Die Internationalisierung der deutschen Geschäftsbanken
Stand und Entwicklungstendenzen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Larissa Becker
- Abgabedatum: Mai 1995
- Umfang: 114 Seiten
- Dateigröße: 524,1 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2178-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2178-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2178-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Becker, Larissa Mai 1995: Die Internationalisierung der deutschen Geschäftsbanken, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Internationalisierungsstrategie, Internationalisierungsziele, Kreditinstitute, Internationalisierungstheorie
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Diplomarbeit von Larissa Becker
Einleitung:
Die Banken begannen weltweit Anfang der 60er Jahre mit einer intensiven Auslandsexpansion, einige Zeit nach der Industrie. Seitdem ist der Aufbau umfassender internationaler Stützpunktnetze durch den Bankensektor, beschleunigt durch weltweite Deregulierungstendenzen, sprunghaft angestiegen und hat trotz zwischenzeitlicher Dämpfung durch die Ölpreisschocks sowie die Verschuldungskrise der Entwicklungsländer ein beachtliches Ausmaß erreicht. Auffällig an der Internationalisierung der deutschen Kreditinstitute ist vor allem deren Geschwindigkeit. Während die deutschen Banken 1963 nur über drei ausländische Filialen verfügten, hatten sie Ende 1994 bereits über 418 ausländische Filialen und Tochtergesellschaften sowie 209 Repräsentanzen. Längst sind nicht mehr nur die drei deutschen Großbanken weltweit eigenständig vertreten, sondern auch Regionalbanken, Landesbanken und die DG Bank.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit beginnt mit einer Darstellung des Internationalisierungsstands der deutschen Geschäftsbanken. Dabei wird die Bedeutung der unterschiedlichen Internationalisierungsformen (Repräsentanz, Beteiligung, Filiale, Tochtergesellschaft etc.) wie auch der möglichen Internationalisierungsstrategien (Kooperation, Akquisition, Neugründung) aufgezeigt. Weiterhin werden Internationalisierungsprofile bezüglich des bankspezifischen Leistungsspektrums herausgearbeitet und die regionale Verteilung der Auslandsaktivitäten aufgezeigt. Die Bestandsaufnahme schließt mit einer exemplarischen Beschreibung des Internationalisierungsprofils der Deutschen Bank.
Der zweite Teil der Arbeit widmet sich den mit der Internationalisierung verfolgten Zielen, und somit einer Erklärung des vorgefundenen Internationalisierungsprofils. Dabei werden zwei verschiedene Ansätze verfolgt. Einerseits werden basierend auf dem idealtypischen Zielsystem eines Kreditinstituts sowie auf der vorgenommenen empirischen Befragung Internationalisierungsziele erarbeitet und kritisch hinterfragt. Andererseits werden die gängigen Internationalisierungstheorien (Kundennachfolgetheorie, Theorie des oligopolistischen Parallelverhaltens, Behavioristische Theorie, Netzwerktheorie und Eklektische Theorie) auf den speziellen Fall der Kreditwirtschaft übertragen. Auch Risiken der Internationalisierung und Restriktionen werden erläutert.
Die Arbeit bietet gleichermaßen einen guten Überblick über die Theorie der internationalen Unternehmung wie auch eine vertiefte Betrachtung der speziellen Problematik des Bankensektors. Die theoretischen Darstellungen werden immer wieder durch - auf einer eigenen empirischen Befragung basierende - praktische Erkenntnisse ergänzt. So kann das in der Praxis vorgefundene Internationalisierungsprofil der deutschen Geschäftsbanken vor dem Hintergrund der Theorie reflektiert werden und umgekehrt. Die Tatsache, dass im Rahmen der Befragung auch zukünftige Internationalisierungspläne abgefragt wurden, erlaubt Rückschlüsse über weitere Entwicklungstendenzen, beispielsweise hinsichtlich der Zielregionen. Die Arbeit wird ergänzt um einen ausführlichen Anhang, in dem sich sowohl der verwendete Fragebogen als auch die Auswertung der Befragung befindet, sowie ein Literaturverzeichnis.
