Internationales Outsourcing
Motive, Risiken und empirische Evidenz
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Peter Wenning
- Abgabedatum: Juni 2005
- Umfang: 121 Seiten
- Dateigröße: 2,3 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Universität Paderborn Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9052-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9052-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9052-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Wenning, Peter Juni 2005: Internationales Outsourcing, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Fragmentation, Offshoring, Globalisierung, Wertschöpfungskette, Iinternationalisierung
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Diplomarbeit von Peter Wenning
Einleitung:
„Globalisierung ist für unsere Wirtschaft das, was für die Physik die Schwerkraft ist. Man kann nicht für oder gegen das Gesetz der Schwerkraft sein – man muss damit leben.“.
Dieses Zitat des französischen Ökonom Alain Minc wird vielfach in Diskussionen zum Thema Globalisierung genannt. Ebenso häufig wird in diesem Zusammenhang das Konzept des internationalen Outsourcings angeführt. Dabei sehen einige Autoren in internationalem Outsourcing die Ursache für die wachsende Globalisierung, andere Verfasser sind der Meinung, dass dieses Phänomen eine Folge der wachsenden Weltwirtschaft sei. Die Auswirkungen einer international geteilten Wertschöpfung für Unternehmen und Volkswirtschaften werden dabei ebenfalls sehr kontrovers diskutiert.
In Bezug auf das oben angeführte Zitat muss die einzelne Unternehmung das Phänomen der Globalisierung nicht nur akzeptieren, sondern individuell seinen Nutzen sowie mögliche Risiken evaluieren. Dabei bietet das Konzept des internationalen Outsourcings weitreichende Chancen, da durch den weltweiten Handel mit Gütern und Dienstleistungen Unternehmen die Möglichkeit haben international wettbewerbsfähig zu bleiben. Andererseits besteht eine weltweite Konkurrenz, welche zunehmend stärker wird. Darüber hinaus ergeben sich durch eine Outsourcingentscheidung spezifische Risiken für die Unternehmung, die im schlechtesten Fall die erhofften Vorteile zunichte machen können.
Gang der Untersuchung:
Die vorliegende Arbeit gliedert sich gemäß ihres Titels in drei Teilbereiche. Sie gibt einen Überblick über die Motive der Unternehmen, Teile ihrer Wertschöpfung in das Ausland auszulagern. Des Weiteren benennt sie die Risiken, welche sich für Unternehmen durch eine solche Auslagerung ergeben und überdies stellt die Arbeit die Ergebnisse empirischer Forschungen zum Thema des internationalen Outsourcings nach Themenschwerpunkten geordnet dar.
Vor dem Hintergrund der oben genannten Zielsetzung ist die Arbeit in sechs Kapitel unterteilt, welche folgende Schwerpunkte setzen:
Nach der Einleitung folgt im zweiten Kapitel die Einführung in die Thematik des internationalen Outsourcings. Dabei wird neben der Begriffsdefinition auf die geschichtliche Einordnung und die Voraussetzungen für internationales Outsourcing eingegangen.
Im dritten Kapitel werden anhand überwiegend theoretischer Literatur die verschiedenen Motive, welche Unternehmen zum Schritt des internationalen Outsourcings veranlassen, benannt.
Im Anschluss daran folgt im vierten Kapitel die Übersicht über mögliche Risiken, die sich durch eine Auslagerung vormals interner Tätigkeiten in das Ausland ergeben.
Das fünfte Kapitel zeigt die Ergebnisse der empirischen Untersuchungen von internationalen Outsourcingaktivitäten. Dabei wird zunächst untersucht, wie hoch der Anteil empirischer Veröffentlichungen in der Literatur zum Thema internationales Outsourcing ist. Anschließend werden die Ergebnisse der Studien nach Themenschwerpunkten zusammengefasst und ausgewertet.
Abgeschlossen wird die Arbeit durch eine kritische Würdigung des Konzeptes und einen Ausblick.
Aus Gründen der besseren Lesbarkeit sind alle grafischen Darstellungen ausschließlich im Anhang zu finden.
