Das Internet als Instrument der Unternehmenskommunikation unter besonderer Berücksichtigung der Investor Relations
Eine theoretische und empirische Analyse
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jörn Krüger
- Abgabedatum: Januar 2001
- Umfang: 84 Seiten
- Dateigröße: 545,0 KB
- Note: 2,3
- Institution / Hochschule: Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4951-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4951-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4951-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Krüger, Jörn Januar 2001: Das Internet als Instrument der Unternehmenskommunikation unter besonderer Berücksichtigung der Investor Relations, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Investor Relations im Internet, Zielgruppenorientierung, Relationship-Marketing, Neuer Markt, Stakeholder-Orientierung
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Diplomarbeit von Jörn Krüger
Einleitung:
Der Einsatz des Internet hat eine so weite Verbreitung gefunden, daß es als etabliertes Instrument der Unternehmenskommunikation angesehen werden kann. Während zunächst Fragestellungen dominierten, warum und wozu das Internet eingesetzt werden sollte, richtet sich in letzter Zeit der Blick auch auf die Gestaltung der Internet-Kommunikation.
Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Problem der zielgruppenorientierten Gestaltung der Internet-Kommunikation. Dabei kann zwischen inhaltlicher und formaler Dimension unterschieden werden. Die inhaltliche Zielgruppenorientierung wird durch das Einbeziehen verschiedenster Zielgruppen mit unterschiedlichen inhaltlichen Anforderungen an die Untenehmenskommunikation notwendig. Für eine höhere formale Zielgruppenorientierung gegenüber traditionellen Medien hat das Internet aufgrund seiner Merkmale große Potentiale, die allerdings noch weitgehend ungenutzt bleiben.
Gang der Untersuchung:
Damit die Arbeit sich immer wieder an den betriebswirtschaftlichen Vorteilen für den Einsatz des Internet in der Unternehmenskommunikation orientieren kann, sollen diese in kurzer Form durch Kapitel 2 hergeleitet werden.
Kapitel 3 untersucht die inhaltliche Zielgruppenorientierung bei den globalen Anspruchsgruppen (Nachfrager, Mitarbeiter usw.) eines Unternehmens, wofür zunächst die konzeptionelle Grundlage vorgestellt wird, die dann auf die Internet-Kommunikation bei den einzelnen Zielgruppen übertragen wird.
Da sich dabei als besonders bedeutsame Zielgruppe die Eigenkapitalgeber von Aktiengesellschaften herausstellen, sollen im Kapitel 4 die Investor Relations (IR) besondere Berücksichtigung finden. Dafür wird im ersten Teil des Kapitels ein aus verschiedenen Sichtweisen resultierendes Zielsystem beschrieben, woraus sich Einsatzmöglichkeiten für die IR im Internet ergeben. Während im ersten Teil die inhaltliche Zielgruppenorientierung bezogen auf Aktionäre verfolgt wird, wird im zweiten Teil die inhaltliche und formale Zielgruppenorientierung innerhalb der IR betrachtet. Die sich dabei ergebenden Überlegungen zur zielgruppenspezifischen Gestaltung sollen durch die Untersuchung mit der empirischen Situation verglichen werden können.
Kapitel 5 erläutert Ziele und methodisches Vorgehen der Untersuchung; Kapitel 6 stellt die eigentliche „Verwertung“ der erhobenen Daten dar. Während der erste Teil eine Typologie der Informationsangebote für die untersuchten Unternehmen vorstellt, wird im zweiten die formale Gestaltung dieser Informationsangebote untersucht. Diese wird dann im Kapitel 7 interpretiert, wobei sich aus Widersprüchen zu den normativen Überlegungen Handlungsempfehlungen ableiten lassen.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Das Internet als Kommunikationsmedium | 2 |
| 2.1 | Die Charakterisierung des Internet als Kommunikationsmedium | 3 |
| 2.1.1 | Die Einordnung in die Unternehmenskommunikation | 3 |
| 2.1.2 | Die Merkmale des Internet als Kommunikationsmedium | 4 |
| 2.2 | Die Vorteile des Internet als Kommunikationsmedium | 6 |
| 3. | Das Internet als Instrument einer Balanced Communication | 6 |
