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Internationalisierung der Rechnungslegung

Darstellung der historischen Entwicklung sowie des aktuellen Satus Quo vor dem Hintergrund der (teilweise) verpflichtenden Anwendungen der IFRS-Normen

Internationalisierung der Rechnungslegung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Joachim Simon
  • Abgabedatum: Januar 2005
  • Umfang: 195 Seiten
  • Dateigröße: 646,1 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität des Saarlandes Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8619-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8619-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8619-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Simon, Joachim Januar 2005: Internationalisierung der Rechnungslegung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: IAS, Bilanzrecht, Bilanzkontrollgesetz, Standardsetter, US-GAAP

Diplomarbeit von Joachim Simon

Einleitung:

Seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs wächst die Welt zusammen. Die neuen Kommunikationsmöglichkeiten und die verbesserten Verkehrswege verbinden die einzelnen Länder und Märkte immer mehr. Hinzu kommen der Wegfall der Handelsgrenzen und der Abbau von Zöllen und Importbeschränkungen. In den letzten Jahren bekam der Begriff des „Global Player“ dadurch eine immer größere Bedeutung.

Darunter sind Unternehmen zu verstehen, die auf den wichtigsten Wirtschaftsplätzen der Welt – Nordamerika, Europa und Asien – präsent sind. Zu diesen Unternehmen gehören z. B. die deutschen Autokonzerne DaimlerChrysler und VW sowie Coca- Cola. Diese Unternehmen zeigen eindrucksvoll das Zusammenwachsen der Weltwirtschaft (Globalisierung). Charakteristisch für diese Unternehmen ist die Verlagerung ihrer Aktivitäten in alle drei Wirtschaftsräume, um die sich bietenden Vorteile zu nutzen. Durch die Produktionsverlagerung können Kosten im Bereich des Personals auf Grund der unterschiedlichen Lohnsituationen eingespart werden. Aber auch das Wechselkursrisiko kann verringert werden, da die Produkte für den entsprechenden Markt vor Ort produziert werden können. Von der Internationalisierung sind aber nicht nur die Produktion und der Absatz betroffen, sondern auch die Finanzierung. Die Geldgeschäfte haben ständig zugenommen, da die Investoren dort ihr Kapital investieren, wo sie sich hohe Renditen versprechen. Zudem können die Investoren durch Diversifikation des Portfolios ihr Risiko minimieren.

Daher hat sich in den letzten Jahrzehnten, insbesondere im letzten, auch die Rechnungslegungswelt grundlegend geändert. Als Folge der Globalisierung der Kapitalmärkte sahen sich deutsche Unternehmen zusehend mit dem Problem der Kapitalbeschaffung auf ausländischen Kapitalmärkten konfrontiert, da das grenzüberschreitende Agieren der Unternehmen zu einem raschen Anstieg ihres Kapitalbedarfs führte. Das benötigte Kapital konnte aber auf dem heimischen Kapitalmarkt nicht mehr aufgenommen werden. Daher wird versucht, das benötigte Kapital durch Ausgabe von Aktien an internationalen Kapitalmärkten aufzunehmen. Um in dem internationalen Wettbewerb um Kapital bestehen zu können, ist eine Rechnungslegung erforderlich, die den Bedürfnissen der ausländischen Investoren genügt. Für einen potentiellen Investor ist die Ertragskraft der Unternehmen von besonderer Bedeutung.

Damit er die beste Anlage findet, muss der Investor die dafür benötigten Informationen von den Unternehmen erhalten. Diese Informationen publizieren die Unternehmen mit Hilfe der Rechnungslegung. Da ein Investor aber nicht in der Lage sein kann, alle nationalen Besonderheiten sämtlicher Rechnungslegungssysteme zu kennen bzw. beurteilen zu können, ist der Wunsch nach einer einheitlichen Rechnungslegung aus Vergleichbarkeitsgründen verständlich. Der Investor erwartet eine Rechnungslegung, die in erster Linie für ihn interessante Informationen vermittelt.

