Interne Markenführung
Verankerung der Markenidentität im Mitarbeiterverhalten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Alexander Plum
- Abgabedatum: Juni 2004
- Umfang: 111 Seiten
- Dateigröße: 6,7 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität der Künste Berlin Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-8552-8
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-8552-8 P - ISBN (CD) :978-3-8324-8552-8 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Plum, Alexander Juni 2004: Interne Markenführung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Personalmarketing, Employer Branding, interne Kommunikation, Mitarbeiterführung, Corporate Identity
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Diplomarbeit von Alexander Plum
Einleitung:
Das Konzept der Markenidentität gewinnt vor dem Hintergrund homogener Produkte als Möglichkeit der Differenzierung noch immer an Bedeutung. Es hat sich in der Vergangenheit gezeigt, dass zahlreiche markenspezifische Phänomene mit herkömmlichen ökonomischen Theorien nicht ausreichend zu erklären sind. Psychologisch orientierte Arbeiten haben hierzu erste alternative Lösungsansätze aufgezeigt, ohne jedoch eine einheitliche Markentheorie zu konstruieren.
Das Gebiet der internen Markenführung wird nur selten in der theoretischen Markenliteratur behandelt, was sich u.a. durch die Problematik der Interdisziplinarität erklärt: Noch immer kann die interne Markenführung keiner Wissenschaftsdisziplin (Marken, Personal, Marketing, Kommunikation) fest zugeordnet werden, wodurch sich eine Lücke gebildet hat. Diese Vernachlässigung ist besonders schwerwiegend vor dem Hintergrund, dass Mitarbeiter in der Unternehmenspraxis die Schnittstelle zwischen der internen und externen Sphäre des Unternehmens und der Marke bilden. Sie erwecken die Marke zum Leben und geben ihr ein Gesicht. Durch ihre enge Interaktion mit externen Anspruchsgruppen, insbesondere im Dienstleistungsbereich, üben sie einen großen Einfluss auf die Wahrnehmung und das Image der Marke in der Öffentlichkeit aus, indem sie ihre (menschlichen) Persönlichkeitsmerkmale auf die Markenidentität übertragen.
Sind diese mit den anderen Maßnahmen des Markenmanagements (z.B. Werbung, Öffentlichkeitsarbeit etc.) nicht zu vereinbaren, entsteht ein diffuses Markenbild in der Öffentlichkeit. Esch und Vallaster bemerken in diesem Zusammenhang: „Eine Marke, die nur nach außen durch Kommunikation vermittelt wird, ohne im Unternehmen gelebt zu werden, bleibt eine schöne Hülle ohne Kern.“ Entspricht beispielsweise die Kommunikation der Marke NIKE nicht dem tatsächlichen Auftreten der Mitarbeiter in den NIKE Stores, schadet dies dem gesamten Unternehmen.
Neben dem Ziel der internen Markenführung eine größere Markennähe zum Kunden zu schaffen, dient sie in einer Gesellschaft im Wertewandel u.a. auch der Arbeitsmotivation. Mitarbeiter wenden sich zunehmend vom Verständnis der Arbeit als Pflicht ab. Neben Entlohnung und Beförderung als Arbeitsmotivatoren treten Lebensgenuss und Selbstentfaltungswerte am Arbeitsplatz. Hier kann eine starke interne Marke unterstützend wirken. Ferner hat die Zahl neuer Marken in den letzten Jahren stark zugenommen. Beispielsweise erfolgten 1989 noch 31.675 Neuanmeldungen beim deutschen Patent- und Markenamt. Im Jahre 2000 waren es bereits 86.983, mit einem Anstieg zum Vorjahr von 13,8 %. Dies kann insbesondere auf eine stärkere Marktsegmentierung und die zunehmende Einführung von neuen und innovativen Produkten zurückgeführt werden. Dadurch steht einem wachsenden Angebot von Marken, Medien, Kommunikationsmitteln und –botschaften ein stagnierenden Informationsinteresse der Konsumenten gegenüber. In einem Umfeld, in dem die Effizienz der eingesetzten finanziellen Mittel für Kommunikation sinkt, sind Mitarbeiter als Botschafter der Marke wichtiger denn je.
