Internationale Personalmanagement-Entwicklung eines Richtliniensystems für Auslandsentsendung
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Reza Farrokhzadian
- Abgabedatum: Juni 1998
- Umfang: 178 Seiten
- Dateigröße: 667,5 KB
- Note: 1,6
- Institution / Hochschule: Fachhochschule Pforzheim Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-2643-9
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-2643-9 P - ISBN (CD) :978-3-8324-2643-9 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Farrokhzadian, Reza Juni 1998: Internationale Personalmanagement-Entwicklung eines Richtliniensystems für Auslandsentsendung, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Expatriale, steuerliche sozialversicherungsrechtliche Fragen bei Entsendung, Auslandsentsendung von Mitarbeitern
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Diplomarbeit von Reza Farrokhzadian
Problemstellung:
Angesichts der zunehmenden Internationalisierung und Verflechtung der Wirtschaft und des dadurch verschärften Konkurrenzdrucks reicht es nicht mehr aus, wenn sich die Unternehmen nur auf den Export ins Ausland beschränken. Die komplexe und turbulente Situation am Weltmarkt aufgrund des drastisch verkürzten Lebenszyklus der Produkte und der steigenden Erwartung der Kunden, zu günstigen Preisen Topqualität zu erhalten, stellt die Unternehmen vor eine große Herausforderung. Die Beschleunigung des Informationstransfers und die Spezialisierung in den verschiedenen Feldern der High-Technologie gewinnen, neben der Globalisierung der Märkte, immer mehr an Bedeutung für die Unternehmensaktivitäten. „Unternehmen müssen sich im Weltmaßstab rüsten, indem sie ein komplexes Netz von Innen- und Außenbeziehungen aufbauen und ihre Märkte gemeinsam mit internen und externen Partnern bearbeiten“. Das Angebot eines weltweit gleichartigen Verfahrens- und Qualitätsstandards wird zunehmend wichtiger und durch die weltweite Koordination der Entwicklungsaktivitäten werden Verbundsysteme mit den ausländischen Betriebsstätten aufgebaut. Die sprunghaft ansteigende Zahl der Fusionen und Akquisitionen ist ein Beleg hierfür. Immer mehr Unternehmen verstehen sich als „Global Player“, dabei sind Direktinvestitionen und die Eigenproduktion im Ausland neben der verstärkten Kundennähe und der Präsenz auf den ausländischen Märkten in den Mittelpunkt gerückt.
Durch den Internationalisierungstrend bzw. Globalisierungstrend der Unternehmen erhält auch das Personalmanagement eine internationale Perspektive. Damit entsteht aber auch für die Personalpolitik dieser international tätigen Unternehmen ein neues Problemfeld: die Entsendung von Mitarbeitern in das Ausland.
Auslandseinsätze unterscheiden sich von inländischen Stellenbesetzungen aufgrund von vielfältigen zusätzlichen Problembereichen. In der Praxis lässt sich ein Defizit in nahezu allen Bereichen des internationalen Personalmanagements, insbesondere bei mittelständischen Unternehmen, feststellen. Es gilt für die international wachsenden Unternehmen, rechtzeitig Konzepte und langfristig ausgelegte Strategien zu entwickeln, um Mitarbeiter weltweit erfolgreich einsetzen zu können.
Zu diesen international wachsenden Unternehmen gehört auch die XY GmbH. Das 1962 gegründete Unternehmen fertigt weltweit mit über 1700 Mitarbeitern Baugruppenträger, Gehäuse, Geräteschränke und Mikrocomputeraufbausysteme und hat vermutlich mit einem Auslandsanteil von 50% am Umsatz das weltweit größte Angebot im Bereich Electronic-Packaging.
