Bachelor + Master Publishing
811 Bachelorarbeiten, 533 Masterarbeiten, 10.103 Diplomarbeiten

Jugend und Computer

Eine Sekundäranalyse unter der Perspektive geschlechtsspezifischer Zugangsweisen

Jugend und Computer
Über dieses Buch
  • Art: Magisterarbeit
  • Autor: Verena Saller
  • Abgabedatum: September 1997
  • Umfang: 184 Seiten
  • Dateigröße: 10,4 MB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität zu Köln Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0954-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0954-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0954-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Saller, Verena September 1997: Jugend und Computer, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: geschlechtsspezifische Sozialisation, Techniksoziologie, Computer, Neue Medien, Jugend

Magisterarbeit von Verena Saller

Zusammenfassung:

Soziologische Fragestellungen und Forschungsinteressen können vielseitig motiviert sein. Ein möglicher Anlaß zur Beschäftigung mit einem speziellen Themenbereich kann darin begründet sein, daß ein gesellschaftlich relevantes Thema aufgegriffen und aus einer wissenschaftlichen Perspektive heraus bearbeitet wird. Auch die vorliegende Arbeit kann als Reaktion auf einen gesellschaftlichen und darüber hinaus wissenschaftlichen Diskurs verstanden werden.

Seit dem Beginn der Computerisierung der Arbeits- und Alltagswelten werden im Rückgriff auf das Verhältnis 'Frauen, Mädchen und Technik' geschlechtsspezifische Zugangsweisen zum Computer problematisiert. Unter Zugangsweisen fasse ich die konkreten Umgangsformen der Computernutzung, die jeweiligen Nutzungsmöglichkeiten (Computerbesitz und Nutzungsgelegenheiten) sowie die Artikulation von Einstellungen und Interesse gegenüber dem Computer. Den Begriff 'geschlechtsspezifisch' verwende ich -losgelöst von der m.E. wenig fruchtbaren Diskussion um die Begriffsverwendungen 'geschlechtstypisch' vs. 'geschlechtsspezifisch'- um deutlich zu machen, daß sich die Analyse der Zugangsweisen zunächst auf Unterschiede zwischen den Geschlechtern konzentriert. Die Thematisierung und Interpretation möglicher Befunde variieren je nach Perspektive und liefern unterschiedliche Begründungen für soziale, bildungspolitische und auch wirtschaftliche Maßnahmen zur Handhabung bzw. Behebung der geschlechtsspezifischen Differenzen. Parallel zu den gesellschaftlichen Diskussionen wuchs der Bestand an wissenschaftlichen Beiträgen in Form von Untersuchungen, theoretischen Erklärungsansätzen und Überblicksarbeiten an.

Die eigentliche Motivation zu dieser Fragestellung entstand bei der interessierten Durchsicht wissenschaftlicher Arbeiten zum Thema, wobei ich feststellen mußte, daß die theoretische Aufarbeitung möglicher Ursachen der geschlechtsspezifischen Zugangsweisen in vielen Fällen wenig überzeugte. Die konstatierten Forschungsdefizite machen sich auch auf der empirischen Ebene bemerkbar. Eine Fülle von Studien belegt und beschreibt auf z.T. plakative Art geschlechtsspezifische Zugangsweisen, indem Häufigkeitsauszählungen für Frauen/Mädchen und Männer/Jungen gegenübergestellt und statistisch einseitig ausgewertet werden. Die vorliegende Arbeit will deshalb einen Beitrag zur besseren theoretischen Fundierung leisten, so daß differenzierte Aussagen über den Zusammenhang zwischen Computer und Geschlecht möglich werden. Dieses Anliegen bestimmt die Schwerpunktsetzung der Arbeit. Im Zentrum steht die Ausarbeitung eines theoretischen Ansatzes, der im zweiten Teil einer sekundäranalytischen Überprüfting unterzogen werden soll. Die Analyse unterschiedlicher, geschlechtsspezifischer Zugangsweisen zum Computer erfolgt zunächst auf dem Hintergrund gesellschaftlicher Deutungsmuster sowie hinsichtlich der sozialen Konstruiertheit von Technik. Kapitel 2 stellt diesen Hintergrund vor: Technik und der Computer als spezielle Form der Technik sind als Teil und Produkt einer Gesellschaft zu sehen. Der Umgang mit dem Computer ist abhängig von dem kulturellen Kontext und seinem zugeschriebenen Bedeutungsgehalt. Dieser wird im Rückgriff auf die Analyse des Verhältnisses Technik-Gesellschaft-Geschlecht bzw. Computer-Gesellschaft-Geschlecht dargelegt.

