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Das Internet als Lern- und Lehrmethode im Pädagogikunterricht

Eine Einführung in Grundlagen und Techniken

Das Internet als Lern- und Lehrmethode im Pädagogikunterricht
Über dieses Buch
  • Art: Staatsexamensarbeit
  • Autor: Susanne Fuhrberg
  • Abgabedatum: August 2000
  • Umfang: 68 Seiten
  • Dateigröße: 697,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Studienseminar für das Lehramt für die Sekundarstufe I und II Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8246-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8246-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8246-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Fuhrberg, Susanne August 2000: Das Internet als Lern- und Lehrmethode im Pädagogikunterricht, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Erziehungswissenschaft, Computer, Lehrerfunktionen, Didaktik, Medienkompetenz

Staatsexamensarbeit von Susanne Fuhrberg

Einleitung:

Das Szenario ist bereits Realität: Schüler loggen sich von ihrem Klassenzimmer aus in Datennetze ein, besorgen sich Informationen, die sie für einen Arbeit brauchen, tauschen sich mit Schülern und Experten an anderen Orten per E-Mail aus, stellen ihre Arbeitsergebnisse im Netz zur Diskussion; sie wählen Lernprogramme im Netz aus und bearbeiten sie selbstständig. Die Datenautobahn könnte ein alltägliches und nicht mehr wegzudenkendes Element der Lernarbeit sein.

Das Internet bestimmt immer mehr den wirtschaftlichen, politischen, gesellschaftlichen Lebensbereich. Die neuen Kommunikationstechnologien führen zu einem gesellschaftlichen Wandel, z.B. in den Bereichen Kommunikation, der Arbeitsgestaltung, des Umgangs mit Wissen und der Verfügbarkeit von Informationen. Der kompetente und verantwortliche Umgang mit dem Internet, wird zu einer Schlüsselqualifikation. Andrew S. Grove, ein amerikanischer Industriemanager bei Intel, sagte gar im manager magazin „Wer nicht lernt, mit dem Computer umzugehen, und sich ständig weiterbildet, hat im Internet-Zeitalter keine Chancen mehr.“ Die Lebenswelt der Heranwachsenden ist im besonderen Maße von den neuen elektronischen Medien geprägt. Kinder müssen, um in der Informationsgesellschaft bestehen zu können, deren Strukturen kennen und beherrschen lernen. Viele Menschen fühlen sich von den Angeboten der Informationsgesellschaft überrollt und bedroht. Weder dürfen irrationale Ängste, Technikfeindlichkeit geschürt werden, noch dürfen Lehrende wie Lernende in eine unreflektierte Euphorie verfallen, der dem Enthusiasmus der „Hype Branche“ ähnelt. Eine skeptisch-kritische Haltung bedeutet keine Technikfeindschaft, sie hat eine kritische Distanz zum Zeitgeist. Es gilt den sachkompetenten, kritischen, verantwortungsvollen Umgang mit den neuen Medien zu schulen, seinen Einsatz zu reflektieren. Es ist deshalb eine wichtige Aufgabe der Schule, junge Menschen zum abwägenden, auswählenden Umgang mit dem Internet zu befähigen. Vielerorts ist dies bereits Realität, wie das eingangs geschilderte Szenario deutlich macht.

Dies stellt an den Schulunterricht neue Anforderungen, bietet neue Chancen und Möglichkeiten für die Gestaltung von Lernprozessen. Das Internet stellt eine Herausforderung für das Bildungswesen dar.

Schüler nehmen bereits teil am Dialog in und um die Informationsgesellschaft. Diese wird durch das Internet zu einem globalen Dorf. Das digitale Datennetz verbindet die Welt. Das Netz wird in das Leben integriert wie ehemals der Fernseher, nun aber mit allen Vorteilen der Interaktivität. Die Zeitschrift FOCUS spricht von der „Internetisierung des Alltag“. Zehn Jahre nach seiner Erfindung hat sich das Netz in allen Industrienationen verbreitet. Die digitale Revolution hat stattgefunden. Sie verändert durch Chatten, surfen, e-mailen das kommunikative Freizeitverhalten.

