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Der Irakkrieg 2003 im deutschen Fernsehen

Eine quantitative Inhaltsanalyse von 'tagesschau' und 'RTL aktuell'

Der Irakkrieg 2003 im deutschen Fernsehen
Über dieses Buch

Diplomarbeit von Cindy Thiele

Einleitung:

Kriege und Katastrophen sind allgegenwärtig, auch wenn sie wohl kaum einer von uns jemals am eigenen Leib miterleben musste. Unser Wissen darum ist jedoch durch die audiovisuellen Medien so umfangreich und aktuell wie nie zuvor. So sind die schrecklichen Bilder des 11. Septembers 2001, die wir zumeist vom heimischen Wohnzimmer aus miterlebten, unvergessen. Im Golfkrieg 1991 waren wir ebenfalls live dabei: Die Objektive der Kameras und die Augen und Ohren der Journalisten waren stellvertretend an unser statt vor Ort. Modernste Kommunikationstechnik lieferte die Eindrücke der Reporter in Sekundenschnelle auf unsere Fernsehbildschirme. Doch Medien, die über Kriege und Konflikte berichten, geraten schnell selbst ins Gefahr: Während das Publikum nach immer aktuelleren Informationen und Bildern verlangt, erweist sich deren Beschaffung im Kriegsgebiet als große Herausforderung. Gerade Fernsehjournalisten, die permanentem Aktualitäts- und Konkurrenzdruck ausgesetzt sind, laufen dabei Gefahr, von politischen Interessen instrumentalisiert zu werden. Zu den Waffen moderner Kriegsführung gehört nicht zuletzt der Versuch, Informationen und Bilder gezielt zu steuern, zu verteilen oder auch zu verknappen. Seit Beginn der Geschichtsschreibung war der Einsatz von Propaganda ‘ein entscheidender Aspekt der Kriegsführung’. Die Beschaffung von Informationen wird zudem durch das medienpolitische Instrument der Zensur erschwert, das zum Schutz der eigenen Truppen die Freiheit der Berichterstattung in Kriegs- und Krisenzeiten einschränkt. Dieser Umstand wirkt sich für die Kriegsreporter äußerst nachteilig aus: Der Mythos vom unblutigen und sauberen Krieg in Afghanistan war letztendlich auch dem Umstand geschuldet, dass Berichterstattern der Zugang zum Kriegsgeschehen, seiner Toten und Verletzten verwehrt blieb. Die Beschränkungen, die die Journalisten im zweiten Golfkrieg hinnehmen mussten, waren gleichsam Resultat des Versuchs, Einfluss auf die öffentliche Meinung zu nehmen: Fernsehteams, zudem nur amerikanischen, war der Zugang zum Kriegsgeschehen lediglich im Pool-System an ausgewählten Kriegsschauplätzen möglich. Auf irakischer Seite zensierten Mitarbeiter des Informationsministeriums die produzierten Bilder, von denen einzig die Aufnahmen von CNN-Reporter Peter Arnett den Weg in die deutschen Sendeanstalten fanden. Das Dilemma, dass sich daraus ergab, ist schnell auszumachen: Wie berichten, wenn die Information nicht selbst überprüfbar ist? Wie mit Bildern umgehen, deren Herkunft zweifelhaft erscheint? Die veränderte Medienpolitik der alliierten Streitkräfte im dritten Golfkrieg, die es Journalisten nun ermöglichte, die Truppen bei ihrem Feldzug gegen Saddam Hussein und seine Regime zu begleiten, schien naiven Betrachtern ein Ausweg aus der Problematik eines reglementierten Informationszugangs zu sein und förderte nicht zuletzt deshalb zahlreiche interdisziplinäre Diskussionen.

