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Invest in Germany – Der Standort Deutschland aus Sicht von US-amerikanischen multinationalen Unternehmen (MNU)

Welche Bedeutung amerikanische MNU dem Standort Deutschland beimessen um seine Zukunft nachhaltig im eigenen Interesse zu beurteilen

Invest in Germany – Der Standort Deutschland aus Sicht von US-amerikanischen multinationalen Unternehmen (MNU)
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Matthias Erang
  • Abgabedatum: April 2005
  • Umfang: 69 Seiten
  • Dateigröße: 792,8 KB
  • Note: 1,7
  • Institution / Hochschule: Universität Trier Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8826-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8826-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8826-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Erang, Matthias April 2005: Invest in Germany – Der Standort Deutschland aus Sicht von US-amerikanischen multinationalen Unternehmen (MNU), Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: MNU, multinationale Unternehmen, Direktinvestitionen, Umsatz, Beschäftigung

Diplomarbeit von Matthias Erang

Einleitung:

Aktuelle Nachrichten sind bestimmt durch Meldungen über die rekordverdächtige Arbeitslosenquote, die lahmende Konjunktur, Deutschlands Probleme mit der Einhaltung des EU-Stabilitätspaktes, etc.. Alle diese Pressemeldungen zeigen, dass sich der „Wirtschaftsstandort Deutschland“ mitsamt der Weltwirtschaft in einer schwierigen Lage befindet. Kritiker Deutschlands nutzen diese Chance zu ihren Gunsten und behaupten, um den Standort Deutschland im internationalen Wettbewerb um günstige Investitionsbedingungen, als Verlierer darzustellen.

Sobald in Deutschland ein konjunktureller Abschwung einsetzt, bemängeln Kritiker, seit den 1980er Jahren, die hohen Arbeitskosten, gefesselte Märkte, die Steuerbelastung und die Regulierungsdichte in Deutschland und sehen darin zentrale Wettbewerbsnachteile. Im Kern der Debatte steht die Frage, ob die Bundesrepublik Deutschland den Unternehmen noch die Vorraussetzungen bietet, international wettbewerbsfähige Produkte zu erstellen bzw. wie attraktiv Deutschland als Investitionsstandort für ausländische Unternehmen ist. Weil die Standortdebatte mit dem konjunkturellen Abschwung neu entfacht wird und mit dem „Anspringen“ der Konjunktur in Deutschland verhallt, spricht Otto G. Mayer sogar von einer „Diskussionskonjunktur“.

Ein Beispiel aus dem vergangenen Jahr zeigt, dass die deutsche Bevölkerung eher von internationalen Wettbewerbsnachteilen für die in Deutschland tätigen Unternehmen ausgeht. Obwohl Managementfehler als Ursache für die geplante Streichung von 17.000 Stellen bei Opel und Karstadt/Quelle nachgewiesen wurden, war die Debatte von den im internationalen Vergleich schlechten Rahmenbedingungen beherrscht. Internationale Untersuchungen zeigen ein eher positives Bild vom Standort Deutschland. Im aktuellen World Investment Report der United Nations Conference of Trade and Development (UNCTAD) zählt Deutschland zu den „front-runners“, also zu den attraktivsten Standorten auf der ganzen Welt.

Weltweit zählen die US-amerikanischen Konzerne zu den größten und erfolgreichsten Unternehmen. Die Manager dieser Unternehmen sind aus den USA ein Höchstmaß an wirtschaftlicher Freiheit gewohnt und sehen in den stark regulierten Rahmenbedingungen Deutschlands, sehen eine Bedrohung ihres ökonomischen Erfolges.

Um die Position Deutschlands als Wirtschaftsstandort im internationalen Vergleich beurteilen zu können, ist das Ziel der vorliegenden Arbeit eine detaillierte Analyse Deutschlands als Standort von US-amerikanischen multinationalen Unternehmen.

