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Internetgestützte Arbeitsproben als Methode der Personalauswahl

Einfluss von Umgebungsvariablen auf die Leistung bei internetgestützten Arbeitsproben

Internetgestützte Arbeitsproben als Methode der Personalauswahl
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Kothe
  • Abgabedatum: Mai 2005
  • Umfang: 108 Seiten
  • Dateigröße: 644,5 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Christian-Albrechts-Universität zu Kiel Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9819-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9819-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9819-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kothe, Christian Mai 2005: Internetgestützte Arbeitsproben als Methode der Personalauswahl, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Psychologie, Berufseignung, Assessment Center, Personalselektion, Socail Facilitation

Diplomarbeit von Christian Kothe

Einleitung:

Das Internet stellt als Informations- und Kommunikationsmedium im privaten als auch wirtschaftlichen Bereich eine der wichtigsten technologischen Neuerungen der letzten Jahrzehnte dar. Mit der zunehmenden Verbreitung des Internets seit Ende der 1990er Jahre hat auch der Einfluss des Mediums im Bereich des Personalmanagements der Unternehmen deutlich zugenommen und bietet die Möglichkeit, klassische Arbeitsprozesse neu zu formieren.

Durch den stetigen technischen Fortschritt des Mediums Computer konnten zugleich immer aufwendigere Testverfahren am Computer realisiert werden, so dass mittlerweile auch komplexe berufseignungsdiagnostische Verfahren, wie Arbeitsproben, am Computer durchgeführt werden können. Arbeitsproben stellen als Mittel der Berufseignungsdiagnostik eine besondere Rolle dar, weil sie gegenüber den Bewerbern ein besonders hohes Maß an Akzeptanz besitzen und sich gleichzeitig durch eine hohe prädiktive Aussagekraft hinsichtlich der zukünftigen beruflichen Leistung des Bewerbers auszeichnen. Mit der Symbiose von computerbasierten Testverfahren und dem Internet versucht man die Vorteile beider Medien zu vereinen. Internetgestützte Testverfahren sind unabhängig von Ort, Personal und Zeit stets zugänglich und durchführbar.

Da der Bewerber bei internetbasierten Testverfahren nicht mehr in Untersuchungsräumen, sondern von „zu Hause” Testungen durchführt, besteht eine geringe Kontrolle der Situation. In dieser Untersuchung soll der Frage nachgegangen werden, inwieweit der Ort (Labor vs. private Wohnräume), an dem die Durchführung erfolgt, die Leistung bei internetbasierten Arbeitsproben beeinflusst. In Zusammenarbeit mit einer weiteren Diplomarbeit wird im Rahmen einer gemeinsamen Durchführung darüber hinaus der Frage nachgegangen, inwieweit Persönlichkeitsvariablen einen Einfluss auf die Leistung haben, sodass sich folgende Untersuchungen herleiten lassen:

1. Der Einfluss von Umgebungsvariablen bei internetgestützten Arbeitsproben auf die Leistung von Bewerbern (Christian Kothe).

2. Der Einfluss von Persönlichkeitsvariablen auf die Leistung bei internetgestützten Arbeitsproben (Sven Bohn).

Zusammenfassung:

In der vorliegenden Diplomarbeit wurden die Auswirkungen des Arbeitsortes auf die Leistung bei internetgestützten Arbeitsproben unter drei Umgebungsbedingungen untersucht: (1) einer kontrollierten Laborsituation mit Anwesenheit eines Untersuchungsleiters, (2) einer unkontrollierten Laborsituation ohne Anwesenheit eines Untersuchungsleiters und (3) zu Hause (private Wohnräume der Bewerber/Probanden). Neben der Anwesenheit des Versuchsleiters wurde der subjektiv wahrgenommene Lärm als Umgebungsvariable an allen drei Orten personenbezogen erfasst, über die Situationen miteinander verglichen und in Zusammenhang zur Leistung gestellt. Als internetbasierte Arbeitsprobe diente dabei der „Distributed Work Sample Test” (DWST).

Es konnte anhand der Untersuchungsergebnisse von 80 Probanden nachgewiesen werden, dass über die einzelnen Umgebungsbedingungen der subjektiv wahrgenommene Lärm, in welchem neben der Intensität auch situative Lärmquellen erhoben wurden, unterschiedlich stark ausfiel (Hypothese 1), wobei in der „kontrollierten Laborsituation” das Lärmempfinden signifikant am geringsten war, hingegen in den privaten Wohnräumen der Probanden am stärksten.

