Das Internet als Vertriebskanal für Zeitschriftenverlage
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Andreas Klatt
- Abgabedatum: Juni 2003
- Umfang: 114 Seiten
- Dateigröße: 2,6 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Flensburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7308-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7308-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7308-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Klatt, Andreas Juni 2003: Das Internet als Vertriebskanal für Zeitschriftenverlage, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Zeitung, Micropayment, Digital Rights Management Systeme (DRMS), Text-Wasserzeichen, Urheberrecht
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Diplomarbeit von Andreas Klatt
Einleitung:
Das Internet stellt für Verlage aus der Zeitschriftenbranche eine große Herausforderung dar. Als klassische Produzenten von Inhalten scheinen sie die optimalen Voraussetzungen mitzubringen, um im Internet erfolgreich zu sein. Das stimmt zwar, aber die allerwenigsten Verlage verstehen diese zu nutzen. Wie kommt das? Obwohl es Unmengen von Büchern und Internetseiten zu E-Business, Web-Marketing, Web-Shops und zahlreichen anderen „Web“-relevanten Themen gibt, fehlt es an Literatur, die auf Zeitschriftenverlage zugeschnitten ist. Was den meisten Verantwortlichen nicht bewusst zu sein scheint und an dieser Stelle als ein Ergebnis vorweggenommen werden soll: Zeitschriftenverlage dürfen sich konzeptionell weder an ihrem Offline-Angebot noch an dem Online-Angebot anderer Internet-Akteure orientieren. Für sie gelten eigene Regeln, die es im Zuge dieser Diplomarbeit auszuarbeiten gilt. Eine zentrale Position nimmt dabei die Frage nach dem Umgang mit dem eigentlichen Gut, den redaktionell verfassten Inhalten, ein. Das einfache kostenlose Bereitstellen von Zeitschrifteninhalten auf der Internetseite kann fatale Folgen haben. Das kostenpflichtige Anbieten über umständliche Zahlungsabwicklungen oder das Verschlüsseln der Inhalte mit dem Ziel einer kontrollierbaren Nutzung ebenso. Im Vordergrund steht also das „Wie“. Wie lassen sich die Vorteile des Internets ausreizen, ohne sich selbst dabei zu schaden? Wie lässt sich das Produkt einer Zeitschrift sinnvoll vertreiben? Es ist ein Gesamtkonzept notwendig, das jedoch aktuelle und profunde Kenntnisse über die Situation der Verlage im Internet und den bestmöglichen Umgang beim Erstellen, Platzieren und Vertreiben der Inhalte und Angebote voraussetzt. Im Folgenden soll ein kurzer Überblick über den inhaltlichen Rahmen der Arbeit gegeben werden.
Gang der Untersuchung:
Den Anfang bildet eine in Kapitel 2 vorgenommene Untersuchung auf die Unterschiedlichkeiten zwischen den beiden Medien Internet und Zeitschrift. Neben der Rolle des jeweiligen Mediums innerhalb unserer Gesellschaft wird ebenso der Frage nach den Unterschieden im Leseverhalten am Bildschirm und in der Zeitschrift auf den Grund gegangen.
Kapitel 3 beleuchtet den bisherigen Umgang der Verlage mit dem Internet. Eine Marktübersicht lässt drei verschiedene Typen von Verlegern erkennen, die anhand von Beispielen vorgestellt werden. Des Weiteren wird der Versuch unternommen, die durch einen Online-Auftritt entstehenden Kosten zu errechnen. Am Ende des Kapitels werden mögliche Einnahmequellen aufgezeigt, die dem Verlag durch das Internet entstehen.
Chancen und Risiken eines Online-Engagements werden in Kapitel 4 behandelt. 4.3 stellt eine Art thematischen Wendepunkt dar. Die bis dahin gewonnen Erkenntnisse werden genutzt, um konkrete Angebotsforderungen zu formulieren. Es folgen zwei Schwerpunktthemen: Bepreisung und Urheberschutz von Artikeln.
Kapitel 5 greift die in 4.3 mehrmals geforderte Bepreisung von Artikeln auf, bettet sie in einen aktuellen Kontext ein und versucht unter Berücksichtigung der mangelnden Zahlungsbereitschaft und der Vielfalt an Gestaltungsmöglichkeiten eine Vertriebsart zu finden, die das Potential an Zahlungswilligen optimal anspricht und erweitert.
