Internationalisierung kleiner und mittelständischer Unternehmen über das Internet
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Alexandra Büchler
- Abgabedatum: September 2001
- Umfang: 94 Seiten
- Dateigröße: 650,8 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-4900-1
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-4900-1 P - ISBN (CD) :978-3-8324-4900-1 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Büchler, Alexandra September 2001: Internationalisierung kleiner und mittelständischer Unternehmen über das Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: KMU, Internet, Internationalisierungsformen, Wasserfall- und Sprinklerstrategie
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Diplomarbeit von Alexandra Büchler
Einleitung:
Die Globalisierungstendenz und das Internet sind die Entwicklungen, die das 21. Jahrhundert momentan am meisten beeinflussen. Beide haben nicht nur Einfluss auf die wirtschaftliche und politische Entwicklung ganzer Länder, sondern auch auf den Menschen als Individuum.
Das Zusammenwachsen der europäischen Märkte im Rahmen der Europäischen Union, verbunden mit der Einführung des Euro als allen Mitgliedsländern gemeinsame Währung, die Öffnung der osteuropäischen Märkte sowie der weltweite Abbau von Zollschranken sind zunächst einmal politische Entwicklungen, die sich nachhaltig auf die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen auswirken. Vor allem Großunternehmen nutzen die dadurch entstandenen Chancen. Bevölkerungswachstum, technische Innovationen und veränderte Konsumentenbedürfnisse führen darüber hinaus zu neuen Marktstrukturen, die auch kleine und mittelständische Unternehmen dazu zwingen, sich im globalen Wettbewerb zu behaupten und sich immer wieder auf veränderte Bedingungen einzustellen. Nicht zuletzt dank der technologischen Entwicklung des Internet fällt es diesen zunehmend leichter, auf internationalen Märkten präsent zu sein und grenzüberschreitende Geschäfte zu tätigen. Unterstützend wirkt dabei vor allem die Entwicklung, die das Internet als Kommunikationsmittel in den letzten Jahren durchlaufen hat.
Heutzutage kann sich jeder, der Zugang zu einem Computer hat, problemlos Informationen aus dem Internet beschaffen. Produkte und Dienstleistungen werden immer öfter über das Internet verkauft. Online-Marktplätze, B2B und B2C sind Begriffe geworden, die im Wirtschaftsleben zum Alltag gehören. Vor allem für Unternehmen, die ihre Geschäftstätigkeit sichern und ausbauen wollen, sind diese Begriffe und deren Umsetzung von großer Wichtigkeit. Das Internet ist daher in den letzten Jahren zu einer Kommunikationsplattform geworden, die immer mehr an Einfluss gewinnt. Allein in den Jahren 1997–1999 stieg in der Bundesrepublik laut einer Statistik von eurostat das Wachstum der Internetnutzung um 51,4%. Das elektronisch abgewickelte Geschäftsvolumen lag 1999 bei über 5 Mrd. DM und wird voraussichtlich bis zum Jahre 2003 auf ca. 40 Mrd. DM anwachsen. Dies sind Entwicklungen, die für Unternehmen jeglicher Größe von Bedeutung sind. Immer mehr Unternehmen nutzen daher das Medium Internet, um über eigene Websites ihre Präsentation zu intensivieren, die Kommunikation mit bestehenden Kunden und Lieferanten zu verbessern, sowie die Akquisition neuer Kunden mit Hilfe einer weiteren Vertriebsplattform zu erweitern und somit einen Teil dieses Geschäftsvolumens für sich zu beanspruchen. Die klassischen Vertriebswege wie Brief, Telefon und Vertreter werden dabei immer mehr von den Möglichkeiten der „New Economy“, hauptsächlich repräsentiert durch Email, Homepage und Internet Marktplätze, ergänzt.
Trotz aller positiven Effekte, die mit der Globalisierung und der rasanten Entwicklung der Internet-Technologie verbunden sind, stehen viele KMU diesen Veränderungen noch skeptisch gegenüber. Vor diesem Hintergrund soll daher geprüft werden, welche Chancen und Risiken mit dem Einsatz des Internets für ein Unternehmen verbunden sind und welche Möglichkeiten sich vor allem im Hinblick auf Auslandsaktivitäten von KMU durch die Nutzung des Mediums Internet ergeben.
