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Just-in-Time-Konzepte und Prozesscontrolling

Just-in-Time-Konzepte und Prozesscontrolling
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Andreas Urban
  • Abgabedatum: März 2006
  • Umfang: 94 Seiten
  • Dateigröße: 418,7 KB
  • Note: 2,1
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Dresden Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9623-4
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9623-4 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9623-4 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Urban, Andreas März 2006: Just-in-Time-Konzepte und Prozesscontrolling, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Logistik, Produktion, Automobilindustrie, Prozessmanagement, Smart

Diplomarbeit von Andreas Urban

Einleitung:

Die Wandlung von Verkäufer- zu Käufermärkten sowie die Globalisierung mit dem zunehmenden internationalen Konkurrenzdruck haben in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts zu geänderten Anforderungen an die Unternehmen geführt. Anstelle der klassischen Massenproduktion waren und sind somit Konzepte gefragt, die eine höhere Flexibilität und stärkere Kundenausrichtung ermöglichen.

Ziel der Arbeit ist es anhand der Vorreiterbranche Automobilindustrie zu ergründen, welche Rolle dabei die von Toyota in Japan entwickelte Just-in-Time-Philosophie einnehmen kann, welche Auswirkungen dies auf ein damit verbundenes Prozesscontrolling hat und welche Umsetzungsformen in der Unternehmenspraxis angewandt werden.

Zunächst erfolgt im Kapitel 2 als Verständnisgrundlage ein kurzer historischer Abriss über die Entstehung von Just-in-Time-Konzepten und es wird auf damit verfolgte Ziele, Bestandteile und Ausgestaltungsformen eingegangen.

In Kapitel 3 werden Notwendigkeit und Ziele eines Controllings von Unternehmensprozessen dargestellt. Es erfolgt anschließend die Verknüpfung des Prozesscontrollings mit den Anforderungen hinsichtlich der Just-in-Time-Philosophie und es werden Standardmethoden für ein Prozesscontrolling betrachtet.

Anhand dreier Praxisbeispiele (Smart, Volkswagen Salzgitter, BMW Leipzig) werden im Kapitel 4 unterschiedliche Umsetzungen von Just-in-Time-Konzepten in der Unternehmenspraxis sowie das jeweils eingesetzte Prozesscontrolling untersucht. Abschließend wird ein Ausblick auf aktuelle Entwicklungstendenzen in der Automobilindustrie und deren Auswirkungen auf die Anforderungen hinsichtlich der Prozessgestaltung bei und zwischen den beteiligten Partnern gegeben und es erfolgt eine kritische Würdigung der Untersuchungsergebnisse.

Zusammenfassung:

Die mit der Globalisierung einhergehenden Veränderungen führen zu neuen Anforderungen an die Unternehmen. Davon betroffen sind alle Gestaltungsbereiche hinsichtlich Kosten, Qualität und Zeit. Die damit verbundenen Auswirkungen zeigten in den vergangenen Jahren, dass sich nur Unternehmen am Markt behaupten können, die ihre Produktion entsprechend verändern und optimieren.

Die in Kapitel 2 vorgestellte Just-in-Time-Philosophie stellt dafür einen grundsätzlichen Ansatz dar, was insbesondere durch die verfolgte Vermeidung jeglicher Verschwendung und die strenge Marktorientierung unterstrichen wird. Die Automobilindustrie nahm bei der Einführung von Just-in-Time-Ansätzen eine Vorreiterrolle ein und an ihr lassen sich zahlreiche unterschiedliche Umsetzungsformen erkennen.

Die im Kapitel 4 betrachteten Beispiele zeigen dabei, dass die jeweils optimale Ausgestaltung nur unter der Berücksichtigung unternehmensspezifischer Eigenschaften gefunden werden kann. Der Just-in-Time-Ansatz hat mittlerweile in theoretischen sowie praktischen Abhandlungen eine umfangreiche Beachtung in der wissenschaftlichen Literatur gefunden. Da Just in Time insbesondere auf optimale Prozesse setzt, erfordert dies ein entsprechendes Prozesscontrolling. Wie im Kapitel 3 dargestellt, existieren dazu zahlreiche Ansätze, die unmittelbare Verknüpfung zu Just-in-Time-Konzepten ist in der Literatur allerdings gering. Auch die Beurteilung hinsichtlich der Erfolgsbeeinflussung erweist sich als schwierig.

