Investor Relations
Eine qualitative Studie zum Informationsverhalten von Privatanlegern am Beispiel eines Investmentclubs
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Gabriela Mellen
- Abgabedatum: September 2003
- Umfang: 63 Seiten
- Dateigröße: 656,8 KB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8046-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8046-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8046-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Mellen, Gabriela September 2003: Investor Relations, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Zielgruppen, Privatinvestoren, Kleinaktionäre, Kapitalmarktkommunikation, Instrumente
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Bachelorarbeit von Gabriela Mellen
Einleitung:
Am XI. Deutschen Börsentag 1968 stellte schon Karl-Oskar König, der damalige Präsident der Frankfurter Wertpapierbörse fest: „Auf lange Sicht können nur solche Gesellschaften ihren Eigenkapitalbedarf an der Börse decken, die sich das Vertrauen der Anleger durch vorbildliche Publizität erwerben“ (Schleiermacher 2002). Das, was schon vor 35 Jahren erkannt wurde, ist heute einer der Grundgedanken von Investor-Relations-Arbeit, welche in Deutschland in den letzten Jahren immer mehr an Bedeutung gewonnen hat.
Eine der Zielgruppen der Investor Relations sind die Privatanleger, deren Informationsverhalten in dieser Arbeit am Beispiel eines Investmentclubs untersucht werden soll. Dabei besteht das Ziel dieser Arbeit darin, einerseits typische Verhaltensweisen der Gruppe Privatanleger allgemein und andererseits Spezifika von Investmentclubmitgliedern zu identifizieren, um so Hilfestellung für auf Privatanleger abzielende Investor-Relations-Arbeit zu leisten. Um eine Bezugsgruppe gezielt und effizient informieren zu können, ist es notwendig, deren spezifisches Informationsverhalten zu kennen.
Im folgenden Kapitel 2 soll der theoretische Hintergrund von Investor Relations beleuchtet werden. So wird im Kapitel 2.1 der Begriff Investor Relations erklärt, abgegrenzt und wissenschaftlich sowie organisatorisch eingeordnet. Daraufhin wird sich das Kapitel 2.2 mit den verschiedenen Zielen und Maßnahmen von Investor Relations beschäftigen. Im Anschluss daran werden zunächst die Zielgruppen der Investor Relations vorgestellt, wobei im Besonderen auf die Zielgruppe der Privatanleger, mit denen sich diese Arbeit beschäftigt, eingegangen wird. In diesem Zusammenhang wird auch auf die Organisationsform Investmentclub im Allgemeinen eingegangen. Abschließend für das Kapitel 2 wird daraufhin das dieser Arbeit zugrunde liegende Forschungsinteresse erläutert und die Hypothesen sowie Kategorien für die im Kapitel 3 folgende qualitative Studie dargestellt.
Im Kapitel 3 wird zuerst der Forschungsansatz der qualitativen Fallstudie erläutert und das Erhebungsinstrument der Untersuchung vorgestellt. Daraufhin werden Hintergrundinformationen zum Untersuchungsobjekt der Studie, dem Investmentclub „Börsenfüchse“, und zu den einzelnen Interviewpartnern geliefert. Darauf folgt eine kurze Skizzierung des Vorgehens bei der Auswertung der Interviews, woraufhin schließlich die Ergebnisse der Studie entlang der zuvor definierten Kategorien präsentiert werden.
Kapitel 4 beginnt mit einer kurzen Zusammenfassung der Arbeit. Abschließend werden die Hypothesen geprüft und die wichtigsten Ergebnisse kommentiert und bewertet. Außerdem werden aus den Ergebnissen der Studie Vorschläge für die Investor-Relations-Praxis abgeleitet.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | EINLEITUNG | 2 |
| 2. | THEORETISCHER HINTERGRUND DER INVESTOR RELATIONS | 4 |
| 2.1 | BEGRIFFSERKLÄRUNG UND EINORDNUNGSVORSCHLÄGE | 4 |
