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Internationalisierung im Mittelstand

Allgemeine Tendenzen und geschlechtsspezifische Unterschiede

Internationalisierung im Mittelstand
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nina Günther
  • Abgabedatum: August 2003
  • Umfang: 125 Seiten
  • Dateigröße: 2,5 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Gelsenkirchen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7198-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7198-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7198-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Günther, Nina August 2003: Internationalisierung im Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Globalisierung, Empirische Studie, Unternehmer, Unternehmerinnen, Management

Diplomarbeit von Nina Günther

Einleitung:

Die gesellschaftliche und wettbewerbsorientierte Situation hat sich in den letzten Jahrzehnten drastisch gewandelt. Das Wettbewerbsumfeld unterlag einem breiten Spektrum an Kräften und Entwicklungen, die in den verschiedenen Ländern, den Branchen und den einzelnen Unternehmen ein Aufbrechen alter Strukturen und eine Verschiebung der Grundlagen des Wettbewerbs bewirkten. Insbesondere die zunehmende Globalisierung stellt immer wachsendere Anforderungen an die Unternehmensführung und zwingt viele Unternehmen ihr internationales Engagement zu überdenken. Gerade mittelständische Unternehmen scheinen aufgrund ihrer Unternehmensgröße, auf den sich liberalisierenden Märkten benachteiligt zu sein.

Neben diesen wirtschaftlichen veränderten Rahmenbedingungen haben sich zudem wesentliche Wandlungen in der Gesellschaft vollzogen. Insbesondere die Position der Frau und deren berufliche Rolle unterlag gerade in den letzten Jahrzehnten großen Veränderungen. Die Modalitäten sich von „der Hausfrau zur Karrierefrau und Unternehmerin“ zu entwickeln, wuchsen und eröffneten nie da gewesene Chancen und Potentiale für das weibliche Geschlecht. Diese gravierenden strukturellen Veränderungen auf wettbewerbsorientierter und gesellschaftlicher Basis, sind vielfach Gegenstand wissenschaftlicher Forschungen im Bereich des internationalen Management und der geschlechtsspezifischen Unternehmerforschung. Eine Verbindung dieser wirtschaftlich und gesellschaftlich bedeutungsvollen Untersuchungsgegenstände wurde jedoch bisher nur in Ansätzen versucht. Vorrangiges Ziel dieser Arbeit ist es, die Herausforderungen für die Unternehmensleitung unter geschlechtsspezifischen Aspekten für international agierende Unternehmen zu untersuchen und möglicherweise Besonderheiten in den Betrieben, die durch Unternehmerinnen geleitet werden, aufzudecken. Neben diesem geschlechterorientierten Untersuchungsgegenstand werden die gegenwärtige Situation und die Erfolgspotentiale einer Internationalisierung gerade für den Mittelstand unter allgemeinen Aspekten analysiert.

Der Aufbau der Arbeit leitet sich durch die beschriebenen Zielsetzungen ab. Zunächst werden im ersten Teil der Arbeit theoretische Grundlagen des internationalen Managements und der Geschlechterforschung für ein basisorientiertes Wissen erörtert. Dabei wird der Blick zum einen neben Begriffsdefinitionen auf die strukturellen Entwicklungen, die gegenwärtige Situation der Internationalisierung und deren Ausgestaltung in mittelständischen Unternehmen gelegt. Zum anderen wird der momentane Stand der Forschung im Bereich der Theorieentwicklung und in der praxisorientierten Forschung, durch ausgewählte empirischer Daten, intensiver betrachtet. Der zweite Teil der Arbeit widmet sich der eigenen empirischen Erhebung. In der Analyse werden zunächst die allgemeinen Entwicklungen von sich internationalisierenden mittelständischen Unternehmen analysiert. Danach richtet sich der Blick auf eventuell existierende geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Führung dieser sich internationalisierenden Unternehmen.