Wie Marktforschungsunternehmen analysiert haben, ist der Konsument in den letzten Jahrzehnten unberechenbarer geworden, wodurch Konsumenten schwieriger zu größeren homogenen Einheiten zusammengefasst werden können. Dies macht klassische Instrumente der Markenführung wie beispielsweise Werbung beinahe unbrauchbar. Horx drückt dies recht drastisch aus: „Der neue Alptraum des Markenmanagers: Ich gebe Millionen und Abermillionen für die Werbung aus – aber wen ich eigentlich wie erreiche, weiß ich trotz aller Marktforschung nicht mehr.“ Dieses Zitat macht einmal mehr deutlich, welchen Stellenwert der Mitarbeiter in der Markenführung hat. Verkörpern Mitarbeiter die Marke für die sie arbeiten, können sie die Präsentation der Markenidentität flexibel auf die Bedürfnisse des einzelnen Konsumenten anpassen und ihm „seine“ persönliche Marke innerhalb eines markenpolitischen Spektrums vorleben.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 4 | |
| Abbildungsverzeichnis | 5 | |
| A. | Einleitung | 6 |
| 1. | Theoretische und praktische Relevanz der internen Markenführung | 6 |
| 1.1 | Einsatz in Dienstleistungsbetrieben | 7 |
| 1.2 | Einsatz bei Unternehmenszusammenschlüssen | 7 |
| 1.3 | Einsatz während und nach der Privatisierung von Unternehmen | 8 |
| 2. | Ziel der Arbeit | 8 |
| 3. | Forschungsablauf | 9 |
| 3.1 | Teil A: Aufgabenstellung | 9 |
| 3.2 | Teil B: Analyse und Planung | 9 |
| 3.3 | Teil C: Durchführung | 10 |
| 3.4 | Teil D: Kontrolle | 10 |
| 3.5 | Teil D: Ergebnis | 10 |
| B. | Grundzüge der internen Markenführung | 11 |
| 1. | Entwicklung und Gegenstand der Markenführung | 11 |
| 2. | Markenführung und das markenpolitische Instrument Mitarbeiter | 13 |
| 3. | Arbeitsdefinition Interne Markenführung | 15 |
| 4. | Ziele interner Markenführungsprojekte | 16 |
| C. | Interdisziplinäre Theorieanalyse der internen Markenführung | 18 |
| 1. | Interne Markenführung und Identität | 18 |
| 1.1 | Identitätsbegriff | 18 |
| 1.2 | Corporate Identity als Gruppenidentität | 20 |
| 1.2.1 | Corporate Behavior | 21 |
| 1.2.2 | Corporate Communications | 21 |
| 1.2.3 | Corporate Design | 21 |
| 1.2.4 | Corporate Culture | 21 |
| 1.3 | Markenidentität als Objektidentität | 22 |
| 1.3.1 | Wechselseitigkeit | 22 |
| 1.3.2 | Kontinuität | 22 |
| 1.3.3 | Konsistenz | 23 |
| 1.3.4 | Individualität | 23 |
| 1.4 | Komponenten der Markenidentität | 23 |
| 2 | Interne Markenführung und Personalwirtschaft | 25 |
| 2.1 | Personalbeschaffung | 26 |
| 2.2 | Personaleingliederung | 26 |
| 2.2.1 | Personalbeschaffungsphase | 26 |
| 2.2.2 | Konfrontationsphase | 26 |
| 2.2.3 | Einarbeitungsphase | 27 |
| 2.3 | Personalentwicklung | 27 |
| 2.4 | Arbeitsgestaltung | 28 |
| 2.5 | Personalmarketing | 28 |
| 2.5.1 | Employer Branding | 28 |
| 2.6 | Arbeitsmotivation, Anreizsysteme und Änderungswiderstände | 29 |
| 2.6.1 | Personalwirtschaftliche Prozesstheorien der Arbeitsmotivation | 29 |
| 2.6.2 | Anreizsysteme zur Mitarbeitermotivation | 30 |
| 2.6.3 | Änderungswiderstände | 33 |