Internetanwender können online einkaufen, müssen nicht mehr das Haus verlassen. In der sinnvollen Nutzung des Internet liegen Chancen für Lernen, Spiel, Unterhaltung, für Problemlösung und Entscheidungsfindung. Es kann für Bildungszwecke genutzt werden.

Was genau benötigen Menschen, welche Kompetenzen brauchen sie, um dieser veränderten Welt human zu leben und im Umgang mit dem Internet, auch unter dem „Druck der digitalen Revolution“ handlungsfähig zu sein?

Vorliegende Arbeit ist einerseits eine Dokumentation einer Unterrichtsreihe und thematisiert drei wesentliche Lehrerfunktionen, Unterrichten, Erziehen und Innovieren, andererseits bietet sie Informationen zum Thema Internet in einem umfassenderen Sinne und kann als Grundlage für die Einführung ins Internet dienen. Der Inhalt soll Lernenden und Lehrenden auf allen Stufen die Orientierung in der zunehmend unübersichtlicher erscheinenden Landschaft der neueren Informations- und Kommunikationstechnologien erleichtern.

Die Bedienung bestimmter Softwareprogramme für die verschiedenen Betriebssysteme (für DOS, Windows, Mac, UNIX usw.) wurde vorausgesetzt und ist nicht Gegenstand der Einführung. Ebenfalls vorausgesetzt wurden Kenntnisse über Funktionsweise von Personalcomputern und die Bedienung von Standardprogrammen.

Im Vergleich mit den bisher bekannten Medien verändert das Internet das Mediensystem und das Denken am deutlichsten:

„Elektronische Medien vergrößern den Abstand zwischen kultureller Beschleunigung und individueller Vorstellungskraft. Neue Medien treten nicht an die Stelle, sondern an die Seite der alten und gewinnen zunehmend an Einfluß auch auf sie. Dabei differenziert sich das Mediensystem immer mehr...“.

Auch die Sprache im und über das Internet verändert sich und greift in unser alltägliches Sprachhandeln über. In mancher Hinsicht beeinflussen der immaterielle Zeichenträger und in der Folge die neuen sprachlichen Formen auch die Inhalte des Denkens.

„Durchs Web zu surfen ist eine hervorragende Methode das Denken zu vermeiden“.

Das Denken nicht zu vermeiden, sondern eine methodische Herangehensweise an das Netz zu schulen, es effektiv zum Lernen und Lehren zu nutzen, kann Aufgabe der Schule sein. Dabei kommt es darauf an, sich der Probleme bewusst zu sein, die das Internet mit sich bringt. Einleitend seien einige kurz angesprochen, um einen Problemhorizont aufzureißen:

„Das Verschwinden der Wirklichkeit“ (Postman 1983, von Hentig 1984).

Die Schwierigkeit, zwischen gut recherchierter Information und nachlässiger Berichterstattung zu unterscheiden.

Die Schwierigkeit, zwischen normgebundenen sozialen Handlungsfeldern und norm- sowie sanktionsfreien virtuellen Räumen zu unterscheiden.

Das Medienangebot und die Nutzungsformen können zu Überforderungen führen, und zwar durch die zunehmende Komplexität und Vielfältigkeit von Perspektiven sowie widersprüchliche Wert- und Handlungsorientierungen. Ein persönlichkeits- und gesellschaftsfördernder Umgang mit Medien stellt sich nicht von selbst ein, sondern bedarf der Unterstützung durch Erziehung und Bildung. Tulodziecki hat ein Konzept zur Medienerziehung entwickelt, das sich auf den Beschluss der ständigen Konferenz der Kultusminister der Länder in der Bundesrepublik Deutschland (KMK) vom 25.11. 1983 bezieht, welches genauer unter Punkt 3.1. erläutert wird. Dieses Konzept werde ich auf das Medium Internet im speziellen beziehen.