Kapitel 6 ist eine auf die Verlagsbranche zugeschnittene Thematisierung der Urheberrechtsproblematik. Urheberrechte werden nicht nur an Musik- und Videotiteln verletzt sondern auch – oft unbewusst – an geschützten Texten. Über die Möglichkeiten des Schutzes und deren Bedeutung für Zeitschriftenverlage geht es in diesem Kapitel. Das Einbetten von Wasserzeichen in Text als eine Möglichkeit soll sich als sehr sinnvoll erweisen und wird in 6.3 ausführlich behandelt.
Kapitel 7 befasst sich schließlich mit zukünftigen für die Verlagsbranche relevanten technologischen Entwicklungen und der damit verbundenen Frage, welcher Handlungsbedarf für Verlage entsteht. Das M-Publishing spielt hierbei ebenso eine Rolle wie die Entwicklung im Bereich des E-Papers. Das etwas überraschende Ergebnis: Mittelfristig wird sich kaum etwas ändern; langfristig dagegen fast alles. Am Ende der Arbeit soll aus den gewonnenen Erkenntnissen eine idealtypische Szenerie für das Online-Engagement eines Zeitschriftenverlages skizziert werden.
Zum Schluss noch eine Anmerkung zur Verständlichkeit und Fundiertheit der Arbeit:
Fremdworte werden nicht als bekannt vorausgesetzt sondern in Fußnoten erläutert. In einem Glossar sind alle verwendeten Abkürzungen aufgelistet und erklärt. Im Text befinden sich zudem 130 Verweise auf externe Quellen, die Fakten und Meinungen untermauern. Da es sich bei einem Großteil der Quellen um Dokumente aus dem Internet handelt, lässt sich bei Interesse das Quellenverzeichnis bequem als Fundgrube für weitergehende Literatur verwenden.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 3 |
| 2. | Vergleich der Medien Zeitschrift und Internet | 5 |
| 2.1 | Definitionen | 5 |
| 2.2 | Das Medium als Informationsträger | 7 |
| 2.3 | Das Medium als „Role Support“ | 9 |
| 2.4 | Das Medium als Lesemedium | 11 |
| 3. | Zeitschriftenverlage auf dem Weg ins Internet | 14 |
| 3.1 | Aufgabenfelder im Wandel | 14 |
| 3.2 | Marktübersicht | 17 |
| 3.2.1 | Der Treue Drucker | 17 |
| 3.2.2 | Der Fleißige Verteidiger | 19 |
| 3.2.3 | Der Mutige Entdecker | 21 |
| 3.3 | Finanzielle Überlegungen: der lange Weg zur Amortisation | 23 |
| 3.3.1 | Kosten für das Elektronische Publizieren | 23 |
| 3.3.2 | Mögliche Einnahmequellen | 26 |
| 4. | Optimierung des Online-Engagements | 29 |
| 4.1 | Risiken | 29 |
| 4.2 | Chancen | 31 |
| 4.3 | Angebotsanforderungen | 34 |
| 5. | Geld verdienen mit Online-Artikeln | 37 |
| 5.1 | Der Trend hin zum bezahlten Content | 37 |
| 5.2 | Das Problem der Zahlungsbereitschaft | 39 |
| 5.3 | Welcher Content darf wie viel kosten? | 44 |
| 5.4 | Bezahlungsarten | 46 |
| 5.4.1 | „Pay per“-Modelle | 47 |
| 5.4.2 | Abonnements | 49 |
| 5.5 | Zahlungssysteme | 49 |
| 5.5.1 | Grundanforderungen | 50 |
| 5.5.2 | „Pre-Paid“-Systeme | 52 |
| 5.5.3 | „Pay-Now“-Systeme | 53 |
| 5.5.4 | „Pay-Later“-Systeme | 55 |
| 5.5.5 | System-Evaluierung | 57 |
| 6. | Schutz der Urheberrechte an digitalen Schriftwerken | 60 |
| 6.1 | Urheberrechtliche Grundlagen | 60 |
| 6.2 | Digital Rights Management | 63 |
| 6.2.1 | Vertrieb von Nutzungsrechten (Reprint & Permission) | 64 |
| 6.2.2 | Kopierschutz (Encrypted Content Solutions) | 65 |
| 6.2.3 | Einbetten von Urheberinformationen (Copyright Enforcement) | 68 |
| 6.2.4 | Vertrieb von Inhalten (Content Distribution) | 71 |
| 6.3 | Das Einbetten von Text-Wasserzeichen | 72 |
| 6.3.1 | Anforderungen | 73 |
| 6.3.2 | Unterschiede zur Markierung von Musik und Bild | 75 |
| 6.3.3 | Verfahren | 75 |
| 6.3.4 | Text-Wasserzeichen in der Praxis | 83 |
| 6.4 | DRM-Systeme | 84 |
| 6.5 | DRM-Empfehlung für Verlage | 88 |
| 7. | Zukünftige Entwicklungen | 91 |
