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Investition in Erneuerbare Energien in der Türkei

Chancen und Risiken für deutsche Unternehmen

Investition in Erneuerbare Energien in der Türkei
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Alpay Evcil
  • Abgabedatum: Juni 2008
  • Umfang: 90 Seiten
  • Dateigröße: 798,3 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Hochschule Bremen, University of Applied Sciences Deutschland
  • Bibliografie: ca. 170
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-2073-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Evcil, Alpay Juni 2008: Investition in Erneuerbare Energien in der Türkei, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Türkei, Erneuerbare Energie, Alternative Energie, Investition, regenerativ

Diplomarbeit von Alpay Evcil

Einleitung:

Die wichtigen Themen unserer Zeit sind unter anderem der Klimawandel, die Reduzierung des Kohlendioxid (CO2) Ausstoßes und laut Experten eine mögliche Energieverknappung, die in den nächsten Jahrzehnten eintreten soll. Es vergeht derzeit kaum ein Tag, an dem in den Medien nicht über diese Themen berichtet wird.

Diese Schlagwörter haben diese Diplomarbeit schließlich zu dem Thema ‘Investition in Erneuerbare Energien in der Türkei. Chancen und Risiken für deutsche Unternehmen’ inspiriert. Die Diplomarbeit fokussiert die Fragestellung im Hinblick auf die Türkei, da die internationale Bedeutung der Türkei, als ein wichtiger Handelspartner Deutschlands, noch weiter zunehmen wird.

Diese ‘Zunahme der Handelsbeziehungen’ ist aus unterschiedlichen Einflussgrößen heraus zu erwarten. Einerseits ist es durch die EU-Kandidatur der Türkei und damit einhergehend in der politischen und ökonomischen Zusammenarbeit der Bündnispartner begründet.

Abgesehen von dem potenziellen Beitritt der Türkei in die Europäische Union ist andererseits die demografische Struktur der Türkei ein wichtiges Kriterium. Die Türkei zeichnet sich durch eine junge Bevölkerung mit insgesamt 70,6 Millionen Einwohnern und einer konsumfreudigen Mittelschicht aus, wobei das Land hierdurch ein international zunehmend wichtiger Absatzmarkt und Investitionsstandort ist.

Derzeit befinden sich 2.150 deutsche Unternehmen, die, die Produktions- und Investitionschance in der Türkei nutzen. Auch können, weitere Zukunftsmärkte über die Türkei erschlossen werden. Zu nennen wären hier die Türk-Staaten wie Turkmenistan, Kirgistan, Kasachstan, Aserbaidschan und Usbekistan.

Ein weiterer Pluspunkt, der für die Türkei spricht, ist ihre geografische Lage, die für die Nutzung von Anlagen für erneuerbare Energien besonders geeignet ist. Als Beispiel soll hier die hohe Sonnenstrahlung erwähnt werden, die für den Betrieb von Solaranlagen essenziell ist.

Auch die große Küstenfläche, die man rund um die Türkei finden kann und welches sich für die optimale Nutzung der Windenergie anbietet, ist ein Standortvorteil. Auf weitere Vorteile, die, die Türkei zu bieten hat, soll in den später folgenden Kapiteln näher eingegangen werden.

Ein globaler Trend ist es, die fossile Energienutzung zu verringern, auch angesichts des Kyoto - Protokolls von 1997. Darüber hinaus ist die EU, mit Deutschland an der Spitze, bestrebt, vermehrt erneuerbare Energien zu nutzen.

Dies soll einerseits zur Senkung des CO2 - Ausstoßes führen und andererseits soll hierdurch eine von Russland dem, Nahen und Mittleren Osten unabhängigere Versorgung gewährleistet werden. Weltweit werden die häufigsten fossilen Energien, wie beispielsweise Erdöl, aus Regionen, die politisch instabil und konfliktreich ist, bezogen.

Auch wenn man sich nach wie vor den hohen Preis für einen Barrel Erdöl, etwa 159 Liter, anschaut und wie der Preis bei jeder politischen Unruhe in die Höhe schnellt, wird deutlich, dass man sich nach anderen Quellen umschauen muss, auch um sich der ständige Gefahr einer Preisschwankung entziehen zu können.

