit Aufnahme der umfangreichen Details zu diesen Themen würde der Rahmen dieser Arbeit bald erschöpft sein.
Vor dem Hintergrund der IFRS-Rechnungslegungsgrundsätze, die für alle Bestandteile eines IFRS-Abschlusses – so auch für die Kapitalflussrechnung – gelten, und weiterer Anforderungen an die Kapitalflussrechnung wird das Informationsinstrument anhand einiger spezifische Sachverhalte auf ihre Tauglichkeit zur Informationsvermittlung untersucht. Als diskussionswürdig kristallisieren sich das Wahlrecht des Bilanzierenden bei der Darstellungsmethode des Cashflows aus betrieblicher Tätigkeit und die Wahlrechte bei der Zuordnung von Zahlungen im Zusammenhang mit Zinsen und Dividenden heraus. Weiter wird auf die Besonderheiten bei Ertragsteuerzahlungen eingegangen. Schließlich wird der Wegfall des Ausweises von Zahlungsströmen im Zusammenhang mit außerordentlichen Posten in der Kapitalflussrechnung und die daraus resultierenden Konsequenzen untersucht.
Eine Auseinandersetzung mit dem Nutzen der Kapitalflussrechnung für die Abschlussanalyse erfolgt im letzten Kapitel. In einem ersten Schritt werden die verschiedenen Analysebereiche der Abschlussanalyse herausgearbeitet und beschrieben. Darauf aufbauend erfolgt eine Eingliederung der Kapitalflussrechnung in einen der betrachteten Bereiche. Anschließend wird auf den Informationsgehalt der einzelnen Teilbereiche der Bereichs-Cashflows und des Finanzmittelfonds eingegangen. Schließlich wird der Nutzen der Kapitalflussrechnung für die Kennzahlenanalyse untersucht. Die Informationen aus der Kapitalflussrechnung können in vielen Bereichen der Kennzahlenanalyse hilfreich sein. Für eine umfassende Darstellung sämtlicher Möglichkeiten reicht den Rahmen dieser Arbeit leider nicht aus. Daher wird der Schwerpunkt auf die Analyse der Innenfinanzierungskraft und der Verschuldungsfähigkeit des Unternehmens gesetzt.
Die Arbeit endet mit einer Zusammenfassung der Ergebnisse und einem Ausblick auf die Nutzung der Informationen aus der IFRS-Kapitalflussrechnung für weitere Analysen.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | IV | |
| Kennzahlenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Grundlagen zur Finanzlage | 3 |
| 2.1 | Bedeutung der Finanzlage | 3 |
| 2.1.1 | Liquidität und Liquiditätsbedingung | 3 |
| 2.1.2 | Finanzielles Gleichgewicht | 4 |
| 2.2 | Darstellung der Finanzlage im IFRS-Abschluss | 6 |
| 3. | Grundlagen zur Kapitalflussrechnung nach IFRS | 9 |
| 3.1 | Geltungsbereich | 9 |
| 3.2 | Ziel der Kapitalflussrechnung | 9 |
| 3.3 | Darstellung der Kapitalflussrechnung nach IAS 7 | 10 |
| 3.3.1 | Grundlegender Aufbau und Herleitungsmöglichkeiten | 10 |
| 3.3.2 | Der Finanzmittelfonds | 13 |
| 3.3.3 | Teilbereiche der Ursachenrechnung | 15 |
| 3.3.3.1 | Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 15 |
| 3.3.3.2 | Der Cashflow aus Investitionstätigkeit | 17 |
| 3.3.3.3 | Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 19 |
| 3.3.4 | Die Bewertungsrechnung | 20 |
| 4. | Nutzen der Kapitalflussrechnung als Informationsinstrument eines IFRS-Abschlusses | 21 |
| 4.1 | Grundlegende Überlegungen aus Adressatensicht | 21 |
| 4.2 | Grundlegende Anforderungen an ein Informationsinstrument zur Darstellung der Finanzlage | 22 |
| 4.2.1 | Qualitative Grundsätze der IFRS-Rechnungslegung | 22 |
