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Investoren-Aktivismus in Deutschland und seine Bedeutung für das Strategische Management der Unternehmung

Investoren-Aktivismus in Deutschland und seine Bedeutung für das Strategische Management der Unternehmung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Ewa Pierscinska
  • Abgabedatum: März 2006
  • Umfang: 79 Seiten
  • Dateigröße: 632,6 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Freie Universität Berlin Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9763-7
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9763-7 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9763-7 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Pierscinska, Ewa März 2006: Investoren-Aktivismus in Deutschland und seine Bedeutung für das Strategische Management der Unternehmung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Shareholder, Corporate Governance, Unternehmenskontrolle, Aktie, Führung

Diplomarbeit von Ewa Pierscinska

Einleitung:

Eine Vielzahl von Fällen des Missmanagements in deutschen börsennotierten Aktiengesellschaften hat in den 90er Jahren Defizite der Unternehmensleitung und -kontrolle in Deutschland aufgedeckt. Diese Entwicklung war ausschlaggebend dafür, dass die Unternehmensleitung und -kontrolle, auch unter dem Begriff der Corporate Governance bekannt, zum zentralen Thema in Deutschland in den späten 90er Jahren geworden sind. Das Grundproblem der Corporate Governance stellt das Verhältnis zwischen dem Management und den Eigentümern einer Aktiengesellschaft dar, weil das Management bei seinen Entscheidungen die Interessen der Aktionäre nicht angemessen berücksichtigt.

In Deutschland ist in jüngster Zeit aufgrund der zunehmenden Institutionalisierung, der Verwaltung privater Ersparnisse durch professionelle Kapitalanleger, eine verstärkte Einflussnahme von hauptsächlich institutionellen Investoren auf die Corporate Governance und die Unternehmensführung bzw. -strategie börsennotierter AGs zur Erreichung eigener Investorenziele zu beobachten. Dieser sog. Investoren-Aktivismus ist in den USA bereits stark verbreitet und wird nun in Deutschland zunehmend relevanter.

In der Literatur ist der Investoren-Aktivismus in Deutschland bislang wenig untersucht. Ferner sind Untersuchungen zu Auswirkungen der Einflussnahme auf die Unternehmensführung und im besonderen auf das Strategische Management rar.

Gang der Untersuchung:

Aufgrund dieses Forschungsdefizits und vor dem Hintergrund der Aktualität dieses Themas in Deutschland, ist es Ziel dieser Arbeit, folgende Fragen zu erörtern:

1. Wie hat sich der Investoren-Aktivismus in Deutschland entwickelt und wodurch zeichnet er sich bislang aus?

2. Welche Möglichkeiten stehen den Anteilseignern zur Einflussnahme auf das Strategische Management deutscher börsennotierter AGs zur Verfügung? Welche Auswirkungen hat der Investoren-Aktivismus für das Strategische Management börsennotierter AGs?

Im Anschluss an die Untersuchung dieser beiden Fragestellungen, soll der Investoren-Aktivismus in Deutschland im Hinblick auf folgende Fragen bewertet werden:

1. Eignet sich der Investoren-Aktivismus in Deutschland zur Lösung des Prinzipal-Agent-Problems in börsennotierten AGs?

2. Inwieweit kann der Investoren-Aktivismus zur Förderung von Strategien beitragen, die nachhaltige Wettbewerbsvorteile mit dem Ziel der Sicherung eines langfristigen Unternehmenserfolgs schaffen?

Der weitere Aufbau dieser Arbeit gestaltet sich wie folgt:

In Kapitel 2 werden die Grundlagen, die für die Ausarbeitung der Fragestellungen notwenig sind, erläutert. Die Grundzüge des Investoren-Aktivismus, des Strategischen Managements sowie der Prinzipal-Agent-Theorie werden näher beleuchtet.

Ziel von Kapitel 3 ist die Darstellung der historischen Entwicklung des Investoren-Aktivismus in Deutschland. Diese basiert auf der im ersten Schritt erarbeiteten Analyse des deutschen Kapitalmarkts und seinen jüngsten Veränderungen. Die Erkenntnisse aus diesem Kapitel dienen als Ausgangspunkt für die Untersuchungen in Kapitel 4.