Erkenntnisinteresse:

Dem Konflikt der Journalisten, abwägend zwischen Informations- und Sorgfaltspflicht, ist nach Meinung vieler Autoren nur mit größtmöglicher Quellentransparenz und dem Entsenden eigener Korrespondenten in die Kriegsgebiete beizukommen. Gerade letzteres bietet die Gelegenheit, unterschiedliche Erfahrungsberichte, Eindrücke und vor allem selbst gedrehtes Material und eigens recherchierte Informationen zu einem vielseitigen Bild zu verknüpfen. Doch wie lange dabei das Interesse der Medien für einen Krieg und seine Beteiligten anhält, unterliegt, wie es die Journalistin Bettina Gaus beispielhaft formuliert, ganz eigenen Gesetzen: ‘Es gibt kaum eine vergleichbar schwierigere Aufgabe wie die, den Opfern über einen längeren Zeitraum hinweg eine Stimme zu verleihen. [...]. Irgendwann wurden die entsprechenden Nachrichten zu Kurzmeldungen, und schließlich verschwanden sie ganz’. Doch wie groß war das Interesse der deutschen Fernsehsender, über den Irakkrieg 2003 zu berichten und wie lange hielt es an? Welche Themen dominierten dabei die Berichterstattung und welche Rolle kam dabei den Korrespondenten, die aus dem Irak und seiner Nachbarländer berichteten, den ‘eingebetteten’ Reportern und den Journalisten in der Heimatredaktion zu? Welche Akteure kamen in der Berichterstattung zu Wort und welche Informationsquellen machte sie transparent? Welche Bedeutung hatte dabei das Bildmaterial fremder Sender und wie gingen die Journalisten mit den erhaltenden Informationen um? Und schließlich: Inwieweit wurden Kriegshandlungen in den Fernsehnachrichten visualisiert? Diese Fragen, die an bestehende Studien in der Tradition der Medienangebotsforschung anknüpfen und deren Erkenntnisgewinn über die Inhalte und Muster der Kriegsberichterstattung prüfen und erweitern wollen, versucht die vorliegende Arbeit mit Hilfe einer quantitativen Inhaltsanalyse zu beantworten. Dabei muss eingeschränkt werden, dass trotz des Versuchs einer Bewertung und Einordnung der Ergebnisse die Untersuchung eher deskriptiv angelegt ist. Inferenzschlüsse über das Zustandekommen der Inhalte können im Rahmen dieser Arbeit deshalb nur spekulativer Natur sein. Als Untersuchungsobjekte wurden, exemplarisch für einen öffentlich-rechtlichen und einen privaten Sender, die Hauptnachrichten der ARD (TAGESSCHAU) und RTL (RTL AKTUELL) ausgewählt und der Analyse im Zeitraum vom 04. März bis 23. April 2003 unterzogen.

Aufbau der Arbeit:

Sich mit Kriegsberichterstattung auseinanderzusetzen, bedeutet zunächst, das Feld der Journalismusforschung zu erschließen. Dabei allen Facetten gebührende Beachtung zu schenken, ist im Rahmen dieser Arbeit nicht zu leisten. Deshalb bietet Kapitel 2.1 einen Überblick über die Traditionen und Konzepte, die die Auseinandersetzung mit dem Forschungsgegenstand geleitet haben und stellt anschließend die wichtigsten Themen der empirischen Journalismusforschung vor. Dabei spannt die Auseinandersetzung mit den Merkmalen journalistischer Produkte den Bogen zu Kapitel 2.2., das sich dem Feld der Kriegs- und Krisenkommunikationsforschung widmet. Dabei werden zunächst die Begriffe KRIEG und KRISE in der Kommunikationswissenschaft verortet. Ein historischer Abriss verschafft danach wichtige Einblicke in die Entwicklung der Kriegsberichterstattung. Die theoretischen Grundlagen der Kriegs- und Krisenkommunikation finden ihre Entsprechung in den Konzepten und Konstrukten der Kommunikationswissenschaften und stützen sich dabei zumeist auf theoretische Ansätze mittlerer Reichweite, von denen ausgewählte in Punkt 2.2.3 vorgestellt werden. Das Kapitel KRIEGS- UND KRISENKOMMUNIKATIONSFORSCHUNG schließt ab mit einem Überblick über die wichtigsten empirischen Befunde, die die Forschung zu Tage befördert hat. Dabei wird der Medienangebotsforschung, in deren Tradition diese Arbeit steht, ein separates Kapitel (2.3) gewidmet, in dem zunächst terminologische Fragen erörtert und die Methode der Medieninhaltsanalyse vorgestellt werden. Die Erläuterungen des Forschungsstandes schließen dann unter 2.3.3 ab, in dem die wichtigsten Befunde der Forschung auf dem Gebiet der Kriegs- und Krisenberichterstattung dargelegt werden. Die Konzeption der Untersuchung wird in Kapitel 3 vorgestellt, das sich als erstes mit dem Untersuchungsdesign beschäftigt und anschließend erläutert, wie die eingangs formulierten Forschungsfragen (3.1) operationalisiert wurden. Abschließend werden methodische Besonderheiten und Probleme, die sich bei der Durchführung der Analyse ergeben haben, transparent gemacht. Kapitel 4 stellt zunächst in einer Einzelanalyse die Ergebnisse, deren Reihenfolge sich an den aufgestellten Forschungsfragen orientiert, vor und fasst die wesentlichen Erkenntnisse in einer abschließenden Betrachtung zusammen. Kapitel 5 bewertet die erzielten Ergebnisse und ordnet sie in den beschriebenen Forschungsstand ein. Methodenkritik und perspektivische Betrachtungen schließen die Arbeit ab.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS 8
1. EINFÜHRUNG 11
1.1 Erkenntnisinteresse 12
1.2 Aufbau der Arbeit 13
2. FORSCHUNGSSTAND 15
2.1 Journalismusforschung 15
2.1.1 Zur Identifizierung von Journalistik 15
2.1.2 Traditionen und Konzepte 17
2.1.2.1 Der normative Individualismus 19
2.1.2.2 Die materialistischen Medientheorien 20
2.1.2.3 Der analytische Empirismus 21
2.1.2.4 Der legitimistische Empirismus 21
2.1.2.5 Die (kritischen) Handlungstheorien 22
2.1.2.6 Die funktionalistischen Systemtheorien 23
2.1.2.7 Die integrativen Sozialtheorien 24
2.1.2.8 Die Cultural Studies 30
2.1.3 Themen der empirischen Journalismusforschung 31
2.1.3.1 System 32
2.1.3.2 Struktur 33
2.1.3.3 Leistungen 34
2.1.3.4 Akteure 34
2.1.3.5 Produkte 37
2.2 Kriegs- und Krisenkommunikationsforschung 39
2.2.1 Terminologie 39
2.2.1.1 Krieg – Krise – Krisenkommunikation 39
2.2.1.2 Kriegsberichterstattung 40
2.2.2 Historische Perspektive 41
2.2.3 Theoretischer Kontext 46
2.2.3.1 Die Nachrichtenwerttheorie 47
2.2.3.2 Agenda-Setting 51
2.2.3.3 Framing und Priming 53
2.2.3.4 Konstruktivistisch-systemtheoretische Ansätze 55
2.2.4 Empirische Befunde 63
2.2.4.1 Nutzung- Rezeption – Wirkung 64
2.2.4.2 Produktion 65
2.3 Medienangebotsforschung 68
2.3.1 Terminologie 68
2.3.2 Medieninhaltsanalyse 69
2.3.2.1 Kennzeichen 69
2.3.2.2 Definition und Begriffe 70
2.3.2.3 Fragestellungen 71
2.3.3 Medienangebote der Kriegs- und Krisenberichterstattung 74
2.3.3.1 Kriegsphasen 76
2.3.3.2 Akteure und Quellen 77
2.3.3.3 Themen 78
3. FORSCHUNGSDESIGN 80
3.1 Forschungsfragen 80
3.2 Untersuchungsdesign 82
3.2.1 Auswahl der Methode 82
3.2.2 Untersuchungsgegenstand und Erhebungszeitraum 82
3.2.3 Analyseeinheit und Zugriffskriterium 83
3.2.4 Systematik der Bild- und Textkodierung 83
3.2.5 Pretest und Intracoder-Reliabilität 86
3.3 Operationalisierung der Forschungsfragen 87
3.3.1 Intensität 87
3.3.2 Quantitativer Verlauf 87
3.3.3 Journalistische Rollen 88
3.3.4 Themen 90
3.3.5 Visualisierung des Kampfgeschehens 94
3.3.6 Akteure 94
3.3.7 Quellen 95
3.3.8 Quellenumgang 96
3.4 Methodische Besonderheiten und Probleme 97
4. ERGEBNISSE 101
4.1 Chronologie der Ereignisse 101
4.2 Datenbasis 103
4.3 Auswertung 104
4.3.1 Intensität 104
4.3.2 Quantitativer Verlauf 106
4.3.3 Journalistische Rollen 111
4.3.4 Themenaspekte 114
4.3.5 Visualisierung des Kampfgeschehens 130
4.3.6 Akteure 133
4.3.7 Quellen 140
4.3.7.1 Informationsquellen 140
4.3.7.2 Bild- und Tonquellen 142
4.3.8 Quellenumgang 143
4.4 Zusammenfassung 147
5. FAZIT UND AUSBLICK 154
6. LITERATUR 160
7. ANHANG 174