Beispielhaft sei dies nur an Smart verdeutlicht, bei denen das Unternehmen nicht einmal genaue Jahreserfolgszahlen bekannt gibt - erst recht keine Details zu denn Erfolgsauswirkungen einzelner Gestaltungsformen der Just-in-Time-Prozesse. Entsprechend ergibt sich für die Unternehmen die Herausforderung, für die Umsetzung von Just-in-Time-Konzepten die entsprechenden Controlling-Methoden auszuwählen und für die Forschung, dies unterstützend zu begleiten.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Thematische Einordnung und Vorgehensweise 1
1.1 Ausgangssituation und Zielstellung 1
1.2 Vorgehensweise 1
2. Theorie der Just-in-Time-Konzepte 2
2.1 Entwicklung eines schlanken Produktionsansatzes am Beispiel der Automobilindustrie 2
2.1.1 Beginn der Produktion im Manufakturbetrieb 2
2.1.2 Produktivitätssprung durch Massenproduktion 2
2.1.3 Schlanke Produktion als notwendige Alternative 3
2.1.4 Übernahme schlanker Produktionsansätze aufgrund veränderter Umfeldbedingungen 6
2.2 Just in Time als weitreichende Management-Philosophie 8
2.2.1 Definition von Just in Time 8
2.2.2 Begriffsabgrenzung gegenüber Kanban und Lean Management 9
2.2.3 Betrachtung von Just in Time in Wissenschaft und Praxis 12
2.3 Konzepte und Ziele der Just-in-Time-Umsetzung 13
2.3.1 Zentrale Bausteine des Just-in-Time-Ansatzes 13
2.3.1.1 Integrierte Informationsverarbeitung 13
2.3.1.2 Fertigungssegmentierung 15
2.3.1.3 Produktionssynchrone Beschaffung 16
2.3.2 Gestaltungsformen der Just-in-Time-Umsetzung 19
2.3.2.1 Unternehmensinterne und -übergreifende Umsetzung 19
2.3.2.2 Neugestaltung der Fertigungstiefe 20
2.3.2.3 Veränderungen der Sourcing-Strategien 22
2.3.2.4 Auswirkungen auf Lieferantenstandorte 25
2.3.3 Ziele der Just-in-Time-Einführung 27
2.3.3.1 Produktivitätswirkungen 28
2.3.3.2 Qualitätswirkungen 29
2.3.3.3 Zeitwirkungen 31
3. Notwendigkeit, Ziele und Methoden eines Prozesscontrollings 33
3.1 Notwendigkeit und Ziele eines Prozesscontrollings 33
3.2 Wirtschaftlichkeit von Just-in-Time-Konzepten 36
3.2.1 Betrachtung der Input-Seite 37
3.2.2 Betrachtung der Output-Seite 37
3.2.3 Betrachtung der Just-in-Time-Partner 38
3.2.4 Anforderungen an ein Just-in-Time-Controlling 39
3.3 Methoden für ein Prozesscontrolling 41
3.3.1 Berücksichtigung rein monetärer Größen 41
3.3.2 Berücksichtigung monetärer und nicht-monetärer Größen 48
3.3.3 Methodenbeurteilung unter Just-in-Time-Gesichtspunkten 52
4. Just in Time in der Unternehmenspraxis 53
4.1 Smart - Neukonzeption eines Fahrzeugherstellers 54
4.1.1 Prozessorientierte Produktion mit geringer Fertigungstiefe 54
4.1.2 Operative Gestaltung der Produktion 56
4.1.3 Beurteilung unter Just-in-Time- und Prozesscontrolling-Gesichtspunkten 59
4.2 VW-Motorenwerk Salzgitter - neue Anforderungen an ein altes Werk 62
4.2.1 Prozessorientierte Steuerung zur Verbesserung der Wettbewerbsfähigkeit 63
4.2.2 Beurteilung unter Just-in-Time- und Prozesscontrolling-Gesichtspunkten 67
4.3 BMW-Werk Leipzig - Neuerrichtung als Best-Practice-Lösung 68
4.3.1 Gestaltung der Zusammenarbeit am Beispiel eines Modulpartners 69
4.3.2 Beurteilung unter Just-in-Time- und Prozesscontrolling-Gesichtspunkten 71
4.4 Ausblick auf weitere Entwicklungstendenzen in der Automobilindustrie 73
4.4.1 Fortschreitende Konzentration auf Kernkompetenzen 73
4.4.2 Auswirkungen hinsichtlich des Prozesscontrollings 75
5. Schlussbetrachtung 77
Anhang 78
Literaturverzeichnis 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

