Japans Wirtschaftsbeziehungen mit China
- Art: Studienarbeit
- Autor: Simone Biock
- Abgabedatum: April 1999
- Umfang: 42 Seiten
- Dateigröße: 461,1 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität Bremen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-6462-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-6462-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-6462-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Biock, Simone April 1999: Japans Wirtschaftsbeziehungen mit China, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: sino-japanische Wirtschaftsbeziehungen, Fernost, Ostasien
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Studienarbeit von Simone Biock
Zusammenfassung:
Japan und China sind als die beiden größten Volkswirtschaften Ostasiens nicht nur geographisch, geschichtlich und kulturell eng miteinander verbunden. Auch auf wirtschaftlicher Ebene hat sich zwischen den beiden Staaten eine enge Verflechtung und damit eine starke Abhängigkeit entwickelt. So ist Japan heute Chinas wichtigster Handelspartner und China Japans zweitwichtigster Handelspartner, gleich nach den USA. Die weitere Entwicklung der sino-japanischen Wirtschaftsbeziehungen ist aber nicht nur von bilateralem Interesse, sondern wird über die Grenzen Japans und China hinaus auch die wirtschaftliche Entwicklung Ostasiens maßgeblich beeinflussen.
Zu bemerken ist, daß die Entwicklung Chinas zu einem Industriestaat die sino-japanische Wirtschaftskooperation vor neue Herausforderungen gestellt hat. Ziel dieser Arbeit ist es, die Natur der sino-japanischen Wirtschaftsbeziehungen im Zeitverlauf zu analysieren und Entwicklungstendenzen herauszustellen. Dabei sollen zunächst die ressourcenpolitischen Hintergründe der sino-japanischen Wirtschaftsbeziehungen analysiert werden, bevor dann die Wirtschaftsbeziehungen unter den drei Aspekten Handel, Direktinvestitionen und finanzielle Kooperation untersucht werden.
Dementsprechend gestaltet sich auch die Gliederung der Arbeit:
Nach der Einleitung werden wir uns im zweiten Kapitel mit den ressourcenpolitischen Hintergründen der sino-japanischen Wirtschaftsbeziehungen befassen. Hier soll herausgestellt werden, wie die komplementäre Faktorenausstattung die Entwicklung der Handelsströme gestärkt und geprägt hat.
In Kapitel 3 wird dann auf die zeitliche Entwicklung des sino-japanischen Handels eingegangen. Hierbei soll neben der Entwicklung des sino-japanischen Gesamthandelsvolumens separat auf Exporte und Importe eingegangen werden, insbesondere auch in Bezug auf deren strukturelle Veränderung.
Das vierte Kapitel befaßt sich mit Direktinvestitionen und deren Rolle für die Entwicklung der sino-japanischen Wirtschaftsbeziehungen. Nach einer Darstellung der zeitlichen Entwicklung der Direktinvestitionen wird hier genauer auf die Struktur der Direktinvestitionen eingegangen und es werden anhand einiger Branchenbeispiele die Entwicklungstendenzen der japanischen Chinainvestitionen näher erläutert. Das Kapitel schließt mit einer kurzen Ausführung zur geographischen Verteilung der japanischen Direktinvestitionen in China.
In Kapitel 5 wird das Thema der finanziellen Kooperation behandelt. Neben der Höhe der japanischen Kredite und den Kriterien für die Kreditzuteilung sollen hier Japans politische und wirtschaftliche Motivationen im Vordergrund stehen, welche nicht zuletzt bei der Umsetzung der Kriterien und der Kreditverwendung zu Tage kommen.
Kapitel 6 soll schließlich die wichtigsten Ergebnisse der Arbeit kurz zusammenfassen und einen Ausblick auf die Entwicklungsperspektiven der sino-japanischen Wirtschaftsbeziehungen geben.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 1 |
| 2. | RESSOURCENPOLITISCHE HINTERGRÜNDE | 3 |
| 2.1 | Der Fall China | 3 |
| 2.2 | Der Fall Japan | 5 |
| 3. | HANDEL | 9 |
| 3.1 | Die Entwicklung der bilateralen Außenhandelsbeziehungen | 9 |
| 3.2 | Die Entwicklung der Export- und Importgüterstrukturen | 17 |
| 4. | DIREKTINVESTITIONEN | 22 |
| 4.1 | Definition der Direktinvestitionen | 22 |
| 4.2 | Die Entwicklung der japanischen Direktinvestitionen in China | 23 |
| 4.3 | Die Struktur der Direktinvestitionen | 27 |
| 4.4 | Betrachtung ausgewählter Bereiche der Direktinvestitionen | 29 |
| 4.5 | Die geographische Verteilung der japanischen Direktinvestitionen in China | 31 |
| 5. | FINANZIELLE KOOPERATION | 33 |
| 5.1 | Politische Hintergründe | 33 |
| 5.2 | Japans Kriterien für die Kreditzuteilung | 34 |
| 5.3 | Die Kreditverwendung | 36 |
| 5.4 | Die Höhe der Kredite | 37 |
| 6. | ENTWICKLUNGSPERSPEKTIVEN DER SINO-JAPANISCHEN WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN | 38 |
wird, erste Dumpingklagen von Seiten Japans hat es schon gegeben. Bisher hat Japan sicherlich noch einen großen industriellen Vorsprung. Ob es China je gelingen wird, diesen aufzuholen, ist ungewiß. Daß China aber in immer stärkerem Maße zum Anbieter von Konkurrenzprodukten werden wird, ist absehbar und könnte sicherlich auch Anlaß zu Konflikten geben. Diesen Standpunkt vertritt auch Margot Schüller, welche sich zu diesem Thema folgendermaßen äußerte: „Längerfristig wird durchaus mit Handelskonflikten zu rechnen sein, da China weniger leicht als die ASEAN-Staaten bereit sein wird, sich in die globale Strategie der japanischen Unternehmen einzufügen. Dies wird aber auch bei der Forderung Chinas deutlich, High-Tech-Industrien anzusiedeln und nicht nur Standort für eine arbeitsintensive Zwischengüterproduktion japanischer Unternehmen sein zu wollen.“16 [...]