Textprobe:

Kapitel 3.3, Operationalisierung der Forschungsfragen:

Intensität der Berichterstattung:

Wie viel Sendezeit schreiben die Hauptnachrichten von RTL und ARD dem Irakkrieg prinzipiell zu?

Zur Beantwortung der ersten Forschungsfrage soll die generelle Beachtung, die beide Sendungen dem Irakkrieg/-Konflikt schenken, analysiert werden. Die Intensität der Berichterstattung ergibt sich aus dem Verhältnis aus der Dauer der Beiträge zur Irakberichterstattung und der Dauer der Beiträge ohne thematischen Bezug zum Irakkrieg/-Konflikt im Erhebungszeitraum. Die Begrüßung durch den Moderator als auch so genannte Trailer, die bereits vor dem Auftritt des Moderators einen Überblick über die Sendung geben, sind von der Messung ausgeschlossen sind. Die analytische Betrachtung der Beiträge wiederum schließt alle beschriebenen Stilformen ein und erfolgt ohne Berücksichtigung ihrer An- und Abmoderation durch den Nachrichtensprecher. Die Zeitmessung beginnt somit erst nach der Einführung des Beitrages durch den Moderator. Sie beginnt sekundengenau mit der ersten Sequenz und endet sekundengenau mit der letzten Sequenz des Beitrages. Die Kurzmeldungen eines Nachrichtenblocks werden separat berücksichtigt.

Quantitativer Verlauf:

Wie entwickelt sich die Intensität der Berichterstattung beider Nachrichtensendungen im Verlauf der sieben untersuchten Wochen?

Die zweite Forschungsfrage soll darüber Aufschluss geben, wie sich die Quantität der Berichterstattung über den Irakkrieg/-Konflikt im Erhebungszeitraum verändert. Dazu werden die Daten, die zur Beantwortung der ersten Forschungsfrage generiert wurden, für jeden einzelnen Messzeitpunkt über den gesamten Erhebungszeitraum abgebildet.

Journalistische Rollen:

Welchen quantitativen Anteil haben die Beiträge ‘eingebetteter’ Journalisten, der Korrespondenten vor Ort und der Heimatredaktion an der Berichterstattung?

Die bereits in den vorangegangen Ausführungen beschriebenen Präsentationsformen eines Beitrages sollen an dieser Stelle lediglich der formalen Identifizierung und Abgrenzung einzelner Beiträge untereinander dienen. Um die zweite Forschungsfrage hinreichend beantworten zu können, musste ein alternativer Systematisierungsversuch unternommen werden. Dieser kategorisiert die Beiträge nicht nach ihren formalen Charakteristika, sondern nach ihrem Kommunikator. Daraus entstand die Differenzierung in Embedded-Beitrag, Korrespondenten-Beitrag und Beiträge der Heimatredaktion, den Heimat-Beitrag. Diese Unterscheidung ermöglicht es nun, die Intensität der Beiträge eingebetteter Journalisten, der Korrespondenten vor Ort und der Redakteure außerhalb des Kriegs- und Krisengebietes vergleichend identifizieren zu können. Die Dauer der einzelnen Beiträge wird in Sekunden gemessen. Sie beginnt mit der ersten und endet mit der letzten Sequenz des Beitrages.