In Kapitel 3 werden dann die bisherigen Befunde geschlechtsspezifischer Zugangsweisen vorgestellt und anhand eines Überblicks systematisiert. Die Interpretation der Befunde sowie die Analyse bisheriger Erklärungsansätze liefern Hinweise, welche Aspekte in einem fundierten Konzept berücksichtigt werden müssen. Daran anschließend wird der theoretische Erklärungsrahmen aufgestellt. Jugendliche Einstellungen und Verhaltensweisen (zum Computer) entstehen im Prozeß der Sozialisation als aktive Auseinandersetzung mit dem jeweiligen Kontext und den gesellschaftlichen Deutungsmustern. Das Konzept der geschlechtsspezifischen Sozialisation greift dann, wenn es gilt, die soziale Entstehung von Geschlechtsunterschieden hinsichtlich der Einstellungen und Verhaltensweisen zu erklären. Die nähere Beschreibung der Prozesse der geschlechtsspezifischen Sozialisation in den unterschiedlichen Lebensbereichen dient zur theoretischen Verbindung zwischen dem in Kapitel 2 dargestellten kulturellen Kontext und der Seite des individuellen Verhaltens, so daß daran anschließend Hypothesen über den Einfluß des Geschlechts auf die Zugangsweisen zum Computer gebildet werden können. Dabei wird durch die Berücksichtigung weiterer Einflüsse (z.B. durch die Persönlichkeitsmerkmale Alter, Bildung und Geschlechterrollenorientierung) darauf geachtet, der komplexen Themenstellung gerecht zu werden. Die Hypothesen werden im sekundäranalytischen Kapitel 4 anhand von zwei Datensätzen, nämlich der Jugend und Computer Studie 1987 und der IBM-Jugendstudie 1995, überprüft. Dabei kommen vor allem multivariate Analysemodelle, die das Zusammenwirken mehrerer Einflußgrößen auf die zu erklärenden Merkmale (Einstellungen und Verhaltensweisen) berücksichtigen, zum Einsatz. In einem abschließenden Resümee in Kapitel 5 werden die gewonnenen Erkenntnisse kurz zusammengefaßt, das eigene Vorgehen kritisch hinterfragt und Anregungen für zukünftige Forschungen zum Thema gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
2. DER GESELLSCHAFTS- UND KULTURTHEORETISCHE HINTERGRUND 3
2.1. Thematisierung der Technik: Die soziologische Relevanz der Technik 3
2.1.1. Der öffentliche Diskurs 3
2.1.2. Der soziologische Diskurs und die Herausbildung einer techniksoziologischen Teildisziplin 4
2.1.2.1. Der sozialkonstruktivistische und der kulturalistische Ansatz 5
2.2. Der Computer als spezielle Form der Technik 7
2.2.1. Der öffentliche Diskurs 7
2.2.2. Der soziologische Diskurs / Techniksoziologische Ansätze 8
2.3 Computer im Alltag 10
2.3.1. Der Prozeß der Computerisierung 10
2.3.2. Die Veralltäglichung der Computernutzung 11
2.3.2.1 in der Arbeitswelt 11
2.3.2.2. in privaten Haushalten 11
2.3.2.3. in Schulen 12
2.3.3. Aneignungsbedingungen und Differenzierungsprozesse 13
2.4. Technik - Gesellschaft - Geschlecht 14
2.4.1. Gesellschaftliche Deutungsmuster - ein geschichtlicher Abriß 15
2.4.2. Empirische Befunde 18
2.5. Computer - Gesellschaft - Geschlecht 20
2.5.1. Soziologische Deutungsmuster 20
2.5.2. Die Betroffenheit der Geschlechter durch die Computerisierung 22
3. GESCHLECHTSSPEZIFISCHE ZUGANGSWEISEN VON JUGENDLICHEN 25
3.1. Empirische Befunde: Überblick und Systematisierung 25
3.1.1. Einordnung der empirischen Befunde 25
3.1.2. Einstellungen und Interessenartikulation 28
3.1.2.1. affektiv-emotionale Einstellungsdimension 29
3.1.2.2. kognitive Einstellungsdimension 30
3.1.2.3. konative Einstellungsdimension 32
3.1.3. Computerbesitz 33
3.1.3.1. Besitzwünsche 33
3.1.4. Private Computernutzung 34
3.1.4.1. Erfahrungen / Computerkenntnisse 35
3.1.4.2. Nutzungshäufigkeiten und Nutzungsintensität 35
3.1.4.3. Nutzungsverhalten 36
3.1.4.4. Nutzungsarten und Nutzungsinhalte 36
3.2. Erklärungsansätze 38
3.2.1. Interpretationen der empirischen Befunde 38
3.2.2. Biologistische Erklärungsansätze 39
3.3. Theoretischer Erklärungsrahmen 41
3.3.1. Sozialisation 42
3.3.1.1. Einordnung sozialisationstheoretischer Ansätze 42
3.3.2. Das Modell des „produktiv realitätsverarbeitenden Subjekts" 44
3.4. Geschlechtsspezifische Sozialisation 46
3.4.1. Sozialisationsbereiche 50
3.4.1.1. Familie 50
3.4.1.2. Medien 51
3.4.1.3. Öffentliche Einrichtungen 51
3.4.1.4. Die Gruppe der Gleichaltrigen 52
3.4.1.5. Die sozialstrukturelle Sozialisationsdimension: Geschlechtsspezifischer Arbeitsteilung und Arbeitsmarkt 53
3.4.2. Geschlechtsidentität 55
3.4.2.1. Geschlechterrollen und Geschlechterstereotype 56
3.4.3. Jugendsoziologische Ergänzungen 57
3.5. Hypothesenbildung 60
3.5.1. Vorbemerkungen 60
3.5.2. Freizeit- und Berufsinteressen / Hypothesen 1.a. u. 1.b. 61
3.5.3. Technikinteresse Hypothese 2 62
3.5.4. Einstellungen und Interessenartikulation gegenüber dem Computer / Hypothese 3. 63
3.5.4.1. affektiv-emotionale Dimension / Hypothese 3. a. 64
3.5.4.2. kognitive Dimension / Hypothesen 3.b. u. 3.c. 65
3.5.4.3. konative Dimension / Hypothese 3.d 67
3.5.5. Computerbesitz / Besitz- und Kaufwünsche Hypothese 4. 67
3.5.6. Computernutzung /Hypothese 5. 68
3.5.6.1. Erfahrungen - Computerkenntnisse / Hypothese 5.a 68
3.5.6.2. Nutzungsorte / Hypothese 5.b 69
3.5.6.3. Nutzungshäufigkeiten / Hypothese 5.c 69
3.5.6.4. Nutzungsarten / Hypothese 5.d 70
3.5.7 Berücksichtigung der unterschiedlichen Erhebungszeiträume 71
4. SEKUNDÄRANALYTISCHE HYPOTHESENÜBERPRÜFUNG 74
4.1. Vorbemerkungen 74
4.2. Die Auswahl der Datensätze 75
4.2.1. Exkurs zur Problematik des statistisch erfaßten Merkmals 'Geschlecht' 77
4.2.2. Bereinigung der Datensätze 78
4.3. Methodisches Vorgehen 78
4.3.1. Operationalisierung der Hypothesen / Überprüfung der Validität 79
4.4. Univariate Analyse 86
4.4.1. Jugend und Computer 1987 86
4.4.2. IBM-Jugendstudie 1995 90
4.4.3. Vergleichender Überblick 93
4.5. Bivariate Analyse 94
4.5.1. Freizeit und Berufsinteressen Hypothesen 1. a u. 1. b 95
4.5.2. Index-Bildung: Geschlechterrollenorientierung 102
4.6. Multivariate Analyse 105
4.6.1. Angewandte Verfahren 105
4.6.2. Vorbemerkungen 108
4.6.3. Technikinteresse / Hypothese 2. 109
4.6.4. Einstellungen und Interessenartikulation gegenüber dem Computer / Hypothese 3. 111
4.6.4.1. Hypothese 3.a 111
4.6.4.2. Hypothesen 3.b und 3.c 122
4.6.4.3. Hypothese 3.d 127
4.6.5. Computerbesitz / Hypothese 4. 132
4.6.6. Computernutzung Hypothese 5. 135
4.6.6.1. Hypothese 5. a 135
4.6.6.2. Hypothese 5.b 139
4.6.6.3. Hypothese 5.c 143
4.6.6.4. Hypothese 5.d 147
4.6.7 Die unterschiedlichen Erhebungszeiträume 155
5. AUSBLICK 157
5.1. Kurzzusammenfassung der Ergebnisse 157
5.2. Resümee 158
Literaturliste 159