Zu anfangs, d.h. nach dem Krieg bis circa Mitte der achtziger Jahre, waren die Handelsströme durch eine sehr starke Komplementarität gekennzeichnet, die sich darin ausdrückte, daß Japan in erster Linie Erdöl, Kohle, Rohstoffe und landwirtschaftliche Produkte aus China importierte und im Gegensatz dazu Maschinen, Anlagen und hochwertige Konsumgüter nach China exportierte. Diese Komplementarität der Handelsströme war fest in der japanischen Wirtschafts- und Handelspolitik verankert und prägte sehr stark auch das Verhalten der japanischen Regierung und der Unternehmen. Mit dem industriellen Fortschritt in China und dem raschen Aufbau weiterverarbeitender Exportindustrien hat sich jedoch Chinas Rolle als Primärgüterlieferant gewandelt. Durch den Aufbau eigener exportorientierter Industrien, eine Entwicklung die nicht unwesentlich von den japanischen Direktinvestitionen beeinflußt und beschleunigt wurde, hat China seinen Vorteil niedriger Lohnkosten zu nutzen gewußt und tritt heute als ein immer ernstzunehmender Anbieter von Industrieprodukten auf. Als Folge der Industrialisierung hat China heutzutage aber auch einen hohen Eigenbedarf an Energie und Rohstoffen, ein Bedarf der zweifellos in den kommenden Jahren noch weiter steigen wird und der Exportsteigerungen weitgehend verhindert. Zwar investiert China, auch unterstützt von Energiekrediten der japanischen Import- und Exportbank, in die Exploration neuer Erdölvorkommen, z.B. im Tarim-Becken (Provinz Xinjiang), aber es ist zweifelhaft, ob die neuen Funde mit dem steigenden chinesischen Eigenbedarf mithalten können, ganz zu schweigen davon, ob es angesichts der hohen Förderungs- und Transportkosten rentabel sein wird, ausländische Nachfrager wie Japan mitzuversorgen. Auch im landwirtschaftlichen Bereich ist abzusehen, daß China angesichts seiner wachsenden Bevölkerung immer weniger Exportkapazitäten haben wird. Zusammenfassend kann man also sagen, daß Chinas Rolle als Primärgüterlieferant in Zukunft aufgrund seines steigenden Eigenbedarfes weiter an Bedeutung verlieren wird und daß China dafür stärker noch als bisher als Anbieter von Industrieprodukten auftreten und seine Marktanteile nicht nur bei Textilien und Bekleidung, sondern auch verstärkt bei hochwertigen Industrieprodukten steigern wird. Dies bedeutet aber auch, daß China sich für Japan im Bereich Industriegüter zu einem ernstzunehmenden Konkurrenten entwickeln wird. Es ist nur schwer zu prognostizieren, inwieweit Japan seinen Markt für chinesische Exporte von Industriegütern noch öffnen [...]
Im Nahrungsmittelbereich ist eine leichte Abnahme des Importanteils, von 16% im Jahre 1977 auf 13% im Jahre 1995, zu verzeichnen. Dagegen verlief die Entwicklung bei den Maschinenimporten sehr dynamisch. Während der Anteil der Maschinenimporte an den Gesamtimporten 1977 noch verschwindend gering war, erreichte er 1995 schon 15%. Diese Entwicklung verdeutlicht die Erfolge bei der Modernisierung der chinesischen Industrie. Sehr hohe Zuwachsraten waren dabei vor allem zu verzeichnen bei den Importen von audiovisuellen Geräten, insbesondere Fernsehern, Videorekordern und -kameras, Radios, Computern, Kopiergeräten und Kühlschränken. Ein wichtiger Katalysator für diesen Boom waren ohne Zweifel die japanischen Direktinvestitionen in den Bereichen Elektronik und Haushaltsgeräte.15 [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832464622
Arbeit zitieren:
Biock, Simone April 1999: Japans Wirtschaftsbeziehungen mit China, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
sino-japanische Wirtschaftsbeziehungen, Fernost, Ostasien