Investitionsrechenverfahren Investitionsrechenverfahren können zur Beurteilung von grundsätzlichen Investitionsentscheidungen angewandt werden. Die Grundidee ist dabei, die ausschließlich monetären Auswirkungen einer Investitionsentscheidung unter dem Gesichtspunkt ihres zeitlichen Anfalls in einer Wirtschaftlichkeitsrechnung zusammenzufassen.92 Im Rahmen eines Prozesscontrollings wäre es grundsätzlich denkbar, die Wirtschaftlichkeit einer angedachten Prozessneugestaltung zu bewerten und bei der Umsetzung als Grundlage für eine Soll-Ist-Analyse heranzuziehen. Insbesondere bei sehr komplexen Entscheidungen, wie die Einführung oder Änderung von Prozessen unter Just-in-TimeGesichtspunkten, tritt bei der Anwendung von Investitionsrechenverfahren allerdings folgende Schwierigkeit auf: Die der Rechnung zugrunde liegende Zahlungsströme können in Teilbereichen oftmals nur wage oder unter einen unverhältnismäßig hohem Aufwand prognostiziert werden und sind auch für alle in der Just-in-Time-Kette vorhandenen Partner zu ermitteln. Statistical Process Control Die Statistical Process Control liefert Informationen über die Qualität und das Leistungsvermögen von Prozessen. Die Aussagen basieren dabei auf der Bewertung einer statistischen Grundauswahl und ermöglichen es, Prozesse zu überwachen und zu steuern.93 [...]

wenden, die sowohl Kosten-, Zeit- und auch Leistungsauswirkungen berücksichtigen. Entsprechend kann nicht die ausschließliche Betrachtung monetärer Wertgrößen für die Beurteilung der Produktivität ausreichend sein. Im Rahmen der Just-in-Time-Philosophie ist auch für das Controlling eine Orientierung vom Markt beziehungsweise dem Kunden aus notwendig. Kosten-, Qualitäts- und Zeitanforderungen sind somit als marktgegeben anzunehmen und das Controlling muss geeignete Methoden liefern, um unter Berücksichtigung eines gewünschten Unternehmensgewinns sämtliche Prozesse so zu gestalten, dass die passenden Produkte angeboten werden können.91 Generell kann somit gesagt werden, dass ein Wandel des Controllingverständnisses von der reglementierten Fremdkontrolle hin zur Unterstützung der Selbststeuerung von Management- und Wertschöpfungsprozessen notwendig ist. [...]

Die beschriebene Veränderung der Umfeldbedingungen führt zu veränderten Anforderungen an das Controlling. Standen in der Vergangenheit vor allem kostenorientierte Betrachtungen im Blickfeld, so ist unter Beachtung des ganzheitlichen, systemübergreifenden Ansatzes von Just-in-Time-Konzepten eine Berücksichtigung der komplexen Kostenund Leistungszusammenhänge notwendig. Das Controlling sollte entsprechend einer ganzheitlichen Optimierung dienen, die Zielkonflikte zwischen einzelnen Unternehmensbereichen berücksichtigt.89 Grundsätzlich lassen sich Unternehmensentscheidungen zwischen Entscheidungen mit kurz- bzw. mittelfristigen (operativen) Charakter und solchen mit langfristigen (strategischen) Charakter unterschieden. Die maßgeblichen Steuerungsgrößen sind dabei im operativen Bereich die Liquidität und der Erfolg sowie im strategischen Bereich das Erfolgspotential 90. Die Veränderungen in den Produktionsbedingungen führten zu einer grundsätzlichen Verschiebung der Kostenanteile von variablen Kosten hin zu Fixkosten sowie von Einzel- hin zu Gemeinkosten. Entsprechend nimmt die Bedeutung des Fix- und Gemeinkostenmanagements zu, das allerdings in der Regel nicht durch kurzfristige Maßnahmen beeinflusst werden kann, sondern mit langfristigen, strategischen Entscheidungen einhergeht. Daher ergibt sich die Notwendigkeit einer Integration von operativem und strategischem Controlling mit dem Ziel, eventuelle Divergenzen zwischen den Methoden und Entscheidungsgrößen zu vermeiden. Die Just-in-Time-Philosophie setzt auf eine kontinuierliche Verbesserung der Prozesse entlang der Wertschöpfungskette. Daher muss ein Controlling zur Unterstützung kontinuierlicher Verbesserungen sowohl die Ergebnis- als auch die Prozessqualität berücksichtigen. Die traditionellen Controllingansätze bestanden zumeist daraus, die Produktivität durch die Erhöhung des Outputs oder die Verminderung des Inputs zu erhöhen. Die klassische Strategie der Output-Erhöhung zielt dabei jedoch meist rein auf eine höhere Auslastung der Ressourcen ab, anstatt die Wertschöpfungsprozesse an sich zu verbessern. Setzt man nun voraus, dass nur das gesteuert werden kann, was auch gemessen wird, ergibt sich die Notwendigkeit geeigneter Controllingansätze für die gesamte Wertschöpfungskette anzu- [...]

Arbeit zitieren:
Urban, Andreas März 2006: Just-in-Time-Konzepte und Prozesscontrolling, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Logistik, Produktion, Automobilindustrie, Prozessmanagement, Smart

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