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Internationale Konzernverrechnungspreise

Internationale Konzernverrechnungspreise
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Nicole Diem
  • Abgabedatum: Dezember 2002
  • Umfang: 64 Seiten
  • Dateigröße: 555,9 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Gießen-Friedberg Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6633-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6633-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6633-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Diem, Nicole Dezember 2002: Internationale Konzernverrechnungspreise, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Transfer Pricing, Doppelbesteuerung, Fremdvergleich, Internaitonale Einkunftsabgrenzung, Verrechnungspreis

Diplomarbeit von Nicole Diem

Einleitung:

Verrechnungspreisdiskussionen haben eine sehr lange Tradition. Lange Zeit beherrschten betriebswirtschaftliche Modelle zur effizienten Koordination dezentraler Organisationseinheiten durch Verrechnungspreise die Diskussionen. In den 60er und 70er Jahren führte dann die so genannte Profit-Center-Konzeption bzw. Geschäftsbereichsorganisation zu einer verstärkten Auseinandersetzung mit der Verrechnungspreisproblematik.

Die wachsende Internationalisierung und Globalisierung der Wirtschaft und die damit verbundene Entwicklung multinationaler Unternehmen haben dazu geführt, dass mittlerweile verstärkt internationale steuerrechtliche Aspekte der Verrechnungspreisproblematik (International Transfer Pricing) in den Mittelpunkt der Diskussion geraten sind. Der steigende Anteil des Welthandels der zwischen Teilunternehmen multinationaler Konzerne abgewickelt wird, die steigende Anzahl an Firmenfusionen und Kooperationen sowie die Verlagerung von Geschäftsbereichen sind Ursache für diese Entwicklung. Die sich ständig ändernden Rahmenbedingungen konfrontieren die Finanz- und Steuerabteilungen multinationaler Konzerne mit immer komplexeren Problembereichen. Der Druck auf multinationale Unternehmen wird darüber hinaus erheblich erhöht, da die Finanzbehörden mit zunehmend restriktiven Steuergesetzgebungen reagieren. Aus diesem Grund bezeichnen die betroffenen Unternehmen das Thema Verrechnungspreise als eines der wichtigsten Themen des internationalen Steuerrechts.

Die Zusammenhänge zwischen der externen, steuerlich motivierten, Notwendigkeit der korrekten Verrechnungspreisbestimmung und internen betriebswirtschaftlich - organisatorischen Funktionen von Verrechnungspreisen bleiben in den meisten Veröffentlichungen zu diesem Thema unberücksichtigt.

Die steigende Komplexität der Unternehmensstrukturen wirft aber die Frage auf, wie Verrechnungspreise gestaltet werden können, damit sie den hohen Anforderungen an die optimale Koordination und Steuerung dezentraler Einheiten gerecht werden können und wie dies vor allem bei grenzüberschreitenden Beziehungen im Einklang mit den nationalen und internationalen steuerrechtlichen Vorschriften geschehen kann.

Gang der Untersuchung:

Diese Arbeit erörtert welche Kriterien eine wichtige Rolle bei der Bildung von Verrechnungspreisen innerhalb einer divisionalen Unternehmensoragnisation spielen und wie Verrechnungspreise im Rahmen der anerkannten Möglichkeiten zweckorientiert gestaltet werden können. Hierbei werden vor allem die betriebswirtschaftlich-oragnisatorischen und inter(national) steuerrechtlichen Gesichtspunkte berücksichtigt.

Nach einer einführenden Erläuterung der Begriffe „Verrechnungspreis“ und „konzerninterner Leistungsaustausch“, folgt der Abschnitt, der sich mit den betriebswirtschaftlich - organisatorischen Grundlagen der Verrechnungspreisgestaltung befasst. Die allgemeinen Funktionen von Verrechnungspreisen werden untersucht und anschließend die unterschiedlichen betriebswirtschaftlichen Möglichkeiten der Gestaltung von Verrechnungspreisen aufgezeigt. Im darauf folgenden Abschnitt erfolgt die steuerrechtliche Würdigung der Problematik. Dabei wird der Bedarf zur Gewinnabgrenzung zwischen international verbundenen Unternehmen und die damit verbundene Entwicklung der steuerlich motivierten Verrechnungspreise dargestellt. (Unter diesem Punkt wird auch das Fremdvergleichsprinzip erläutert) Anschließend werden die momentan bei Finanzbehörden und Unternehmen akzeptierten Methoden zur Verrechnungspreisbildung beschrieben und auf den bestehenden Zielkonflikt zwischen organisatorisch motivierten und steuerrechtlich sinnvollen Verrechnungspreisen hingewiesen. Die Arbeit schließt mit einer Zusammenfassung der behandelten Themen und einem Ausblick auf weitere Forschungsbemühungen ab.