Inhaltsverzeichnis:
| Abbildungsverzeichnis | I | |
| Abkürzungsverzeichnis | II | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Zielsetzung der Arbeit | 1 |
| 1.2 | Aufbau der Arbeit | 2 |
| 2. | Einführung in das Thema internationales Outsourcing | 3 |
| 2.1 | Begriffsdefinitionen und Abgrenzungen | 3 |
| 2.1.1 | Begriffsdefinition „International Fragmentation“ | 3 |
| 2.1.2 | Begriffsdefinition „Offshoring“ | 4 |
| 2.1.3 | Begriffsdefinition „Internationales Outsourcing“ | 6 |
| 2.2 | Entwicklung von internationalem Outsourcing | 8 |
| 2.3 | Voraussetzungen für internationales Outsourcing | 10 |
| 2.3.1 | Strategische Bedeutung der auszugliedernden Ressource | 10 |
| 2.3.2 | Mindestgröße der auszulagernden Ressource | 11 |
| 2.3.3 | Beschaffenheit der Ressource | 11 |
| 2.3.4 | Vorhandensein der Ressource | 12 |
| 3. | Motive für internationales Outsourcing | 13 |
| 3.1 | Kosteneinsparpotential | 13 |
| 3.1.1 | Geringere Personalkosten | 14 |
| 3.1.2 | NiedrigereStandortkosten | 16 |
| 3.1.3 | Kostenreduktion durch Economies of Scale | 17 |
| 3.1.4 | Variable statt fixe Kosten | 17 |
| 3.1.5 | Erhöhte Kostentransparenz | 18 |
| 3.1.6 | Verhandlungsmacht | 18 |
| 3.2 | Strategische Motive | 19 |
| 3.2.1 | Konzentration auf das Kerngeschäft | 19 |
| 3.2.2 | Höhere Flexibilität | 21 |
| 3.2.3 | Risikotransfer | 22 |
| 3.2.4 | Internationalisierungsstrategie | 22 |
| 3.3 | Motiv der Leistungsverbesserung | 24 |
| 3.3.1 | Kernkompetenz des Anbieters | 24 |
| 3.3.2 | Leistungsdefinition und Messbarkeit | 25 |
| 3.3.3 | Kapazitätsverfügbarkeit | 25 |
| 3.3.4 | Koordinations- und Motivationssteigerung bei Make and Buy | 26 |
| 3.4 | Finanzierungsvorteile | 26 |
| 4. | Risiken durch internationales Outsourcing | 27 |
| 4.1 | Risiko höherer Gesamtkosten | 27 |
| 4.1.1 | Transaktionskosten | 27 |
| 4.1.2 | Fehleinschätzung der Fixkostenersparnis | 33 |
| 4.1.3 | Externe Kostensteigerungen | 34 |
| 4.2 | Strategische Risiken | 37 |
| 4.2.1 | Wissens- undKompetenzverlust | 37 |
| 4.2.2 | Image Risiken | 38 |
| 4.2.3 | Rechtliche Risiken | 39 |
| 4.3 | Risiko der Leistungsverschlechterung | 41 |
| 4.3.1 | Unzureichende Einflussmöglichkeiten | 41 |
| 4.3.2 | Kulturelle Unterschiede | 41 |
| 4.3.3 | Transportrisiko | 42 |
| 4.3.4 | Wissenstransfer | 43 |
| 4.3.5 | Motivationsprobleme der Mitarbeiter | 44 |
| 4.4 | Der Umgang mit Risiken durch internationales Outsourcing | 44 |
| 5. | Empirische Evidenz von internationalem Outsourcing | 47 |
| 5.1 | Empirische Evidenz in der Literatur | 47 |
| 5.1.1 | Empirische Studien in der betriebswirtschaftlichen Literatur | 47 |
| 5.1.2 | Empirische Studien in der volkswirtschaftlichen Literatur | 49 |
| 5.1.3 | Empirische Studien durch Consulting Unternehmen | 51 |
| 5.2 | Ergebnisse empirischer Forschung | 51 |
| 5.2.1 | Die internationalen Outsourcingaktivitäten der vergangenen Jahre | 52 |
| 5.2.2 | Outsourcingintensität in Abhängigkeit des Unternehmens | 53 |
