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Internationale Rechnungslegung nach IFRS für den Mittelstand

Mögliche Auswirkungen anhand ausgewählter Vorschriften

Internationale Rechnungslegung nach IFRS für den Mittelstand
Über dieses Buch
  • Art: Bachelorarbeit
  • Autor: Fabian Schleßing
  • Abgabedatum: Oktober 2007
  • Umfang: 77 Seiten
  • Dateigröße: 472,5 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Coburg Deutschland
  • Originaltitel: Mögliche Auswirkungen eines KMU-IFRS auf das Controlling
  • Bibliografie: ca. 53
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0755-1
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Schleßing, Fabian Oktober 2007: Internationale Rechnungslegung nach IFRS für den Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: KMU, IRFS, Controlling, Mittelstand, Rechnungslegung

Bachelorarbeit von Fabian Schleßing

Einleitung:

In Deutschland basiert die Bilanzierung auf dem Handels- und Steuerrecht bzw. den Deutschen Rechnungslegungs Standards (DRS) oder den International Financial Reporting Standards (IFRS). Aus Sicht des Instituts der Wirtschaftsprüfer sollten jedoch in Deutschland keine unterschiedlichen Rechnungslegungssysteme nebeneinander bestehen. Für kapitalmarktorientierte Konzerne in Deutschland ist die Anwendung der IFRS bereits Pflicht, während noch offen ist, ob und inwieweit die Standards ebenso auf die Rechnungslegung und Finanzkommunikation anderer Unternehmen übertragen werden sollen. Die internationale Rechnungslegung ist derzeit auch „wesentlicher Treiber der Entwicklung des Controlling“. Wenn sich die IFRS nun, wie es im Rahmen des KMU-Projekts des International Accounting Standards Board (IASB) geplant ist, auch bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen (KMU) durchsetzen sollten, stellt sich die Frage, wie ein KMU-IFRS Rolle und Aktionsfelder des Controllings als wesentlichem Instrument der Führung eines Unternehmens beeinflussen würden. Nicht alle Regelungen der IFRS weisen aus Controllersicht eine hohe Priorität auf. Dies gilt auch für die Vorschriften des KMU-Standardentwurfs (KMU-SE), der dieser Untersuchung zu Grunde liegt. Dennoch sind die Regelungen so umfangreich, dass die Arbeit auf die wesentlichen Punkte beschränkt bleiben muss. Im Folgenden werden nur die besonders erheblichen Auswirkungen bestimmter Rechnungslegungsvorschriften auf das Controlling in KMU untersucht, die auch in der Literatur schwerpunktmäßig behandelt werden.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Gegenstand und Abgrenzung der Untersuchung 1
2. Grundlagen 1
2.1 Bedeutung der International Financial Reporting Standards 1
2.1.1 Entwicklung und Verbreitung 1
2.1.2 Ziele und Bedeutung 3
2.2 Definition Mittelstand 4
2.2.1 Quantitative Abgrenzung 4
2.2.2 Qualitative Abgrenzung 5
2.2.3 Verbreitung 6
2.3 Ein IFRS für kleine und mittelgroße Unternehmen - Das KMU-Projekt 6
2.3.1 Projektziele 6
2.3.2 Projektablauf 8
2.4 Controlling im Mittelstand 9
2.4.1 Controllingdefinition 9
2.4.2 Bedeutung für den Mittelstand 9
3. Mögliche Auswirkungen eines KMU-IFRS auf das Controlling anhand von ausgewählten Beispielen 10
3.1 Controllingorganisation und Rolle des Controllers 10
3.2 Management Approach und Integration der Rechnungslegung 11
3.2.1 Bedeutung 11
3.2.2 Kritische Würdigung 13
3.3 Fair-Value-Bewertung 15
3.3.1 Begriff und Bedeutung des Fair Value 15
3.3.2 Ermittlung des Fair Value als Controllingaufgabe 16
3.3.2.1 Der allgemeine Bewertungsvorgang 16
3.3.2.2 Anforderungen der Barwertmodelle an das Controlling 19
3.3.2.3 Spezielle Controllingverfahren als Datenlieferant 20
3.3.3 Zukunft der Fair Value-Bewertung 21
3.4 Performancemessung 22
3.4.1 Interne und externe Ergebnisrechnung 22
3.4.2 KMU-IFRS-GuV und Other Comprehensive Income 23
3.4.3 Einfluss des OCI auf die Performancemessung im Controlling 25
3.4.4 Folgen der Fair-Value-Bewertung für die Performancemessung 27
3.4.5 Integration der Ergebnisrechnung durch einen KMU-IFRS 27
3.5 Immaterielle Vermögenswerte und Goodwill 29
3.5.1 Grundlagen der Bilanzierung immaterieller Vermögenswerte 29
3.5.2 Der Goodwill aus Unternehmenserwerb 31
3.5.3 Der Niederstwerttest 31
3.5.4 Controllingimplikationen aus dem Niederstwerttest 33
3.5.5 Goodwill-Controlling als Informationsquelle für den Impairment-Bedarf 35
3.5.6 Beteiligungscontrolling als Informationsquelle 36
3.5.6.1 Sensitivitätsanalyse 36
3.5.6.2 Synergieplanung 37
3.6 Bilanzierung von Fertigungsaufträgen 40
3.6.1 Erfassung nach HGB 41
3.6.2 Erfassung nach KMU-IFRS / Die Precentage-of-Comletion-Methode 41
3.6.3 Controllingimplikationen 43
3.6.4 Bestimmung des Fertigstellungsgrades 44
3.6.4.1 Netzplantechnik 45
3.6.4.2 Units-of-Delivery-Methode / Meilensteinmethode 46
3.6.4.3 Cost-to-cost-Methode 47
3.6.5 Bestimmung der Gesamtkosten und Gesamterlöse 47
3.6.5.1 Kalkulationsmethoden 47
3.6.5.2 Analogie-Verfahren und Delphi-Methode 49
3.6.6 Anforderungen an das Vertriebs-Controlling 50
3.7 Berichtspflichten 51
3.7.1 Allgemeine Controllingrelevanz der Anhangangaben 51
3.7.2 Beziehungen zu nahe stehenden Unternehmen 54
3.7.3 Leasingverhältnisse 55
3.7.4 Leistungen an Arbeitnehmer 57
3.7.5 Immaterielle Vermögenswerte 58
3.7.6 Bedeutung der Zwischenberichterstattung für das Controlling 59
3.8 Controllingbeanspruchung im Umstellungs-/Einführungsprozess 61
4. Fazit und Ausblick 62
Literaturverzeichnis 67