| 3. | Interne Markenführung und integrierte Markenkommunikation | 36 |
| 3.1 | Anforderungen an die integrierte Markenkommunikation | 36 |
| 3.2 | Zielrichtungen der Instrumente der integrierten Markenkommunikation | 37 |
| 3.3 | Interne Markenkommunikation und Interne Markenführung | 38 |
| 3.4 | Externe Markenkommunikation und Interne Markenführung | 39 |
| 4. | Interne Markenführung und Marktforschung | 41 |
| 4.1 | Interne Marktforschung | 41 |
| 4.2 | Externe Marktforschung | 43 |
| 5 | Zwischenfazit: Interdisziplinäre Theorieanalyse | 44 |
| 5.1 | Identität | 44 |
| 5.2 | Personalwirtschaft | 45 |
| 5.3 | Integrierte Markenkommunikation | 46 |
| 5.4 | Marktforschung | 46 |
| D. | Prozessmodell der internen Markenführung | 48 |
| 1. | Ziel und Gegenstand der Prozessbetrachtung | 48 |
| 2. | Grundlagen des Managementprozesses | 48 |
| 3. | Vorgehen, Aufbau und Datenbasis der Prozesskonzeption | 50 |
| 4. | Analyse der Ausgangslage | 51 |
| 4.1 | Ziele und Aufgaben der Analysephase | 51 |
| 4.2 | Informationsbeschaffung | 52 |
| 4.3 | Identifikation von Änderungswiderständen | 54 |
| 4.4 | Zeitpunkt für das interne Markenführungsprojekt | 55 |
| 4.5 | Erstellung von Markenschemata | 56 |
| 4.6 | Analyse der Schnittstellen der Mitarbeiter mit externen Anspruchsgruppen | 57 |
| 4.7 | Analyse der Ist-Markenidentität | 57 |
| 4.7.1 | Ist-Markenidentität und Markenverständnis bei Mitarbeitern | 57 |
| 4.7.2 | Ist-Markenidentität und Markenverständnis bei Führungskräften | 58 |
| 4.7.3 | Ist-Markenidentität im unternehmensexternen Umfeld | 58 |
| 5. | Planung und Organisation | 58 |
| 5.1 | Ziele und Aufgaben der Planungsphase | 58 |
| 5.2 | Zusammenstellung eines Planungs- und Umsetzungsteams | 59 |
| 5.3 | Ziele des internen Markenführungsprojektes bestimmen | 60 |
| 5.4 | Planung der Soll-Markenidentität | 60 |
| 5.5 | Abgleich von Ist- und Soll-Markenidentität | 62 |
| 5.6 | Mitarbeitertypologisierung | 62 |
| 5.7 | Systematisierung und Auswahl der Umsetzungsmaßnahmen | 62 |
| 5.8 | Beseitigung von Änderungswiderständen | 64 |
| 5.8.1 | Änderungswiderstände aufgrund von Anreiz-Belastungs-Defiziten | 65 |
| 5.8.2 | Änderungswiderstände aufgrund mangelnder Mitarbeitermotivation | 65 |
| 6. | Umsetzung und Planungskontrolle | 66 |
| 6.1 | Ziele und Aufgaben der Umsetzungsphase | 66 |
| 6.2 | Organisatorische Ziele | 67 |
| 6.3 | Kognitive Ziele | 68 |
| 6.3.1 | Vermittlung der Soll-Markenidentität an die Mitarbeiter | 69 |
| 6.3.2 | Verstehen der Markeninhalte | 70 |
| 6.3.3 | Einverständnis mit den Markeninhalten | 70 |
| 6.3.4 | Anwendung und Behalten der Markeninhalte | 71 |
| 6.4 | Affektive Ziele | 71 |
| 6.4.1 | Aufbau von Markenvertrauen | 71 |
| 6.5 | Konative Ziele | 72 |
| 6.5.1 | Mitarbeitermotivation durch Anreize | 72 |
| 6.6 | Prämissenkontrolle der Planungsphase | 74 |
| 7. | Durchführungskontrolle der Umsetzungsphase | 75 |
| 7.1 | Ziele und Aufgaben der Durchführungskontrolle | 75 |
| 7.2 | Funktionen der Durchführungskontrolle | 75 |
| 7.3 | Maßgrößen und Maßnahmen der Durchführungskontrolle | 76 |