Nach Auffassung der SEC kann die vom Gläubigerschutz geprägte deutsche Rechnungslegung diese Anforderungen nicht erfüllen und verwehrt den deutschen Unternehmen, die die deutsche Rechnungslegung praktizieren, den Zugang zu einem der wichtigsten Kapitalmärkte der Welt. Allerdings gilt es zu beachten, dass in der Vergangenheit zahlreiche Unternehmenskrisen in den USA diese Investororientierung wieder in Frage stellten. Die Jahresabschlussinformationen sind für den potentiellen Investor zur Beurteilung bestehender Anlagemöglichkeiten von großer Bedeutung.

Der Druck zur Harmonisierung und Internationalisierung der Rechnungslegung kommt also nicht vom Gesetzgeber, sondern von den rechnungslegenden Unternehmen selbst, die im globalen Wettbewerb darauf angewiesen sind, ihren Kapitalbedarf zu decken. Daneben sind auch die enormen Kosten für Unternehmen, die aus dem genannten Grund neben einem deutschen auch einen IAS/IFRS- bzw. USGAAP- Abschluss aufstellen, zu berücksichtigen. Mittlerweile ist die Globalisierung so weit fortgeschritten, dass nicht mehr nur deutsche Großunternehmen an einem Zugang zu internationalen Kapitalmärkten interessiert sind, sondern auch mittelständische Unternehmen.

Die vorliegende Arbeit soll die historische Entwicklung der Internationalisierung der Rechnungslegung in Deutschland vor dem Hintergrund der ab 2005 teilweise verpflichtenden Anwendung der IFRS Normen aufzeigen.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis VI
Anlagenverzeichnis XIV
1. Einführung 1
2. Abgrenzung des Begriffs „Internationalisierung der Rechnungslegung“ 3
2.1 Der Begriff „Internationalisierung“ 3
2.2 Der Begriff „Rechnungslegung“ 4
3. Gründe für unterschiedliche Rechnungslegungssysteme 5
3.1 Das kodifizierte Recht 7
3.2 Das fallabhängige Recht 8
4. Die Möglichkeiten der Internationalisierung der Rechnungslegung 9
4.1 Das Rechnungslegungsrecht 10
4.2 Die Rechnungslegungspraxis 11
4.3 Die Möglichkeiten der Internationalisierung des Rechnungslegungsrechts 12
4.4 Die Möglichkeiten der Internationalisierung der Rechnungslegungspraxis 12
4.4.1 Die formelle Internationalisierung 13
4.4.2 Die materielle Internationalisierung 15
4.4.2.1 Die Erweiterung des HGB-Abschlusses um international übliche Offenlegungen 15
4.4.2.2 Die Erstellung eines dualen Abschlusses 16
4.4.2.3 Die Erstellung eines HGB-Abschlusses mit anschließender Überleitungsrechnung 18
4.4.2.4 Die Erstellung paralleler Abschlüsse 20
5. Die Phasen der Internationalisierung der Rechnungslegung in Deutschland 21
5.1 Das Aktiengesetz von 1965 23
5.1.1 Die Situation vor Inkrafttreten des Aktiengesetzes von 1965 23
5.1.2 Die Vorschriften und Neuerungen des Aktiengesetzes von 1965 25
5.1.2.1 Die Änderungen den Vorstand und die Aktionäre betreffend 25
5.1.2.2 Die Feststellung des Jahresabschlusses und die geänderten Regeln zur Gewinnverwendung 25
5.1.2.3 Die Verbesserung der Publizität und die Auskunftsrechte der Aktionäre 26
5.1.2.4 Die neuen Regelungen den Konzern betreffend 27
5.1.3 Die Auswirkungen des Aktiengesetzes von 1965 29
5.2 Die Harmonisierungsbemühungen der Europäischen Gemeinschaft 31
5.2.1 Die Ziele der Harmonisierungsbemühungen 31
5.2.2 Die Richtlinien der Europäischen Gemeinschaft 33
5.2.2.1 Die 4. Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft 34
5.2.2.2 Die 7. Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft 36
5.2.2.3 Die 8. Richtlinie der Europäischen Gemeinschaft 37
5.2.3 Die Umsetzung der EG-Richtlinien in deutsches Recht durch das Bilanzrichtliniengesetz (BiRiLiG) vom 19. Dezember 1985 38
5.2.3.1 Änderungen, die den Einzelabschluss betreffen 40
5.2.3.2 Änderungen, die den konsolidierten Abschluss betreffen 44
5.2.3.3 Die Auswirkungen auf das Berufsrecht 47
5.3 Das International Accounting Standards Committee 48
5.3.1 Die Gründung und die Zielsetzungen des IASC 48
5.3.2 Die Organisation des IASC 50
5.3.2 Der Standard Setting Process 52
5.4 Das Listing der Daimler-Benz AG an der New York Stock Exchange 53
5.4.1 Bemühungen um Anerkennung eines HGB-Abschlusses 53
5.4.2 Die Anpassungen der Daimler-Benz AG an die Anforderungen der SEC 55
5.5 Der Neue Markt und der SMAX 56
5.5.1 Die Gründung des Neuen Marktes 56
5.5.2 Der SMAX 58
5.6 Die Reaktion des deutschen Gesetzgebers auf die Anwendung internationaler Rechnungslegungsvorschriften durch deutsche Unternehmen 59
5.6.1 Das Kapitalaufnahmeerleichterungsgesetz (KapAEG) vom 20. April 1998 60
5.6.2 Das Gesetz zur Kontrolle und Transparenz im Unternehmensbereich (KonTraG) vom 27. April 1998 62
5.7 Das Deutsche Rechnungslegungs Standards Committee (DRSC) 65
5.7.1 Die Organisation des DRSC 67
5.7.2 Der Standardisierungsprozess 69
5.8 Das Kapitalgesellschaften- und Co-Richtlinie-Gesetz (KapCoRiLiG) 70
5.8.1 Die Einführung des § 264a HGB 71
5.8.2 Die Ausweitung des Anwendungsbereichs des § 292a HGB 72
5.8.3 Die Änderungen der Größenkriterien 73
5.8.4 Die Ausweitung der Strafvorschriften 73
5.9 Das Gesetz zur weiteren Reform des Aktien- und Bilanzrechts, zu Transparenz und Publizität (TransPuG) vom 19. Juli 2002 74
5.9.1 Neuerungen im Konzernbilanzrecht und bei der Abschlussprüfung 75
5.9.2 Neuerungen im Aktiengesetz 77
5.10 Die Entwicklung bis zur (teilweise) verpflichtenden Anwendung der IFRS-Normen 78
5.10.1 Die neuen Harmonisierungsbemühungen auf EU-Ebene 78
5.10.2 Die Neuorganisation des IASC 82
5.10.3 Die Auswirkungen in Deutschland 85
5.10.3.1 Das Bilanzrechtsreformgesetz (BilReG) vom 04. Dezember 2004 85
5.10.3.2 Das Bilanzkontrollgesetz (BilKoG) vom 15. Dezember 2004 89
5.10.3.3 Das Bilanzrechtsmodernisierungsgesetz (BilReMoG) 90
5.10.3.4 Die Auswirkungen auf das DRSC 91
6. Fazit und Ausblick 92
Literaturverzeichnis XLVIII
Bücher und Zeitschriftenaufsätze XLVIII
Sonstige Quellen XCI

