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Inwieweit können Krankenkassen durch Disease Management den Gesundheitszustand von chronisch Kranken verbessern?

Eine empirische Untersuchung am Beispiel von Typ II Diabetikern mittleren Lebensalters

Inwieweit können Krankenkassen durch Disease Management den Gesundheitszustand von chronisch Kranken verbessern?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Corinna Meyer-Suter
  • Abgabedatum: Februar 2000
  • Umfang: 71 Seiten
  • Dateigröße: 1,1 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Hamburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-2727-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-2727-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-2727-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Meyer-Suter, Corinna Februar 2000: Inwieweit können Krankenkassen durch Disease Management den Gesundheitszustand von chronisch Kranken verbessern?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Krankenkasse, Diabetis mellitus, Disease Management, Case Management, Diabetiker-Schulung

Diplomarbeit von Corinna Meyer-Suter

Einleitung:

Am 1.April 1997 trat die „Vereinbarung über die ambulante differenzierte Betreuung und Schulung von Patienten mit Diabetes mell. I/II (Diabetes-Vereinbarung)“ zwischen der Kassenärztlichen Vereinigung Hamburg (KVH) und dem BKK-Landesverband NORD in Kraft. „Ziel der Vereinbarung ist die Strukturverbesserung und die Qualitätssicherung in der Behandlung und Schulung von Diabetikern unter Vermeidung von Krankenhausbehandlung sowie die Erhaltung und Förderung der Gesundheit und die Verhütung von Komplikationen, einschließlich Rehabilitation gem. § 43 SGB V“ (BKK - Landesverband NORD, 1997, § 1 Abs. 1). Darin erhalten sowohl Vertragsärzte, die eine kontinuierliche qualifizierte Versorgung von Typ I und II Diabetikern durchführen, als auch Vertragsärzte in diabetologischen Schwerpunktpraxen die Möglichkeit, ihre Leistungen zur Behandlung und Schulung von Diabetikern gesondert abzurechnen. Die Schulung von Typ I Diabetikern sowie die Schulungen für Typ II Diabetiker, die entweder insulinpflichtig sind oder sich im mittleren Lebensalter befinden, gehören hiernach in das Aufgabenspektrum der diabetologischen Schwerpunktpraxen. Nicht spezialisierte Vertragsarztpraxen können vier Doppelstunden dauernde Schulungen, die von dem Düsseldorfer Diabetologen Michael Berger mitentwickelt wurden („Berger“-Modell), anbieten.

Um diese Vereinbarung von der Kostenträgerseite her mit Leben zu füllen, wurde von verschiedenen Betriebskrankenkassen ein Diabetes-Projekt gestartet. Ziel war es zunächst, den Gesundheitsstatus nicht-insulinpflichtiger Typ II Diabetiker unter 65 Jahren durch adäquate, kontinuierliche Blutzuckereinstellung zu verbessern. Langfristig sollte dies zu Kosteneinsparungen durch Früherkennung und Vermeidung von Folgeerkrankungen führen.

Diese Arbeit untersucht, inwieweit diese Ziele bisher erreicht worden sind.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort I
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1 Hintergrund 1
1.2 Fragestellung 5
2. Projektbeschreibung 7
2.1 Studienpopulation 7
2.2 Material und Methoden 8
2.3 Statistische Auswertung 11
3. Ergebnisse 12
3.1 Gesamtheit 11
3.1.1 Besuch von Diabetiker-Schulungen und Kontakt zu diabetologischen Schwerpunktpraxen 13
3.1.1.1 Schulungsteilnahme 13
3.1.1.2 Kontaktaufnahme zu SPP 13
3.1.2 Umgang mit der Krankheit 13
3.1.2.1 Blutzucker Selbstkontrollen 13
3.1.2.2 Diabetestherapie 14
3.1.3 Gesundheitsparameter 15
3.1.3.1 BMI 15
3.1.3.2 HbA1C 15
3.1.3.3 Änderung des Gesundheitszustandes innerhalb des letzten Jahres 15
3.1.3.4 Krankenhaustage 16
3.1.3.5 Arbeitsunfähigkeitstage 16
3.2 Geschulte Diabetiker versus ungeschulte Diabetiker 16
3.2.1 Umgang mit der Krankheit 16
3.2.1.1 Blutzucker Selbstkontrollen 16
3.2.1.2 Diabetestherapie 17
3.2.2 Gesundheitsparameter 18
3.2.2.1 BMI 18
3.2.2.2 HbA1C 18
3.2.2.3 Änderung des Gesundheitszustandes innerhalb des letzten Jahres 18
3.2.2.4 Krankenhaustage 19
3.2.2.5 Arbeitsunfähigkeitstage 19
4. Diskussion 19
4.1 Gesamtheit 20
4.2 Besuch von Diabetiker-Schulungen und Kontakt zu diabetologischen Schwerpunktpraxen 21
4.3 Umgang mit der Krankheit 22
4.4 Gesundheitsparameter 26
5. Schlussfolgerung und Ausblick 31
6. Zusammenfassung 33
Literaturverzeichnis 37
Eidesstattliche Erklärung 41
Anhang 42

Automatisiert erstellter Textauszug:

Krankenkassen können ihre Versicherten nicht direkt zu einer Schulung, z.B. in eine Schwerpunktpraxis (SPP), schicken. In der Regel trifft der Hausarzt die Entscheidung, ob er seinen Patienten zwecks Schulung in eine Schwerpunktpraxis überweist. Gespräche mit Versicherten und Ärzten haben ergeben, dass viele Hausärzte befürchten, die Betroffenen nach einer Überweisung als Patienten zu verlieren. Die Rücküberweisung des Patienten von der SSP zum Hausarzt ist aber in § 4 der Diabetesvereinbarung vorgeschrieben (BKK - Landesverband NORD, 1997). Auch wenn der größte Anteil (45,2%) der im Untersuchungszeitraum geschulten Versicherten zu diesem Zweck eine Schwerpunktpraxis aufsuchte, entspricht vor allem der Anteil von 25,8% der im Krankenhaus geschulten Versicherten nicht der Intention des [...]

