Internettechnologie als Substitut für Markenfunktionen aus Verbrauchersicht und Implikationen für den Markenwert
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Martin Enden
- Abgabedatum: April 2004
- Umfang: 74 Seiten
- Dateigröße: 670,3 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Johannes Gutenberg-Universität Mainz Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8522-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8522-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8522-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Enden, Martin April 2004: Internettechnologie als Substitut für Markenfunktionen aus Verbrauchersicht und Implikationen für den Markenwert, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: E-Commerce, Multichannel, Intermediär, Kampfprozess, UMTS
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Diplomarbeit von Martin Enden
Zusammenfassung:
„Das habe ich im Internet gekauft.“ „Guck doch mal im Internet!“ Vor wenigen Jahren noch hätte niemand etwas mit diesen Phrasen anfangen können. Heute sind sie aus dem Sprachgebrauch des modernen Konsumenten nicht mehr weg zu denken. Anhand dieses Beispiels lässt sich leicht verdeutlichen, wie schnell und grundlegend sich das Kaufentscheidungsverhalten von Konsumenten geändert hat.
Internettechnologie ermöglicht dem Konsumenten einen schnellen, weltweiten Zugang zu Informationen. Mithilfe von neuen Kommunikationstechniken können Konsumenten untereinander über ihre jeweiligen Interessen sprechen, sich durch Nachforschung und Vorschläge helfen, und Informationen über neue Produkte und Dienstleistungen erhalten. Über den Zuwachs an Informationsmöglichkeiten hinaus können Waren auch direkt über das Internet gekauft werden. Der Einfluss von Internettechnologie ist dabei weit höher als sich aus Online-Umsatz Statistiken ablesen lässt. Nach Forrester-Angaben, die auf einer Umfrage unter 23000 Konsumenten in Europa beruhen, kaufen 60 Millionen Online-Nutzer die Produkte im stationären Einzelhandel erst nach vorausgegangener Internetrecherche. Besonders elektrische Haushaltsgeräte, Sportartikel und Schuhe werden nach der Online-Recherche lieber noch klassisch im stationären Laden gekauft. (o. V. 2004, FAZ, S. 19). Auf diese Weise wirkt sich Internettechnologie auch auf den traditionellen Handel aus. In dieser Arbeit soll daher zwischen den Funktionen von Marken im E-Commerce und im traditionellen Handel unterschieden werden.
Informationssuche im Internet ist komfortabel. Sie ist nicht an Tageszeiten oder Wochentage gebunden und kann unter geringem Zeitaufwand durchgeführt werden. Moderne Konsumenten sind aufgrund der gesunkenen Informationskosten besser informiert und sind nicht mehr an das Markenversprechen gebunden. Wo früher die Marke als „Leuchtturm“ im Produktdschungel dazu gedient hat sich anhand des Markenversprechens zu orientieren, tritt jetzt das Wissen über tatsächliche Produkteigenschaften. Die Bedeutung von Marken unterliegt durch zunehmende Verbreitung von Internettechnologie einem Wandel. In der vorliegenden Diplomarbeit sollen die Auswirkungen von Internettechnologie auf Markt, Markenfunktionen und Markenwert untersucht werden. Zu klären ist die Frage, ob der Markt durch den Einsatz und die fortschreitende Entwicklung des Internets so transparent wird, dass der moderne Konsument das Markenversprechen durch herstellerunabhängige Information substituieren kann. An dieser Stelle ist es wichtig zu erwähnen, dass die Möglichkeiten von Internettechnologie für Hersteller und Konsumenten noch nicht vollends ausgeschöpft sind und aufgrund des technologischen Fortschritts einem ständigem Wandel unterliegen.