Automatisiert erstellter Textauszug:

Deutsche Unternehmen befanden sich Anfang der 90er-Jahre in einer verzwickten Lage: Einerseits strebten sie die Notierung an einer ausländischen Börse – insbesondere an der NYSE – an, aber andererseits waren sie nicht bereit, die Änderungen in der Rechnungslegung, die die SEC forderte, durchzuführen. 358 Diese Änderungswünsche der SEC, die die deutschen Abschlüsse als nicht gleichwertig betrachtete,359 waren mit der Erstellung eines zweiten Jahresabschlusses, der den USamerikanischen Rechnungslegungsnormen entsprechen musste, oder einer Überleitungsrechnung verbunden; beide Möglichkeiten habe immense Kosten verursacht, so dass die deutschen Unternehmen anfangs von einer Notierung an der NYSE abgesehen hatten. 360 Allerdings ist die Zulassung der SEC unabdingbare Voraussetzung für ein Listing an der NYSE. 361 Der Vorsitzende der New Yorker Börse ging mit der Haltung der SEC nicht konform: Er plädierte für die Anerkennung ausländischer Abschlüsse, die nach den jeweiligen nationalen Vorschriften erstellt wurden, so dass der Kurszettel der New Yorker Börse um weitere „quality companies“ erweitert werden könnte. 362 Daher bemühten sich einige deutsche Unternehmen sowie die Politik darum, die Anerkennung des deutschen handelsrechtlichen Jahresabschlusses für ein Börsenlisting an der NYSE zu erreichen. 363 Um die Aufstellung eines den Anforderungen der SEC entsprechenden Abschlusses zu verhindern, wurde die gegenseitige Anerkennung von europäischen Jahresabschlüssen, deren Grundlage die 4. und 7. EGRichtlinie waren, und ausländischen Jahresabschlüssen [...]