| 5.2.3 | International ausgelagerte Unternehmungsleistungen | 56 |
| 5.2.4 | Zielländer für internationales Outsourcing | 58 |
| 5.2.5 | Bevorzugte Kooperationsformen für internationales Outsourcing | 60 |
| 5.2.6 | Angegebene Motive für internationales Outsourcing | 60 |
| 5.2.7 | Erwartete Risiken des internationalen Outsourcings | 62 |
| 5.2.8 | Erhoffte Auswirkungen auf die Unternehmensleistung | 63 |
| 5.2.9 | Outsourcingvorhaben für die Zukunft | 64 |
| 6. | Kritische Würdigung und Ausblick | 66 |
| 7. | Anhang | 70 |
| Literaturverzeichnis | 103 |
Durch die technischen Entwicklungen der letzten Jahre im Bereich der Informationsund Kommunikationstechnologien ist das Risiko von unvorhergesehenen Kosten besonders für internationale Transaktionen erheblich zurückgegangen und hat einige Transaktionen im Dienstleistungsbereich erst ermöglicht.171 Gerade in der Phase der Abwicklung und Kontrolle bietet beispielsweise das Internet günstige Möglichkeiten der Zusammenarbeit. Auch die begrenzte Rationalität in Folge eines Informationsdefizites lässt sich auf diese Weise reduzieren. 4.1.2 Fehleinschätzung der Fixkostenersparnis Wie in Kapitel 3.1.4 erläutert, ist die Umwandlung der fixen Kosten in variable Kosten eines der Hauptmotive für internationales Outsourcing. Er besteht jedoch die Gefahr, dass die Höhe der Einsparung an Fixkosten überbewertet wird. Dieses hat im Wesentlichen zwei Gründe: Zum einen besteht die Gefahr, dass entsprechendes Anlagevermögen nicht freigesetzt werden kann, zum anderen besteht das Risiko, dass die Kostenverrechnung fehlerhaft ist. Die Höhe und Art des Anlagevermögens, welches nach der Ausgliederung nicht weiter verwendet werden kann, wird häufig falsch eingeschätzt. So ist eine beliebige Teilung von Maschinen und Anlagen oftmals nicht möglich, da sie von anderen Abteilungen mitbenutzt werden. Zudem lassen sich Langzeitverträge, wie z.B. Leasingverträge, nicht ohne weitere Kosten auflösen. Darüber hinaus ist eine Freisetzung von Arbeitplätzen durch einen ausgeprägten Kündigungsschutz häufig problematisch und kostspielig.172 Als Lösung wird vielfach eine alternative Verwendung von Personal und Anlagevermögen angestrebt, was in der Konsequenz zu keinen Einsparungen führt. Nur im Falle einer Umsatzsteigerung und/oder zur Beseitigung von Kapazitätsengpässen kann eine alternative Verwendung Sinn machen. Die Möglichkeiten und Kosten zur Reduzierung von Anlagevermögen und Arbeitskräften lassen sich im Vorfeld einer möglichen Auslagerung noch relativ gut berechnen, im Gegensatz zu den anteiligen Gemeinkosten, die durch internationales Outsourcing eingespart werden sollen. Hier werden in der Kostenerfassung und -verrechnung durch ungenaue Rechenmethoden häufig Einsparpotentiale überbewertet.173 Hinzu kommt, dass in den letzten Jahrzehnten die anteiligen Kosten für Material und Personal an den gesamten Produktionskosten gesunken und die Gemeinkosten, vor allem durch IT Infra- [...]