Die stark zunehmende Anwendung der Informationstechnologien übt Druck auf das Bildungssystem aus. Die schulische und berufliche Bildung muß verändert werden. Aus der Sicht der Politik steht dabei vor allem der Erhalt der Konkurrenzfähigkeit der deutschen Wirtschaft gegenüber Japan und den USA im Vordergrund. Begründet wird die Einführung der Informationstechnologien in die schulische Bildung mit der wachsenden gesellschaftlichen Bedeutung der Datenverarbeitung. Der Datenverarbeitung als relativ neuer Schlüsseltechnologie und den damit veränderten Qualifikationsanforderungen muss Rechnung getragen werden. Die kompetente Nutzung der EDV-Techniken und Multimedia wird von den Wirtschaftsverbänden gefordert. Dasselbe gilt für die Beherrschung der Informationstechnologie. Gefordert sind mündige User. Das Netz zu beherrschen muss gelernt werden sowie es gezielt, verantwortungsbewusst und folgenbewusst einzusetzen.

Inhaltsverzeichnis:

0. Inhaltsverzeichnis 2
1. Einleitung und thematische Einordnung 6
2. Pädagogisch-didaktische Überlegungen 8
2.1 Informationstechnische Grundbildung 10
2.2 Medienkompetenz 12
3. Zuordnung zu den Lehrerfunktionen 13
3.1 Medienerziehung 15
4. Einordnung in die Richtlinien und Lehrpläne 16
5. Voraussetzungen 18
5.1 Voraussetzungen bei der Lerngruppe 18
5.2 Voraussetzungen bei der Referendarin 19
6. Didaktisch-methodische Analyse 20
6.1 Sachanalyse 20
6.2 Begründungszusammenhang 21
7. Planung, Durchführung, Reflexion 22
7.1 Die erste Unterrichtsstunde 22
7.1.1 Planung der ersten Unterrichtsstunde 22
Lernziele 24
7.1.2 Durchführung der ersten Unterrichtsstunde 24
7.1.3 Reflexion der ersten Unterrichtsstunde 25
7.1.4 Akzentuierung nach Lehrerfunktionen 25
7.2 Die zweite Unterrichtsstunde 27
7.2.1 Planung der zweiten Unterrichtsstunde 27
Lernziele 28
7.2.2 Durchführung der zweiten Unterrichtsstunde 29
7.2.3 Reflexion der zweiten Unterrichtsstunde 30
7.2.4 Akzentuierung nach Lehrerfunktionen 30
7.3 Die dritte Unterrichtsstunde 32
7.3.1 Planung der dritten Unterrichtsstunde 32
Lernziele 34
7.3.2 Durchführung der dritten Unterrichtsstunde 35
7.3.3 Reflexion der dritten Unterrichtsstunde 37
7.3.4 Akzentuierung nach Lehrerfunktionen 37
8. Abschlussreflexion: Lernformen im und mit dem Internet 38
9. Anmerkungen 41
10. Literaturliste 45
Anhang
Material zur ersten Stunde:
Eine kurze Geschichte des Internet 52
Kopie eines Browsers auf einer Folie 53
Glossartest: Internetführerschein 54
Begriffsglossar 55
Verlaufsplan zur ersten Stunde 57
Material zur zweiten Stunde:
Skript zur Einführung ins Internet 58
Verlaufsplan zur zweiten Stunde 63
Material zur dritten Stunde:
Interview mit Prof. Weizenbaum 64
Tafelbild 65
Verlaufsplan zur dritten Stunde 66