Gut 20% der Versicherten nahmen während der durchschnittlich 16 Monate zwischen Erstbefragung und Nachbefragung an einer Schulung teil. Bedenkt man, dass in der ganzen vorher verstrichenen Zeit, bei einer mittleren Diabetesdauer von 7,8 Jahren, nur 30% jemals an einer Schulung teilgenommen haben, ist das schon ein guter Erfolg. Betrachtet man allerdings die Tatsache, dass von den 20,2% aktuell geschulten Personen die Mehrzahl (12,4%) bereits einmal geschult worden war, scheint das den Erfolg zu schmälern. Die Ursache hierfür mag eine höhere Sensibilisierung dieser Gruppe sein. Da einige Untersuchungen empfehlen, eine Diabetiker-Schulung nach ca. zwei Jahren zu wiederholen, ist dieses Ergebnis jedoch durchaus akzeptabel (Goebbel, 1998; Touppen, 1997). 62,1% der angeschriebenen Versicherten konnten hingegen noch gar nicht für eine Schulung gewonnen werden. Gründe hierfür scheinen hauptsächlich außerhalb der erhobenen Variablen zu liegen. Eine logistische Regression als Erklärungsmodell brachte lediglich eine ganz vorsichtige Tendenz zu Tage, dass eine höhere Bereitschaft zu einer Schulungsteilnahme in Zusammenhang mit einer erhöhten Anzahl an Folgeerkrankungen und einer Diabetesdauer zwischen sechs bis acht Jahren bestehen könnte. Interessant wäre sicherlich, den Einfluss der Schulbildung bzw. des Berufstatus auf die Schulungsteilnahme zu prüfen. Das vorliegende Datenmaterial zeigte in der Krankenkasse, in der der höchste Angestelltenanteil war, auch die höchste Schulungsteilname. Zusammenhänge zwischen dem sozioökonomischen Status und der Schwere und Therapie der Erkrankung wurden in anderen Studien nachgewiesen (Gulliford & Mahabir, 1999; Ruggiero et al., 1997). [...]

Der Rücklauf des Evaluationsfragebogens betrug 85%. Diese erfreuliche Zahl lässt ein gewisses Interesse am Thema Diabetes der am Projekt beteiligten Versicherten vermuten. Die SMR liegt mit 3,5 bezogen auf die Hamburger Bevölkerung sehr hoch. In der Literatur lassen sich Zahlen von einer 2- bis zu einer 4-fachen Sterblichkeit von Diabetikern mittleren Alters gegenüber der allgemeinen Bevölkerung finden (Bruno, G. et al.,1999). Sie variieren je nach Land, Alter der Diabetiker und Studiendesign. Unabhängig von der Diabetesdauer tendiert das diabetesspezifische Mortalitätsrisiko gegen 1 bei zunehmenden Alter (Bruno, G. et al.,1999). Außerdem ist es dort niedriger, wo Diabetiker durch Diabetes-Kliniken oder Spezialisten betreut werden (de Marco et. al.. 1999). Zwei kürzlich publizierte norditalienische Kohortenstudien ermittelten sogar nur standardized mortality ratios von 1,35 (Bruno, G. et al.,1999) bzw. 1,42 (de Marco et. al.. 1999) für Typ II Diabetiker. Der große Unterschied zu der in dieser Untersuchung berechneten SMR von 3,5 könnte folgende Ursachen haben: • Die Studienpopulation war mit durchschnittlich 58,1 Jahren relativ jung und hatte daher ein erhöhtes diabetesspezifisches Mortalitätsrisiko. • Der sozioökonomische Status lag wahrscheinlich eher unter dem der Allgemeinbevölkerung, [Es besteht eine Beziehung zwischen dem sozioökonomischen Status einerseits und dem Schweregrad und der Therapie des Diabetes mellitus andererseits (Gulliford & Mahabir, 1999; Ruggiero et al., 1997)]. • Das Projektdesign war so angelegt, dass es in großem Umfang Diabetiker erfasste, die bisher noch keinen Zugang zu hochqualifizierter Versorgung hatten, [in den italienischen Studien war ein Großteil der Teilnehmer über Diabetes-Kliniken ermittelt worden, gleichwohl umfasste die Verona Diabetes Study 80,5% aller bekannten Typ II Diabetiker Veronas]. • Der Beobachtungszeitraum dieser Untersuchung war sehr kurz und daher die Möglichkeit von Schwankungen groß. Da die Behandlung von Diabetikern in Deutschland bisher eher selten durch Spezialisten erfolgt, ist davon auszugehen, dass das Mortalitätsrisiko nicht nur in dieser Untersuchung, sondern in ganz Deutschland für Typ II Diabetiker höher liegt als in Italien. Leider liegen mir hierzu keine Daten vor. [...]

Arbeit zitieren:
Meyer-Suter, Corinna Februar 2000: Inwieweit können Krankenkassen durch Disease Management den Gesundheitszustand von chronisch Kranken verbessern?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Krankenkasse, Diabetis mellitus, Disease Management, Case Management, Diabetiker-Schulung

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