| 7.1 | Mittelfristig: Vom E-Publishing zum M-Publishing? | 91 |
| 7.2 | Langfristig: Die Printausgabe in Gefahr? | 94 |
| 8. | Resümee | 97 |
Einfache Handhabung Für 65,5 % der Verbraucher ist die einfache Handhabung der ausschlaggebende Punkt bei der Wahl eines Zahlungssystems [Löbb02]. Aufwändige Anmeldeprozeduren oder extra benötigte Software wirken störend. Der Zahlvorgang selber muss simpel vollzogen werden können. Die Zahlungsanweisung muss leicht einzugeben sein und zwischen der Zahlungsanweisung und dem Erhalt des Produkts sollten nur wenige Sekunden liegen [MaSc02]. Auf einen gekauften Zeitschriftenartikel möchte man nicht mehrere Minuten warten müssen. Für eine einfache Zahlungsabwicklung bietet sich das Aufsetzen des PaymentSystems auf bestehende Abrechnungssysteme – wie die Telefonrechnung – an. Geringe Kosten Geringe oder gar keine Kosten wünschen sich sowohl Anbieter [Löbb02] als auch Verbraucher [MaSc02]. Nachdem der Anbieter Paybox vom Kunden jährlich 9,95 EUR für die Nutzung seines Zahlungssystems verlangt hatte und damit 50 [...]
[Fran02]. Und obwohl Deutschland im internationalen Vergleich führend beim Micropayment ist [Mana02], ist die große Anzahl an Zahlungssystemen doch eher hinderlich als förderlich für die Entwicklung im E-Commerce [MaSc02]. Sowohl für Verbraucher als auch für Händler wäre es wünschenswert, wenn sich bald nur ein oder zwei Systeme auf dem Markt etablieren würden. Der Verband Deutscher Zeitschriftenverleger hat zu diesem Zweck das Projekt Phoenix ins Leben gerufen, in dessen Rahmen die derzeitigen Online-Bezahlverfahren untersucht wurden. Das Ergebnis ist eine Übersicht der am besten geeigneten Verfahren. Diese Übersicht ist allerdings nicht öffentlich und steht nur Verlagen zur Verfügung, die sich für den Einstieg in den Paid Content interessieren [Verb02]. Die einzelnen auf dem Markt befindlichen Systeme lassen sich in Kategorien einteilen, die sich bezüglich des Zeitpunkts der Kontobelastung unterscheiden [Univ02b]. So werden bei „Pre-Paid“-Systemen Geldbeträge im Voraus bezahlt. „Pay-Now“ ermöglicht die Zahlung zum Zeitpunkt des Einkaufs. Bei „Pay-Later“Systemen wird der Kunde erst eine gewisse Zeit nach dem Einkauf mit dem Betrag belastet. Bevor eine Reihe von derzeit existierenden Systemen vorgestellt wird, soll zunächst auf die Anforderungen eingegangen werden, die als Voraussetzung für eine längerfristige Marktpräsenz verstanden werden können. 5.5.1 Grundanforderungen [...]
Beim Vertrieb von Zeitschriftencontent über das Internet werden selten Beträge über 2 EUR fällig. Für solche Kleinstbeträge eignen sich klassische Zahlungsformen wie die Kreditkarte oder Bankeinzug nicht, da die Transaktions- und Provisionskosten zu hoch sind. Neuartige Zahlungssysteme waren daher gefragt, die das so genannte Micropayment, das Zahlen kleiner Beträge, ermöglichten. Die erste Generation von Microypayment-Systemen ist in Deutschland derweil schon gescheitert. Sie sah eine Cyber-Währung vor, mit der im Internet bezahlt werden konnte. Die Dresdner Bank und die Commerzbank erfanden dazu die CyberCoins, die Deutsche Bank setzte auf E-Cash. Beide Arten von virtueller Währung sind inzwischen wieder eingestellt worden [Hüne02]. In der jetzigen zweiten Generation, in der die Online-Nutzer zahlungswilliger sind, buhlen ca. 100 Payment-Systeme um die Gunst der Klienten [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832473082
Arbeit zitieren:
Klatt, Andreas Juni 2003: Das Internet als Vertriebskanal für Zeitschriftenverlage, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Zeitung, Micropayment, Digital Rights Management Systeme (DRMS), Text-Wasserzeichen, Urheberrecht



