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Die Jugend von heute - eine Generation von Ichlingen?

Die Jugend von heute - eine Generation von Ichlingen?
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Andrea Hamann
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 66 Seiten
  • Dateigröße: 338,3 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Leuphana Universität Lüneburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8276-3
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8276-3 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8276-3 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hamann, Andrea Mai 2004: Die Jugend von heute - eine Generation von Ichlingen?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Jugend, Wertewandel, Engagement, Wahlbeteiligung, Ehrenamt

Staatsexamensarbeit von Andrea Hamann

Zusammenfassung:

Diese Arbeit befasst sich mit der Frage, ob die heutige junge Generation tatsächlich so negativ eingestellt ist, wie allgemein behauptet wird. Haben wir es wirklich mit jungen Menschen zu tun, die jegliches Interesse an sozialem und politischen Engagement verloren haben und nur noch an sich selbst und ihr eigenes Wohlergehen denken?

Erleben wir tatsächlich einen Werteverfall oder muss man vielmehr von einem Wertewandel sprechen?

Engagieren junge Bürger sich gar nicht mehr oder nur in anderen als den traditionellen Formen?

Unter welchen Bedingungen sind Jugendliche bereit, Arbeit und Zeit für soziale oder politische Belange außerhalb ihres privaten Umfeldes aufzuwenden?

Diesen Fragen soll im Rahmen der vorliegenden Arbeit nachgegangen werden. Um einen Ausgangspunkt zu schaffen, werden im zweiten Kapitel zunächst verschiednen Begriffserklärungen vorgestellt. Im dritten Kapitel werden die Vorurteile aufgezeigt, die es bezüglich der Kinder und Jugendlichen gibt. Der Generationenkonflikt wird kurz erläutert.

Um ein genaueres Bild zu zeichnen, stellt das vierte Kapitel die Entstehung, Entwicklung und Veränderung des Konstruktes „Jugend“ dar. Weiterhin gehe ich auf die veränderte Lebenslage von Jugendlichen und den angeblichen Werteverfall ein.

Das fünfte Kapitel befasst sich mit ehrenamtlichem Engagement. Hier soll ein genaueres Bild der freiwilligen Aktivitäten Jugendlicher entstehen.

Im darauf folgenden sechsten Kapitel wird das politische Engagement näher betrachtet. Es soll über Demokratieverständnis, Wahlbeteiligung und Parteipräferenzen Auskunft geben.

Die Bedingungen unter denen Jugendliche bereit sind, sich freiwillig einzusetzen, stellt das siebte Kapitel dar.

Als Abschluss folgt ein Fazit, in dem ich meine Haltung darlege und begründe.

Es gestaltete sich recht schwierig konkrete Zahlenreihen, vor allem für das Kapitel „Ehrenamtliches Engagement“ zu beschaffen. Die vorhandenen Datensätze haben zumeist verschiedene Basen, so dass ein Vergleich nur unter Vorbehalt möglich ist.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, ein aktuelles Bild der heutigen Jugend zu zeichnen und darzustellen, dass sie im Grunde nicht viel anders ist, als die Jugendlichen der früheren Generationen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
2. Erklärung des Begriffs „Jugend“ 4
3. Werden Kinder zu Egoisten erzogen? 6
3.1 Die Situation in der Schule 6
3.2 Einfluss der Medien 8
3.3 Werden Jugendliche zunehmend kriminell? 9
3.4 Erziehung ohne männlichen Einfluss 9
3.5 Der Generationenkonflikt 10
4. Entstrukturierung der Jugendzeit 12
4.1 Entwicklung von Jugendzeit 12
4.1.1 Jugend und Schule 13
4.1.2 Jugend und Familie 14
4.1.3 Jugend und Freizeit 15
4.2 Veränderte Lebenslage der Jugend 16
4.2.1 Schwierigkeiten beim Übergang von der Kindheit zum Erwachsensein 20
4.2.2 Wie erleben Jugendliche ihre Zukunftsperspektiven? 22
4.3 Werteverfall, Wertewandel, Wertesynthese? 24
4.4 Bewirkt der „neue Individualismus“ eine Solidaritätskrise? 28
5. Ehrenamtliches Engagement 31
5.1 Ausmaß des jugendlichen Engagements 33
5.2 Tätigkeitsfelder und organisatorischer Rahmen 34
5.3 Wandel des organisatorischen Rahmens der ehrenamtlichen Arbeit notwendig 37
6. Politisches Interesse und Engagement 39
6.1 Institutionenvertrauen 42
6.2 Demokratieverständnis 43
6.3 Wahlbeteiligung 44
6.4 Verschiedene Erklärungsmodelle für Wahlverhalten 45
6.4.1 Erklärung der geringen Wahlbeteiligung 47
6.4.2 Erklärungsversuch der geringen Wahlbeteiligung der 21-25jährigen 48
6.5 Politische Positionierung 49
7. Voraussetzungen für jugendliches Engagement 51
8. Fazit 53
Quellenverzeichnis 55
Eidesstattliche Erklärung 61
Abbildungsverzeichnis
Abbildung 1: Hauptprobleme der Jugendlichen 17
Abbildung 2: Hauptprobleme der 12-14jährigen 18
Abbildung 3: Hauptprobleme der jungen Erwachsenen 18
Abbildung 4: Würdest du dich eher als Jugendliche(r) oder als Erwachsene(r) bezeichnen? 20
Abbildung 5: Persönliche und gesellschaftliche Zukunftsprobleme 23
Abbildung 6: Freiwilliges Engagement in verschiedenen Altersgruppen 33
Abbildung 7: Tätigkeitsfelder jugendlichen Engagements 35
Abbildung 8: Zusammenhangsanalyse: Interesse an Politik nach signifikanten sozialen und persönlichen Merkmalen 40
Abbildung 9: Inhalte des Wesens der Demokratie 43
Abbildung 10: Wahlbeteiligung bei deutschen Bundestagswahlen 44
Abbildung 11: Stimmabgabe bei deutschen Bundestagswahlen 50