Gang der Untersuchung:
Im Rahmen dieser Arbeit sollen Möglichkeiten und Wege untersucht werden, wie KMU mit Hilfe des Internets grenzüberschreitend tätig werden können. Dabei werden vor allem die Chancen und Risiken betrachtet, die sich ergeben können, wenn ein Unternehmen mit Hilfe des Internets seine Geschäftstätigkeit internationalisiert.
In Kapitel II wird zunächst eine Definition von KMU sowie eine Abgrenzung gegenüber Großunternehmen dargelegt. Darauf folgend wird die historische Entwicklung und die soziale Funktion von KMU dargestellt und anschließend die Bedeutung von KMU für Export und Beschäftigung aufgezeigt.
Kapitel III wird eine Definition des Begriffes Internationalisierung beinhalten und die einzelnen Formen und Timing-Strategien der Internationalisierung im Hinblick auf ihre Anwendbarkeit für KMU untersuchen. Nach einer kurzen Zusammenfassung dieses Kapitels, wird in Kapitel IV, auf das Internet als neuen Weg für die Internationalisierung eingegangen. Auch hier wird zunächst eine Definition der Begrifflichkeiten im Umfeld des Internets gegeben, um dann auf Rahmenbedingungen der Internetnutzung, im besonderen Recht und Sicherheit, aber auch personelle Rahmenbedingungen, einzugehen. Strategien einer Internetnutzung und die Chancen und Risiken die dabei entstehen können, folgen dann im weiteren Verlauf von Kapitel IV. Den Abschluss bildet eine Auflistung von Problemen und Lösungsmöglichkeiten. Ziel dieses Kapitels ist es, einen Leitfaden für KMU zu erstellen, der die Chancen und Risiken der Internetnutzung für Unternehmen aufzeigt und Lösungsmöglichkeiten anbietet.
Anhand einer Case Study wird in Kapitel V untersucht, welchen Problemen sich ein KMU in der Praxis zu stellen hat, wenn es Geschäftsprozesse auf das Internet umstellt und welche Chancen sich durch eine solche Umstellung ergeben können. Abschließend gibt Kapitel VI eine Zusammenfassung der gesamten Arbeit wieder.
Zielsetzung dieser Arbeit ist es, neben einer Aufstellung der Chancen und Risiken einer Internationalisierung über das Internet, Lösungsmöglichkeiten bei Problemen darzustellen und so das Interesse von KMU für das Medium Internet zu steigern. Es sollen die Gefahren, aber auch die Möglichkeiten aufgezeigt werden, die sich durch das Internet einem KMU bieten. Außerdem sollen Anregungen gegeben werden, wie eine Nutzung dieser Möglichkeiten für das eigene Unternehmen aussehen könnte.
Inhaltsverzeichnis:
| I. | Einleitung | 5 |
| I.1 | Ausgangslage und Problemstellung | 5 |
| I.2 | Zielsetzung der Arbeit | 6 |
| II. | Bedeutung und Entwicklungsmöglichkeiten von kleinen und mittelständischen Unternehmen | 8 |
| II.1 | Definition von KMU und Abgrenzung gegenüber Großunternehmen | 8 |
| II.2 | Die Bedeutung von KMU für die deutsche Volkswirtschaft | 10 |
| II.2.1 | Historische Entwicklung | 10 |
| II.2.2 | Die soziale Funktion von KMU | 11 |
| II.2.3 | Bedeutung des Außenhandels | 12 |
| II.2.4 | Bedeutung von KMU für die Beschäftigung von Arbeitnehmern | 13 |
| III. | Internationalisierung von kleinen und mittelständischen Unternehmen | 15 |
| III.1 | Definition der Internationalisierung | 16 |
| III.2 | Internationalisierungsverhalten von KMU | 18 |
| III.3 | Formen der Internationalisierung | 20 |
| III.3.1 | Export | 21 |