| 7.4 | Rückmeldungen über erzielte (Miss-) Erfolge | 76 |
| 8. | Zwischenfazit: Phasenmodell der internen Markenführung | 77 |
| E. | Expertenbefragung zur Überprüfung des Phasenkonzepts | 78 |
| 1. | Ziel der empirische Untersuchung | 78 |
| 2. | Methodisches Vorgehen | 78 |
| 2.1 | Vor- und Nachteile der Online-Befragung | 78 |
| 2.2 | Forschungsdesign | 79 |
| 2.2.1 | Hintergrund der Expertenauswahl | 80 |
| 2.2.2 | Fragebogendesign | 80 |
| 3. | Auswertung der Befragung | 83 |
| 3.1 | Themenkomplex 1: Bedeutung der internen Markenführung im Unternehmen | 84 |
| 3.2 | Themenkomplex 2: Das Phasenkonzept der internen Markenführung | 85 |
| 3.3 | Themenkomplex 3: Integrierter Ansatz der internen Markenführung | 87 |
| 3.4 | Themenkomplex 4: Methoden und Instrumente der internen Markenführung | 88 |
| 3.5 | Themenkomplex 5: Zukunft und Visionen der Internen Markenführung | 89 |
| F. | Résumée | 90 |
| Anlage | Fragebogentext der Online-Expertenbefragung | 103 |
Die Analyse der unterschiedlichen Disziplinen124 hat einige Instrumente und Maßnahmen aufgezeigt, die sich für den Einsatz in einem internen Markenführungsprojekt eignen. Es ist deutlich geworden, dass der Instrumenten- und Maßnahmenmix in der internen Markenführung nicht neuartig sein muss, sondern auf bereits vorhandene Disziplinen zurückgreifen kann. Es ist dabei nicht nötig, die vorhandenen Instrumente mit neuen Begrifflichkeiten zu etikettieren, wie dies in der praktischen Wirtschafts- und Kommunikationslehre häufig der Fall ist, wobei die Gefahr entsteht, dass wesentliche und innovative Dimensionen zu verdeckt werden. Das Besondere der internen Markenführung liegt demnach nicht in der Innovation der Instrumente und dem Begriffstransfer, sondern in ihrem zielgerichteten und interdisziplinären Einsatz und der Kombinationsweise. 5.1. Identität Das interne Markenführungsprojekt bedingt eine Vernetzung der Ich-Identität der Mitarbeiter mit der Gruppenidentität (Corporate Identity) und der Objektidentität (Markenidentität). Aus Corporate Culture und Markenidentität entsteht ein Fundament für die Corporate Identity.125 Markenidentität und Corporate Identity müssen miteinander abgestimmt werden und die Ich-Identität eines jeden Mitarbeiters sich bestenfalls damit decken. Nur so entstehen ein konsistentes Bild und die Basis für eine dauerhafte Verankerung der Markenidentität im Mitarbeiterverhalten.126 Eine Hauptaufgabe von Markenidentität und Corporate Identity ist die Vertrauensstiftung, insbesondere in Bezug auf externe Anspruchsgruppen. Hierbei nehmen Mitarbeiter eine zentrale Rolle ein. Keine andere Quelle der Markenführung kann in einem solchen Maß Vertrauen stiften. „Vertrauen setzt Identität voraus“127, denn Identität schafft Glaubwürdigkeit, die in Verbindung mit Kompetenz die Grundlage für Vertrauen in eine Person, eine Gruppe oder ein Objekt ist. Mitarbeiter müssen insofern unterstützt werden, Kompetenz bezüglich ihrer Arbeit und der Markenidentität aufbauen zu können. Ferner haben die