In Kapitel 4 werden die Möglichkeiten der Einflussnahme der institutionellen Investoren auf das Strategische Management herausgearbeitet. Daran schließt eine Analyse der möglichen Auswirkungen auf das Strategische Management. Abschließend wird ein aktuelles Beispiel aus der Praxis die hier und in Kapitel 3 herausgearbeiteten Ergebnisse verdeutlichen.

Gegenstand des Kapitels 5 ist die Bewertung des Investoren-Aktivismus von institutionellen Investoren in Deutschland in Bezug auf die bereits aufgeführten Fragestellungen.

In Kapitel 6 dieser Arbeit werden zunächst die zentralen Ergebnisse noch einmal zusammengefasst. Darüber hinaus werden mögliche Ansatzpunkte für die zukünftige Forschung aufgezeigt.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS III
TABELLENVERZEICHNIS IV
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS V
1. EINLEITUNG 1
2. BEGRIFFLICHE UND THEORETISCHE GRUNDLAGEN 3
2.1 Investoren-Aktivismus 3
2.1.1 Definition und Ursachen für Investoren-Aktivismus 3
2.1.2 Investorentypen und Erklärungsansätze für ihre Einflussnahme 5
2.1.3 Instrumente des Investoren-Aktivismus und deren Bedeutung 9
2.2 Strategisches Management 13
2.2.1 Definition und Merkmale des Strategischen Managements 13
2.2.2 Der Prozess des Strategischen Managements 15
2.2.3 Strategische Entscheidungsträger 18
2.3 Die Prinzipal-Agent-Theorie 19
2.3.1 Grundlagen der Prinzipal-Agent-Theorie 20
2.3.2 Das Prinzipal-Agent-Problem als ein Anteilseigner-Manager-Problem 21
2.3.3 Investoren-Aktivismus als ein Lösungsansatz für das Prinzipal-Agent-Problem 22
3. INVESTOREN-AKTIVISMUS IN DEUTSCHLAND 25
3.1 Entwicklung der Kapitalmarktstruktur in Deutschland 25
3.2 Historische Entwicklung des Investoren-Aktivismus in Deutschland 32
4. EINFLUSSNAHME VON INSTITUTIONELLEN INVESTOREN AUF DAS STRATEGISCHE MANAGEMENT - MÖGLICHKEITEN UND AUSWIRKUNGEN IN DEUTSCHEN BÖRSENNOTIERTEN AGS 37
4.1 Bedeutung der Investoren für das Strategische Management aus Sicht der börsennotierten AGs: Stakeholder vs. Shareholder-Orientierung in Deutschland 37
4.2 Bedeutung des Strategischen Managements für institutionelle Investoren 39
4.3 Möglichkeiten der Einflussnahme von institutionellen Investoren auf das Strategische Management 42
4.3.1 Einflussnahme über den Aufsichtsrat als Vertreter der Interessen der institutionellen Investoren 42
4.3.2 Instrumente des Investoren-Aktivismus zur Einflussnahme der institutionellen Investoren 44
4.4 Auswirkungen der Einflussnahme auf das Strategische Management 46
4.5 Beispiel aus der Praxis - Der Fall Deutsche Börse AG 49
5. BEWERTUNG DES INVESTOREN-AKTIVISMUS IN DEUTSCHLAND 52
6. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 58
7. LITERATURVERZEICHNIS 61
8. ANHANG 73
EIDESSTATTLICHE ERKLÄRUNG 74

Automatisiert erstellter Textauszug:

Entwicklungen dazu beigetragen, dass auch die personellen Verflechtungen bis 2004 rückläufig waren, allerdings stagnierte die Auflösung der Verbindungen zwischen 2001 und 2004. Kengelbach und Roos (2006) vermuten, dass „die durch Abbau der Eigenkapitalbeteiligungen verlorene Möglichkeit der Einflussnahme innerhalb der Deutschland AG zum Teil durch ein Beibehalten der personenbezogenen Verflechtungen kompensiert worden sein könnte“ (Kengelbach/Roos 2006, S. 21). Die Aktionärsstruktur Neben dem Netzwerk gegenseitiger monetärer und personeller Verflechtungen stellen der relativ hohe Festbesitz23 und der vergleichsweise geringe Streubesitz24 weitere charakteristische Merkmale der deutschen Kapitalmarktstruktur dar (Gerke/Mager 2003, S. 551; Götz 2000, S. 79; Matthes 2000, S. 18 f.). Im Jahr 2004 hatte in 52,1 % aller börsennotierten AGs in Deutschland ein Großaktionär einen Stimmrechtanteil über 50 %25. Bei 74,5 % der börsennotierten AGs trat ein Minderheitseigentümer26 auf (Kengelbach/Roos 2006, S. 17). Die Studie von Becht und Boehmer (2001) zeigt allerdings, dass innerhalb der Gruppe der börsennotierten AGs andere Ergebnisse für die DAX 30-Unternehmen erzielt wurden. Hier lag der Median der größten Anteilspakete bei nur 11 %, somit befinden sich diese weitgehend im Streubesitz (Becht/Boehmer 2001, S. 135). Neben den Veränderungen aufgrund der kapital- und personenbezogenen Entflechtungen, hat sich im Zuge der Institutionalisierung, d. h. der zunehmenden Verwaltung privater Ersparnisse durch professionelle Kapitalanleger, auch die Aktionärsstruktur in den letzten Jahren verändert (Steiger 2000, S. 27 ff.). Die Tabelle 2 zeigt die Anteile der Sektoren an den gesamten Aktienbeständen von 1991 und 2003 einschließlich der prozentualen Änderung. [...]

Eingeführt wurden u. a.: Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG), Gesetz zur weiteren Reform des Aktien- und Bilanzrechts zu Transparenz und Publizität (TransPuG), Gesetz zum Verbot des Insiderhandels am Aktienmarkt, Finanzmarktförderungsgesetze (Jürgens et al. 2000, S. 14; Matthes 2000, S. 31). 19 Marktkapitalisierung, auch Börsenkapitalisierung genannt, stellt die mit dem Aktienkurs bewertete Anzahl der börsennotierten Aktien einer AG dar (Gabler Wirtschaftslexikon 2004, S. 1988). 20 Dies wird besonders deutlich, wenn die Marktkapitalisierung dem Bruttoinlandsprodukt gegenübergestellt wird. In Deutschland lag die Börsenkapitalisierung 2003 bei 45,2 %, während sie z. B. in den USA bei 131,4 % und in der Schweiz sogar bei 231,6 % lag (Deutsches Aktieninstitut e.V. 2004, S. 05-3-a). [...]

Die „Deutschland AG“ Der deutsche Kapitalmarkt und insbesondere der Aktienmarkt haben im Vergleich zu angloamerikanischen Staaten eine viel geringere Bedeutung (Deutsche Bundesbank 1997, S. 28). Die Gründe hierfür sind vielfältig und auf rechtliche sowie steuerliche Regulierungen zurückzuführen (Matthes 2000, S. 30 ff.; Witt 2003, S. 81 f.). Die Einführung von Reformen18 in den 90er Jahren hat zuletzt bedeutende Veränderungen mit sich gebracht (Jürgens et al. 2000, S. 14 f.; Matthes 2000, S. 30). Die Anzahl der AGs und Kommanditgesellschaften auf Aktien (KGaA) hat sich seit Mitte der 90er Jahre bis 2003 fast vervierfacht. Ende 2003 waren in Deutschland 15.311 AGs und KGaA angemeldet, wovon jedoch nur 829 börsennotiert waren (Deutsches Aktieninstitut e.V. 2004, S. 01-1-a , 02-1-a). Die Marktkapitalisierung19 hat sich seit Mitte der 90er Jahre ungefähr verdoppelt und lag 2003 bei rund 855 Mrd. Euro (Deutsches Aktieninstitut e.V. 2004, S. 03-2). Trotz dieses Wachstums ist der deutsche Aktienmarkt im Vergleich zu denen anderer Industrienationen klein20. Ein indirekter Grund könnte darin liegen, dass die Aktien als Anlageinstrument in Deutschland vergleichsweise wenig akzeptiert werden (Götz 2000, S. 80). Gerade [...]

Arbeit zitieren:
Pierscinska, Ewa März 2006: Investoren-Aktivismus in Deutschland und seine Bedeutung für das Strategische Management der Unternehmung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Shareholder, Corporate Governance, Unternehmenskontrolle, Aktie, Führung

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