| 2.2 | DIE ZIELE UND MAßNAHMEN DER INVESTOR RELATIONS | 8 |
| 2.3 | ZIELGRUPPEN | 12 |
| 2.3.1 | ALLGEMEINE ÜBERSICHT DER ZIELGRUPPEN | 12 |
| 2.3.2 | DIE ZIELGRUPPE DER PRIVATANLEGER | 13 |
| 2.4 | FORSCHUNGSINTERESSE, HYPOTHESEN UND KATEGORIEN | 16 |
| 3. | QUALITATIVE STUDIE ZUM INFORMATIONSVERHALTEN VON PRIVATANLEGERN | 20 |
| 3.1 | FORSCHUNGSANSATZ UND ERHEBUNGSINSTRUMENT | 20 |
| 3.2 | UNTERSUCHUNGSOBJEKT UND AUSWAHL DER INTERVIEWPARTNER | 21 |
| 3.3 | AUSWERTUNG DER ERGEBNISSE | 23 |
| 4. | ZUSAMMENFASSUNG UND RESÜMEE | 32 |
| 5. | LITERATURVERZEICHNIS | 37 |
| 6. | ABBILDUNGSVERZEICHNIS | 40 |
| ANHANG | ||
| A1: INTERVIEWLEITFADEN | I | |
| A2: TRANSKRIPTION DES INTERVIEWS MIT A | II | |
| A3: TRANSKRIPTION DES INTERVIEWS MIT B | VI | |
| A4: TRANSKRIPTION DES INTERVIEWS MIT C | XII | |
| A5: TRANSKRIPTION DES INTERVIEWS MIT D | XVII | |
| A6: KURZFRAGEBOGEN | XX | |
| A7: ERGEBNISTABELLE | XXI |
Tasking-System kann ich auf einem Fenster die Internetseite öffnen und auf der anderen Seite meine Textverarbeitung oder Sonstiges machen. Deshalb bevorzuge ich sehr stark das Internet. I: Welche genauen Informationen wollen Sie über ein Unternehmen oder eine Aktie erfahren? A: Das kommt drauf an, ob ich die Aktie schon habe, oder ob ich eine Neuanlage vorhabe. In der Regel interessiert mich bei den Firmen der Verlauf der Firma. Also die Historie, wann ist die Firma entstanden, wie hat sie sich entwickelt. Es gibt Firmen, die haben sich von einer Metallbranche Richtung Telekommunikation entwickelt. Also kommen die ursprünglich aus der Quelle Elektronik oder sind die dorthin gewandert? Das interessiert mich. Dann interessiert mich natürlich auch der operative Bereich. Darunter verstehe ich Informationen zu der Geschäftsführung und dem Vorstand oder dem Aufsichtsrat. Das sind ja Typen, die Entscheidungen treffen und wenn sich da allzu häufig Veränderungen ergeben, dann überlege ich mir, weshalb verändern sie sich und könnte es riskant sein. Das ist also erstmal zur Geschichte und operativen Seite, was die Firma anbelangt. Was ich mir aber auch ganz häufig angucke, sind die Charts. Wie haben sich die Kosten entwickelt, erstmal am Tag – die Tagesaktie, dann die 200-Tages-Linie, die interessiert mich und dann schau ich ganz stark noch: ein Jahr, drei Jahre, fünf Jahre und wenn möglich noch zehn Jahre, so dass ich einen Überblick habe, was machen die Kosten über die letzten Jahre. I: Sind für Sie auch irgendwelche Informationen interessant, die sich nicht direkt auf die konkrete Aktie oder das Unternehmen beziehen? A: Nein. An sich weniger. Aufgrund von Brancheninformationen kann man keine wirklichen Rückschlüsse auf eine einzelne Firma schließen. Es gibt tolle Branchen und die einzelne Firma, die man daraus hat, macht Miese. I: Gibt es Informationsaspekte, die Ihnen im Vergleich zu den anderen besonders wichtig sind? Welche wären das? A: Die geschichtliche und die operative Seite sind zwar interessant, aber zweitrangig. Vorrangig sind die Aktienkurse für mich. Die gucke ich mir eigentlich sehr stark an. I: Warum gerade die? A: Ich hoffe dann, daraus so gewisse Schlüsse zu ziehen, ob ein Wiederholungswert da ist. Über fünf Jahre kann man zum Beispiel sehr schön sehen, ob eine Aktie von angefangen fünfzehn Euro, runter bis zwei Euro oder dann eben diesen Trend runter und rauf gemacht hat. I: Wie häufig und regelmäßig informieren Sie sich denn im Hinblick auf Anlageentscheidungen des Investmentclubs? A: Im Hinblick auf Aktien des Investmentclubs informiere ich mich eigentlich selten. Das ist das Schlimme, wenn man sich einem Club anschließt, da vertraut man darauf, dass viele andere sich auch informieren [...]