Daneben wurde die Organisationsstruktur im Jahre 1995 um das Advisory Council, das sich aus hochgestellten Persönlichkeiten der Wirtschaft und Politik zusammensetzte, erweitert.350 Das Advisory Council hatte die Förderung der Bekanntheit und des Ansehens des IASC, die Beschaffung finanzieller Mittel, die Überwachung der Tätigkeit des Boards sowie die Erreichung der strategischen Ziele zur Aufgabe. 351 Im Jahre 1997 wurde die Organisationsstruktur des IASC durch die Einführung des Standing Interpretation Committee (SIC) erweitert.352 Das SIC bestand aus 12 Mitgliedern sowie stimmrechtslosen Beobachtern (z. B. IOSCO und EU-Kommission), die bedeutende Bilanzierungsfragen zeitnah behandelten, die in den Standards nur unzureichend oder überhaupt nicht geregelt waren und daher einer Interpretation bedurften. 353 Die Interpretationen des SIC, die vom Board genehmigt werden mussten, 354 bezogen sich auf anstehende Themen, die Probleme bei der praktischen Umsetzung brachten, oder auf neue Themengebiete, die noch nicht in die Standards eingeflossen waren. 355 Einen Überblick über die Organisationsstruktur des IASC, die bis zum Jahre 2001 Gültigkeit hatte, gibt Anlage 13. [...]

arbeitung von bestehenden IAS fachlich zur Seite zu stehen. 340 Ein Steering Committee wurde von einem Projekt-Manager des IASC-Sekretariats unterstützt und war in den Prozess der Standardsetzung vom Entwurf bis zur Vollendung des Standards involviert.341 Seit der Gründung des IASC ist auch das Sekretariat des IASC in London ansässig. Das Sekretariat wird von einem Secretary General geleitet, der das IASC nach außen repräsentiert und für die Organisation des Boards und des Executive Committees verantwortlich war.342 Die hauptberuflichen Mitarbeiter setzten sich aus Fachleuten zusammen, die von ihren Arbeitgebern, z. B. Wirtschaftsprüfungsgesellschaften und nationalen Standardsettern für eine befristete Zeit freigestellt wurden. 343 Zur Unterstützung und Koordinierung der Arbeit der Steering Committees wurde ein Technical-Direktor eingesetzt, der zugleich Mitglied des IASC-Sekretariats war.344 Im Jahre 1981 wurde die Consultative Group als eigenständiges Organ zur fachlichen Beratung des Boards in die Organisation des IASC integriert.345 Mitglieder der Consultative Group sind Vertreter internationaler Organisationen, z. B. Börsen, Wertpapieraufsichtsorganisationen, Abschlussadressaten und Normenanwender sowie die nationalen Standardsetter, z. B. das FASB. 346 Die Aufnahme der genannten Organisationen oblag alleine dem Board. Damit trug das IASC der Forderung nach mehr politischer Einbindung und mehr Praxisrelevanz Rechnung. 347 Die Consultative Group beriet auf ihren Tagungen die aktuell diskutierten Standards des IASC. Die Mitglieder des Executive Committees waren der Chairman und der ViceChairman des IASC, der Vorsitzende des Sekretariats (Secretary General) sowie fünf weitere Board-Mitglieder, die von Zeit zu Zeit ausgetauscht wurden. 348 Die Aufgabe des Executive Committees bestand darin, die operative Tätigkeit auszuführen und zu überwachen, die Board-Sitzungen vorzubereiten und die Organisation des IASC stetig zu verbessern. 349 [...]

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Simon, Joachim Januar 2005: Internationalisierung der Rechnungslegung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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