Die folgenden Fragen lassen sich in diesem Zusammenhang formulieren und sollen im Rahmen dieser Arbeit beantwortet werden:

Welche US-amerikanischen MNU sind in Deutschland zu finden, in welchen Branchen Deutschlands sind diese tätig und wie groß ist deren Bedeutung für den nationalen Arbeitsmarkt?

Gibt es Branchen, in denen Deutschland aus Sicht der US-amerikanischen MNU international wettbewerbsfähiger ist als in anderen? Wie erfolgreich sind die amerikanischen Konzerne in den drei erfolgreichsten Branchen Deutschlands, der Automobilbranche, der Chemieindustrie und dem Maschinenbau?

Wie beurteilen die US-amerikanischen Unternehmen den Standort Deutschland insgesamt? Was sind die zentralen Hemmnisse für eine Investition in Deutschland seitens der US-Amerikaner? Wo sehen die Investoren zukünftige Chancen und Risiken des Standortes?

Wie wichtig sind die Hemmnisse, die US-amerikanischen Arbeitgebern durch die „Mitbestimmung“, den Kündigungsschutz und die Macht der Gewerkschaften entstehen, oder sehen sie sogar einen Vorteil darin?

Ist es möglich, eine Verbesserung Deutschlands in der Präferenz der amerikanischen Investoren zu erreichen? Falls ja, wie ist diese Steigerung zu erreichen und wer ist in der Lage, diese zu ermöglichen?

Aus diesen unterschiedlichen Fragen leitet sich folgende Fragestellung für die Diplomarbeit ab:

Gilt der Standort Deutschland, aus ökonomischer Sicht, für US- amerikanische Investoren als ein attraktiver Standort in Europa und was erwarten sie für die Zukunft, damit die Attraktivität als US-Standort erhalten bleibt bzw. gesteigert wird?

Die vorliegende Arbeit ist in fünf Kapitel untergliedert, in denen verschiedene der oben genannten Fragenkomplexe beantwortet werden sollen.

In Kapitel 2 werden die grundlegenden Begriffe Standort und multinationale Unternehmen geklärt. Anschließend wird kurz auf die makroökonomischen Indikatoren Außenhandel und ausländische Direktinvestitionen eingegangen.

Eine quantitative Analyse von Umsätzen und Beschäftigung in den Niederlassungen der US-amerikanischen Unternehmen in Deutschland wird im dritten Kapitel durchgeführt. Durch die Untersuchung der Kennziffern sollen die wichtigsten Branchen dieser Unternehmen in Deutschland identifiziert werden. Andererseits soll eine Beurteilung dieser Branchen durch den Vergleich mit den wichtigsten Standorten in Europa ermöglicht werden um erste Erkenntnisse über die Attraktivität Deutschlands als Standort amerikanischer Firmen zu gewinnen.

Die qualitative Analyse der Vor- und Nachteile des Investitionsstandortes Deutschland, aus Sicht der US-amerikanischen Unternehmen, ist Gegenstand von Kapitel 4. Eine Beurteilung des Standortes soll dabei durch die kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen einer Befragung der Manager von amerikanischen Konzernen in Deutschland ermöglicht werden. Weiterhin hat die American Chamber of Commerce Germany nach den wichtigsten Hemmnissen weiterer Investitionen gefragt, welche im Abschluss dieses Kapitels aufgeführt werden sollen.

Im letzten Kapitel werden die wichtigsten Ergebnisse der quantitativen Analyse, denen der qualitativen Befragung gegenüber gestellt. Der Ausblick auf die Chancen und Risiken des Standortes Deutschland, aus Sicht der US-amerikanischen Konzerne, bildet den Abschluss der Arbeit.

