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Internationalisierung von Elektrizitäts-Versorgungsunternehmen

Internationalisierung von Elektrizitäts-Versorgungsunternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Harald Siepmann
  • Abgabedatum: Dezember 2000
  • Umfang: 88 Seiten
  • Dateigröße: 563,1 KB
  • Note: 2,3
  • Institution / Hochschule: Gerhard-Mercator-Universität Duisburg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4437-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4437-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4437-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Siepmann, Harald Dezember 2000: Internationalisierung von Elektrizitäts-Versorgungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Deregulierung, Internationalisierungspozess, Liberalisierung, Oli-Paradigma, Skandinavisches Modell

Diplomarbeit von Harald Siepmann

Einleitung:

Die immer weiter fortschreitende Internationalisierung von Unternehmen ist schon fast selbstverständlich geworden, sowohl für den interessierten als auch für den beiläufigen Beobachter. Das überhandnehmende Schlagwort der „Globalisierung“ beansprucht einen zunehmend großen Platz im ökonomischen sowie politischen Diskurs und löst heftige Auseinandersetzungen aus. Letztendlich ist es kaum einzusehen, dass „Globalisierung“ den bewährten Terminus Internationalisierung immer mehr verdrängt. Im Rahmen dieser Arbeit wird die Internationalisierung von Unternehmen der Elektrizitätswirtschaft behandelt. Andere Dimensionen der Internationalisierung bzw. Globalisierung, ob politischer, kultureller oder ökologischer Art, werden nur dort behandelt, wo es notwendig ist.

Die Internationalisierung von Unternehmen im Generellen wird durch Beiträge aus unterschiedlichen Bereichen der Wirtschaftswissenschaften untersucht. Zu nennen wären die Außenhandelstheorie, die Theorie der Multinationalen Unternehmen, Standorttheorie, Internalisierungstheorie, Managementtheorie, ohne dass diese Aufzählung einen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Von einer allgemeinen Theorie der Unternehmensinternationalisierung kann man allerdings nicht sprechen, obwohl zumindest der eklektische Ansatz von Dunning von sich behauptet, ein umfassendes Rahmenwerk zu bieten.

Das Fehlen, oder besser die Unmöglichkeit einer allumfassenden Theorie kann im Rahmen dieser Arbeit nicht behoben werden. Vielmehr soll versucht werden, die Internationalisierung vor allem als Prozess zu verstehen und zu behandeln.

Als Einstieg sollen die Formen der Internationalisierung, die auch als Markteintrittstrategien aufgefasst werden können, beschrieben werden, wobei hier schon Einordnungsprobleme entstehen können. Weiterhin sollen Umfang und Bedeutung der einzelnen Formen umrissen werden, um ein empirisches Bild zu erhalten. Selbstverständlich muss man sich bewusst sein, dass ein Teil der Internationalisierung nur schwer statistisch erfasst werden kann, so z.B. ein Teil der Kooperationen ohne Kapitalbeteiligung. Selbst die weit verbreiteten Statistiken über das Ausmaß an Direktinvestitionen sind nur eingeschränkt zu verwerten.

Bei den Theorien der Internationalisierung kann zwischen statischen und dynamischen Ansätzen unterschieden werden. Diese Unterscheidung soll nicht willkürlich, sondern nach bestimmten Kriterien erfolgen. Als Rahmenwerk für die statische Betrachtung wird das OLI-Paradigma von Dunning benutzt. Zwar ist dieses aufgrund seines eklektischen Charakters nicht stringent als ökonomisches Modell geeignet und auch zum Teil kritisiert worden. Es umfasst aber die wichtigsten Ansätze zu der Problematik der Internationalisierung von Unternehmen.

Bei den dynamisch angelegten Theorien werden insbesondere das Produktlebenszyklusmodell von Vernon, das behavoristische Modell von Aharoni, Theorien des oligopolistischen Parallelverhaltens, die sogenannten skandinavischen Modelle und der GAINS-Ansatz von Macharzina und Engelhard untersucht.

Gang der Untersuchung:

Im Rahmen dieser Arbeit wird im speziellen die Internationalisierung von Elektrizitätsversorgungsunternehmen (EltVU) behandelt werden. Vor einem Jahrzehnt wäre ein solches Unterfangen noch als müßig oder gar sinnlos anzusehen gewesen, da die Internationalisierung in der Stromversorgungsindustrie eher schwach ausgeprägt war und sich fast ausschließlich auf grenzüberschreitende Stromlieferungen im geringen Umfange beschränkte. Dem ist nach einem Jahrzehnt weltweit fortschreitender Liberalisierung auf den Energiemärkten, welche insbesondere auch die EltVU erfasste, nicht mehr so. So kann man folgender Aussage von Buckley und Casson zustimmen: „For the first time in the post-war period, large scale involvement by MNEs is now possible in most of the utility industries.” Bevor Internationalisierungsformen und -prozess genauer untersucht werden, sollen vorher die branchenspezifischen Grenzen des internationalen Engagements von Stromerzeugern aufgezeigt werden. Danach wird geklärt, inwieweit diese Beschränkungen aufgehoben worden sind. Denn ohne ihr zumindest teilweises Überwinden wären die zu beobachtenden Prozesse nicht zu erklären. Es folgt ein Überblick über das bisherige Ausmaß der Internationalisierung, welches schrittweise nach den möglichen und in Kapitel 1 erläuterten Internationalisierungsformen erfolgen soll. Von besonderem Interesse ist die Verknüpfung der tatsächlichen Evolution dieser Branche mit den in den Theorien entwickelten Folgerungen. Insbesondere soll die Internationalisierung der EltVU auf ihren Prozesscharakter hin untersucht werden.

Abschließend soll geklärt werden, inwieweit die Wirtschaftswissenschaft die zu beobachtenden Internationalisierungsprozesse erklären kann und wo eine intensivere Beschäftigung notwendig erscheint. Insbesondere muss man allgemein feststellen, dass eine Neuausrichtung der Forschung notwendig ist, da sich die Internationalisierungsprozesse in den letzen beiden Jahrzehnten gewandelt haben.

Diese Ausarbeitung stützt sich auch auf eine Reihe nicht-akademischer Veröffentlichungen. Dies ist teilweise notwendig, da eine Behandlung des obigen Themas erleichtert wird. Zudem teilt der Autor die Meinung von Boddewyn und Iyer, dass eine stärkere Berücksichtigung nicht-akademischer Literatur allgemein förderlich ist.

Inhaltsverzeichnis:

Zielsetzung der Arbeit 4
1. Formen und Umfang der Internationalisierung 6
1.1 Exporte 9
1.2 Kooperationen 9
1.3 Direktinvestitionen 11
1.4 Empirisches Bild 12
2. Theorien der Internationalisierung 17
2.1 Statische Theorien (OLI-Paradigma) 17
2.1.1 Unternehmensspezifische Vorteile 18
2.1.2 Standortvorteile 20
2.1.3 Internalisierungsvorteile 22
2.1.4 Zusammenfassung und Bewertung 23
2.2 Dynamische Theorien 25
2.2.1 Ansätze aus den Theorien der Direktinvestitionen 26
2.2.1.1 Produktlebenszyklusmodell 26
2.2.1.2 Behavoristisches Modell 28
2.2.1.3 Oligopolistisches Parallelverhalten 30
2.2.2 Ansätze des Internationalen Managements 33
2.2.2.1 Skandinavische Modelle 33
2.2.2.2 GAINS-Ansatz 39
3. Die Internationalisierung der Stromversorgungswirtschaft 41
3.1 Bisherige Grenzen der Internationalisierung 42
3.1.1 Ökonomische und technologische Besonderheiten 44
3.1.2 Politische Eingriffe 47
3.2 Voraussetzungen der Internationalisierung 50
3.2.1 Ökonomische und technologische Änderungen 51
3.2.2 Liberalisierung, Deregulierung und Privatisierung 53
3.3 Formen der Internationalisierung in der Stromversorgungsindustrie 59
3.3.1 Stromhandel 61
3.3.2 Kooperationen 62
3.3.3 Direktinvestitionen 64
3.4 Weitere Entwicklung der Stromversorgungswirtschaft 66
3.5 Einbeziehung der Stromwirtschaft in Internationalisierungstheorien 69
3.5.1 Statische Theorien 69
3.5.2 Dynamische Theorien 72
4. Fazit 77
Literaturverzeichnis 79

Automatisiert erstellter Textauszug:

