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Der Jena-Plan - ein Konzept für die Neugestaltung von Grundschulen?

Der Jena-Plan - ein Konzept für die Neugestaltung von Grundschulen?
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Birgit Koperski
  • Abgabedatum: Mai 2008
  • Umfang: 41 Seiten
  • Dateigröße: 194,4 KB
  • Note: 2,5
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • Bibliografie: ca. 31
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-2389-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Koperski, Birgit Mai 2008: Der Jena-Plan - ein Konzept für die Neugestaltung von Grundschulen?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Jena-Plan, Grundschule, Bildungspolitik, Unterrichtsreform, individuelle Förderung

Bachelorarbeit von Birgit Koperski

Einleitung:

Das staatliche Schulsystem ist in den letzten Jahren in der Öffentlichkeit stark in die Kritik und zunehmend unter Legitimationszwang geraten. Aktuelle Studien (PISA, IGLU, TIMMS) haben gezeigt, dass die Konkurrenzfähigkeit des traditionellen deutschen Schulsystems nicht mehr gegeben ist.

Die Gesellschaft befindet sich in einem Prozess sozialer und kultureller Wandlungen, die nachhaltig Einfluss nehmen auf viele Bereiche des Lebens. Es geht um die veränderte Kindheit, um neue Technologien, veränderte familiale Strukturen und die schwindende Erziehungskraft bei gleichzeitig erhöhten Qualitätsanforderungen.

Individuelle und gesellschaftliche Krisenerscheinungen, wie sie derzeit in komplizierten Lebenslagen vieler Kinder, im Problem der ‘Gewalt’ oder in Ausländerfeindlichkeit, zum Ausdruck kommen, sind auch in der Schule spürbar. Wenn man berücksichtigt, dass das staatliche Regelschulsystem auf derartige Krisenerscheinungen nur begrenzt reagiert, könnte die gewaltarme, ein reiches Schulleben präsentierende Schulwirklichkeit des Jena-Plans durchaus eine Alternative darstellen. Es stellt sich daher die Frage, in welcher Hinsicht Petersen und sein Jena-Plan heute neu bewertet und auch kritisch hinterfragt werden muss.

Um einen Überblick zu gewinnen, wer der Pädagoge und Schulreformer Peter Petersen war, steht am Anfang der Arbeit eine kurze biografische Vorstellung seiner Person sowie eine geisteswissenschaftlich-pädagogische Einordnung seines Werkes. Daran anschließend werden zunächst die heutige Situation an öffentlichen Grundschulen in Bayern und deren Probleme und Herausforderungen dargelegt, um anhand der wichtigsten Elemente des Jena-Plans analysieren zu können, inwieweit die Jena-Plan-Pädagogik auch für die öffentlichen Grundschulen von heute ein wertvolles Schulkonzept sein kann.

Danach soll die praktische Umsetzbarkeit des Jena-Plans an Grundschulen in Bayern geprüft werden. Dabei werden deutliche Grenzen aufgezeigt.

Das abschließende Resumé soll eine kurze Zusammenfassung des Erarbeiteten geben und die ideologiekritisch und pädagogisch-pragmatische Sichtweise noch einmal zueinander in Verbindung stellen.

Wird im Text aus Gründen der besseren Lesbarkeit nur die maskuline Form von ‚Schüler’ und ‚Lehrer’ gebraucht, so sind dabei gleichzeitig auch immer ‚Schülerinnen’ und ‚Lehrerinnen’ gemeint.