Die Frage ist nur, wie realistisch diese Umsetzung ist und wie hoch der Anteil der erneuerbaren Energien daran sein könnte. Eine andere Frage ist, wie ins besonders deutsche Unternehmen an einer Investition in dem erneuerbare Energiemarkt in der Türkei partizipieren können und ob den vorhandenen Chancen viel stärkere Risiken gegenüberstehen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis IV
Tabellenverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
Danksagung VII
Einleitung 1
1. Erneuerbare Energien 4
1.1 Wasserkraft 6
1.2 Windenergie 8
1.3 Sonnenenergie 10
1.4 Geothermie (Erdwärme) 15
1.5 Bioenergie 17
2. Der Energiemarkt in der Türkei 21
2.1 Die Energieregulierung 21
2.2 Erzeugung und Verbrauch 22
2.3 Einspeisevergütung 25
3. Erneuerbare Energien in der Türkei 26
3.1 Geografische Lage 26
3.2 Wasserkraft 28
3.3 Windenergie 29
3.4 Sonnenenergie 31
3.5 Geothermie (Erdwärme) 32
3.6 Bioenergie 34
4. PEST - Analyse Türkei 36
4.1 Politische Faktoren 36
4.1.1 Türkei und EU 36
4.1.2 Reformen in der Türkei 37
4.1.3 Aktuelle politische Situation in der Türkei 38
4.2 Ökonomische Faktoren 39
4.2.1 Bruttoinlandsprodukt 40
4.2.2 Inflation 40
4.2.3 Wechselkursentwicklung 41
4.2.4 Arbeitslosenquote / Lohnkosten 42
4.2.5 Konsum 43
4.2.6 Außenhandel Import / Export 44
4.2.7 Direktinvestitionen 46
4.3 Soziokulturelle Faktoren 48
4.3.1 Sprache und Religion 48
4.3.2 Werte und Normen 49
4.3.3 Gesellschaftsschichten 49
4.3.4 Bildung in der Türkei 51
4.4 Technologische Faktoren 53
4.4.1 Informations- und Kommunikationstechnologie 53
4.4.2 Infrastruktur / Logistik 54
4.4.3 Forschung und Entwicklung 56
5. Chancen und Risiken 58
5.1 Chancen 59
5.1.1 Produktionsstandort 59
5.1.2 Absatzmarkt 60
5.1.3 Länderrating 61
5.2 Risiken 61
5.2.1 Standort Türkei 61
5.2.2 Korruption 62
5.2.3 Ökonomische Risiken 62
5.2.4 Markteintritt 63
5.2.5 Interne Risiken 64
6. Schlussbetrachtung 66
6.1 Zukunftsausblick 66
6.2 Handlungsempfehlung 67
Anhang 69
Anhang I: Erneuerbare Energien Gesetz 70
Anhang II: Pipeline Projekte in der Türkei 71
Quellenverzeichnis 73
Literaturverzeichnis 74
Verzeichnis der Zeitschriften 75
Verzeichnis der Internetquellen 76

Textprobe:

Kapitel, 4.1.1 Türkei und EU:

Die Türkei ist eine parlamentarische Demokratie, die 1923 durch Mustafa Kemal Atatürk gegründet wurde. Zu den wichtigsten Grundpfeilern gehört, dass die Religion vom Staat getrennt ist (Laizismus).

Seit 1980 wurden diverse Veränderungen, wie die Privatisierung und die Öffnung des Marktes für ausländische Investoren vorangetrieben, sodass die türkische Wirtschaft sich zu einer Markwirtschaft entwickelte.

Die Türkei bemüht sich seit bereits 49 Jahren (1959) um einen EU-Beitritt (damals EWG), wurde aber bisher wegen politischen (drei Militär Putsche 1960, 1971 und 1980) und wirtschaftliche Krisen (hohe Inflation) immer wieder abgelehnt.

Seit Oktober 2005 laufen jetzt Beitrittsverhandlungen zwischen der Türkei und der EU. Diesen Gesprächen sind folgende Etappen vorausgegangen. Im Jahre 1993 wurden die Kopenhagener Kriterien formuliert, wonach die Türkei eine Stabilität der Institutionen, der Demokratie und Rechtsstaatlichkeit sicherstellen und eine funktionierende Marktwirtschaft aufweisen muss. Zudem muss sie die Menschenrechte achten und den Schutz von Minderheiten gewährleisten.

Drei Jahre später im Jahre 1996 trat dann die Zollunion zwischen der Türkei und der EU in Kraft und im Jahr 1999 wurde der Türkei, auf dem EU-Gipfel in Helsinki, dann der Status eines Beitrittskandidaten zugeteilt.

Reformen in der Türkei:

Seitdem der Türkei der Status eines Beitrittskandidaten erteilt wurde, wurden diverse umfassende Reformen in Angriff genommen und umgesetzt. Dies betrifft die Abschaffung der Todesstrafe und die Zulassung der kurdischen Sprache im Schulunterricht sowie im Rundfunk. Auch soll zukünftig der öffentlich-rechtliche Fernsehender TRT Medieninhalte auf kurdisch ausstrahlen.