Inhaltsverzeichnis:

Abkürzungsverzeichnis II
Abbildungsverzeichnis III
1. Einführung 1
1.1 Problemstellung 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau der Arbeit 2
2. Begriffsbestimmungen 4
2.1 Verrechnungspreis 4
2.2 Konzerninterne Leistungsverrechnung 5
2.2.1 Konzern und verbundene Unternehmen 5
2.2.2 Typologie konzerninterner Lieferungs- und Leistungsbeziehungen 6
3. Verrechnungspreisgestaltung 8
3.1 Betriebswirtschaftlich - organisatorische Ansätze zur Bestimmung von Verrechnungspreisen 8
3.1.1 Verrechnungspreis und divisionale Unternehmensorganisation 8
3.1.2 Funktionen von Verrechnungspreisen 9
3.1.3 Formen von Verrechnungspreisen. 15
3.2 Steuerrechtliche Ansätze zur Bestimmung von Konzernverrechnungspreisen 24
3.2.1 Verrechnungspreise im internationalen Konzern 24
3.2.2 Gewinnverlagerungen durch Verrechnungspreise 25
3.2.3 Verrechnungspreise im Blickpunkt internationaler Einkunftsabgrenzung 27
3.3 Methoden für die Ermittlung und Überprüfung von Verrechnungspreisen 37
3.3.1 Die Standardmethoden 37
3.3.2 Gewinnorientierte Methoden 45
3.3.3 Rangfolge zwischen den Methoden 49
3.4 Zielkonflikt zwischen steuerlich und betriebswirtschaftlich motivierter Verrechnungspreisbildung 51
4. Zusammenfassung und Ausblick 53
4.1 Zusammenfassung 53
4.2 Ausblick 54
Literaturverzeichnis 56

Automatisiert erstellter Textauszug:

3.2.3.1 Nationale steuerliche Rechtsgrundlagen zur Korrektur von Verrechnungspreisen Das nationale Steuerrecht kennt als Steuersubjekte juristische und natürliche Personen. Bei den juristischen Personen handelt es sich in aller Regel um Kapitalgesellschaften (an denen natürliche Personen beteiligt sein können). Steuerlich muss grundsätzlich zwischen dem Einkommen der Gesellschaft und dem Einkommen des Gesellschafters (bzw. der nahe stehenden Person) unterschieden werden (nach dem sog. Trennungsprinzip)98. Stehen Gesellschaft und Gesellschafter (z.B. Mutterunternehmen und Tochterunternehmen) im Geschäftsverkehr untereinander müssen deshalb deren Einkommen, oder mit anderen Worten der Gewinn, voneinander abgegrenzt werden. Die Verrechnungspreise zwischen den Gesellschaften müssen daher auch auf nationaler Ebene zutreffend berechnet sein, da ansonsten der Gewinn zu hoch oder zu niedrig ausgewiesen ist.99 Als Rechtsgrundlage für die Berichtigung der Einkünfte stehen in Deutschland folgende Regelungen zur Verfügung:100 [...]

3.2.3 Verrechnungspreise im Blickpunkt internationaler Einkunftsabgrenzung Die Konzernunternehmen haben den ihnen im Rahmen der Einkunftsermittlung zugewiesenen Anteil am Gesamtgewinn in ihren jeweiligen Gastländern zu versteuern. (Grundregel des Art. 7 Abs. 1Satz 1 OECD-MA und Besteuerung hauptsächlich nach der sog. Wohnsitz- und Quellenbesteuerung).95 Die Staaten stehen heute in einem Verteilungskampf untereinander und jeder Staat möchte den größten Teil der Besteuerungsmasse für sich in Anspruch nehmen (oder zumindest im Falle einer “Steueroase“ als solche nicht ausgenutzt werden). Aus diesem Grund werden in immer mehr Ländern international tätige Unternehmen im Rahmen von steuerlichen Überprüfungen mit dem Vorwurf der Gewinnverlagerung konfrontiert. Zur Vermeidung von Gewinnverlagerungen wurden daher auf nationaler, bilateraler und multinationaler Ebene Regelungen für die Zurechnung von Einkünften, bzw. für die Festlegung von Verrechnungspreisen, geschaffen.96 Finanzbehörden können aufgrund dieser Regelungen Einkunftsberichtigungen vornehmen, um Einkunftsminderungen, die durch falsche Festsetzung von Verrechnungspreisen entstanden sind, rückgängig zu machen. [...]

Auswirkungen ergeben, welche dann einen Einfluss auf den Gesamtgewinn des Konzern nach (Ertrags-)steuern haben. An einem einfachen Beispiel sollen hier einmal die Folgen unterschiedlicher Preisfestsetzungen gezeigt werden: Beispiel:94 Eine ausländische Muttergesellschaft (MG) produziert Glühbirnen zu Herstellungskosten von 0,10 Cent pro Stück und veräußert 10Mio. Stück an die inländische Tochter (TG), die diese zu einem Stückpreis von 0,50 Cent vertreibt. Die Gewinnverlagerung wird ersichtlich, wenn man für den zwischen MG und TG vereinbarten Verrechnungspreis (VP) pro Stück folgende Alternativen unterstellt: a) 0,10 Cent, b) 0,50 Cent, c) 0,30 Cent, d) 0,20 Cent, e) 0,40 Cent (Vertriebskosten der Muttergesellschaft bzw. der Tochtergesellschaft bleiben hier aus Vereinfachungsgründen außer Betracht).In dem extremen Fall a) erzielt die MG keinen Gewinn, während im Fall b) die TG keinen Gewinn erwirtschaftet. In den Fällen c) bis e) wird der Gewinn aufgeteilt, wobei durch unterschiedliche Steuersätze der Ansässigkeitsstaaten der MG und der TG in allen Fällen die Ertragssteuerbelastung im Konzern und damit der Gesamtnettogewinn beeinflusst wird. Steuer Konzern Mio. Euro 2,0 1,6 1,8 1,9 1,7 [...]

Arbeit zitieren:
Diem, Nicole Dezember 2002: Internationale Konzernverrechnungspreise, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Transfer Pricing, Doppelbesteuerung, Fremdvergleich, Internaitonale Einkunftsabgrenzung, Verrechnungspreis

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