| III.3.2 | Lizenzierung | 24 |
| III.3.3 | Franchising | 25 |
| III.3.4 | Kooperation | 26 |
| III.3.5 | Tochtergesellschaft und Direktinvestition | 28 |
| III.4 | Zusammenfassung | 31 |
| III.5 | Zeitpunkt der Internationalisierung | 32 |
| III.5.1 | Die Wasserfallstrategie | 32 |
| III.5.2 | Die Sprinklerstrategie | 34 |
| III.5.3 | Die kombinierte Strategie | 36 |
| IV. | Das Internet als neuer Weg der Internationalisierung | 39 |
| IV.1 | Begriffserklärung | 40 |
| IV.1.1 | E-Business | 41 |
| IV.1.2 | E-Commerce und E-Procurement | 42 |
| IV.2 | Unternehmen als Internetnutzer | 45 |
| IV.3 | Rahmenbedingung für die Nutzung des Internets im kommerziellen Bereich | 47 |
| IV.3.1 | Personelle und technologische Voraussetzungen | 48 |
| IV.3.2 | Recht und Sicherheit im Internet | 49 |
| IV.4 | Strategien für einen internationalen Internet-Auftritt | 54 |
| IV.5 | Chancen einer Internationalisierung über das Internet | 56 |
| IV.5.1 | Quantitative Vorteile | 56 |
| IV.5.2 | Qualitative Vorteile | 59 |
| IV.6 | Risiken einer Internationalisierung über das Internet | 60 |
| IV.6.1 | Quantitative Risiken | 60 |
| IV.6.2 | Qualitative Risiken | 63 |
| IV.7 | Lösungsansätze | 66 |
| V. | Case Study | 74 |
| VI. | Zusammenfassung | 78 |
| Anhang | 82 | |
| Literaturverzeichnis | 85 |
Die letzte Gruppe, die Internet-Zögerer, liegt laut IDC noch weit in der Nutzung von ITAnwendungen für ihr Geschäft zurück. Internet-Zögerer sind noch nicht von den Vorteilen der Internetnutzung überzeugt, sondern sehen bislang nur die Kosten und Probleme einer solchen Nutzung, wenn sie nicht genügend durchdacht und vorbereitet ist.128 Je nachdem, inwieweit ein Unternehmen also in die Nutzung von IT- Anwendungen eingebunden ist, kann man es in eine dieser vier Gruppen einstufen und so Entwicklungs- und Nutzungsstrategien für die Zukunft entwickeln. Unternehmen, die zu den ersten beiden Nutzergruppen des Internets gehören, können versuchen, ihr Engagement im Internet auszubauen oder effizienter zu gestalten. Dazu kann zunächst der bisherige Erfolg oder Misserfolg der Homepage oder des Engagements auf Marktplätzen überprüft werden, um dann anpassende Maßnahmen ergreifen zu können. Unternehmen, die zu den beiden letzteren Gruppen gehören, sollten ihre bisherigen Strategien (Anpassung der Geschäftsprozesse und Ignoranz des Internets) überdenken und eine Internetstrategie schnellstmöglich umsetzen. Allein das Einstellen einer Homepage ins Internet kann nämlich schon viele Vorteile bringen, wie aus Kapitel IV.5 ersichtlich wird. IV. 3 Rahmenbedingung für die Nutzung des Internets im kommerziellen Bereich Insbesondere kleine Unternehmen schrecken häufig aufgrund mangelnder Erfahrung mit dem Medium Internet vor einer Nutzung für das eigene Unternehmen zurück. Im Folgenden wird deswegen aufgezeigt, welche Aspekte bei der Nutzung des Internets zu beachten sind. Welche personellen und technologischen Voraussetzungen sind zu erfüllen, welche rechtlichen und auch sicherheitstechnischen Aspekte sind zu beachten? Dies sind Fragen, die für ein kleines oder mittelständisches Unternehmen, welches ins internationale Geschäft expandieren will besonders wichtig sind, da die knappen Ressourcen möglichst effizient eingesetzt werden müssen. [...]