Inhaltsverzeichnis:

Vorwort II
Gliederung III
Abkürzungsverzeichnis V
Abbildungs- und Tabellenverzeichnis VI
1. Einleitung 1
2. Basis dieser Standortanalyse 4
2.1 Der Begriff Standort(-wahl) 4
2.2 Multinationale Unternehmen 5
2.3 Außenhandelsstatistik 6
2.4 Direktinvestitionen 7
2.4.1 Die Entwicklung der Direktinvestitionen in Deutschland 8
2.4.2 Kritik an der Direktinvestitionsstatistik 9
2.5 Synthese der gewonnen Erkenntnisse 11
3. Deutschland als Standort US-amerikanischer MNU in Europa 12
3.1 Umsätze der US-amerikanischen MNU in Deutschland und Europa 12
3.1.1 Deutschland als Absatzmarkt US-amerikanischer MNU 13
3.1.2 Die wichtigsten Absatzmärkte in Europa 15
3.2 Die Bedeutung US-amerikanischer MNU für europäische Arbeitsmärkte 18
3.2.1 Arbeitsplätze in den wichtigsten europäischen Niederlassungen 19
3.2.2 Beschäftigung in den Niederlassungen Deutschlands 22
3.3 Der Vergleich der Entwicklungen auf europäischer Ebene 25
3.4 Synthese der quantitativen Analyse 28
4. Standortdebatte - aus Sicht der US-amerikanischen Unternehmen 30
4.1 Standorte im internationalen Wettbewerb 30
4.2 Deutschland als attraktiver Standort in Europa? 31
4.2.1 Argumente für Deutschland als Standort der US-amerikanischern MNU 32
4.2.1.1 Absatzvolumen und geographische Lage 33
4.2.1.2 Das Ausbildungssystem in Deutschland 34
4.2.1.3 Infrastruktur, Forschung und Entwicklung 35
4.2.2 Gründe, die den Standort Deutschland unattraktiv machen 36
4.2.2.1 Arbeitskosten 37
4.2.2.2 Steuersystem 40
4.2.2.3 Arbeitsmarkt und die machtvollen Gewerkschaften 42
4.2.2.4 Bürokratie und die Rolle das Staates 45
4.3 Vorschläge der US-amerikanischen MNU für die Zukunft Deutschlands 46
4.4 Synthese der qualitativen Analyse 48
5. „Invest in Germany“ - Abschließende Zusammenfassung und Ausblick 51
Literaturverzeichnis VIII
Ehrenwörtliche Erklärung XIV

Automatisiert erstellter Textauszug:

sche Serviceleistungen anbieten sowie Unternehmen der Finanz- und Versicherungsbranche haben neue Arbeitnehmer eingestellt, jedoch ist die Anzahl der geschaffenen Arbeitsplätze deutlich geringer als die neu angebotenen Stellen im Handel. Wie in Tabelle 4 ersichtlich, sind die amerikanischen MNU der Informationsbranche die einzigen Arbeitgeber des tertiären Sektors die Arbeitnehmer im Beobachtungszeitraum entlassen haben. Diese Entwicklungen im Dienstleistungssektor führen zu einer steigenden Bedeutung des Handels. Bereits 1999 besitzt der Handel eine tragende Rolle, da ca. 40% der Arbeitsplätze dieses Sektors hier zu finden sind. Innerhalb von vier Jahren konnte der Handel seine Stellung um weitere 17 Prozentpunkte steigern, während die anderen dienstleistungsorientierten Branchen weiter an Bedeutung verloren. Die positive Beschäftigungsentwicklung verdankt der tertiäre Sektor vor allem dem Beschäftigungsaufbau seitens der Handelsunternehmen. Der Vergleich zeigt, dass der Anteil der Produktionsarbeiter an der Gesamtbeschäftigung im Zeitablauf abnahm, während der Anteil der Arbeitnehmer gleichzeitig um fünf Prozent stieg.54 So konnten die Beschäftigungszuwächse dieses Sektors sogar teilweise die massiven Entlassungen der amerikanischen Produktionsunternehmen kompensieren. Bisher sind die Ergebnisse der europäischen Umsatz- und Beschäftigungsanalyse der USamerikanischen mofas nur isoliert voneinander betrachtet worden. In den nächsten beiden Gliederungspunkten wird das Ziel verfolgt, die wichtigsten Ergebnisse der Analysen auf europäischer, aber auch auf nationaler Ebene, zu erarbeiten und aufeinander zu beziehen, um so eine Synthese bilden zu können. 3.3 Der Vergleich der Entwicklungen auf europäischer Ebene Der europäische Kontinent ist für den ökonomischen Erfolg der US-amerikanischen MNU von zentraler Bedeutung. In Europa erzielen die amerikanischen mofas mehr als die Hälfte der gesamten Konzernumsätze. Damit ist der europäische Kontinent erfolgreicher als alle anderen ausländischen Niederlassungen der amerikanischen MNU. Gleichzeitig beschäftigen die US-amerikanischen MNU aber weniger als die Hälfte aller ihrer Arbeitnehmer in Europa, was auf einen höheren Maschinisierungs- und Technisierungsgrad der MNU in Europa schließen lässt.55 [...]