| 3.1 | Das Konzept der Balanced Communication | 7 |
| 3.2 | Die Kommunikation mit den Nachfragern | 9 |
| 3.3 | Die Kommunikation mit anderen Unternehmen | 10 |
| 3.4 | Die Kommunikation mit den Mitarbeitern (Human Relations) | 11 |
| 3.5 | Die Kommunikation mit der Öffentlichkeit (Public Relations) | 12 |
| 3.6 | Die Kommunikation mit den Kapitalgebern (Investor Relations) | 13 |
| 4. | Das Internet als Instrument der Investor Relations | 15 |
| 4.1 | Ziele der Investor Relations und Einsatzmöglichkeiten im Internet | 15 |
| 4.1.1 | Investor Relations aus rechtlicher Sicht | 15 |
| 4.1.2 | Investor Relations aus finanzwirtschaftlicher Sicht | 16 |
| 4.1.3 | Investor Relations aus Sicht des Relationship Marketing | 19 |
| 4.2 | Zielgruppenorientierung als Ansatz zur Gestaltung der Investor Relations im Internet | 22 |
| 4.2.1 | Bestimmung von Zielgruppen | 22 |
| 4.2.2 | Zielgruppenspezifische Gestaltung | 24 |
| 4.2.3 | Spezifizierung von Gestaltungsfaktoren | 26 |
| 5. | Aufbau der empirischen Untersuchung | 27 |
| 5.1 | Darstellung des Untersuchungsdesigns | 27 |
| 5.1.1 | Definition des Untersuchungsgegenstandes | 27 |
| 5.1.2 | Auswahl der Stichprobe | 28 |
| 5.1.3 | Durchführung der Datenerhebung | 30 |
| 5.2 | Ablauf der Datenauswertung | 31 |
| 6. | Analyse des Datenmaterials | 31 |
| 6.1 | Strukturierung des Datenmaterials | 31 |
| 6.1.1 | Bildung von Informationssegmenten | 31 |
| 6.1.2 | Darstellung der Informationssegmente | 33 |
| 6.2 | Bewertung der Informationssegmente | 40 |
| 6.2.1 | Operationalisierung der Gestaltungsfaktoren | 40 |
| 6.2.2 | Messung der Gestaltungsfaktoren | 41 |
| 6.3 | Aggregation der Informationssegmente mit Hilfe der Clusteranalyse | 42 |
| 7. | Interpretation und Diskussion der Ergebnisse | 44 |
| 7.1 | Inhaltliche Interpretation der Cluster | 44 |
| 7.2 | Vergleich mit dem zielgruppenorientierten Ansatz | 46 |
| 7.3 | Diskussion und Handlungsempfehlungen | 47 |
| 8. | Zusammenfassung | 50 |
Andere Unternehmen, mit denen Beziehungen bestehen, können Wertschöpfungspartner (Lieferanten, Speditionen usw.) oder Konkurrenten sein. Um bei der Erfüllung von Lieferanten-Ansprüchen Vorteile gegenüber Alternativen zu kommunizieren, muß allgemein das Unternehmen als zahlungsfähiger, solider und zuverlässiger Partner dargestellt werden. Bonität und Abnahmemenge sind die wichtigsten Kriterien für den Lieferanten, die als „Angebot“ an ihn vom Unternehmen präsentiert werden sollten. Durch eine hohe Aktualität können Kaufwünsche als zeitlich befristete Ausschreibungen auf der Homepage lanciert werden. Eine kurze Darstellung der ggf. guten Zukunftsaussichten und steigenden Bezugsmengen kann auf einer lieferantengerichteten Seite erwähnt werden. Ein Hyperlink zum letzten Geschäftsbericht kommt dem Informationsbedürfnis Bonität entgegen. Implizite Ansprüche ergeben sich bei Lieferanten insbesondere bei spezifischen Investitionen für den Abnehmer53. Zu diesen Investitionen wird der Lieferant nur bei einer bestimmten Abnahmemenge bereit sein. Ist diese nicht vertraglich fixiert, besteht ein impliziter Anspruch auf Einhaltung der Menge. Aufgrund dieser Unsicherheit besteht die Gefahr, daß die Investitionen nicht getätigt werden und keine Transaktion zustande kommt. Durch die Kommunikation einer Bereitschaft zu langfristigen Lieferverträgen (Selbstbindung) kann ein Anreiz zu spezifischen Investitionen und zur Anbahnung gegeben werden. Das Internet zeichnet sich hier besonders durch seine zeitlich unbegrenzte Verfügbarkeit verbunden mit der pullgesteuerten Kommunikation aus54. Durch diese Merkmale sollte auch die Kommunikation mit Konkurrenten nicht unterschätzt werden, da das Internet gut zur Konkurrenzanalyse geeignet ist. Implizite Ansprüche ergeben sich bei Konkurrenten in bezug auf die Einhaltung nicht einklagbarer üblicher Verhaltensregeln im Wettbewerb und vertraglich nicht fixierter Vereinbarungen und Absprachen zwischen Unternehmen. Innerhalb von im Internet bereitgestellten Pressemitteilungen und Darstellungen von Strategien [...]