beachtet werden, denn nicht für jedes Unternehmen kann die gleiche Strategie erfolgreich sein. Bei der Nutzung des Internets durch Unternehmen können daher verschiedene Nutzergruppen unterschieden werden. Eine Unterscheidung in Funsurfer und zielbewusste Surfer, wie sie für den privaten Internetnutzer gemacht wird, ist im Umfeld eines Unternehmens nicht nötig. Es ist davon auszugehen, dass ein Unternehmen zu den zielbewussten Surfern gehört, welches Informationen über Konkurrenten oder Lieferanten aus dem Internet heraussucht und Produkte und Dienstleistungen einkauft. Die Gruppe der Unternehmen kann daher besser anhand der Bereitschaft zum Einsatz von IT- Anwendungen im täglichen operativen Geschäft differenziert werden. In einer Studie von IDC wurden daher vier Typen von Internetnutzern bei Unternehmen unterschieden: die Internet- Fastracker, die Internet- Enthusiasten, die Internet- Sensitiven und die Internet-Zögerer.127 Internet-Fastracker nennt die Studie Firmen, welche das Internet nicht nur zu Informationszwecken nutzen, sondern bereits Transaktionen darüber abwickeln und Dienstleistungen anbieten. Internet-Fastracker sind Unternehmen, die relativ früh die Chancen erkannt haben, die ihnen das Internet bieten kann und aufgrund des schnellen Engagements in diesem Bereich einen Wissensvorsprung gegenüber nachfolgenden Unternehmen erarbeiten konnten. Die Internet-Enthusiasten nutzen das Internet meist zu Informationszwecken und sind gezwungen ihre Dienste auszuweiten, weil der Wettbewerb sie dazu zwingt. In dieser Gruppe sind hauptsächlich Unternehmen des Bank- oder Finanzbereichs zu finden. Internet-Sensitive Unternehmen sind sich des Geschäftspotentials, welches das Internet bietet, bewusst, stellen aber zunächst die Anpassung ihres Geschäftsmodells in den Vordergrund. Eine Nutzung des Internets wird erst nach ausreichender Vorbereitung in Betracht gezogen. [...]
Außerdem können Geschäftsprozesse durch elektronischen Austausch unternehmensinterner Informationen effizienter und kostensparender gestaltet werden.123 Der Betreiber einer B2BPlattform erhält meistens eine Umsatzprovision an den Transaktionen und hat ein Interesse an einem funktionellen und oft genutzten Marktplatz.124 Zu unterscheiden sind horizontale und vertikale Marktplätze. Im Gegensatz zu horizontalen Marktplätzen, die alle Waren anbieten, „fokussieren sich vertikale B2B-Plattformen auf bestimmte Warengruppen“125. Den daraus entstehenden Spezialisierungsvorteil können besonders kleine und mittelständische Unternehmen nutzen, deren Angebot vermehrt auf Marktnischen abzielt. Es ist davon auszugehen, dass dieser Weg zur effizienten Beschaffung in Zukunft häufiger bestritten wird und das auch KMU daran ihren Anteil haben werden. Bestätigt wird dies durch einen Vergleich zwischen einer im Jahre 1999 und einer im Jahre 2000 durchgeführten Studie des Institutes für Wirtschaftsinformatik der Universität Bern. Der Anteil derjenigen Unternehmen, die das Internet nicht für die Beschaffung nutzen ist danach von 51 auf 18 Prozent gesunken und bereits jedes fünfte Unternehmen kauft nach diesen Informationen über 10 Prozent des Einkaufsvolumens online ein.126 IV.2 Unternehmen als Internetnutzer Das Internet hat in das tägliche Leben von immer mehr Menschen Einzug gehalten. Auch eine steigende Zahl von Unternehmen kann die Bedeutung und die Möglichkeiten, die in dem neuen Medium stecken, nicht mehr ignorieren. Das Internet ist in vielen Unternehmen bereits zum festen Bestandteil der Geschäftsprozesse geworden. Ob Email-Nutzung, Informationssuche, Einkauf oder Verkauf über das Internet, jeder Bereich eines Unternehmens kann von der Nutzung des Internets bzw. von der Integration des Internets in den jeweiligen Geschäftsprozess profitieren. Bei einer Strategieentwicklung muss dies [...]
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Büchler, Alexandra September 2001: Internationalisierung kleiner und mittelständischer Unternehmen über das Internet, Hamburg: Diplomica Verlag
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KMU, Internet, Internationalisierungsformen, Wasserfall- und Sprinklerstrategie