Grad an Internationalisierung auf. Die kommerzielle Nutzbarmachung durch Thomas Edison verbreitete sich in den entwickelteren Ländern durch Niederlassungen der Edison-Gesellschaften, welche die ersten Kraftwerke bauten.133 In den Anfängen war die Industrie dezentral organisiert und durch privates Eigentum gekennzeichnet. Erst als sich die Elektrizität gegen Konkurrenz (z.B. Gas) durchzusetzen begann und sich ihre Nutzung immer weiter ausbreitete (z.B. für Straßenbahnen), erwuchs das Interesse öffentlicher Körperschaften, die Kontrolle über Erzeugung, Übertragung und Verteilung von Elektrizität zu übernehmen.134 Die Entwicklung in den industrialisierten Ländern verlief jedoch unterschiedlich. In eher föderalistisch orientierten Staaten (USA, Deutschland) entstand eine komplexe Struktur mit privaten, gemischtwirtschaftlichen und öffentlichen Unternehmen. In eher zentralistischen Ländern (Großbritannien, Frankreich, Italien) kam es in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg zu Verstaatlichungen des vorher überwiegend privat-wirtschaftlich organisierten Sektors.135 Die Unternehmensstruktur war unabhängig von länderspezifischen Unterschieden durch folgende Merkmale gekennzeichnet: • • • • vertikale Integration entlang der Wertschöpfungskette, öffentliches oder gemischtwirtschaftliches Eigentum, Eingriffe der Regierung, z.B. bei Preissetzung, Beschränkung der Unternehmenstätigkeit auf nationale oder regionale Märkte.136 Dazu kommen hohe Markteintrittsbarrieren, die vor allem mit den technischen Erfordernissen der Stromversorgung zusammenhängen. Die Elemente, welche den Wettbewerb sowohl auf nationaler als auch internationaler Ebene weitgehend ausgeschaltet haben, sollen im weiteren ausgeführt werden. Es wird anschließend dargestellt werden, warum und inwieweit die genannten Wettbewerbs- und Internationalisierungsbeschränkungen an Bedeutung verloren haben. Es ist festzustellen, dass viele EltVU in den letzten Jahren vor dem Hintergrund fortschreitender Deregulierung und Privatisierung Internationalisierungsstrategien entwickelt haben. Im einzelnen haben folgende Änderungen den zu beobachtenden Internationalisierungsprozess in Gang gebracht: [...]

ment internationaler Unternehmen wird als entscheidender Teil des Prozesses berücksichtigt, da gerade dieses für den Entwurf der Internationalisierungsstrategien verantwortlich ist. Neben dem schon in der Uppsala-Schule enthaltenen Gedanken eines inkremental-evolutionär verlaufenden Prozesses sind auch revolutionäre Internationalisierungsschübe in Unternehmen zu beobachten. Revolutionärer Wandel löst Phasen der Ruhe ab und verändert sogleich die gesamte Konstellation der organisatorischen Struktur-, Strategie- und Umweltvariablen. Beim GAINS-Ansatz wird der Internationalisierungsprozess letztlich als eine Abfolge evolutionärer und revolutionärer Phasen angesehen. Letztere führen zu einem Gestaltswechsel.129 Macharzina und Engelhard betonen aber, dass Internationalisierung geordnet verläuft. Studien anderer Forscher haben ergeben, dass Organisationen bestimmte Muster annehmen, die man als Gestalten bezeichnen kann.130 Übertragen auf die internationale Unternehmung stellten Macharzina und Engelhard drei Gestaltkonfigurationen exemplarisch heraus: Non-Exporters, Reactive Exporters, Active Exporters.131 Diese Gestaltkonfigurationen weisen in Hinblick auf Faktoren wie Umwelt, Organisation und Management unterschiedliche Merkmale auf. Die Autoren des GAINS-Ansatzes beurteilen seine Eigenschaften folgendermaßen: • • • • • Prozessorientierung, dynamischer Ansatz, Beinhaltung von Umwelt-, Struktur- und Strategievariablen, Annahme der systematischen Natur organisatorischer Wirklichkeit, Stützung auf quantitative Langzeituntersuchungen.132 [...]

2.2.2.2. GAINS-Ansatz von Macharzina/Engelhard Im holistischen Ansatz von Macharzina/Engelhard entstehen Direktinvestitionen im Verlauf eines Prozesses der Entwicklung von Organisationen.126 Insbesondere Macharzina kritisierte den statischen Charakter der meisten Theorieansätze der Internationalisierung. Vor allem bemängelte er die Vernachlässigung personal-sozialer Entscheidungsparameter und strategischer Optionsmöglichkeiten sowie die Konzentration auf wenige Variablen.127 Die neue Konzeption sollte multidimensional und entwicklungsorientiert sein und der Komplexität von Internationalisierungsprozessen entsprechen.128 Die dem GAINS-Ansatz (Gestalt Approach of International Business Strategies Ansatz) zugrundeliegenden Vorstellungen unterstellen dass die ein permanenter sie die Unternehmensentwicklung als permanenten Wechsel von langen Phasen relativer Stabilität und kürzeren Phasen revolutionären Wandels ist. Entscheidend im GAINSAnsatz ist der Prozesscharakter der Internationalisierung. Diese unterliegt einem Ablauf von Unternehmensentscheidungen, bei dem das Auslandsengagement vorangetrieben, verlangsamt oder sogar gestoppt werden kann. Weiterhin werden Unternehmen als komplexe Entitäten aufgefasst, als Netzwerke, die nicht nur aus Personen, sondern auch aus Informationen und Verhaltensweisen bestehen. Das Manage124 125 [...]

Arbeit zitieren:
Siepmann, Harald Dezember 2000: Internationalisierung von Elektrizitäts-Versorgungsunternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Deregulierung, Internationalisierungspozess, Liberalisierung, Oli-Paradigma, Skandinavisches Modell

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