Ausführungen gezeigt, dass die Voraussetzung für ein starkes Fremdbild in einem gesunden Selbstbild liegt. Ist das Selbstbild der Marke gestärkt, fällt es auch Mitarbeitern leichter, dieses zu erkennen und glaubhaft an Stakeholder weiterzugeben. Wie auch die mitarbeiterorientierte Vermittlung der Corporate Identity in der Praxis bereits gezeigt hat, kann die Markenidentität nur dann dauerhaft Einfluss auf das Verhalten der Mitarbeiter ausüben, wenn sie in das Werte- und Normengefüge, wie z.B. regionale und nationale kulturelle Besonderheiten der sie umgebenen Gesellschaft, angepasst ist. Abschließend muss festgehalten werden, dass viele praktische und theoretische Ausführungen des letzten Jahrhunderts zur Corporate Identity mit Vorsicht zu betrachten sind. So [...]
Experimente werden in der internen Marktforschung relativ selten angewandt, da der mit ihrer Durchführung verbundene Aufwand vergleichsweise hoch ist.121 Sie haben jedoch einige wesentliche Vorteile gegenüber Befragungen und Beobachtungen: Die Situationsbedingungen können weitgehend vollständig kontrolliert und gestaltet werden. Hypothesen können in Situationen mit der größten Tragweite geprüft werden. Bei sehr komplexen Erscheinungen ist es jedoch nicht mehr möglich, alle Einflussgrößen zu erfassen. Außerdem lässt sich die soziale Realität nicht ohne weiteres zum Zwecke des Experiments manipulieren. Als Nachteil von Befragungen kann angeführt werden, dass wünschenswerte Effekte häufig im Experiment auch eintreten. Bisani nennt dies „Effekt der selbsterfüllenden Prophezeiung“.122 Darüber hinaus sind Experimente zumeist selektiv. Sie greifen aus der Vielfalt des menschlichen Sozialverhaltens nur einen bestimmten, eng begrenzten Bereich heraus und untersuchen ihn gesondert und nicht im Zusammenhang mit anderen Einflussfaktoren. 4.2. Externe Marktforschung Böhler definiert externe Marktforschung als „systematische Sammlung, Aufbereitung, Analyse und Interpretation von Daten über Märkte und Marktbeeinflussungsmöglichkeiten zum Zweck der Informationsgewinnung für Marketingentscheidungen“.123 Analog zur internen Marktforschung sind die Grundmethoden der externen Marktforschung der empirischen Sozialforschung entlehnt. Auch hier werden im Rahmen der Sekundärforschung Neudaten über Befragungen, Beobachtungen und Experimente erhoben. Im Zusammenhang mit dem internen Markenführungsprojekt gehört zu den Instrumenten der externen Marktforschung die regelmäßige Erhebung des Markenimages beim Kunden als Grundlage für die Bewertung der Mitarbeiterleistungen, im Kontext des internen Markenführungsprojektes insbesondere die Präsentation und Verkörperung der Normen und Werte der Markenidentität. Des Weiteren können von den Mitarbeitern Kundenbefragungen zum Markenimage durchgeführt werden, wodurch etwaige Imageprobleme der Marke unmittelbar dem Mitarbeiter verdeutlicht wird. Ferner sollten regelmäßige Erhebungen der gesellschaftlichen Werthaltungen durchgeführt werden, um u.a. die Markenidentität an den Wertewandel anzupassen. [...]