Textprobe:

Kapitel 3.6.3, Controllingimplikationen:

Speziell im Bereich der Klein- und Mittelbetriebe ist die auftragsorientierte Fertigung für das Handwerk ein „sehr typisches Merkmal“ und dort weit verbreitet. Die Einzel- und Kleinserienfertigung im Handwerk ist mit einem Projekt zu vergleichen. Für die über mehrere Perioden ausgedehnte Auftragsfertigung gibt es einen zeitlichen Rahmen. Solch einen klar definierten Anfang und ein festgelegtes Ende muss auch ein Projekt haben. Nach DIN 69901 ist ein Projekt auch im Wesentlichen durch die Einmaligkeit der Bedingungen in ihrer Gesamtheit gekennzeichnet, wie sie bei Fertigungsaufträgen gegeben ist, da dabei oft eine kundenspezifische Fertigung vorgesehen ist. Es ist - wie die periodenübergreifende Fertigung- mit Unsicherheit und Risiken behaftet, wenn sich die Projektdauer verändert und so die tatsächlichen Kosten zunehmen können. Die auftragsorientierte Einzel- und Kleinserienfertigung in kleinen und mittleren Unternehmungen weist eine besonders hohe Risikosituation auf. Es gibt nachfrageseitige Risiken, die sich durch einen diskontinuierlichen und oft schwer prognostizierbaren Bestelleingang oder häufige Änderungswünsche der Kunden zeigen, die etwa Liefertermine und -umfänge, Produkteigenschaften oder Auftragserweiterungen betreffen können. Die gesamtbetriebliche Risikolage wird speziell in Klein- und Mittelbetrieben zusätzlich dadurch beeinflusst, dass die Aufträge einzelner Kunden oft umfangreiche Anteile am Gesamtjahresumsatz haben. So ist die Gesamtrisikostruktur wenig diversifiziert und das Eintreten eines Risikofalls kann leicht Existenz bedrohend werden.

Üblicherweise steuert und kontrolliert der Eigentümer des KMU selbst die überschaubaren Projekte aufgrund seiner Übersicht über das gesamte betriebliche Geschehen. Ist dies nicht der Fall werden für die Umsetzung der POC-Methode wegen der eben genannten möglichen Schwierigkeiten hohe Anforderungen an das Projektcontrolling, aber auch an das Vertriebscontrolling eines Unternehmens gestellt, sofern diese vorhanden sind. Abschnitt 22 des KMU-SE wird die Einführung einer laufenden und einer Projektnachkalkulation sowie eines Projektrisikomanagements nach sich ziehen, da nur so möglichst genau festgestellt werden kann, wie weit die Erfüllung eines Auftrags fortgeschritten ist, um dementsprechend Gewinne realisieren zu können. Die Unterschiede zum HGB in der Umsatzrealisation beeinflussen im Rahmen der integrierten Rechnungslegung auch die Steuerungskennzahlen, die nun neu interpretiert werden müssen.

Das Projektcontrolling „unterstützt das Projektmanagement bei der grundsätzlichen Gestaltung und laufenden Abstimmung der Projektmanagementaufgaben (Planung, Kontrolle, Organisation, Personalführung und Informationsversorgung).“ Aufgaben des Projektcontrollings sind die Projektplanung mittels Struktur-, Termin-, Kapazitäts- und Kostenplanung und die Koordination von Projektplanung und -kontrolle.

Bei der langfristigen Auftragsfertigung wird neben der Periodenrechnung eine periodenunabhängige Projektrechnung für jeden Auftrag geführt. Ein Projektmanagement, dessen Ausgestaltung vom Controlling unterstützt wird, verursacht zu Beginn zwar Mehraufwand. Per Saldo wird dadurch jedoch eine Reduzierung der Projektdauer und des Aufwands um bis zu 20% erzielt.

Auch in KMU sind ab einer gewissen Projektgröße Stellen nötig, die Controllingaufgaben hauptberuflich erfüllen. Der Umgang mit Fertigungsaufträgen und der Erbringung von Dienstleistungen treibt vor allem bei kleinen und mittelgroßen Unternehmen die Implementierung entsprechender Controllingbereiche voran. Da das Projektcontrolling im Zuge der Abschlussprüfung durch die Wirtschaftsprüfer nachvollzogen wird, würde es unter Anwendung eines KMU-IFRS eine höhere externe Bedeutung bekommen. Außerdem ist die Zahlenbasis, die auf den Vorschriften des KMU-SE beruht, gut für das interne Controlling von Projekten verwendbar.

Arbeit zitieren:
Schleßing, Fabian Oktober 2007: Internationale Rechnungslegung nach IFRS für den Mittelstand, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
KMU, IRFS, Controlling, Mittelstand, Rechnungslegung

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