Um bei der Erfüllung von Nachfrager-Ansprüchen Vorteile zu kommunizieren, muß das Unternehmen allgemein als Hersteller besonders nutzenstiftender Produkte dargestellt werden. Dabei sollte das Internet durch multimediale Produktpräsentationen, Suchfunktionen, (tages-) aktuelle Angebote und Preislisten sowie der maschinell interaktiven Gestaltung für individuelle Produktkonfigurationen genutzt werden. Die impliziten Ansprüche von Nachfragern sind in freiwilligen Service-, Kulanzund Garantieleistungen, Umtausch- und Rückgabemöglichkeiten (soweit diese nicht rechtlich bestimmt sind), guter Qualität usw. zu sehen. Damit Kunden des Unternehmens auf die Erfüllung ihrer impliziten Ansprüche vertrauen, sollten entsprechende Informationen im nachfragergerichteten Teil des Auftritts erscheinen, Produkt- und Unternehmenspräsentation allerdings nicht überlagern. Per E-Mail können spezielle Fragen gestellt werden und Kunden in den Produktionsprozeß integriert werden (Customer Integration); die Beantwortung bindet allerdings Ressourcen50. Effizient sind gute Erfahrungsberichte von Kunden auf sogenannten Opinion Sites51, die Möglichkeit des Erfahrungsaustausches mit anderen Kunden in Foren, Online-Ausgaben von Kundenzeitschriften sowie das Angebot von Frequently Asked Questions (FAQ)52. Diese können die Unsicherheit der Erfüllung impliziter Ansprüche abbauen. Die Bildung von Cyber-Communities durch die Einrichtung von Foren birgt aber die Gefahr der unternehmensfeindlichen Kommunikation, wenn implizite Ansprüche nicht erfüllt werden bzw. erfüllt werden können. Hier ist eine ständige Kontrolle und ggf. ein Eingriff des Unternehmens erforderlich, um die Kommunikation innerhalb der Foren so weit wie möglich zu steuern. [...]
nehmen und Anspruchsgruppen43. Diese können durch die Unternehmenskommunikation z.T. abgebaut werden44. Damit können zielgruppenspezifische Kommunikationsziele und Informationsbedürfnisse abgeleitet werden. Ziel ist, daß jede Zielgruppe auf die Erfüllung ihrer impliziten Ansprüche vertraut. Da diese nicht einklagbar sind, sind Stakeholder auch daran interessiert, ob sie die Erfüllung ihrer spezifischen Ansprüche erwarten können. Daher muß die Unternehmenskommunikation in ausgewogener Weise alle Zielgruppen berücksichtigen, wobei die kommunikativen Botschaften zu der tatsächlichen Erfüllung impliziter Ansprüche korrespondieren müssen45. Die Kooperationsbereitschaft von Stakeholdern kann aber auch durch bessere Alternativen außerhalb des Unternehmens46 unsicher werden. Während seit Überwindung der Knappheitswirtschaft meist der Absatzsektor der Engpaßbereich war47, tritt in der heutigen Zeit häufig der Fall ein, daß es auch zu Engpässen in anderen Bereichen kommt (insbesondere im Finanz- und Personalbereich). Gegenüber dem controllingorientierten Stakeholder-Ansatz wurde im Marketing die Sichtweise des Marketing als Konzeption zur Bewältigung von Engpässen entwickelt, um die Bedeutung aller Anspruchsgruppen für die Unternehmensführung hervorzuheben (Beschaffungs-, Finanz-, Personal- oder Public Marketing). Werden alle Gruppen in ausgewogener Weise einbezogen, so spricht man von einem Balanced Marketing48. Die Unternehmenskommunikation als Bestandteil des Balanced Marketing muß daher auch jeder Zielgruppe ein zielgruppenspezifisches Bild vom Unternehmen und dessen Angebot vermitteln49, um die Vorteile bei der Erfüllung der gesamten zielgruppenspezifischen Ansprüche gegenüber Alternativen zu kommunizieren. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832449513
Arbeit zitieren:
Krüger, Jörn Januar 2001: Das Internet als Instrument der Unternehmenskommunikation unter besonderer Berücksichtigung der Investor Relations, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Investor Relations im Internet, Zielgruppenorientierung, Relationship-Marketing, Neuer Markt, Stakeholder-Orientierung