Automatisiert erstellter Textauszug:

Studien die belegen, dass in Deutschland wesentlich weniger Bürger ehrenamtlich aktiv sind als in anderen Ländern, scheinen das negative Bild zu bestätigen. Doch schon Bertram wies 1987 darauf hin, dass diese Art von Schlagzeilen sich immer gut verkauft und in der Regel stärker im Gedächtnis bleibt als Positives. Anne Hacket und Gerd Mutz (2003) geben zu bedenken, dass erst der Freiwilligensurvey 1999, initiiert vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eine repräsentative Studie darstellt, die den Begriff des „Ehrenamts“ in einer weitergefassten Form untersucht. Das war nötig, um sich an die zunehmende Vielfalt des bürgerschaftlichen Engagements anzupassen. Dass ein Wertewandel stattgefunden hat, steht scheinbar außer Frage. Die Menschen wollen vor allem Spaß empfinden bei dem was sie tun. Haben wir es also doch mit einem Werteverfall zu tun? Klages (2001) widerspricht dieser Deutung, da Spaß nicht nur oberflächliches Vergnügen, sondern vielmehr Erfüllung und Realisierung eigener Ideen und Bedürfnisse bedeute. Dabei ist „anderen helfen“, „sich für das Gemeinwohl einsetzten“ durchaus den Menschen ein Bedürfnis. Klages vertritt sogar die These, dass traditionelle Werte die Bereitschaft zur Übernahme eines freiwilligen Engagements keineswegs in der Form fördern, wie der Wertewandel zu mehr Eigenverantwortlichkeit und Selbstverwirklichung. Die Ergebnisse des Speyerer Werteund Engagementsurveys 1997 machen deutlich, dass die Menschen Werten wie „Partnerschaft“, „gutes Familienleben“, „Freundschaft“ oder „Gesetz und Ordnung“ eine sehr hohe Bedeutung beimessen. „Tun, was andere tun“, „Macht und Einfluss“, „sich durchsetzen“ oder „hoher Lebensstandart“ rangieren dagegen auf den hintersten Plätzen. Die Ergebnisse der Shell Jugendstudie 2002 fallen ähnlich aus, Jugendliche haben bestimmte Grundwerte, die sich vor allem auf den direkten Lebensradius beziehen, also auf die Menschen in ihrer Umgebung: 95% der 12-25jährigen halten Freundschaft für wichtig, dann folgt Partnerschaft mit 92%, Familienleben mit 85% und Eigenverantwortung mit 84%. Auch das Streben nach Sicherheit nimmt mit 79% einen hohen Stellenwert ein. Klages sieht hierin keinen Werteverfall, sondern vielmehr eine „Wertesynthese“ (1986, S.165). Scheinbar unvereinbare Werte, moderne 25 [...]

Man darf nicht vergessen, dass es für Jugendliche regionale und geschlechtsspezifische Differenzen innerhalb Deutschlands gibt. Zwei Drittel der ostdeutschen Mädchen und jungen Frauen betrachten ihre Zukunft mit gemischten Gefühlen. Hans Bertram wies schon 1987 in seinem Buch „Jugend heute“ darauf hin, dass Jugend kein allgemeingültiges Konstrukt, keine einheitliche Kultur darstellt, sondern differenziert betrachtet werden muss. Erziehung will eine systemische und soziale Integration des Nachwuchses in die bestehenden Strukturen erreichen. Man muss sich jedoch die Frage stellen, ob sich die junge Generation überhaupt noch integrieren lassen will oder ob sie für sich einen Wandel des aktuellen Gesellschaftsgefüges als notwendig erachtet. Weiterhin sollte der Umgang mit Themen wie 23 [...]

Wie junge Menschen ihre Zukunft sehen, ist kein momentaner, spontaner Eindruck, sondern ergibt sich aus dem Zusammenspiel der bisher persönlich erlebten Sozialisationserfahrung, der aktuellen und der zukünftig erwarteten Lebenssituation. Seit der 9. Shell Jugendstudie (1981) lässt sich feststellen, dass die Jugendlichen die gesellschaftliche Krise durchaus als ein sie persönlich betreffendes Problem wahrnehmen. In den 80er Jahren fand man noch viele Jugendliche, die trotz negativer Einschätzung der gesellschaftlichen Zukunft mit Zuversicht auf ihre persönliche Zukunft blickten. Mittlerweile hat sich dieses Bild geändert und auch die gesellschaftliche Zukunft wird unter dem Einfluss der erlebten Sozialisation seit Mitte der 80er, Anfang der 90er Jahre skeptischer betrachtet. 51% der Jugendlichen geben auf die Frage wie sie ihre persönliche Zukunft sehen, die Antwort „gemischt, mal so- mal so“. Dies entspricht einem nicht geringen Zuwachs von 14% seit 1991. Die folgende Darstellung zeigt die Gewichtung einzelner Probleme für die persönliche und die gesellschaftliche Zukunft. [...]

Arbeit zitieren:
Hamann, Andrea Mai 2004: Die Jugend von heute - eine Generation von Ichlingen?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Jugend, Wertewandel, Engagement, Wahlbeteiligung, Ehrenamt

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