Jugend und Computer
Eine Sekundäranalyse unter der Perspektive geschlechtsspezifischer Zugangsweisen
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Verena Saller
- Abgabedatum: September 1997
- Umfang: 184 Seiten
- Dateigröße: 10,4 MB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0954-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0954-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0954-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Saller, Verena September 1997: Jugend und Computer, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: geschlechtsspezifische Sozialisation, Techniksoziologie, Computer, Neue Medien, Jugend
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Magisterarbeit von Verena Saller
Zusammenfassung:
Soziologische Fragestellungen und Forschungsinteressen können vielseitig motiviert sein. Ein möglicher Anlaß zur Beschäftigung mit einem speziellen Themenbereich kann darin begründet sein, daß ein gesellschaftlich relevantes Thema aufgegriffen und aus einer wissenschaftlichen Perspektive heraus bearbeitet wird. Auch die vorliegende Arbeit kann als Reaktion auf einen gesellschaftlichen und darüber hinaus wissenschaftlichen Diskurs verstanden werden.
Seit dem Beginn der Computerisierung der Arbeits- und Alltagswelten werden im Rückgriff auf das Verhältnis 'Frauen, Mädchen und Technik' geschlechtsspezifische Zugangsweisen zum Computer problematisiert. Unter Zugangsweisen fasse ich die konkreten Umgangsformen der Computernutzung, die jeweiligen Nutzungsmöglichkeiten (Computerbesitz und Nutzungsgelegenheiten) sowie die Artikulation von Einstellungen und Interesse gegenüber dem Computer. Den Begriff 'geschlechtsspezifisch' verwende ich -losgelöst von der m.E. wenig fruchtbaren Diskussion um die Begriffsverwendungen 'geschlechtstypisch' vs. 'geschlechtsspezifisch'- um deutlich zu machen, daß sich die Analyse der Zugangsweisen zunächst auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern konzentriert. Die Thematisierung und Interpretation möglicher Befunde variieren je nach Perspektive und liefern unterschiedliche Begründungen für soziale, bildungspolitische und auch wirtschaftliche Maßnahmen zur Handhabung bzw. Behebung der geschlechtsspezifischen Differenzen. Parallel zu den gesellschaftlichen Diskussionen wuchs der Bestand an wissenschaftlichen Beiträgen in Form von Untersuchungen, theoretischen Erklärungsansätzen und Überblicksarbeiten an.
Die eigentliche Motivation zu dieser Fragestellung entstand bei der interessierten Durchsicht wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema, wobei ich feststellen mußte, daß die theoretische Aufarbeitung möglicher Ursachen der geschlechtsspezifischen Zugangsweisen in vielen Fällen wenig überzeugte. Die konstatierten Forschungsdefizite machen sich auch auf der empirischen Ebene bemerkbar. Eine Fülle von Studien belegt und beschreibt auf z.T. plakative Art geschlechtsspezifische Zugangsweisen, indem Häufigkeitsauszählungen für Frauen/Mädchen und Männer/Jungen gegenübergestellt und statistisch einseitig ausgewertet werden. Die vorliegende Arbeit will deshalb einen Beitrag zur besseren theoretischen Fundierung leisten, so daß differenzierte Aussagen über den Zusammenhang zwischen Computer und Geschlecht möglich werden. Dieses Anliegen bestimmt die Schwerpunktsetzung der Arbeit. Im Zentrum steht die Ausarbeitung eines theoretischen Ansatzes, der im zweiten Teil einer sekundäranalytischen Überprüfting unterzogen werden soll. Die Analyse unterschiedlicher, geschlechtsspezifischer Zugangsweisen zum Computer erfolgt zunächst auf dem Hintergrund gesellschaftlicher Deutungsmuster sowie hinsichtlich der sozialen Konstruiertheit von Technik. Kapitel 2 stellt diesen Hintergrund vor: Technik und der Computer als spezielle Form der Technik sind als Teil und Produkt einer Gesellschaft zu sehen. Der Umgang mit dem Computer ist abhängig von dem kulturellen Kontext und seinem zugeschriebenen Bedeutungsgehalt. Dieser wird im Rückgriff auf die Analyse des Verhältnisses Technik-Gesellschaft-Geschlecht bzw. Computer-Gesellschaft-Geschlecht dargelegt.