Embedded-Beitrag:

Um einen Embedded-Beitrag handelt es sich, wenn ein Journalist, der in das Militär ‘eingebettet’ ist, einen kompletten Beitrag mit Sprechertext liefert oder einem bearbeitenden Redakteur in der Heimatredaktion Bilder seines Einsatzortes zur Verfügung stellt. Schalt-Gespräche des ‘eingebetteten’ Reporters mit dem Moderator werden ebenso als separater Beitrag in dieser Kategorie vermerkt. Bei Schalt-Gesprächen sind, im Gegensatz zur Anmoderation, die Fragen und Mitteilungen des Nachrichtensprechers von analytischer Bedeutung. Sie sind die Basis des Beitrages. Aus diesem Grund beginnt die Zeitmessung und die inhaltliche Analyse mit der ersten Frage des Moderators und endet mit dem letzten Wort des ‘eingebetteten’ Journalisten.

Korrespondenten-Beitrag:

Von einem Korrespondenten-Beitrag wird dann gesprochen, wenn der Beitrag (oder wesentliche Elemente) von einem Reporter stammt, der aus dem Kriegs- und Krisengebiet berichtet, jedoch nicht als ‘eingebetteter’ Journalist tätig ist. Die Bedeutung des Schwerpunktes Kriegs- und Krisengebiet ist dabei wesentlich. Nur der Einsatz eines Reporters im Irak oder seiner Nachbarländer wird als Korrespondenten-Beitrag festgehalten. Berichte von Reportern, die beispielsweise aus den USA oder Großbritannien berichten, werden nicht in dieser, sondern in der nachfolgenden Kategorie berücksichtigt. Die Messung erfolgt sekunden- und sequenzgenau. Sie beginnt mit der ersten Sequenz des Beitrages und endet mit der letzten. Schalt-Gespräche werden in Analogie zum Embedded-Beitrag analysiert.

Heimat-Beitrag:

Kann ein Bericht weder einem Korrespondenten vor Ort, noch einem ‘eingebetteten’ Journalisten eindeutig zugeschrieben werden, wird ein Beitrag der Heimatredaktion notiert. In diese Kategorisierung ist auch eine Off Maz des Moderators einzuordnen, ebenso wie die Nachrichten im Film (NiF). Diese werden jedoch nicht als Meldungsblock, sondern als separate Beiträge vermerkt und analysiert. Greift der Moderator über eine Off Maz hinausgehend selbst in das Geschehen ein, wird ebenso ein Heimat-Beitrag vermerkt. Dies ist zum Beispiel der Fall, wenn der Moderator im Gespräch mit einem Studiogast ist oder Live-Bilder kommentiert. Die jeweiligen Anteile werden wiederum sekunden- und sequenzgenau gemessen.

Kennzeichen eines Embedded- oder Korrespondentenbeitrages:

a) Der ‘eingebettete’ Journalist/Korrespondent vor Ort wird als Autor am Beginn des Beitrages durch den Moderator namentlich erwähnt oder kann anhand einer Einblendung im Beitrag identifiziert werden.

b) Ist der ‘eingebettete’ Journalist/Korrespondent vor Ort Sprecher des Beitrages, ist davon auszugehen, dass er auch den Beitrag produziert hat.

Die Identifizierung des Reporters anhand seiner Stimme erfordert eine intensive Auseinandersetzung mit dem Untersuchungsmaterial bereits im Vorfeld.

c) Der Redakteur des Beitrages verweist darauf, dass die Bilder vom ‘eingebetteten’ Kollegen oder einem Korrespondenten vor Ort geliefert wurden.

d) Der ‘eingebettete’ Journalist/Korrespondent vor Ort ist durch eine Live-Schaltung oder einen so genannten Aufsager, d.h., einen zuvor aufgezeichneten Kommentar, Element der Nachrichtensendung.

Arbeit zitieren:
Thiele, Cindy Oktober 2006: Der Irakkrieg 2003 im deutschen Fernsehen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kriegsberichterstattung, Kriegskommunikationsforschung, Journalismusforschung, Medienangebotsforschung, Krisenkommunikationsforschung

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