Apparate oder Bauteile herstellen, den Großteil ihrer Arbeitnehmer des europäischen Kontinents, in Deutschland beschäftigten.53 Den größten Abbau von Arbeitsplätzen im Verarbeitenden Gewerbe registrierte das BEA zwischen 1999 und 2000. Allein in diesem Zeitraum verloren ca. 60.000 Arbeitnehmer in den dort tätigen US-amerikanischen MNU ihren Arbeitsplatz. Wie in Tabelle 3 zu erkennen ist, wurden jeweils 20.000 Arbeitnehmer von Unternehmen der IT- Branche und von den Herstellern elektrischer Komponenten, Zubehör und Apparate entlassen, während die Arbeitnehmer im Fahrzeugbau und der Chemie weitgehend von Entlassungen verschont blieben. Zwar ist im Jahr 2002 ein leichter Beschäftigungsanstieg in der Industrie feststellbar, jedoch verliert das Verarbeitende Gewerbe im gesamten Zeitablauf an Bedeutung und das BEA verzeichnet insgesamt ca. 62.000 industrielle Arbeitsplätze weniger als vier Jahre zuvor. Nach dem Beschäftigungseinbruch im Jahr 2000 wurden nur in Unternehmen der Chemie- und Metallverarbeitenden Industrie neue Arbeitsplätze geschaffen, während die wichtigen Branchen Deutschlands zunehmend an Bedeutung verlieren. [...]

Tatsächlich scheint Deutschland, aus Sicht der US-Konzerne, zusammen mit Großbritannien einer der attraktivsten Produktionsstandorte in Europa zu sein, da ein Großteil der Arbeitnehmer der industriellen Fertigung dort beschäftigt wird. Insgesamt werden etwa 900.000 Arbeitnehmer von den amerikanischen Unternehmen dieses Sektors in Deutschland und Großbritannien beschäftigt, das entspricht einem Anteil von 46,72% aller Arbeitnehmer der industriellen Fertigung Europas.51 Der direkte Vergleich zwischen den beiden Standorten zeigt, wie bedeutend Deutschland als Standort für amerikanische Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes ist. Während jeder dritte Arbeitsplatz der US-amerikanischen MNU in Europa in Großbritannien angesiedelt ist, beträgt der Anteil Deutschlands an allen Arbeitsplätzen der Konzerne lediglich 18%. Allerdings zeigt sich in Bezug auf die industrielle Fertigung, dass die amerikanischen Konzerne dieser Branche in Deutschland 447.600 Arbeitnehmer beschäftigen, was nur geringfügig unter der Anzahl der Arbeitsplätze in Großbritannien liegt, wo 1999 insgesamt 451.900 Menschen beschäftigt wurden.52 [...]

Arbeit zitieren:
Erang, Matthias April 2005: Invest in Germany – Der Standort Deutschland aus Sicht von US-amerikanischen multinationalen Unternehmen (MNU), Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
MNU, multinationale Unternehmen, Direktinvestitionen, Umsatz, Beschäftigung

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