Inhaltsverzeichnis:

Verzeichnis der Abbildungen
Verzeichnis der Tabellen
Verzeichnis der Abkürzungen
I. Einleitung 1
II. Theoretische Vorüberlegungen 2
1. Der Stellenwert der mittelständischen Unternehmen in Deutschland 2
1.1 Der Mittelstand und seine politische Bedeutung 2
1.2 Der Mittelstand und seine wirtschaftliche Bedeutung 2
1.2.1 Die Definition eines mittelständischen Unternehmens 3
1.2.2 Der Mittelstand in Deutschland 4
2. Die Internationalisierung 5
2.1 Die Entwicklung der internationalen Geschäftstätigkeit 5
2.2 Die Definition der Internationalisierung und deren Bedeutung für mittelständische Unternehmen 8
2.3 Formen der Internationalisierung 9
2.3.1 Der Export 10
2.3.2 Die Lizenz 11
2.3.3 Die Auslandskooperation 12
2.3.4 Die Auslandsniederlassung und Tochtergesellschaft 14
2.4 Stand der Forschung 15
2.4.1 Theoretische Erklärungsansätze 15
2.4.2 Stand der empirischen Forschung 16
2.4.2.1 Der ressourcenbasierte Ansatz 19
2.4.2.2 Die Globalisierungstendenzen im Mittelstand 19
2.4.2.3 Die Internationalisierungstendenzen der mittelständischen Unternehmen 20
2.4.2.4 Motive und Hemmnisse für die Auslandsmarktbearbeitung 20
2.4.2.5 Die Planung internationaler Aktivitäten 21
2.4.3 Fazit über den Stand der Forschung 21
3. Die Unternehmerinnen 22
3.1 Unternehmerinnen im Blickfeld des statistischen Hintergrunds 22
3.2 Stand der geschlechtsspezifischen Unternehmerforschung 22
3.2.1 Theoretische Grundüberlegungen und Erklärungsversuche 23
3.2.2 Stand der empirischen Forschung 24
3.2.2.1 Die betrieblichen Ressourcen 27
3.2.2.2 Das Humankapital 29
3.2.2.3 Die Finanzierung und Risikobereitschaft 29
3.2.2.4 Die Expansion 30
3.2.3 Fazit über den Stand der Forschung 30
III. Die empirische Erhebung internationalisierender Unternehmerinnen und Unternehmer 31
1. Ziel der Studie 31
2. Methodische Konzeption 31
3. Die Betrachtung allgemeiner Internationalisierungstendenzen 33
3.1 Ziel und Gegenstand der ersten Teilerhebung 34
3.2 Ausgewählte empirische Ergebnisse 34
3.2.1 Die Struktur der teilnehmenden mittelständischen Unternehmen 35
3.2.1.1 Die allgemeine Branchenstruktur 35
3.2.1.2 Größenabgrenzung durch die Mitarbeiterzahl und den Umsatz 35
3.2.1.3 Die Alterstruktur 37
3.2.2 Tendenzen der Globalisierung 37
3.2.3 Die Untersuchung der Markteintrittsformen 38
3.2.4 Die geographische Ausdehnung internationaler Aktivitäten 41
3.2.5 Die funktionale Einbindung in die Internationalisierung 41
3.2.6 Motive und Hemmnisse für eine internationale Betätigung 42
3.2.7 Die Planung einer Auslandsmarktbearbeitung 44
3.2.8 Die Finanzierungsquellen im Internationalisierungsprozess 45
3.2.9 Ausbau und Prozess der Internationalisierung 46
3.2.10 Die Erfolgsfaktoren 47
3.3 Fazit und Ausblick der ersten Teilerhebung 48
4. Die Internationalisierung betrachtet unter geschlechtsspezifischen Gesichtspunkten 49
4.1 Ziel und Gegenstand der zweiten Teilerhebung 49
4.2 Ausgewählte empirische Ergebnisse 50
4.2.1 Die Struktur der untersuchten Unternehmen 50
4.2.1.1 Die Branchenstruktur 50
4.2.1.2 Die Alterstruktur 52
4.2.1.3 Größendeterminierung durch die Mitarbeiterzahl und des Umsatzes 53
4.2.2 Einfluss und Vorbereitung auf die Globalisierung 56
4.2.3 Die Markteintrittsformen 57
4.2.4 Die geographische Ausdehnung internationaler Aktivitäten 59
4.2.5 Motive und Hemmnisse für eine internationale Betätigung 60
4.2.6 Die Informationsbeschaffung 64
4.2.7 Die Planung von internationalen Aktivitäten 65
4.2.8 Die Finanzierungsquellen im Internationalisierungsprozess 67
4.2.9 Die Expansion der Unternehmen 68
4.2.10 Die Faktoren für eine erfolgreiche Internationalisierung 69
4.3 Fazit und Ausblick der zweiten Teilerhebung 70
IV. Zusammenfassendes Ergebnis 72
Literaturverzeichnis 73
Anhang 83