Inhaltsverzeichnis:
| A. | Problemstellung und Gang der Arbeit | 1 |
| B. | Begriffsklärung | 3 |
| I. | Geschäftsbank | 3 |
| II. | Internationalisierung | 4 |
| C. | Internationalisierungsprofil der deutschen Geschäftsbanken | 4 |
| I. | Formen der Internationalisierung | 5 |
| 1. | Kooperationsformen | 5 |
| 2. | Internationale Repräsentanz | 8 |
| 3. | Beteiligung an ausländischen Geschäftsbanken | 9 |
| 4. | Internationales Joint Venture | 10 |
| 5. | Auslandsfiliale | 10 |
| 6. | Ausländische Tochtergesellschaft | 12 |
| 7. | Internationalisierungspfade | 13 |
| II. | Internationalisierungsstrategien | 14 |
| 1. | Kooperation | 14 |
| 2. | Akquisition | 15 |
| 3. | Neugründung | 17 |
| III. | Leistungsspektrum im internationalen Bankgeschäft | 18 |
| 1. | Wholesale und Retail Banking | 18 |
| 2. | Investment und Commercial Banking | 20 |
| 3. | Internationale Projektfinanzierung | 20 |
| 4. | Aktuelle Trends: Allfinanz und Dienstleistungsgeschäft | 20 |
| IV. | Internationale Standorte der deutschen Geschäftsbanken | 23 |
| 1. | Determinanten der Standortwahl | 23 |
| 2. | Globale Verteilung der Auslandspräsenz | 25 |
| 3. | Aktuelle Trends | 26 |
| a) | Mittel- und Osteuropa, GUS | 26 |
| b) | Südost- und ostasiatische Region | 28 |
| V. | Internationalisierungsprofil der Deutschen Bank | 28 |
| VI. | Zwischenfazit | 30 |
| D. | Zielsystem der Internationalisierung der deutschen Geschäftsbanken | 31 |
| I. | Besonderheiten des Bankensektors | 31 |
| II. | Ziele der Internationalisierung | 32 |
| 1. | Das bankwirtschaftliche Zielsystem | 32 |
| 2. | Markterweiterung | 32 |
| 3. | Verbesserung des internationalen Standings | 33 |
| 4. | Synergieeffekte | 34 |
| 5. | Verbesserung der Refinanzierungsmöglichkeiten | 35 |
| 6. | Ausnutzung steuerlicher Vorteile im Ausland | 35 |
| 7. | Risikodiversifizierung | 37 |
| 8. | Ausnutzung von Regulierungsvorteilen im Ausland | 38 |
| III. | Risiken | 39 |
| 1. | Länderrisiko | 39 |
| 2. | Wechselkurs- und Zinsänderungsrisiko | 41 |
| 3. | Liquiditäts- oder Refinanzierungsrisiko | 42 |
| 4. | Risikopolitische Maßnahmen | 42 |
| IV. | Restriktionen | 43 |
| 1. | Wettbewerbsschranken | 43 |
| 2. | Aufsichtsrechtliche Regelungen | 46 |
| E. | Internationalisierungstheorien: Darstellung und kritische Würdigung | 47 |
| I. | Kundennachfolgetheorie | 48 |
| II. | Theorie des oligopolistischen Parallelverhaltens | 49 |
| III. | Behavioristische Theorie | 50 |
| IV. | Netzwerktheorie | 51 |
| V. | Eklektische Theorie | 51 |
| 1. | Darstellung | 51 |
| 2. | Anwendung auf den Bankenbereich | 53 |
| F. | Schlußbetrachtung | 54 |
| Anhang | 56 | |
| Literaturverzeichnis | 73 |
reiche deutsche Bankfilialen und Joint Ventures mit deutscher Beteiligung in dieser Region gegründet; diese sind jedoch vor allem beratend und nur selten durch Kreditvergabe tätig.142 Die deutschen Geschäftsbanken haben die trotz der großen Risiken bestehenden Potentiale erkannt. Neben den österreichischen Banken sind sie am stärksten in den osteuropäischen Ländern vertreten.143 Ein Beispiel hierfür ist die Commerzbank, die die MOE im Zentrum ihrer internationalen Aktivitäten sieht.144 Bei einer differenzierten Betrachtung ist zwischen der sehr komplexen Situation in Rußland, der Ländergruppe Ungarn, Polen, Tschechien und der Slovakei sowie den Ländern Südosteuropas zu unterscheiden.145 In Rußland stehen der besonders unsicheren politischen Lage allein aufgrund der