In Kapitel 3 werden dann die bisherigen Befunde geschlechtsspezifischer Zugangsweisen vorgestellt und anhand eines Überblicks systematisiert. Die Interpretation der Befunde sowie die Analyse bisheriger Erklärungsansätze liefern Hinweise, welche Aspekte in einem fundierten Konzept berücksichtigt werden müssen. Daran anschließend wird der theoretische Erklärungsrahmen aufgestellt. Jugendliche Einstellungen und Verhaltensweisen (zum Computer) entstehen im Prozeß der Sozialisation als aktive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Kontext und den gesellschaftlichen Deutungsmustern. Das Konzept der geschlechtsspezifischen Sozialisation greift dann, wenn es gilt, die soziale Entstehung von Geschlechtsunterschieden hinsichtlich der Einstellungen und Verhaltensweisen zu erklären. Die nähere Beschreibung der Prozesse der geschlechtsspezifischen Sozialisation in den unterschiedlichen Lebensbereichen dient zur theoretischen Verbindung zwischen dem in Kapitel 2 dargestellten kulturellen Kontext und der Seite des individuellen Verhaltens, so daß daran anschließend Hypothesen über den Einfluß des Geschlechts auf die Zugangsweisen zum Computer gebildet werden können. Dabei wird durch die Berücksichtigung weiterer Einflüsse (z.B. durch die Persönlichkeitsmerkmale Alter, Bildung und Geschlechterrollenorientierung) darauf geachtet, der komplexen Themenstellung gerecht zu werden. Die Hypothesen werden im sekundäranalytischen Kapitel 4 anhand von zwei Datensätzen, nämlich der Jugend und Computer Studie 1987 und der IBM-Jugendstudie 1995, überprüft. Dabei kommen vor allem multivariate Analysemodelle, die das Zusammenwirken mehrerer Einflußgrößen auf die zu erklärenden Merkmale (Einstellungen und Verhaltensweisen) berücksichtigen, zum Einsatz. In einem abschließenden Resümee in Kapitel 5 werden die gewonnenen Erkenntnisse kurz zusammengefaßt, das eigene Vorgehen kritisch hinterfragt und Anregungen für zukünftige Forschungen zum Thema gegeben.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 2. | DER GESELLSCHAFTS- UND KULTURTHEORETISCHE HINTERGRUND | 3 |
| 2.1. | Thematisierung der Technik: Die soziologische Relevanz der Technik | 3 |
| 2.1.1. | Der öffentliche Diskurs | 3 |
| 2.1.2. | Der soziologische Diskurs und die Herausbildung einer techniksoziologischen Teildisziplin | 4 |
| 2.1.2.1. | Der sozialkonstruktivistische und der kulturalistische Ansatz | 5 |
| 2.2. | Der Computer als spezielle Form der Technik | 7 |
| 2.2.1. | Der öffentliche Diskurs | 7 |
| 2.2.2. | Der soziologische Diskurs / Techniksoziologische Ansätze | 8 |
| 2.3 | Computer im Alltag | 10 |
| 2.3.1. | Der Prozeß der Computerisierung | 10 |
| 2.3.2. | Die Veralltäglichung der Computernutzung | 11 |
| 2.3.2.1 | in der Arbeitswelt | 11 |
| 2.3.2.2. | in privaten Haushalten | 11 |
| 2.3.2.3. | in Schulen | 12 |
| 2.3.3. | Aneignungsbedingungen und Differenzierungsprozesse | 13 |
| 2.4. | Technik - Gesellschaft - Geschlecht | 14 |
| 2.4.1. | Gesellschaftliche Deutungsmuster - ein geschichtlicher Abriß | 15 |
| 2.4.2. | Empirische Befunde | 18 |
| 2.5. | Computer - Gesellschaft - Geschlecht | 20 |
| 2.5.1. | Soziologische Deutungsmuster | 20 |
| 2.5.2. | Die Betroffenheit der Geschlechter durch die Computerisierung | 22 |
| 3. | GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ZUGANGSWEISEN VON JUGENDLICHEN | 25 |
| 3.1. | Empirische Befunde: Überblick und Systematisierung | 25 |
| 3.1.1. | Einordnung der empirischen Befunde | 25 |
| 3.1.2. | Einstellungen und Interessenartikulation | 28 |
| 3.1.2.1. | affektiv-emotionale Einstellungsdimension | 29 |
| 3.1.2.2. | kognitive Einstellungsdimension | 30 |
| 3.1.2.3. | konative Einstellungsdimension | 32 |
| 3.1.3. | Computerbesitz | 33 |
| 3.1.3.1. | Besitzwünsche | 33 |
| 3.1.4. | Private Computernutzung | 34 |
| 3.1.4.1. | Erfahrungen / Computerkenntnisse | 35 |