Inhaltsverzeichnis:
1 Vorwort 3
2 Einleitung 4
3 Peter Petersens – eine kurze Biografie 6
3.1 Hauptmerkmale des Jena-Plans 7
3.2 Einordnung des Jena-Plans 8
3.3 Die Ambivalenz der Jena-Plan-Pädagogik 9
4 Herausforderungen und Probleme an öffentlichen Grundschulen in Bayern 12
5 Lösungsansätze des Jena-Plans in Bezug auf aktuelle Schulprobleme Bayerns Grundschulen 14
5.1 Erziehung und Bildung 14
5.1.1 Zielkonflikt von Schulen 14
5.1.2 Das Postulat der Erziehung 15
5.2 Die Schulgemeinschaft 15
5.3 Bildung und Leistung 18
5.3.1 Leistungskultur statt Leistungskult 19
5.4 Planlegung des Unterrichts 20
5.4.1 Unterricht in Stammgruppen S. 20
5.4.2 Der rhythmisierte Wochenarbeitsplan 21
5.4.3 Formen des natürlichen Lernens 21
5.5 Schule für alle und individuelle Förderung 23
6 Grenzen der Umsetzbarkeit des Jena-Plans an öffentlichen bayerischen Grundschulen 25
6.1 Bildungspolitik 25
6.2 Lehrpersonal 26
6.3 Elterneinsatz 27
6.4 Schülerschaft 28
6.5 Ausgliederung einzelner Jena-Plan-Elemente 29
6.6 Überholte Reformimpulse 29
7 Resumé 31
8 Literaturangaben 35

Textprobe:

Kapitel 4., Herausforderungen und Probleme an öffentlichen Grundschulen in Bayern:

Der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands (BLLV) macht auf eine Situation des Mangels an bayerischen Grundschulen aufmerksam und beklagt zu große Klassen, zu wenig Personal und zu wenig Zeit, wodurch eine individuelle Förderung des Kindes nicht gewährleistet sei. Bildungs- und Erziehungsarbeit kämen dadurch zu kurz. Beziehungen und Bindungen der Schüler untereinander würden bereits am Ende der vierten Jahrgangsstufe zerstört. Geringe Lernerfolge und zunehmende Verhaltensauffälligkeiten vieler Kinder seien zu verzeichnen.

‘Bayern braucht eine grundlegende Schulreform’, fordert daher Klaus Wenzel, Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbands. Er kritisiert die rein leistungsorientierte Schule und fordert einen neuen Leistungsbegriff an Bayerns Schulen, in denen die Konzentration auf Auslesediagnostik und die Vernachlässigung von Förderdiagnostik dazu führten, dass ertragreiches und nachhaltiges Lernen das Nachsehen habe. So sei es auch nicht möglich, Lust auf lebenslanges Lernen zu erzeugen. Ferner spielten individuelle Lernfortschritte nur eine untergeordnete Rolle und wichtige Schlüsselqualifikationen, wie sie später von der Wirtschaft eingefordert werden, blieben auf der Strecke.

Außerdem stiege die Zahl derjenigen, die die grundlegenden Regeln des sozialen Miteinanders nicht mehr kennen. Der Schulalltag sei immer mehr von Verhaltens- und Lernproblemen geprägt. Auch die Integration ausländischer Kinder stelle ein großes Problem dar. Schüler mit Migrationshintergrund hätten an allen Schularten Bayerns einen geringeren Schulerfolg als Deutsche. Zunehmend sei auch eine hohe Gewaltbereitschaft unter Schülern, Schulunlust und Frustration zu verzeichnen.

Darüber hinaus sei die an Deutschlands Schulen herrschende große Bildungsungerechtigkeit sehr problematisch. In der Grundschule von heute nehme die soziale Heterogenität immer weiter zu, Familienstrukturen, berufliche Orientierung und Belastung der Eltern hätten sich grundlegend verändert. Die Grundschule müsse daher verstärkt erzieherische Aufgaben übernehmen.

So wird in der aktuellen Situation von den öffentlichen Grundschulen der Spagat verlangt, immer mehr Wissen in immer kürzerer Zeit, unter ansteigend schlechten Bedingungen vermitteln zu müssen, während sie gleichzeitig einem erhöhten Bedarf an erzieherischer Leistung gerecht werden müssen.

Arbeit zitieren:
Koperski, Birgit Mai 2008: Der Jena-Plan - ein Konzept für die Neugestaltung von Grundschulen?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Jena-Plan, Grundschule, Bildungspolitik, Unterrichtsreform, individuelle Förderung

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