Größe des Marktes so viele Möglichkeiten gegenüber, daß die deutschen Banken auf eine Präsenz nicht verzichten können. Allerdings handelt es sich überwiegend um Repräsentanzen. Die Dresdner Bank ist die einzige deutsche Bank, die gemeinsam mit der BNP auf Grundlage einer Generallizenz der russischen Zentralbank tätig ist. Die Bayerische Vereinsbank ist Mitglied einer der zwei internationalen Konsortialbanken in Rußland. Die wachsende Zahl von Auslandsbanken in Rußland bewirkte seit Mitte 1992 eine restriktive Politik gegenüber ausländischen Banken.146 In Ungarn, Polen und Tschechien ist die Öffnung des Marktes für ausländischen Banken bereits weit fortgeschritten, weshalb hier zahlreiche Stützpunkte deutscher Geschäftsbanken zu finden sind. So ist die Deutsche Hypotheken- und Wechselbank durch Tochtergesellschaften in Prag und Budapest vertreten, die wiederum selbst Filialen haben.147 In [...]
stellt die Europastrategie jedoch lediglich einen Teil einer umfassenden Internationalisierungsstrategie dar.136 Neben Westeuropa haben Nordamerika und Südost- und Ostasien große Bedeutung. So hat sich von 1970 bis 1983 die Präsenz deutscher Banken in Nordamerika vervierfacht, in Asien verfünffacht.137 Insbes. wird für Asien sowie für Mittel- und Osteuropas erwartet, daß ihre Bedeutung in Zukunft sogar noch über der Nordamerikas liegen wird. Hier wie auch in Asien planen alle befragten Banken eine Verstärkung der Auslandspräsenz.138 Das Geschäft in Mittel- und Südamerika wurde durch die Schuldenkrise stark gebremst. Diese Region liegt gegenwärtig wie auch zukünftig auf dem vorletzten Platz. Die geringste Bedeutung hat Afrika. Hier wollen zwei der befrag- [...]
sich dennoch vermuten, daß politische Stabilität den Charakter eines Ausschlußkriteriums hat und damit der wichtigste Standortfaktor ist. Das ergab auch die Befragung, in der sie an erster Stelle rangierte, dicht gefolgt von der wirtschaftlich-konjunkturellen Lage und der Marktgröße und struktur. Steuer- und aufsichtsrechtliche Rahmenbedingungen spielen eine eher untergeordnete Rolle, was sich auch in den Internationalisierungszielen widerspiegelt. Sie sind nur an wenigen Standorten, wie z.B. in Luxemburg und in den Offshore-Zentren dominierend.129 Als Standorte kommen v.a. internationale und supranationale Finanzzentren sowie Industrieländer, aber auch Schwellenländer und Entwicklungsländer in Frage. Sie bieten unterschiedliche Bedingungen hinsichtlich wichtiger Standortfaktoren wie politischer Stabilität, Markteintrittsschranken, Regulierungsumfeld, Marktpotential (Absatz- und Beschaffungsmöglichkeiten) und wirtschaftlicher Entwicklung. So ist das Länderrisiko in Entwicklungsländern am höchsten.130 Nur die größten deutschen Geschäftsbanken streben den Aufbzw. Ausbau eines weltweiten Stützpunktnetzes an. Mittelgroße Banken wie bspw. die BHF-Bank versuchen eher, gezielt an ausgewählten, für sie und ihre Kunden besonders wichtigen Standorten präsent zu sein. So haben acht der zehn befragten Banken, die überwiegend zu den größten deutschen Geschäftsbanken gehören, angegeben, bereits über ein weltweites [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832421786
Arbeit zitieren:
Becker, Larissa Mai 1995: Die Internationalisierung der deutschen Geschäftsbanken, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Internationalisierungsstrategie, Internationalisierungsziele, Kreditinstitute, Internationalisierungstheorie



