Internationalisierung chinesischer Unternehmen
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Melanie Ta
- Abgabedatum: Mai 2006
- Umfang: 78 Seiten
- Dateigröße: 275,8 KB
- Note: 1,7
- Institution / Hochschule: Justus-Liebig-Universität Gießen Deutschland
- Bibliografie: ca. 152
- ISBN (eBook): 978-3-8366-1235-7
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Ta, Melanie Mai 2006: Internationalisierung chinesischer Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Internationalisierungsstrategien, China, Markteintrittsstrategien, Corporate Governance, chinesische Unternehmen
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Diplomarbeit von Melanie Ta
Problemstellung:
China ist heute nicht nur als eines der weltweit attraktivsten Investitionsstandorte für ausländische Direktinvestitionen (FDI) bedeutend, sondern chinesische Unternehmen sind zunehmend auch als internationale Investoren weltweit tätig. Die jüngsten internationalen Akquisitionen und Kaufgebote großer bekannter multi-nationaler Unternehmen, z.B. der PC-Sparte von IBM, durch chinesische Unternehmen sind ein Indikator für deren aggressive Internationalisierung. Die Motive der Internationalisierung unterscheiden sich nicht signifikant von denen der Unternehmen aus anderen Ländern, wie z.B. die Suche nach neuen Märkten und Ressourcen. Zu betonen ist jedoch, dass das langfristige Hauptziel vieler chinesischer Unternehmen darin besteht, eines Tages zu Global Playern zu werden, und nicht nur ausländischen Geschäftspartner mit ihren Produkten zu beliefern. Ihre durchgeführten Auslandsinvestitionen konzentrieren sich zunehmend auf etablierte inter-nationale Marken, Know-how und fortgeschrittene Technologien, die alle zur Vorbereitung ihres Hauptziels dienen.
Karl P. Sauvant, der Direktor der UNCTAD Investitionsdivision sagte: „Chinese enterprises are at the threshhold of becoming major foreign direct investors in Asia and beyond.“ Nach den drei FDI-Wellen aus dem Westen (USA, Europa), Japan und aus den vier asiatischen Schwellenländern (Südkorea, Taiwan, Hong Kong und Singapur) könnten die chinesischen FDI potenziell in naher Zukunft die vierte Welle darstellen.
Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist die Analyse der Internationalisierung chinesischer Unternehmen. Der Schwerpunkt wird auf die Internationalisierung in den letzten Jahren gesetzt. Dabei werde ich im zweiten Kapitel zunächst auf relevante wirtschaftliche Fakten über den chinesischen Markt und seine Entwicklung in den letzten 30 Jahren eingehen, bevor die Rolle der chinesischen Regierung in Bezug auf Direktinvestitionen aus China aufgezeigt wird. Anschließend werden die unterschiedlichen Unternehmensarten in China charakterisiert. Im dritten Kapitel wird der Begriff der Internationalisierung erklärt, bevor Motive und relevante Ansätze zur Internationalisierung behandelt werden. Das vierte Kapitel befasst sich mit der Frage, wie chinesische Unternehmen internationalisieren, wobei der Schwerpunkt auf die Markteintritts- und Marktbearbeitungsstrategien der chinesischen Unternehmen liegt. Welchen Schwierigkeiten bzw. Herausforderungen chinesische Unternehmen bei ihrer Internationalisierung gegenüberstehen wird im Kapitel 5 dargestellt. Die Erläuterungen der vorangegangen Kapitel werden durch Praxisbeispiele – anhand Haier, TCL, Lenovo und D’Long - im Kapitel 6 verdeutlicht. Dabei soll gezeigt werden, wie einige chinesische Unternehmen eine erfolgreiche Internationalisierung, während andere mit einem Misserfolg enden. Die Diplomarbeit schließt mit einem kurzen Fazit ab.
Inhaltsverzeichnis:
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| Abbildungsverzeichnis | V | |
| Tabellenverzeichnis | V | |
| Abkürzungsverzeichnis | IV | |
| 1. | Problemstellung | 1 |
| 2. | Grundlegende Informationen über China | 3 |
| 2.1 | Relevante Fakten über den chinesischen Markt | 3 |
| 2.2 | Direktinvestitionen und die Rolle der Regierung | 4 |
| 2.3 | Arten und Merkmale von chinesischen Unternehmen | 6 |
| 3. | Theoretische Grundlagen der Internationalisierung | 8 |
| 3.1 | Der Begriff der Internationalisierung | 8 |
| 3.2 | Motive der Internationalisierung | 9 |
| 3.3 | Erklärungsansätze der Internationalisierung | 11 |
| 3.3.1 | Überblick über die Internationalisierungstheorien | 11 |
| 3.3.2 | Eklektische Paradigma von Dunning | 12 |
| 3.3.3 | Ressourcenorientierter Ansatz in Verbindung mit Direktinvestitionen | 13 |
| 3.3.4 | Uppsala-Ansatz der Internationalisierung | 15 |
| 4. | Internationalisierungsstrategien | 16 |
| 4.1 | Überblick | 16 |
| 4.2 | Joint Ventures | 16 |
| 4.2.1 | Definition | 16 |
| 4.2.2 | Vor- und Nachteile von Joint Ventures | 17 |
| 4.3 | Tochterunternehmen durch Neugründung | 20 |
| 4.3.1 | Definition | 20 |
| 4.3.2 | Vor- und Nachteile von Neugründungen | 21 |
| 4.4 | Tochterunternehmen durch Akquisitionen | 22 |
| 4.4.1 | Definition | 22 |
| 4.4.2 | Vor- und Nachteile von Akquisitionen | 23 |
| 5. | Mögliche Probleme und Herausforderungen bei der Internationalisierung | 26 |
| 5.1 | Mangel an qualifiziertem Personal, Marketing und technologisches Know-how | 27 |
| 5.2 | Verbesserung des Corporate Governance | 33 |
| 5.3 | Kulturunterschiede und interkulturelle Probleme | 39 |
| 6. | Internationalisierung am Beispiel von chinesischen Unternehmen | 46 |
| 6.1 | Haier Group | 46 |
| 6.2 | TCL Corporation | 48 |
| 6.3 | Lenovo Group | 51 |
| 6.4 | D'Long Group | 53 |
| 7. | Fazit | 54 |
| 8. | Literaturverzeichnis | 56 |
Textprobe:
Kapitel 3.3, Erklärungsansätze der Internationalisierung:
Überblick über die Internationalisierungstheorien:
Es existiert eine Vielzahl an Ansätzen, die das Entstehen von internationalen Unternehmenstätigkeiten zu erklären versuchen. Aufgrund der Komplexität des Themas schafft jedoch keine von ihnen, die Internationalisierung von Unternehmen umfassend zu erklären. Vielmehr beziehen sich die Ansätze auf verschiedene Aspekte der Internatio-nalisierung. Sie sind daher eher als Partialansätze zu verstehen. Die folgenden Ausführungen konzentrieren sich auf die drei Ansätze, die sich für die Erklärung der Internationalisierung chinesischer Unternehmen am besten eignen.