Zu Beginn der Arbeit wird zunächst auf die Entwicklung und Verbreitung von Internettechnologie eingegangen. Dabei werden Begriffe erläutert, die im alltäglichen Sprachgebrauch aufgrund ihrer Unklarheit oft durcheinander geworfen werden. Ein einheitliches Verständnis bei dem Leser wird hierdurch sichergestellt. Anschließend werden Grundlagen vermittelt, auf denen weitere Überlegungen dieser Arbeit aufbauen. Der weitere Verlauf orientiert sich ab Kapitel drei zunächst an dem Fünf-Phasen-Modell des Kaufentscheidungsprozesses. Marken haben einen Einfluss in jeder Phase des Kaufentscheidungsprozesses. Aus diesem Grund soll die Unterstützung der einzelnen Phasen mithilfe von Internettechnologie untersucht werden um zu klären, ob Markenfunktionen dadurch an Bedeutung verlieren oder gewinnen. Im darauf folgenden Kapitel werden die Auswirkungen von gestiegener Markttransparenz auf Marktakteure, Produktqualitäten und -preise erarbeitet. Aufbauend auf diesen Ergebnissen werden in Kapitel fünf die Folgen für die Bedeutung von Marken im Umfeld von Internettechnologie dargestellt. Hierbei interessieren sowohl Auswirkungen auf den Nutzen von Markenfunktionen für den Konsumenten als auch die dadurch entstehende Beeinflussung des Markenwertes. Darüber hinaus werden Implikationen für das Marketing Management im Umfeld von Internettechnologie und ein Anreiz für weitergehende Forschung auf diesem Gebiet gegeben. Abschließend erfolgt eine Zusammenfassung der Arbeit.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | III | |
| Tabellenverzeichnis | IV | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| 1. | Motivation und Aufbau der Arbeit | 1 |
| 2. | Theoretische Grundlagen | 3 |
| 2.1 | Internet | 3 |
| 2.1.1 | Von der Entstehung bis zur Gegenwart | 3 |
| 2.1.2 | Technische Grundlagen und Begriffe | 4 |
| 2.2 | Operationale Definition des Virtualitätsbegriffs | 5 |
| 2.3 | Produktinformation | 6 |
| 2.4 | Marke | 7 |
| 2.4.1 | Begriffsdefinition | 7 |
| 2.4.2 | Markenfunktion | 8 |
| 2.4.3 | Markenwert | 8 |
| 2.5 | Substitutionsgüter | 10 |
| 2.6 | Kaufentscheidung | 11 |
| 2.6.1 | Arten von Kaufentscheidungen | 11 |
| 2.6.2 | Das Fünf-Phasen-Modell des Kaufprozesses | 13 |
| 3. | Der Kaufprozess unter besonderer Berücksichtigung von Internettechnologie | 15 |
| 3.1 | Problemerkennung | 15 |
| 3.2 | Informationssuche | 15 |
| 3.2.1 | Informationsverhalten von Konsumenten | 15 |
| 3.2.2 | Möglichkeiten der Informationssuche im Internet | 19 |
| 3.2.2.1 | Hersteller und Händlerhomepage | 19 |
| 3.2.2.2 | Stiftung Warentest und andere Expertenurteile | 20 |
| 3.2.2.3 | Preisvergleichsportale | 21 |
| 3.2.2.4 | Intelligente Agenten | 21 |
| 3.2.2.5 | Herstellerunabhängige Consumer-to-Consumer Communities | 22 |
| 3.3 | Informationsbewertung | 24 |
| 3.4 | Kaufentscheidung | 24 |
| 3.5 | Verhalten nach dem Kauf | 27 |
| 4. | Der Einfluss von Internettechnologie auf den Markt | 29 |
| 4.1 | Die neue Macht des Kunden | 29 |
| 4.2 | Die neue Macht des Intermediär | 31 |
| 4.3 | Auswirkung des Internets auf Preis und Qualität | 32 |
| 5. | Marken im Wandel | 35 |
| 5.1 | Information als Substitut für Markenfunktion | 35 |
| 5.2 | Die Auswirkung von Internettechnologie auf den Markenwert | 39 |
| 6. | Implikationen der Internettechnologie als Substitut für Markenfunktionen | 43 |
| 6.1 | Marketing Management im Umfeld von Internettechnologie | 43 |
| 6.2 | Empfehlung für die weitergehende Forschung | 46 |
| 7. | Zusammenfassung und Fazit | 48 |
| Literaturverzeichnis | VII | |
| Anhang | XVI |
Die Informationssuche endet mit der Identifikation eines Sets aus alternativen Produkten. Diese für die Kaufentscheidung relevante Auswahl aus den gesamten am Markt erhältlichen Produkten bezeichnet man als „Evoked Set“ (Nieschlag et. al 2002, S. 611). Aus diesem Set wird das Produkt mit dem höchsten wahrgenommenen Nutzen ausgewählt (Engel et Al. 1995, S 206; Nieschlag 2002, S. 610). Nach welchem Modell Produktalternativen evaluiert werden hängt vom Konsumenten und von der Art des Produktes ab. Im Anhang dieser Arbeit befindet sich eine Erläuterung zu den verschiedenen Strukturmodellen, die dabei zum Einsatz kommen können (s. Anh. Tab. 3.3). Häufig werden im Laufe der Entscheidungsfindung mehrere Bewertungsmodelle miteinander kombiniert (McGaughey und Mason 1998, S. 5). So kann bei teuren Produkten mit Hilfe des konjunkten Verfahrens eine Vorauswahl stattfinden. Die endgültige Entscheidung wird dann unter Verwendung des Idealabstandsmodells getroffen (Kotler und Bliemel 2001, S. 371). Unabhängig von dem verwendeten Strukturmodell kann das Internet, wie auch andere Medien, dazu beitragen Informationen über ein Produkt, beziehungsweise eine Marke zu verbreiten. Dazu zählen allgemeine Informationen, Informationen, die die Einstellung zu einem Produkt/ einer Marke ändern und Informationen, die die Wichtigkeit einzelner Produktattribute und deren Wahrnehmung beeinflussen (McGaughey und Mason 1998, S. 5). [...]