| 4.2.2 | Weitere Anforderungen an die Kapitalflussrechnung | 27 |
| 4.3 | Einhaltung der Anforderungen an die Kapitalflussrechnung bei unterschiedlichen Sachverhalten | 28 |
| 4.3.1 | Bewertungsunabhängigkeit des Finanzmittelfonds | 28 |
| 4.3.2 | Direkte und indirekte Darstellungsmethode | 29 |
| 4.3.3 | Kritische Analyse der Ursachenrechnung nach IAS 7 | 30 |
| 4.3.3.1 | Zuordnung von Zinszahlungen | 30 |
| 4.3.3.2 | Zuordnung von Dividendenzahlungen | 32 |
| 4.3.3.3 | Zuordnung von Ertragsteuern | 33 |
| 4.3.4 | Nichterfassung von außerordentlichen Posten | 34 |
| 4.4 | Erweiterung des Aussagegehalts durch Zusatzangaben | 35 |
| 5. | Nutzen der Kapitalflussrechnung für die Abschlussanalyse | 35 |
| 5.1 | Grundlagen zur Abschlussanalyse | 35 |
| 5.2 | Anlässe zur Abschlussanalyse | 36 |
| 5.3 | Teilbereiche der Bilanzanalyse | 37 |
| 5.3.1 | Erfolgswirtschaftliche Analyse | 37 |
| 5.3.2 | Finanzwirtschaftliche Analyse | 37 |
| 5.3.3 | Strategische Analyse | 37 |
| 5.4 | Einordnung der Kapitalflussrechnung | 38 |
| 5.4.1 | Die Kapitalflussrechnung als Teil der Finanzanalyse | 38 |
| 5.4.2 | Aussagegehalt der drei Bereichs-Cashflows | 40 |
| 5.4.2.1 | Der Cashflow aus betrieblicher Tätigkeit | 40 |
| 5.4.2.2 | Der Cashflow aus Investitionstätigkeit | 40 |
| 5.4.2.3 | Der Cashflow aus Finanzierungstätigkeit | 41 |
| 5.4.3 | Aussagegehalt des Finanzmittelfonds | 42 |
| 5.5 | Analyse der Fähigkeit zukünftiger Liquiditätsgenerierung | 42 |
| 5.6 | Kennzahlenanalyse mit Hilfe der Kapitalflussrechnung | 45 |
| 5.6.1 | Einteilung der Kennzahlen | 45 |
| 5.6.2 | Analyse der Innenfinanzierungskraft | 45 |
| 5.6.2.1 | Free-Cashflow | 45 |
| 5.6.2.2 | Innenfinanzierungsgrad | 46 |
| 5.6.2.3 | Wachstumsrate | 47 |
| 5.6.3 | Analyse der Verschuldungsfähigkeit | 49 |
| 5.6.3.1 | Dynamischer Verschuldungsgrad | 49 |
| 5.6.3.2 | Tilgungs- und Zinsbelastung | 51 |
| 5.6.3.3 | Cash-Burn-Rate | 52 |
| 6. | Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick | 53 |
| Anhang | 56 | |
| Literaturverzeichnis | 60 | |
| IFRS-Verzeichnis | 71 | |
| EU-Verordnungen | 72 |
Textprobe:
Kapitel 4.3.2, Direkte und indirekte Darstellungsmethode:
Definitionsgemäß führen sowohl die direkte als auch die indirekte Darstellungsmethode beim Cashflow aus betrieblicher Geschäftstätigkeit zu einem identischen Ergebnis. Bei Anwendung der indirekten Methode kann diese Übereinstimmung jedoch nur erzielt werden, wenn alle notwendigen Korrekturen vorgenommen werden, d.h. alle ins Jahresergebnis eingegangenen zahlungsunwirksamen Vorgänge vollständig eliminiert werden.
Trotz der Befürwortung der direkten Methode in der Literatur und der Empfehlung zur Anwendung der direkten Methode in IAS 7 Par. 19 dominiert die indirekte Methode in der Praxis. Hierfür werden mehrere Gründe angeführt.
Wie bei der originären Ermittlungsmethode bereits angedeutet, besteht das Problem vieler Unternehmensbuchhaltungen darin, dass die Buchhaltungssysteme eine Trennung der Zahlungsströme von den Aufwands- und Ertragsgrößen nicht vorsehen. Damit wäre für eine direkte Darstellungsmethode die Implementierung einer Nebenbuchführung erforderlich.
Ferner wird argumentiert, der Vorteil der indirekten gegenüber der direkten Methode liege darin, dass erstere die Verbindung zur Bilanz und zur GuV verständlicher herstelle.