Neben den zahlreichen Auslandsgesellschaften in Europa (XY-Skandinavia, 1990; XY Italien, 1992; XY UK, 1978; XY France, 1968) und der XY Inc., USA (1982) wurden in den letzten Jahren auch Vertriebs- und Fertigungsgesellschaften in Japan (1986) und Singapur eröffnet. Das Multiunternehmen Pentair, Inc. (St. Paul, Minnesota, 1994) sicherte sich mit der Übernahme der XY GmbH als „Global Player“ im „electronical enclosure business“ die weltweite Marktposition und die XY GmbH erhielt dabei mit Hoffmann Engineering Company einen starken Partner im „electrical enclosure business“.
Die internationale Verflechtung und der hohe Auslandsanteil stellen enorme Anforderungen an die Unternehmensführung und die Personalabteilung. Die Personalarbeit ist zunehmend international ausgerichtet. Die Entsendung von Mitarbeitern wird als ein Instrument zur Zielverfolgung des Unternehmens eingesetzt. Der erfolgreiche Einsatz dieses Instruments bedarf einer organisatorischen und konzeptionellen Entwicklung und stellt das Personalmanagement vor neue Herausforderungen.
Gang der Untersuchung:
Ziel dieser Arbeit ist es, anhand der aufgezeigten Möglichkeiten der Vorbereitung, Betreuung, Wiedereingliederung sowie der Vertrags- und Entgeltgestaltung und der damit verbundenen Problematik bei Auslandseinsätzen von Mitarbeitern für die XY GmbH einen Gestaltungsrahmen für Auslandsentsendungen zu geben.
Im ersten theoretischen Teil werden zunächst die Besonderheiten und Probleme dargelegt, die ein internationales Personalmanagement vom nationalen abgrenzen. Des weiteren wird der Stellenwert der Auslandseinsätze in internationalen Unternehmen und der damit verfolgten Ziele, auch aus Sicht der Mitarbeiter, dargestellt.
Praktische Vertrags-, Sozialversicherungs- und steuerliche Abwicklungsprobleme sowie die Gehaltsfindung bei einer Entsendung und ihre Gestaltungsmöglichkeiten stehen am Anfang des zweiten praktischen Teils der Arbeit im Vordergrund. Die für einen erfolgreichen Auslandseinsatz notwendigen Maßnahmen im Vorfeld (Vorbereitung), während (Betreuung) und nach dem Auslandseinsatz (Wiedereingliederung) und ihre Zielverfolgung werden anschließend dargestellt.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Problembeschreibung, Zielsetzung und Vorgehensweise der vorliegenden Arbeit | 1 |
| 2. | Internationales Personalmanagement - Auslandsentsendungen von Mitarbeitern | 4 |
| 2.1 | Begriffsbestimmung | 4 |
| 2.2 | Merkmale des internationalen Personalmanagements | 5 |
| 3. | Zielsetzung, Umfang sowie Bedeutung von Auslandseinsätzen für das Unternehmen und den Mitarbeiter | 8 |
| 3.1 | Bedeutung und Umfang des Auslandseinsatzes | 8 |
| 3.2 | Ziele und Bedeutung von Auslandseinsätzen für das Unternehmen | 9 |
| 3.3 | Ablehnungsgründe und Risiken aus Mitarbeitersicht | 12 |
| 3.4 | Beweggründe der Mitarbeiter für einen Auslandseinsatz | 15 |
| 4. | Richtlinien für Auslandsentsendungen - am BeispielXY GmbH - | 19 |