Notwendig für die effektive Produktion von Informationen ist, dass Mitglieder Bezug zu den Aussagen anderer nehmen können. Ein soziales Netz entsteht durch die Häufigkeit der Interaktion und die Registrierung der Mitglieder einer Community. Bei der Registrierung kann der Nutzer ein Profil hinterlassen. Dadurch und durch die Anzahl der Beiträge eines Mitglieds lassen sich Metainformationen, die über den eigentlichen Bericht hinausgehen, gewinnen. Der Informationssuchende erfährt, ob ein Fachmann oder Laie über ein bestimmtes Produkt berichtet. Rheingold (1994, S. 16) definiert virtuelle Gemeinschaften als „soziale Zusammenschlüsse, die dann im Netz entstehen, wenn lange genug Leute diese öffentlichen Diskussionen führen und dabei ihre Gefühle einbringen, so dass im Cyberspace ein Geflecht persönlicher Beziehungen entsteht.“ Im Internet haben sich nicht-kommerzielle und kommerzielle Communities etabliert. Bei ersteren verfolgen Mitglieder keine kommerziellen Interessen. Die Kommunikation wird lediglich über Gemeinsamkeiten stimuliert (Kim 2000, S. 28; Hartmann (2000, S. 173). Die bereitgestellten Informationen können als sehr glaubwürdig eingestuft werden. Zur Informationssuche können im Internet aber auch kommerzielle Communities herangezogen werden. Hier sorgen weniger gemeinsame Interessen als monetäre Anreize für Kommunikation. Kommerzielle virtuelle Communities, wie beispielsweise dooyoo.de (www.dooyoo.de) und ciao.de (www.ciao.de) bieten im Gegensatz zu nicht kommerziellen zunächst einen horizontalen Einstieg. Aus einem breiten Spektrum an Produkten kann die interessierende Produktkategorie ausgewählt werden. Sie bezeichnen sich deshalb auch als Verbraucherportale (Gasse und Jaspersen 2002, S. 379). Bei kommerziellen Communities sind Mechanismen erforderlich, die für die Güte der bereitgestellten Informationen sorgen. Als hilfreich erweisen sich dazu Reputationsmechanismen. Auf die Funktionsweise eines Reputationsmechanismus wird im Anhang dieser Arbeit näher eingegangen (s. Anh. Tab. 3.2). Kommerzielle virtuelle Communities verstehen sich als Entscheidungsplattform, die ihren Nutzern Entscheidungshilfen für den Online und Offline Kauf geben (o. V. 2004, WWW). Der Nutzer soll durch die aktive Informationssuche sowohl die besten Produkte als auch Shops finden. Ergänzt werden Verbraucher-Rewievs in kommerziellen Communities durch herstellerunabhängige Expertenmeinungen, z.B. durch Testergebnisse der Stiftung Warentest. Oft ist es Möglich Produktbewertungen über Persönlichkeitsprofile des Verfassers, in dem Name, Alter, Hobbys etc. aufgeführt sind, zu selektieren. So [...]
Traditionell werden kommerzielle Produktevaluierungen von Redaktionen produziert und von Verlagen verbreitet. Die Produktion ist für den Anbieter kostenintensiv, da ggf. Produkte erst gekauft werden müssen und zusätzlich der Faktor Arbeit benötigt wird. Die Kosten trägt der Nachfrager, indem er die betreffende Fachzeitschrift kauft (Schmidt und Uske 2004, S. 2). Objektive und professionelle Testberichte werden von Verbrauchern sehr geschätzt, spielen bei der eigentlichen Kaufentscheidung jedoch nur eine untergeordnete Rolle (Kroeber-Riel und Weinberg 1999, S. 245 ff.) Die Bedeutung des in der Marketingtheorie als „Word of Mouth“ bezeichneten Phänomens der Weitergabe von Informationen über Konsumfragen unter Konsumenten ist mit der Verbreitung der Internetkommunikation wesentlich wichtiger geworden (Hansen 2003, S. 4). Als Alternative zu Verbraucherberatungen oder zu kommerziellen Expertenmeinungen haben sich im Internet herstellerunabhängige virtuelle Communities gebildet (Schmidt und Uske 2004, S. 11). Der Nutzen von virtuellen Communities besteht darin, Kontakte zu Personen zu knüpfen, die einem Nutzer bei der Lösung von bestimmten Problemen helfen können. Auf diese Weise ist es möglich, unabhängig von geografischen Beschränkungen oder demographischen Einflussfaktoren, Erfahrungen im Umgang mit Firmen, Marken und Produkten von Personen zu bekommen, die diese bereits ausprobiert haben. Der Konsument erhält auf diesem Wege schon vor dem Kauf Informationen über Erfahrungs- und Vertrauenseigenschaften eines Produktes. Er muss nicht mehr allein auf das Markenversprechen oder auf die Aussage eines einzelnen Verkäufers vertrauen. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832485221
Arbeit zitieren:
Enden, Martin April 2004: Internettechnologie als Substitut für Markenfunktionen aus Verbrauchersicht und Implikationen für den Markenwert, Hamburg: Diplomica Verlag
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E-Commerce, Multichannel, Intermediär, Kampfprozess, UMTS