Eklektische Paradigma von Dunning:
Das eklektische Paradigma integriert drei Ansätze, aus denen drei Vorteile abgeleitet werden, über die ein Unternehmen verfügen sollte, wenn es Direktinvestitionen durchführt:
- Unternehmen sollten über Eigentumsvorteile (Ownership specific advantages) gegenüber den ausländischen Unternehmen in Bezug auf die Bedienung des jeweiligen Marktes verfügen. Dies geht auf die Theorie des monopolistischen Vorteils von Hymer/Kindleberger zurück. Danach können Unternehmen durch ihre monopolistischen Vorteile die fremdheitsbedingten Nachteile im Auslandsmarkt kompensieren. Solche Vorteile können z.B. in Form von Markenrechten, patentierten Technologien, Know-how, günstigen Kapitalzugang, Größenvorteilen auftreten.
- Standortvorteile (Location specific advantages) lassen eine Produktion im Ausland vorteilhaft erscheinen. Nach Tesch gelten standortbedingte Wettbewerbsvorteile als zentrale Erklärungsfaktoren für FDI. Standortbedingte Vorteile umfassen z.B. die Rohstoffverfügbarkeit, Zugang zu immateriellen Werten, fortgeschrittene Technologien und Produkte, Marktgröße, Infrastruktur, etc. Da Standortentscheidungen neben spezifischen Standortfaktoren, auch von unterschiedlichen unternehmensinternen Faktoren und Internationalisierungs-motiven beeinflusst werden, sind eindeutige theoretische Aussagen kaum möglich.
- Bei Vorhandensein von Internalisierungsvorteile (Internalisation advantages) werden monopolistische Vorteile selbst genutzt, anstatt sie an ausländische Unternehmen zu verkaufen oder zu verpachten. Die auf Buckley/Casson zurückgehende Internalisierungstheorie basiert auf der Transaktionskostentheorie. Zu FDI kommt es dann, wenn der grenzüberschreitende Ressourcentransfer innerhalb einer hierarchischen Organisation zu geringeren Transaktionskosten führt als über den Markt.
- Dunning entdeckte, dass FDI nicht nur „a means to exploiting the existing O-specific advantages of the investing firms, but also as a vehicle for augmenting these advantages.“ Dieses „asset-seeking“ Motiv ist nach Dunning eine neue Dimension, die nur durch eine Rekonfiguration der traditionellen OLI Variablen erklärbar wird.
Ressourcenorientierter Ansatz in Verbindung mit Direktinvestitionen:
Nach dem ressourcenorientierten Ansatz sind nachhaltige Wettbewerbsvorteile von Unternehmen durch ein Bündel von einzigartigen Ressourcen zurückzuführen, die wertvoll, knapp, unvollständig imitierbar und unvollständig substituierbar sind. Der ressourcenorientierte Ansatz wurde in den letzten Jahren immer stärker in Zusammenhang mit der internationalen Wirtschaft gebracht. Mit zunehmendem internationalen Wettbewerb suchen Unternehmen nach strategischen Ressourcen, wie starke Markennamen, Technologien und Know-how, die in ihrem Heimatmarkt nicht verfügbar sind. FDI bieten dann eine Möglichkeit, um Zugang zu diesen Ressourcen zu erhalten mit dem Hauptziel, die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen zu steigern bzw. ihre relativen Wettbewerbsnachteile zu kompensieren. Mit Hilfe des Ansatzes können „strategic asset-seeking FDI“, insbesondere FDIs in Form von internationalen JVs und Akquisitionen, erklärt werden. Deng und Makino et al. betonen, dass investierende Unternehmen Absorptionsfähigkeiten besitzen müssen, um die neuen Ressourcen aus dem Ausland übernehmen und wiederverwerten zu können. Unternehmen, die mit besseren Eigentumsvorteilen ausgestattet sind, tätigen daher eher „asset-seeking FDI“. Während das eklektische Paradigma die Verwertung der monopolitischen Eigentumsvorteile im Ausland und die starke Position des Unternehmens bereits vor der Internationalisierung hervorhebt, also eher für „asset-exploitation“ steht, betont der ressourcen-orientierte Ansatz die relativen Wettbewerbsnachteile eines Unternehmen, die es durch FDI zu stärken versucht.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836612357
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Ta, Melanie Mai 2006: Internationalisierung chinesischer Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Internationalisierungsstrategien, China, Markteintrittsstrategien, Corporate Governance, chinesische Unternehmen