ten ist. So genannte „naive Beobachtungen“ sind allenfalls zur Hypothesenbildung zweckmäßig. Der Nachteil von Beobachtungen ist der vergleichsweise hohe Zeitaufwand. Besonders wenn das Markenverhalten der Mitarbeiter eines größeren Unternehmens erforscht werden soll, sind Beobachtungen deshalb nicht geeignet. Beobachtungen können offen und verdeckt durchgeführt werden. Darüber hinaus kann der Beobachtende in unterschiedlicher Form an dem sozialen Geschehen, das er beobachtet, beteiligt sein. Im Kontext des internen Markenführungsprojektes können beispielsweise Fehlzeiten oder Fluktuationsraten systematisch beobachtet werden, um daraus Aussagen über die Identifikation der Mitarbeiter mit dem Unternehmen ableiten zu können. Ferner bieten sich Firmenrundgänge und das Beobachten des Markenverhaltens der Mitarbeiter bei Meetings und in Gesprächen mit Stakeholdern an. Im Bereich der Sekundärforschung können im Unternehmen vorhandene Dokumente analysiert werden. Die Befragung in schriftlicher Form oder als Interview, als Einzel- oder Gruppenbefragung, ist die am häufigsten angewandte Methode der internen und externen Marktforschung.119 Die Erfassung des individuellen Markenverhaltens der Mitarbeiter ist jedoch nicht innerhalb einer Befragung möglich. Sie gibt nur verbale Informationen über Vorgänge wieder, wie sie die Befragten sehen. Im Folgenden werden einige häufig verwendete Befragungsformen näher dargestellt, die im Zusammenhang mit einem internen Markenführungsprojekt von Interesse sind. Das qualitative Interview erfolgt als persönliche, mündliche, nicht- oder teilstandardisierte Befragung einzelner Personen. Inhalte und Reihenfolge der Fragen werden dabei nicht oder nur teilweise vorgegeben. In der Regel führt der Interviewer beim qualitativen Interview das Gespräch anhand eines Gesprächsleitfadens, der genügend Freiraum lässt, um auf die individuellen Bedürfnisse des Befragten einzugehen. Das qualitative Interview hat zum Ziel, psychologische und soziologische Zusammenhänge zu verstehen. Allerdings ist hierbei keine Messung möglich. Des Weiteren ist im Zusammenhang mit dem internen Markenführungsprojekt die teilstandardisierte Gruppendiskussion von Relevanz. Diese wird mündlich, zumeist anhand eines Diskussionsleitfadens, durchgeführt. Sie hat zum Ziel, innerhalb vergleichsweise kurzer Zeit zahlreiche Informationen, Meinungen und Ideen zur Problemlösung zu sammeln. Im Gegensatz zu Einzelinterviews führt sie eher zu einer Aktualisierung unbewusster Sachverhalte, steigert die Auskunftsbereitschaft der Teilnehmer und provoziert spontane Reaktionen. Die Gruppendiskussion wird vor allem zur Ursachenforschung, Problemstrukturierung und zur Erarbeitung von Gestaltungs- und Veränderungsempfehlungen eingesetzt. Bei der Mitarbeiterbefragung werden alle oder eine zufällig ausgewählte Stichprobe an Mitarbeitern und Führungskräften anhand eines mehr oder weniger standardisierten Fragebogens befragt.120 Ziel ist dabei die systematische Erfassung der individuellen Einstellungen, Wünsche und Erwartungen der Befragten. [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832485528
Arbeit zitieren:
Plum, Alexander Juni 2004: Interne Markenführung, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Personalmarketing, Employer Branding, interne Kommunikation, Mitarbeiterführung, Corporate Identity