| 4.1 | Entsendungssituation der XY GmbH | 19 |
| 4.2 | Vertragsgestaltung | 20 |
| 4.3 | Auslandsvergütung | 34 |
| 4.3.1 | Vergütungskonzepte | 34 |
| 4.3.2 | Vergütungsbestandteile | 37 |
| 4.3.3 | Nettovergleichsrechnung | 43 |
| 4.4 | Auszahlungsalternativen | 46 |
| 4.5 | Soziale Sicherheit | 49 |
| 4.5.1 | Sozialversicherung | 49 |
| 4.5.2 | Rentenversicherung | 56 |
| 4.5.3 | Krankenversicherung | 56 |
| 4.5.4 | Gesetzliche Pflegeversicherung | 58 |
| 4.5.5 | Arbeitslosenversicherung / Kindergeld | 59 |
| 4.5.6 | Unfallversicherung | 59 |
| 4.5.7 | Altersversorgung | 60 |
| 4.5.8 | Sonstige Versicherungen | 61 |
| 4.6 | Steuern | 61 |
| 5. | Entsendungsvorbereitung | 73 |
| 5.1 | Ziel und zeitliche Planung der Vorbereitung | 73 |
| 5.2 | Vorbereitung der Ausreise | 74 |
| 5.3 | Vorbereitungsmaßnahmen | 77 |
| 5.3.1 | Fachliche Vorbereitung | 77 |
| 5.3.2 | Sprachliche Vorbereitung | 78 |
| 5.3.3 | Interkulturelle Vorbereitung | 79 |
| 6. | Betreuung während des Auslandseinsatzes | 91 |
| 6.1 | Ziel und Bedeutung der Betreuungsaktivitäten | 91 |
| 6.2 | Betreuungsaktivitäten im Einsatzland | 92 |
| 6.2.1 | Hilfestellung bei der Eingewöhnug | 93 |
| 6.2.2 | Training vor Ort | 96 |
| 6.3 | Betreuungsaktivitäten im Stammhaus | 97 |
| 7. | Wiedereingliederung nach dem Auslandseinsatz | 102 |
| 7.1 | Ziel und Bedeutung der Wiedereingliederung | 102 |
| 7.2 | Probleme bei der Wiedereingliederung | 103 |
| 7.2.1 | Probleme bei der betrieblichen Wiedereingliederung | 103 |
| 7.2.2 | Probleme bei der privaten Widereingliederung | 105 |
| 7.3 | Maßnahmen zur Bewältigung der Wiedereingliederungsprobleme | 106 |
| 8. | Entsendungskonzept der XY GmbH | 111 |
| 9. | Schlußbetrachtung | 130 |
| 10. | Anlagenverzeichnis | 132 |
| 11. | Literaturverzeichnis | 166 |
Von dem grundsätzlichen Prinzip der Besteuerung in Deutschland gibt es Ausnahmen (Freistellungstatbestände, Begünstigungsvorschriften). Eine davon bildet das Doppelbesteuerungsabkommen mit bestimmten Ländern zur Vermeidung einer solchen Besteuerung, wenn die Auslandstätigkeit zu einer zusätzlichen steuerlichen Belastung im Einsatzland führt. Nach diesen Abkommen muß prinzipiell der jeweilige Wohnsitzstaat von seinem Besteuerungsrecht zurücktreten und dem Tätigkeitsstaat, in dem der Mitarbeiter die Tätigkeit ausübt, den Vorrang lassen.211 Demnach tritt beim Auslandseinsatz deutscher Arbeitnehmer in DBA-Länder die Bundesrepublik Deutschland von ihrem Besteuerungsrecht zurück. Nach dem sogenannten Progressionsvorbehalt (§ 32 b EStG) behält sich jedoch Deutschlannd das Recht vor, die ausländischen Einkünfte - auch wenn diese durch das DBA von der inländischen Steuerpflicht freigestellt wurden - bei der Berechnung des Steuersatzes für das verbleibende Inlandseinkommen zu berücksichtigen. Danach ist unter Anwendung der deutschen Steuertabellen der Steuersatz anzuwenden, der sich für das Gesamteinkommen einschließlich der im Inland befreiten Einkünfte ergibt. [...]