A2: Interview mit A Interviewer: Erst mal vielen Dank, dass Sie mir ein Interview geben. Mein Name ist Gabriela Mellen. Ich bin Studentin an der Ruhr-Universität Bochum und arbeite an einer Studie, die herausfinden will, wie sich speziell Investmentclubmitglieder im Hinblick auf ihre Anlageentscheidungen informieren. Ich möchte Sie jetzt bitten, mir einige Fragen zu dem Thema zu beantworten. Mir ist es dabei wichtig, dass Sie offen antworten, es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Ihre Aussagen werden natürlich anonym behandelt. Ich möchte unser Gespräch gerne auf Kassette aufnehmen, damit keine Informationen verloren gehen. Welche Quellen nutzen Sie denn, um sich im Hinblick auf eine Anlageentscheidung zu informieren? Interviewpartner A: Ich bin ein sehr hektischer und schnelllebiger Typ. Das heißt, ich habe kaum Zeit mich Printmedien zuzuwenden und sie durchzulesen. Das ist mir auch zu monoton und einseitig. Ich nutze eigentlich ausschließlich elektrische Medien, sprich Internet – da speziell die Seiten Wallstreet, Der Spekulant und Financial Times Deutschland. Da habe ich auch Newsletter abonniert und habe mich so eingetragen, dass man automatisch Email-Informationen bekommt. Die lese ich mir durch. Dann sehr stark TV. Sprich n-tv, Bloomberg und N24. Das zeigt schon wieder meinen Charakter. Ich muss also Nachrichten sehen und gleichzeitig unten drunter das Laufband sehen. Ich möchte es immer so, dass man viel erlebt und nichts verpasst und das verbinde ich auch mit diesen Informationsquellen. Das waren die Hauptquellen, die ich nutze. Printmedien nutze ich in der Regel dann, wenn sie mir in die Hände fallen wie monatlich, wenn wir bei unserem Börsenclub zusammensitzen und da hat einer ein Printmedium und fragt, wer es haben möchte. Aber dass ich sie speziell kaufe, das ist ganz, ganz selten. I: Gibt es unter den von Ihnen genannten Quellen irgendwelche, die Sie besonders häufig nutzen oder die aus Ihrer Sicht besonders hilfreich sind? Welche wären das? A: Ganz stark nutze ich eigentlich das Internet. I: Warum gerade das Internet? A: Weil das Internet kann ich in Verbindung mit meiner sonstigen Tätigkeit, wenn ich am PC arbeite, was sehr häufig ist, nutzen. Durch ein Multi- [...]
Leitfaden Fragen Erst mal vielen Dank, dass Sie mir ein Interview geben. Mein Name ist Gabriela Mellen. Ich bin Studentin an der RuhrUniversität Bochum und arbeite an einer Studie, die herausfinden will, wie sich speziell Investmentclubmitglieder im Hinblick auf ihre Anlageentscheidungen informieren. Ich möchte Sie jetzt bitten, mir einige Fragen zu dem Thema zu beantworten. Mir ist es dabei wichtig, dass Sie offen antworten, es gibt keine richtigen oder falschen Antworten. Ihre Aussagen werden natürlich anonym behandelt. Ich möchte unser Gespräch gerne auf Kassette aufnehmen, damit keine Informationen verloren gehen. 1. Informationsquellen Quellen • Welche Quellen nutzen Sie denn, um sich im Hinblick auf eine Anlageentscheidung zu informieren? Prioritäten • Gibt es unter den genannten irgendwelche, die Sie besonders häufig nutzen oder die aus Ihrer Sicht besonders hilfreich sind? Wenn ja, welche? Gründe • Warum gerade diese? 2. Informationsbedürfnisse Informations• Welche genauen Informationen wollen Sie über ein inhalte Unternehmen oder eine Aktie erfahren? • Sind für Sie auch irgendwelche Informationen interessant, die sich nicht direkt auf die konkrete Aktie oder das Unternehmen beziehen? Welche? Prioritäten • Gibt es Aspekte, die Ihnen da besonders wichtig sind? Wenn ja, welche? Gründe • Warum sind sie das? 3. Rezeptionshäufigkeit/Informationshäufigkeit und -kontext Häufigkeit der • Wie häufig und regelmäßig informieren Sie sich denn im InformationsHinblick auf Anlageentscheidungen des Investmentclubs? suche • Wieviel Zeit investieren Sie im Schnitt wöchentlich in die Informationssuche? Auslöser für • Gibt es bestimmte Situationen, in denen Sie sich besonders intensive intensiv und gezielt informieren? Wenn ja, welche? Informationssuche 4. Interaktion mit anderen Interaktion mit • Inwiefern diskutieren Sie oder unterhalten Sie sich mit Clubmitgliedern anderen Clubmitgliedern über Informationen, die Sie gefunden haben oder bestimmte Unternehmen? Über was wird da genau gesprochen? Intention • Was versprechen Sie sich davon? 5. Wünsche und Erwartungen Zufriedenheit • Wie zufrieden sind Sie denn mit dem Informationsangebot, das Ihnen von Unternehmensseite geboten wird? Verbesserungs- • Gibt es etwas, das Unternehmen Ihrer Meinung nach tun potenzial könnten, um Ihnen die Informationssuche oder sogar die Anlageentscheidung zu erleichtern? • Fühlen Sie sich benachteiligt im Vergleich zu professionellen Marktteilnehmern, wie z.B. Finanzanalysten? 6. Motivation Motivation • Warum suchen Sie denn überhaupt Informationen? [...]
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Link zur Arbeit:
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Arbeit zitieren:
Mellen, Gabriela September 2003: Investor Relations, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Zielgruppen, Privatinvestoren, Kleinaktionäre, Kapitalmarktkommunikation, Instrumente