Auch werden dem Leser durch die indirekte Darstellung durchaus interessante Informationen vermittelt. Die Ableitung des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit aus dem Jahresergebnis ist für die Beurteilung des Erfolges interessant. Je mehr Erfolg auf operative Einzahlungsüberschüsse basiert, desto positiver wird er beurteilt. Dennoch ist der Vorteil der indirekten Darstellung m.E. nach nicht in Frage gestellt. Die Höhe des Cashflows aus betrieblicher Geschäftstätigkeit wird maßgeblich von den Umsatzeinzahlungen beeinflusst. Bei der indirekten Darstellungsmethode hingegen fehlt die Information über diese Einflussgröße.
Dieser Vorteil liegt eindeutig bei der direkten Methode. Hierbei werden die Zahlungsstromstrukturen für den externen Adressaten erkennbar und so der Leser über die tatsächlichen Quellen und die Verwendung der liquiden Mittel informiert.
Insgesamt sollte nach Ansicht des Verfassers von einem Methodenwahlrecht aus Gründen der Vergleichbarkeit von Kapitalflussrechnungen mehrerer Unternehmen Abstand genommen werden. Statt eines Wahlrechtes sollte - den beiden anderen Teilbereichen der Investitions- und Finanzierungstätigkeit folgend - eine einheitliche Regelung getroffen werden. Nach Meinung des Verfassers wäre es wünschenswert, eine direkte Darstellungsform verpflichtend vorzuschreiben, zumal nur auf diese Weise eine aussagekräftige Darstellung durchgesetzt werden kann.
Kritische Analyse der Ursachenrechnung nach IAS 7:
Zuordnung von Zinszahlungen:
Bei der Zuordnung von Zins- und Dividendenzahlungen zu den jeweiligen Aktivitätsformaten der Kapitalflussrechnung ergeben sich diverse Wahlrechte. Diese sollen an dieser Stelle erörtert werden, zumal sie insbesondere auf die Vergleichbarkeit von Kapitalflussrechnungen Einfluss haben.
Für die Gesamtsumme der erhaltenen als auch der gezahlten Zinsen ist eine gesonderte Angabepflicht vorgesehen. Angaben können wahlweise in der Kapitalflussrechnung selbst oder im Anhang erfolgen.
Für den Ausweis von Zinszahlungen in den einzelnen Aktivitätsformaten wird den nach IFRS bilanzierenden Unternehmen nach IAS 7 mit Ausnahme der Finanzinstitutionen ein umfassendes Wahlrecht eingeräumt. Folglich ist die Zuordnung der Zinszahlungen theoretisch auch in allen drei Teilbereichen denkbar. Nach einmaliger Ausübung des Wahlrechtes ist in den Folgeperioden jedoch das Stetigkeitsprinzip zu beachten.
Bei der Rückzahlung von Darlehen enthalten die gezahlten Beträge neben einem Tilgungs- auch einen Zinsanteil. Während der Tilgungsanteil regelmäßig dem Finanzierungsbereich zuzuordnen ist, besteht für den Zinsanteil ein Wahlrecht.
Zinszahlungen resultieren zwar aus einer früheren Kreditaufnahme, also aus dem Finanzierungsbereich des Unternehmens, aber es handelt sich um zahlungswirksame Erfolgsbeiträge, die den laufenden Cashflow beeinflussen, in diesem Fall gemindert haben und nicht die Finanzierungstätigkeit als solche.
Im Investitionsbereich erhaltene Zinseinzahlungen könnten aufgrund des Zuflusses an liquiden Mitteln als Desinvestition interpretiert werden. Es handelt es sich jedoch um zahlungswirksame Erfolgsbeiträge, die erst nach der Investitionstätigkeit anfallen.
Insgesamt kommt es beim Ausweis der Zinszahlungen jedoch immer darauf an, ob eine Zuordnung zu dem jeweiligen Bereich, in dem die Zahlungen ausgewiesen werden sachlich begründet werden kann.
Eine einheitliche Regelung wäre aus Gründen der besseren Vergleichbarkeit verschiedener IFRS-Abschlüsse aus Sicht des Interessenten wünschenswert. Denkbar wäre eine Regelung beispielsweise in Anlehnung an US-GAAP. Dort werden alle Zinsen ausschließlich der betrieblichen Tätigkeit zugeordnet.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836647472
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Horwath, Christian August 2007: Nutzen der Kapitalflussrechnung als Informationsinstrument eines IFRS-Abschlusses und für die Abschlussanalyse, Hamburg: Diplomica Verlag
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Kapitalflussrechnung, Cashflow, IAS 7, Jahresabschluss, Analyse