Automatisiert erstellter Textauszug:

Neben der Untersuchung der praktischen Gestaltung der internationalen Betätigung ist für die analytische Betrachtung mittelständischer Unternehmen die subjektive Einschätzung der Unternehmensleitung zu Motiven und Hemmnissen relevant. Die in der Literatur gängige Klassifizierung zwischen dem absatzorientierten, dem kostenorientierten und beschaffungsorientierten Motiv wurde in die Konzeption des Fragebogens übernommen.166 Eindeutiges Ergebnis ist, dass absatzorientierte Motive in dieser Untersuchung dominieren. Den „Aufbau neuer Märkte“ schätzten 75% und die „Sicherung bestehender Märkte“ sogar 81,25% der befragten Unternehmensleitungen als ein sehr hoch einzuschätzendes Motiv zur Internationalisierung ein. Die Möglichkeit „Marktkenntnisse aufzubauen“ war zwar ein relativ untergeordneter Faktor, es stuften aber lediglich 21,88% dieses Motiv als „unwichtig“ oder „gering“ anzusehen ein. Die Umgehung tarifärer oder nichttarifärer „Handelshemmnisse“ als letztes absatzorientiertes Motiv lag mit 6,25% an einer der letzten Stellen der Motivliste. Diese geringe Bedeutung ist sicherlich auf den immer stärkeren Abbau von Handelshemmnissen zurückzuführen. Neben diesen Motiven des Absatzes, wurden zudem die beschaffungsorientierten und kostensenkenden Motive näher auf ihre Bedeutung hin untersucht. Unter anderem wurde der Kostenfaktor in der Politik gerade um den „Standort Deutschland“ intensiv diskutiert. So drastisch allerdings, wie das Thema problematisiert wurde, sahen die Unternehmer dies für eine Entscheidung zur Internationalisierung nicht. Das Motiv der generellen „Kostensenkung wurde mit 75,01% „mittel“ oder „hoch“ eingeschätzt, die „Steuervorteile“ nur mit 6,25% als hohes und mit 25,00% als mittleres Motiv bewertet. Mit der „Verringerung der Abhängigkeit von Lieferanten“, stellte das beschaffungsorientierte Motiv die drittwichtigste Kategorie dar. Mit je 31,26% wurde es als „hoch“ oder „mittel“ angesehen, aber mit 68,76% stuften nahezu die gleiche Anzahl der Befragten dieses Motiv als völlig „unwichtig“ oder „gering“ ein.167 Damit entspricht die eigene empirische Studie den genannten Untersuchungsergebnissen zu mittelständischen Unternehmen, welche die gleiche Rangfolge in der Motivkategorisierung analysiert hatten.168 Im Gegenzug zu der Analyse der Motive wurden gleichermaßen eventuell empfundene Hindernisse für Unternehmen im Mittelstand untersucht. Dabei wurde innerhalb des Fragebogens zwischen externen auf den Märkten [...]