Je höher diese Investitionen, umso größer die Abhängigkeit und die daraus resultierende Gefahr des opportunistischen Verhaltens des Outsourcingnehmers, was wiederum höhere Transaktionskosten erzeugt, da durch die so entstandenen Ausstiegsbarrieren ein Wechsel noch höhere Kosten nach sich ziehen würde.166 In der Abwicklungsphase selber sind vor allem höhere Kosten für die „Steuerung des Austauchprozesses und Managementkosten der Führung und Koordination“167 zu nennen. Durch die geografische Entfernung und die mehr oder weniger rechtliche Unabhängigkeit des Transaktionspartners sind diese Kosten wesentlich höher zu bewerten als bei der lokalen (Eigen-)Erstellung. 4. Kontrolle: Während die Kontrolle der Leistung bei einer Eigenerstellung nicht erforderlich ist oder wenig Aufwand erfordert, muss sie bei Fremdbezug erheblich umfangreicher und aufwendiger sein, da eher mit einer Leistungszurückhaltung zu rechnen ist.168 Hinzu kommt beispielsweise die Möglichkeit von Transportbeschädigungen oder Nichteinhaltung von Terminen, die ebenfalls überwacht werden müssen. Die so entstehenden Kosten werden unter Umständen noch durch Messprobleme vergrößert, da diese weitere Anreize zur Leistungszurückhaltung geben.169 5. Anpassung: Transaktionskosten, die durch die nachträgliche Anpassung entstehen, resultieren vor allem aus Zusatzkosten durch qualitative, quantitative, preisliche und/oder terminliche Änderungen. Durch die geografische Entfernung sind die Reaktionszeiten mitunter erheblich länger als bei der Eigenerstellung. Auch eine nachträgliche Anpassung unzureichender Verträge und Richtlinien erzeugt zusätzliche Kosten, welche sich durch Sprach- und Kulturbarrieren verstärken.170 Die Summe der im ungünstigsten Fall entstehenden Transaktionskosten sollte nicht größer sein als die Ersparnis bei den Produktionskosten. Andernfalls ist das Risiko höherer Gesamtkosten gegeben, auch wenn die Kosten bei internationalem Outsourcing mit zunehmender Häufigkeit der Transaktionen sinken. [...]
ein Fremdbezug immer nachteiliger als die Eigenerstellung. Nachfolgend werden anhand der Transaktionskostentheorie mögliche finanzielle Risiken durch internationales Outsourcing in Reihenfolge einer möglichen Abwicklung dargestellt. Aufgrund der individuellen Risiken und vielfältigen Vertragsgestaltung hat die Auflistung keinen Anspruch auf Vollständigkeit und Allgemeingültigkeit. 1. Anbahnung: Durch die Nutzung eines globalen Angebotes sind in der Phase der Anbahnung die Kosten, im Vergleich zu einer Eigenerstellung oder lokalem Sourcing, ungleich höher. Es können Informationsdefizite bei der Auswahl des Outsourcingpartners entstehen, welche sich durch ein wesentlich höheres, weil globales, Informationsangebot gepaart mit Kommunikationshindernissen durch verschiedene Sprachen begründen. Darüber hinaus ist mit einem höheren Aufwand durch Reise- und Kommunikationskosten zu rechnen. Auch Kosten für externe Berater sind hier einzubeziehen.163 2. Vereinbarung: Es ist wie bei der Anbahnung mit erhöhten Reise- und Kommunikationskosten zu rechnen, ebenso wie mit einer weiteren Begleitung durch externe Berater. Hinzu kommen die Kosten für die Vertragsgestaltung, welche für ein internationales Vertragswerk durch die grenzüberschreitende Verpflichtung von juristischen Fachleuten wesentlich höher sind.164 Zudem müssen interne Prozesse zwischen den ausgelagerten Funktionen und den verbliebenen Abteilungen neu geplant und abgestimmt werden, was auch ein Optimierungspotential birgt, jedoch zunächst Kosten verursacht. Überdies ist, besonders bei soziokulturellen Unterschieden, die Unsicherheit der Transaktion hoch, was zusätzliche Kosten bei der Vereinbarung zur Folge hat. 3. Abwicklung: Zwischen den Phasen der Vereinbarung und der Abwicklung fallen alle transaktionsspezifischen Investitionen an. Williamson nennt sechs Formen, die einzeln oder in Kombination auf beiden Seiten anfallen können:165 1. 2. 3. 4. 5. 6. Standortspezifische Investitionen Anlagenspezifische Investitionen Investitionen in spezifisches Humankapital Abnehmerspezifische Investitionen Investitionen in die Reputation Terminspezifische Investitionen [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832490522
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Wenning, Peter Juni 2005: Internationales Outsourcing, Hamburg: Diplomica Verlag
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Fragmentation, Offshoring, Globalisierung, Wertschöpfungskette, Iinternationalisierung