Arbeit zitieren:
Saller, Verena September 1997: Jugend und Computer, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
geschlechtsspezifische Sozialisation, Techniksoziologie, Computer, Neue Medien, Jugend

Entdecken Sie mehr zum Thema

diplom.de
Bachelor + Master Publishing

Hermannstal 119 k
22119 Hamburg

Fon: +49 (0) 40 655992-0
Fax: +49 (0) 40 655992-22

Service-Telefon

Rufen Sie uns an:
+49 (0) 40 655992-0

Mo-Fr
09.00-16.00 Uhr

diplom.de in den Medien

Folgen Sie uns bei Twitter & werden Sie diplom.de-Fan bei Facebook!
Schreibtipps unserer Lektoren, Neuigkeiten aus dem Verlagsalltag und das Expertenwissen unserer Autoren als Tweet & Post!
Wir freuen uns auf Sie!

diplom.de BACHELOR + MASTER PUBLISHING

Bachelorarbeiten, Masterarbeiten, Diplomarbeiten, Magisterarbeiten, Dissertationen und andere Abschlussarbeiten aus allen Fachbereichen und Hochschulen können Sie bei uns als eBook sofort per Download beziehen oder sich auf CD oder als Buch zusenden lassen. Seit mehr als 15 Jahren ist diplom.de der seriöse, professionelle und erfolgreiche Partner für die Veröffentlichung wissenschaftlicher Abschlussarbeiten.

© Diplomica Verlag GmbH 1996-2011, AG Hamburg HRB 80293 - GF Björn Bedey, USt-IdNr.: DE214910002 - Verkehrsnummer: 12285 - Impressum
Index der Arbeiten - Index der Autoren