Die türkische Regierung nimmt, im Rahmen des EU-Beitritts insbesondere auf juristischer Ebene große Mühen auf sich, um diverse Reformen umzusetzen, um mit den EU-Gesetzen konform zu sein. Zwar werden Gesetze relativ schnell erlassen, allerdings ist fraglich, wann diese wirklich greifen werden.

Unabhängig davon führen die Reformen zu einer weitgehenden Rechtssicherheit für die Ansiedlung sowie den Kapitaltransfer von ausländischen Investoren. Ausländische Unternehmen sind vor Enteignungen geschützt und den inländischen Investoren gleichgestellt. Diese Reformen und die Beitrittsgespräche mit der EU, Stabilisieren die wirtschaftliche Lage der Türkei immens.

Aktuelle politische Situation in der Türkei:

Die politische Lage in der Türkei ist seit den Wahlen im Jahre 2002, woraus die Partei für Gerechtigkeit und Aufschwung (AKP-Partei) als Wahlsieger hervorging, angespannt.

Der AKP-Partei wird eine schleichende Islamisierung vorgeworfen. Aktuell sei die Kopftuchdebatte zu erwähnen, die jetzt seit mehreren Wochen andauert. Die AKP ist bestrebt das bestehende Kopftuchverbot an Universitäten außer Kraft zu setzen.

In der Türkei haben sich zwei Lager polarisiert: Zum einen die Anhänger der konservativen AKP-Partei, die größtenteils aus den traditionellen Regionen der Türkei stammt. Demgegenüber stehen eine Mischung aus Kemalisten (Anhänger Atatürks), das Militär, (Beschützer des von Atatürk gegründeten Türkei), die größte Oppositionspartei (CHP) sowie Teile der Staats- und Verwaltungselite, die in der AKP den Laizismus gefährdet Gefahr sehen.

Die innenpolitische Anspannung verdeutlicht den starken politisch – kulturellen Konflikt in der Türkei. Daran änderte auch die Parlamentswahlen am 22.Juli 2007 nichts, woraus die AKP wieder als stärkste Partei herausging.

Der größte Erfolg, den Ministerpräsident Erdogan mit seiner AKP-Partei für sich verbuchen konnte ist, dass sie Wahlstimmen aus den linken und liberalen Wählerschichten gewinnen konnten. Vermutlich ist dies den in den letzten Jahren vollzogenen Reformen der AKP zu verdanken.

Aus Sicht der Cumhuriyet Halk Partisi (CHP) jedoch, werden die Reformen nur als Vertuschung angesehen, um die eigene Agenda durchzusetzen zu können, mit dem Ziel einer Islamisierung der Türkei.

Die Erkenntnis, die man gewinnen kann ist, dass die Wirtschaft trotz der innenpolitischen Krise, gegenüber derartiger Polarisierung nicht mehr so schnell destabilisiert wird, sondern sich resistenter zeigt als in den früheren Krisen. Die wichtigsten Stabilisierungspfeiler sind weiterhin die laufenden Beitrittsgespräche mit der EU (innenpolitische Stabilität) und die Mitgliedschaft in der NATO (außenpolitische Stabilität).

Ökonomische Faktoren:

Die ökonomischen Faktoren geben Auskunft, über die Größe und das Potenzial des Marktes. Dazu gehören Wirtschaftsindikatoren wie das Bruttoinlandsprodukt (BIP), die Inflationsrate, die Wechselkursentwicklung, das Pro-Kopf-Einkommen, die Lohnkosten, die Arbeitslosenquote, der Konsum, usw.

Die Analyse dieser Faktoren dient zur Darstellung der in einem Land herrschenden Wirtschaftsstruktur. Hieraus können dann Rückschlüsse auf etwaige Chancen und Risiken in einem Land gezogen werden, worauf später in Kapitel 5 eingegangen wird.

Die Türkei litt in den Jahren 2000 bis 2001 an einigen schweren politischen und ökonomischen Krisen. Dies änderte sich jedoch in den Jahren 2005 bis 2007 durch die positiv zu bewertenden EU Beitrittsgespräche, die Öffnung des Marktes und die Erweiterung des Privatisierungsrechts. Diese Einflüsse trugen dazu bei, dass die Türkei zu den weltweit am dynamischsten wachsenden Volkswirtschaften zählt.

Arbeit zitieren:
Evcil, Alpay Juni 2008: Investition in Erneuerbare Energien in der Türkei, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Türkei, Erneuerbare Energie, Alternative Energie, Investition, regenerativ

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