Für ein mittelständisches Unternehmen ist es aufgrund begrenzter Ressourcen schwierig, die Internationalisierung gleichzeitig oder in kurzer Zeitabfolge auf eine größere Anzahl von Zielregionen auszuweiten. Aus diesem Grund ist es wichtig Prioritäten zu setzen und nur schrittweise die Anzahl der bearbeiteten Märkte zu erhöhen.163 Betrachtet man zunächst die generelle geographische Ausdehnung der Aktivitäten liegt Europa mit 93,75% an erster Stelle. Weiterhin ist die psychologisch relativ nahe Region Mittel-/Osteuropa mit 62,50% prozentual hoch vertreten. Asien und der Nahe/ Mittlere Osten spielen ebenfalls mit jeweils 50% eine wichtige Rolle bei den internationalen Aktivitäten der Unternehmen. Nordamerika (34,38%), Afrika (28,13%) und Mittel-/Südamerika (21,88%) sind die am geringsten bearbeiteten ausländischen Märkte. Aufgrund der vorangegangenen These der ressourcenbedingten geringen oder nur schrittweisen regionalen Ausdehnung, wurde des Weiteren die Intensität der weltweiten Ausdehnung durch die Anzahl der bearbeiteten Regionen untersucht. Ein Großteil des Mittelstandes bearbeitet nicht wie erwartet nur eine geringe Zahl von Regionen, sondern tätigt in mehr als einer Region Geschäfte. 53,13% der mittelständischen Unternehmen haben ihre internationalen Geschäftsaktivitäten auf drei oder mehr Regionen der Welt erweitert. Lediglich 28,13% bearbeiten nur eine Region und 18,75% zwei Regionen. Ein Ansatz zur Erklärung für diese hohe Anzahl von bearbeiteten Auslandsmärkten der untersuchten mittelständischen Unternehmen, könnte das bereits lange Bestehen und das hohe Alter der meisten Unternehmen sein. Ein wie oben beschriebenes langsames Vorgehen ist demnach schon vor längerer Zeit begonnen und schrittweise intensiviert worden.164 [...]

In den ersten beiden Kategorien liegt die Gesamtquote der integrativen Markteintrittsformen mit 38,10% und 38,87% in annähernd gleicher Stärke vor, während diese Internationalisierungsformen in der nachfolgenden Kategorie „größer als 50 Mio.“ mit 57,69% stark zunehmen. Eine signifikante Abhängigkeit auf einem 1%igen Niveau konnte zwischen der Variable des Umsatzes und der Variable der Auslandsniederlassung analysiert werden, eine Abhängigkeit auf einem 5%igen Niveau zwischen dem Umsatz und der Kooperation. Festzustellen bleibt, dass mit zunehmender Größe eine zunehmend intensivere Form der Auslandsbearbeitung durch die Unternehmen vorliegt. Bei dem Vergleich von Unternehmensgröße und Internationalisierungsform kann zudem herausgestellt werden, dass Exportaktivitäten mit deutlichem Abstand von „kleinen Unternehmen“ getätigt werden. Neben der Gesamtbetrachtung der Internationalisierungsformen, sollte zudem die Intensität der Kooperations- und Niederlassungsaktivitäten untersucht werden. Wie bereits oben erläutert, nehmen diese zwei Marktbearbeitungsformen einen hohen Stellenwert ein, fraglich ist aber in welcher Intensität diese praktiziert werden. Dazu wurde in dem Fragebogen zusätzlich nach der Anzahl von Kooperationen und Niederlassungen in den Unternehmen gefragt. Von den 19 kooperierenden Unternehmen, hatten 63,16% mehr als drei Kooperationen, während 10,52% zwei bis drei Kooperationen und 26,32% eine Kooperation unterhielten. Ähnliche Ergebnisse lieferte auch die Betrachtung von Niederlassungen im Ausland. Insgesamt betreiben 14 mittelständische Unternehmen eine Auslandsniederlassung. Gliedert man auf, besitzen 14,28% eine bis zwei Auslandsniederlassungen, drei Niederlassungen unterhalten 28,57%, und über die Hälfte mit 57,14% betreiben mehr als drei Auslandsniederlassungen. Für beide Formen bedeutet dies, dass jeweils über die Hälfte der Unternehmen in sehr intensiver Form mit vier oder mehr Kooperationen und Niederlassungen den Auslandsmarkt bearbeiten.162 [...]

Arbeit zitieren:
Günther, Nina August 2003: Internationalisierung im Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Globalisierung, Empirische Studie, Unternehmer, Unternehmerinnen, Management

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