| 3.1.4.2. | Nutzungshäufigkeiten und Nutzungsintensität | 35 |
| 3.1.4.3. | Nutzungsverhalten | 36 |
| 3.1.4.4. | Nutzungsarten und Nutzungsinhalte | 36 |
| 3.2. | Erklärungsansätze | 38 |
| 3.2.1. | Interpretationen der empirischen Befunde | 38 |
| 3.2.2. | Biologistische Erklärungsansätze | 39 |
| 3.3. | Theoretischer Erklärungsrahmen | 41 |
| 3.3.1. | Sozialisation | 42 |
| 3.3.1.1. | Einordnung sozialisationstheoretischer Ansätze | 42 |
| 3.3.2. | Das Modell des „produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts" | 44 |
| 3.4. | Geschlechtsspezifische Sozialisation | 46 |
| 3.4.1. | Sozialisationsbereiche | 50 |
| 3.4.1.1. | Familie | 50 |
| 3.4.1.2. | Medien | 51 |
| 3.4.1.3. | Öffentliche Einrichtungen | 51 |
| 3.4.1.4. | Die Gruppe der Gleichaltrigen | 52 |
| 3.4.1.5. | Die sozialstrukturelle Sozialisationsdimension: Geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung und Arbeitsmarkt | 53 |
| 3.4.2. | Geschlechtsidentität | 55 |
| 3.4.2.1. | Geschlechterrollen und Geschlechterstereotype | 56 |
| 3.4.3. | Jugendsoziologische Ergänzungen | 57 |
| 3.5. | Hypothesenbildung | 60 |
| 3.5.1. | Vorbemerkungen | 60 |
| 3.5.2. | Freizeit- und Berufsinteressen / Hypothesen 1.a. u. 1.b. | 61 |
| 3.5.3. | Technikinteresse Hypothese 2 | 62 |
| 3.5.4. | Einstellungen und Interessenartikulation gegenüber dem Computer / Hypothese 3. | 63 |
| 3.5.4.1. | affektiv-emotionale Dimension / Hypothese 3. a. | 64 |
| 3.5.4.2. | kognitive Dimension / Hypothesen 3.b. u. 3.c. | 65 |
| 3.5.4.3. | konative Dimension / Hypothese 3.d | 67 |
| 3.5.5. | Computerbesitz / Besitz- und Kaufwünsche Hypothese 4. | 67 |
| 3.5.6. | Computernutzung /Hypothese 5. | 68 |
| 3.5.6.1. | Erfahrungen - Computerkenntnisse / Hypothese 5.a | 68 |
| 3.5.6.2. | Nutzungsorte / Hypothese 5.b | 69 |
| 3.5.6.3. | Nutzungshäufigkeiten / Hypothese 5.c | 69 |
| 3.5.6.4. | Nutzungsarten / Hypothese 5.d | 70 |
| 3.5.7 | Berücksichtigung der unterschiedlichen Erhebungszeiträume | 71 |
| 4. | SEKUNDÄRANALYTISCHE HYPOTHESENÜBERPRÜFUNG | 74 |
| 4.1. | Vorbemerkungen | 74 |
| 4.2. | Die Auswahl der Datensätze | 75 |
| 4.2.1. | Exkurs zur Problematik des statistisch erfaßten Merkmals 'Geschlecht' | 77 |
| 4.2.2. | Bereinigung der Datensätze | 78 |
| 4.3. | Methodisches Vorgehen | 78 |
| 4.3.1. | Operationalisierung der Hypothesen / Überprüfung der Validität | 79 |
| 4.4. | Univariate Analyse | 86 |
| 4.4.1. | Jugend und Computer 1987 | 86 |
| 4.4.2. | IBM-Jugendstudie 1995 | 90 |
| 4.4.3. | Vergleichender Überblick | 93 |
| 4.5. | Bivariate Analyse | 94 |
| 4.5.1. | Freizeit und Berufsinteressen Hypothesen 1. a u. 1. b | 95 |
| 4.5.2. | Index-Bildung: Geschlechterrollenorientierung | 102 |
| 4.6. | Multivariate Analyse | 105 |
| 4.6.1. | Angewandte Verfahren | 105 |
| 4.6.2. | Vorbemerkungen | 108 |
| 4.6.3. | Technikinteresse / Hypothese 2. | 109 |
| 4.6.4. | Einstellungen und Interessenartikulation gegenüber dem Computer / Hypothese 3. | 111 |
| 4.6.4.1. | Hypothese 3.a | 111 |
| 4.6.4.2. | Hypothesen 3.b und 3.c | 122 |
| 4.6.4.3. | Hypothese 3.d | 127 |
| 4.6.5. | Computerbesitz / Hypothese 4. | 132 |
| 4.6.6. | Computernutzung Hypothese 5. | 135 |
| 4.6.6.1. | Hypothese 5. a | 135 |
| 4.6.6.2. | Hypothese 5.b | 139 |
| 4.6.6.3. | Hypothese 5.c | 143 |
| 4.6.6.4. | Hypothese 5.d | 147 |
| 4.6.7 | Die unterschiedlichen Erhebungszeiträume | 155 |
| 5. | AUSBLICK | 157 |
| 5.1. | Kurzzusammenfassung der Ergebnisse | 157 |
| 5.2. | Resümee | 158 |
| Literaturliste | 159 |
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http://www.diplom.de/ean/9783832409548
Arbeit zitieren:
Saller, Verena September 1997: Jugend und Computer, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
geschlechtsspezifische Sozialisation, Techniksoziologie, Computer, Neue Medien, Jugend