Entgegen den Erwartungen zeigte sich nur für die Lärmintensität ein negativer Zusammenhang zur Leistung (Hypothese 2), jedoch nicht für die (einzelnen) Lärmquellen. Im Widerspruch zu den Befunden der Sozialen Erleichterung konnte durch die Anwesenheit des Versuchsleiters ein positiver Einfluss auf die Leistung in der „kontrollierten Laborsituation” festgestellt werden (Hypothese 3).

Resümierend kann gesagt werden, dass die Umgebungsbedingungen einen Einfluss auf die Leistung bei internetbasierten Arbeitsproben ausübten, auch wenn die Wirkungsweisen der erhobenen Untersuchungsvariablen nicht vollständig in Einklang mit den in den Hypothesen postulierten Erwartungen standen. Für weiterführende Untersuchungen wird empfohlen Persönlichkeitsdispositionen, die einen Einfluss auf die Leistung besitzen, mit einzubeziehen, um die Auswirkungen der Arbeitsorte auf die Leistung bei internetbasierten Arbeitsproben besser identifizieren zu können.

Inhaltsverzeichnis:

1. Einleitung 7
2. Theoretischer und empirischer Hintergrund 8
2.1 Computerbasierte Personalauswahl 8
2.2 Internetgestützte Personalauswahl 12
2.2.1 Vorteile internetgestützter Personalauswahl 13
2.2.2 Probleme internetgestützter Personalauswahl 16
2.2.3 Ablauf internetgestützter Personalauswahl 17
2.3 Arbeitsproben 18
2.3.1 Definitionen 18
2.3.2 Formen von Arbeitsproben 19
2.3.3 Gütekriterien von Arbeitsproben 21
2.3.4 Akzeptanz von Arbeitsproben 22
2.3.5 Ökonomische Aspekte von Arbeitsproben 23
2.4 Distributed Work Sample Test (räumlich verteilte Arbeitsprobe) 24
2.4.1 Entwicklung und Kategorisierung der Aufgaben des DWST 24
2.4.2 Konzept des Distributed Work Sample Test 27
2.4.3 Evaluation des DWST 28
2.5 Auswirkung von Umgebungsbedingungen auf Arbeitsproben im Internet 29
2.5.1 Der Einfluss von Lärm auf die Leistung 30
2.5.2. Social Facilitation - Leistung bei Anwesenheit Anderer 36
3. Fragestellung und Hypothesen 41
3.1 Fragestellung 41
3.2 Hypothesen 41
4. Planung der Untersuchung 43
4.1 Instrumente der Untersuchung 43
4.2 Operationalisierung der Variablen 47
4.2.1 Unabhängige Variablen 47
4.2.2 Abhängige Variable 48
4.3 Kontrolle möglicher Störvariablen 49
4.4 Methoden der statistischen Auswertung 51
5. Durchführung der Untersuchung 53
5.1 Beschreibung der Stichprobe 53
5.2 Versuchsdurchführung 53
6. Ergebnisdarstellung 57
6.1 Überprüfung von Ausreißern 57
6.2. Vorraussetzungen zur Anwendungen der statistischen Verfahren 57
6.3. Reliabilitätsanalyse 58
6.4. Korrelationen 63
6.5 Überprüfung der Hypothesen 68
6.5.1 Subjektiv wahrgenommener Lärm - Hypothese 1 68
6.5.2 Zusammenhang zwischen Leistung und Lärmempfinden – Hypothese 2 72
6.5.3 Social Facilitation – Hypothese 3 76
7. Diskussion 80
7.1 Lärmempfinden in den Umgebungsbedingungen (Arbeitsorten) – Hypothese 1 80
7.2 Zusammenhang zwischen Leistung und Lärmempfinden – Hypothese 2 84
7.3 Social Facilitation – Hypothese 3 89
7.4 Implikationen 91
8. Literatur 94
9. Anhang 107

Automatisiert erstellter Textauszug:

UV2: Subjektiv wahrgenommener Lärm Der subjektiv wahrgenommene Lärm ist als unerwünschtes, belästigendes und störendes Geräusch (Schallereignis) operationalisiert und wird in allen Experimentalsituationen über 5-stufige Skalen (von 1 = gar nicht bis 5 = sehr stark) in den Dimensionen Qualität und Quantität erfasst. Qualitative Dimensionen sind beispielsweise in den Laborbedingungen störende Geräusche, die durch den Computer (Lüfter) oder durch andere Teilnehmer verursacht werden. In der Experimentalsituation „zu Hause” können störende Geräusche durch Mitbewohner, Telefonklingeln, Computer (Lüfter) oder durch Straßenverkehr entstehen. Die Lärmquellenarten sowie die damit einhergehende Intensität der Störung werden anhand von sieben Items innerhalb des Fragebogens zum individuellen Lärmempfinden erhoben. Die Dimension Quantität wird als gesamtes Ausmaß der Störungen durch Lärm definiert und über ein Item im Fragebogen zum Lärmempfinden erfasst. Am Ende jeder Online-Sitzung wird der Fragebogen zum Lärmempfinden der Untersuchungsteilnehmer erhoben. Es ergeben sich daher drei Messzeitpunkte, die für jede Dimension zu einem Gesamtwert (Mittelwert) aggregiert werden. [...]

Zur Messung der Leistung jedes Teilnehmers wird im ersten Schritt ein globales Raterskalenformat verwendet, in welchem zwei Rater unabhängig auf 7-stufigen Skalen die Leistung bewerten. Die Skalen sind numerisch und verbal verankert. Nach Jako und Murphy (1990) ist es sinnvoll, komplexe Ratings in einfachere aufzuspalten. Die Leistung wird daher in die Dimensionen Quantität (von 1 = sehr wenig bis 7 = sehr viel) und Qualität (von 1 = sehr schlecht bis 7 = sehr gut) aufgeteilt. Mittels Raterbeurteilung können aber nur die Aufgabentypen C2, G2 und K1 mit den dazugehörigen Aufgaben bewertet werden, denn die Aufgabentypen C1, G1 und K2 lassen aufgrund ihrer Struktur keine „echte” Beurteilung mittels Rating durch zwei Beurteiler zu, da sich für diese Aufgaben nur richtige oder falsche Lösungen ergeben. Im zweiten Schritt zur Erfassung der Leistung werden die Online-Aufgaben der Aufgabentypen C1, G1 und K2 in Abhängigkeit der richtig bearbeiteten Aufgabenmenge ausgewertet. [...]

gen für Leistung und Ergebnis zeigten dagegen vor Publikum eine signifikant geringere Leistung. Ein letzter hier dargestellter Ansatz zur Erklärung der „social facilitation” stammt von Manstead und Semin (1980). Die Autoren konzentrieren sich bei der Erklärung der „social facilitation” auf den Aspekt der Informationsverarbeitung, bei welchem sie sich auf die Zweiprozesstheorie der Informationsverarbeitung von Shiffrin und Schneider (1977) beziehen. Demnach führt die Anwesenheit Anderer zu einer erhöhten Aufmerksamkeit bei automatischen Aufgabensequenzen, was im Allgemeinen zu einer besseren Leistung führt. Bei komplexeren Aufgaben, so argumentieren die Autoren, die kognitiv kontrollierte Verarbeitung erfordern, bewirkt die Anwesenheit des Publikums eine zusätzliche Belastung für die Aufmerksamkeit, wodurch von den bereits anspruchsvollen Anforderungen der Aufgabe abgelenkt wird und eine Verschlechterung der Leistung die Folge ist. Zusammenfassend und abschließend kann man sagen, dass die bloße Anwesenheit Anderer die individuelle Leistung sowohl positiv bei leichten Aufgaben, als auch negativ bei komplexen Aufgaben beeinflussen kann, jedoch herrscht in der aktuellen Literatur keine einhellige Meinung über die Wirkungsweisen der „social facilitation”. Weitere Untersuchungen sind erforderlich, um diese Fragestellung befriedigend zu eruieren (Kipling et al, 2003). Den Befunden von Zajonc (1980) zufolge ist durch die Anwesenheit des Versuchsleiters ein Einfluss auf die Leistung in Abhängigkeit der Aufgabenschwierigkeit gegeben, insbesondere wenn der Versuchsleiter zugleich als Gutachter (Beurteiler) von den Bewerbern wahrgenommen wird (Cottrell, 1968). Daher besteht die Möglichkeit, dass sich die Anwesenheit des Versuchsleiters, welche zum Beispiel in den privaten Wohnräumen der Bewerber nicht gegeben ist, auf die Leistung bei internetbasierten Arbeitsproben als Umgebungsvariable auswirkt, resultierend in Leistungsdifferenzen bezüglich der Arbeitsorte (Experimentalsituationen). [...]

Arbeit zitieren:
Kothe, Christian Mai 2005: Internetgestützte Arbeitsproben als Methode der Personalauswahl, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Psychologie, Berufseignung, Assessment Center, Personalselektion, Socail Facilitation

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