Automatisiert erstellter Textauszug:

konzentriert an dem Test. Bei der Auswertung stellte sich heraus, dass auch die SuS, die noch nicht so gut mit dem Internet vertraut waren, nahezu alle Lücken richtig ausgefüllt hatten. Die SuS brachten an dieser Stelle ihre Ergebnisse in den Kurs ein und verglichen sie miteinander. Eine Schülerin wusste nicht, ob sie Links oder Sites in eine Lücke eingeben musste, also stellte sie damit ihre Wissenslücke im Kurs zur Disposition und wir konnten gemeinsam mit den fehlenden Ergebnissen arbeiten. An dieser Stelle gab ich eine minimale Hilfe, so dass auch diese Schülerin, ohne dass ich die Antwort explizit äußern musste, auf das richtige Ergebnis kam. An dieser Stelle regte ich ein kursorisches Lesen des Begriffsglossars an, um die intensive Auseinandersetzung und selektive Suche mit und nach den geeigneten Begriffen, die in die entsprechenden Lücken eingesetzt wurden, zu ermöglichen. [...]

Die Stunde verlief wie geplant. Interessiert hörten die SuS die kurze Einführung, die ich zur Geschichte des Internet geplant hatte. Die Begriffe "UNIX", "gateways", "Etikette" und "Netiquette" wurden von zwei "Internetfreaks" erklärt, die bereits sehr viel über das Internet zu wissen schienen. Viele SchülerInnen und Schüler wussten nicht, wie sie mit einem Browser umgehen können. Dies stellte sich nach einer Nachfrage meinerseits heraus. Ein Schüler erklärte seine Funktion am Overheadprojektor, erläuterte gleichzeitig auf meine Bitte hin, wie es möglich ist, eine Seite aus dem Netz auf die Festplatte zu speichern. Anschließend verteilte ich den Internettest und das dazugehörige Begriffsglossar. Die SuS arbeiteten still und [...]

neuen Geräte bedienen zu können, also die Benutzung eines Browsers, Suchmaschinen nutzen und bedienen, URLs ausschneiden und in den Netscape Composer bzw. in WORD einfügen, etc. 52 Lernziele der ersten Stunde: 1. Die SuS sollen eine kurze Einführung zur Geschichte des Internet hören und kennenlernen, indem sie einen entsprechenden Vortrag der Lehrerin hören. 2. Die Schüler sollen Einblick in Aufbau, Funktionsweise und eines Browsers kennenlernen und das Zusammenwirken seiner Komponenten verstehen, indem sie die Erklärungen eines Schülers/einer Schülerin hören und dies in ihren Kenntnisschatz aufnehmen. 3. Die SuS sollen ggf. ihr Wissen über den Umgang mit einem Browser aktivieren und in das Unterrichtsgeschehen einbringen, indem sie die Funktionen eines Browsers anhand der Folie, eingeführt als Lehrerdemonstration, benennen. 4. Die SuS sollen lernen, wie sie eine Seite aus dem Internet auf ihre Festplatte speichern können, indem sie diesen Vorgang, demonstriert durch einen Schüler oder durch die Lehrerin, anhand eines Browsers, abgebildet auf einer Folie, nachvollziehen. 5. Die SuS sollen einige Fachbegriffe zur Orientierung im Internet kennenlernen und deren Bedeutung innerhalb des Lückentextes und des Internetglossars erschließen, indem sie die Begriffe aus dem Glossar entnehmen, deren Bedeutung überprüfen und in den Lückentext einfügen. Der Verlaufsplan zur ersten Stunde, die Notizen zum Lehrervortrag, das Internetglossar, der Test zum Internet sowie der Browser auf Folie befinden sich im Anhang dieser Arbeit. Ein Tafelbild entstand in dieser Stunde nicht. sie [...]

Arbeit zitieren:
Fuhrberg, Susanne August 2000: Das Internet als Lern- und Lehrmethode im Pädagogikunterricht, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Erziehungswissenschaft, Computer, Lehrerfunktionen, Didaktik, Medienkompetenz

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