"Bei Baustelleneinsätzen in Ländern, mit denen kein Doppelbesteuerungsabkommen besteht, kommt der sogenannte Auslandstätigkeitserlaß zur Anwendung"204. Mit Wirkung vom 1. Januar 1984 trat der Tätigkeitserlaß an Stelle des bisher geltenden Montageerlasses. Gegenüber des früheren Montageerlasses ist der Kreis der begünstigten Tätigkeiten ausgeweitet worden. Zu diesen begünstigten Tätigkeiten zählen die Bereiche von der Anlagen-errichtung und -planung bis zur Inbetriebnahme und Wartung. Es sind aber auch im Ausland eingesetzte Ingenieure, Büroangestellte, Ärzte, etc. begünstigt. Ob für die Tätigkeit im Ausland Steuern gezahlt werden müssen oder nicht, spielt keine Rolle. Übersteigt der Auslandsaufenthalt die Mindestdauer von drei Monaten, wird von der Besteuerung des Arbeitslohnes, "den der Mitarbeiter aufgrund eines gegenwärtigen Dienstverhältnisses für eine begünstigte Tätigkeit im Ausland erhält"205 abgesehen. Die Freistellung vom Steuerabzug aufgrund des Auslandstätigkeiterlasses ist beim Betriebsstättenfinanzamt zu beantragen. Grundsätzlich können den Antrag sowohl der Arbeitgeber als auch der Arbeitnehmer stellen. Da aber die Finanzämter die Steuerbefreiung davon abhängig machen, daß der begünstigte Arbeitslohn auf der Lohnsteuerkarte oder einer besonderen Lohnbescheinigung angegeben wird und die [...]
Bei Gehaltszahlungen im Inland besteht nach dem deutschen Steuerrecht unbeschränkte Einkommenssteuerpflicht für Personen, die im Inland einen Wohnsitz oder ihren gewöhnlichen Aufenthalt haben (§ 1 Abs. 1 EStG).191 "Seinen Wohnsitz hat jemand dort, wo er eine Wohnung innehat, unter Umständen, die darauf schließen lassen, daß er die Wohnung beibehalten und benutzen wird "192. Demnach hat ein Arbeitnehmer, der einen Wohnsitz im Ausland begründet, aber seine Wohnung im Inland weiterhin beibehält, seinen Wohnsitz weiterhin im Geltungsbereich im Sinne des § 8 AO. Wesentlich ist, daß der Steuerpflichtige über eine Wohnung verfügt und diese jederzeit nutzen kann. Dies ist laut Rechtsprechung der Fall, "wenn eine vollständig eingerichtete Wohnung (eigen oder gemietet) während der Auslandstätigkeit unbewohnt im Inland zurückgelassen wird"193. Für die Begründung des Wohnsitzes wird nicht vorausgesetzt, daß der Arbeitnehmer arbeitstäglich an ihn zurückkehrt oder sich eine Mindestdauer im Jahr dort aufhält. Bei einer Vermietung bzw. Untervermietung der Wohnung von über 6 Monaten gilt der Wohnsitz als beendet, da von einer regelmäßigen zukünftigen Nutzung nicht mehr ausgegangen werden kann.194 Auch wenn die inländische Wohnung zur bloßen Vermögensverwaltung zurückgelassen wird, wird der Wohnsitz mit Auszug beendet. Eine bloße Vermögensverwaltung liegt bei Verkauf oder langfristiger Vermietung der Wohnung bzw. des Hauses vor.195 "Seinen gewöhnlichen Aufenthalt hat jemand dort, wo er sich unter Umständen aufhält, die erkennen lassen, daß er an diesem Ort nicht nur vorübergehend verweilt"196. Auf den gewöhnlichen Aufenthalt kommt es für die Steuerpflicht nur an, wenn es an einem Wohnsitz fehlt. Dauert der Aufenthalt im Inland länger als sechs Monate, tritt stets die unbeschränkte Steuerpflicht ein.197 [...]
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http://www.diplom.de/ean/9783832426439
Arbeit zitieren:
Farrokhzadian, Reza Juni 1998: Internationale Personalmanagement-Entwicklung eines Richtliniensystems für Auslandsentsendung, Hamburg: Diplomica Verlag
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Expatriale, steuerliche sozialversicherungsrechtliche Fragen bei Entsendung, Auslandsentsendung von Mitarbeitern



