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Interkulturelles Management

Analysiert am Beispiel Thailändisch-Deutscher Zusammenarbeit in Wirtschaftsunternehmen

Interkulturelles Management
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Sandra Franke
  • Abgabedatum: März 2011
  • Umfang: 115 Seiten
  • Dateigröße: 512,2 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
  • Bibliografie: ca. 53
  • ISBN (eBook): 978-3-8428-1890-3
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Franke, Sandra März 2011: Interkulturelles Management, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Interkulturelles Management, Thailand, Südostasien, BWL, Interkulturelle Kompetenz

Diplomarbeit von Sandra Franke

Einleitung:

Profundes Wissen um Kulturen, insbesondere von solchen, die eine erhebliche räumliche Distanz zueinander aufweisen und zwischen denen sich daher die vielschichtige Problematik des Fremdseins in hohem Maße vollzieht, schärft den Blick für unsere eigene Welt. Eine bewusste Auseinandersetzung mit einer Fremd-oder Sekundärkultur, in die man nicht primär hineingewachsen ist und der man nicht angehört, kann Kenntnisse über das fremde und zugleich das eigene Land bereichern: Es sollen dabei z.B. sachbezogene Informationen zur Fremdkultur gegeben, zu einer weiteren Bewusstmachung der Mutterkultur geführt sowie zum kontrastiven Denken, zum Perspektivenwechsel in Einzelfragen und in größeren Zusammenhängen, zum Problembewusstsein und auch zur kritischen Analyse unterschiedlicher Wahrnehmungen befähigt werden.

Aus den Erfahrungen, die ich durch meine beiden beruflichen Aufenthalte in Thailand gemacht habe, glaube ich mich der obigen Stellungnahme anschließen zu können. Dies hat mir einerseits - trotz einer unvermeidbaren Konfrontation mit Irritation und Fremdheit - ein nuanciertes Bild vom betreffenden Land und dessen Leuten vermittelt, andererseits hat er mich auch immer mehr in kritische Distanz zu meiner eigenen Kultur gebracht, was wiederum zur Hinterfragung des Eigenen führt. Nach Wagner kann das Erlebnis der Fremdheit anderer Kulturmuster plötzlich auch die eigenen Kulturmuster ihrer Selbstverständlichkeit berauben. Bei mir ist dies auch der Fall: Ich hatte meine eigenen kulturellen Gepflogenheiten immer für selbstverständlich gehalten und verallgemeinert, jedoch beim Versuch, deutsche Normen und Wertvorstellungen nachzuvollziehen, spürte ich meine eigene Fremdheit. Hierbei machten das Erleben des Exotischen in Thailand und das Nachdenken über meine Heimatkultur aus der Distanz meine eigene Wirklichkeit sozusagen erklärungsbedürftig. Diese persönlichen Kulturerfahrungen wurden auf den beruflichen Kontext projiziert, durch meine Berufserfahrung in zwei unterschiedlich deutschstämmigen Unternehmen in Thailand, wo die thailändische und deutsche Kultur aufeinander treffen. Dabei wurden unterschiedliche Verhaltensweisen der beiden Interaktionspartner beobachtet, die augenscheinlich oftmals die Zusammenarbeit erschweren. Dies regte mich zu einer tiefgehenden Überlegung über Kultur als handlungsdeterminierender Einflussfaktor an, der im Arbeitsleben, vor allem in der Geschäftswelt, weitreichende Konsequenzen für Erfolgsaussichten der Kooperationen haben.

Im Rahmen der fortschreitenden wirtschaftlichen Globalisierung wird die Bedeutung von interkulturellen Differenzen für die Durchführung von Auslandsgeschäften und für die Zusammenarbeit von Mitarbeitern aus unterschiedlichen Kulturkreisen zunehmend herausgestellt. In Beiträgen zur Wirtschaft beispielsweise wird häufig über zahlreiche auf der interpersonalen Ebene auftretende Kommunikationsprobleme, Enttäuschungen, Misstrauen und in ungünstigen Fällen Abbruch der angebahnten internationalen Kooperation berichtet. Derartige Schwierigkeiten beruhen grundsätzlich auf dem Zusammenprall unterschiedlicher Kulturen, vor allem weil die kulturellen Eigenarten der beiden Länder einen markanten Kontrast bilden und mutmaßlich Reibungsverluste in der Zusammenarbeit verursachen: ‘Thailand halte ich für das schwierigste Land in Asien’, so die Aussage eines deutschen Managers, der seit mehr als 20 Jahren in verschiedenen asiatischen Ländern lebt.

Aus den o.g. Gründen wurde das Thema ‚Interkulturelles Management - dargestellt am Beispiel thailändisch-deutscher Zusammenarbeit in Wirtschaftsunternehmen‘ ausgewählt. Ziele der vorliegenden Arbeit sind: (1) Kulturdifferenzen als Hauptursache für Interaktionsstörungen zwischen thailändischen und deutschen Mitarbeitern herauszuarbeiten und zu konkretisieren, wie sich diese auf die Kooperation auswirken, und (2) zu demonstrieren, dass Kenntnisse über thailändische und deutsche Kulturstandards für die Minimierung interkultureller Konflikte, für die Erhöhung interkultureller Synergiepotenziale und somit für die gesamte bilaterale Zusammenarbeit erforderlich und zugleich förderlich sind.

Abschließend möchte ich beiden Seiten Reflexionsanstöße geben, wie die Kulturmauer zu überbrücken ist, und zum gegenseitigen Verständnis zwischen Angehörigen beider Kulturen beitragen. Und über die Bedeutung des Erlernens Interkultureller Kompetenzen als Lösungsansatz hinweisen.

Das erste Kapitel dient als Einführung in die Thematik, wobei die Begründung der Themenwahl und die Erläuterung zu den Zielen der Arbeit angeführt werden. Im zweiten und dritten Kapitel wird ein Versuch gemacht, sich den verwenden Begriffen dieser Arbeit theoretisch fundiert zu nähern. Dabei wird dargelegt, wie die Begriffe Interkulturelles Management und Kultur in dieser Arbeit Verwendung finden. Das vierte Kapitel befasst sich mit der Problematik der interkulturellen Zusammenarbeit in der Praxis zwischen thailändischen und deutschen Interaktionspartnern. Hierbei werden hinsichtlich verschiedener für das Geschäftsumfeld relevanter Aspekte kulturbedingte Unterschiede im thailändisch-deutschen Vergleich und deren Auswirkungen auf wirtschaftliche Kooperationen analysiert.

Das fünfte Kapitel schließt die Arbeit mit einer zusammenfassenden Schlussbetrachtung ab. Ausgehend von einem Überblick über die gewonnenen Erkenntnisse werden hier generelle Vorschläge zur Bewältigung von kulturellen Störungen zwischen thailändischen und deutschen Mitarbeitern gemacht wie auch Denkanstöße für künftige thailändisch-deutsche Wirtschaftskooperationen gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 2
Abkürzungsverzeichnis 4
Vorbemerkung 5
1. Einleitung 7
1.1 Begründung der Themenwahl und Zielsetzung der Arbeit 7
1.2 Aufbau der Arbeit 9
2. Interkulturelles Management 11
2.1 Definition 11
2.2 Internationalisierung 12
2.3 Bedeutung 13
2.4 Aufgabengebiet 15
3. Kulturelle Überlegungen als Ausgangspunkt des Interkulturellen Managements 17
3.1 Definition Kultur 17
3.2 Kultur als managementrelevanter Faktor 19
3.3 Kulturmodelle 20
3.3.1 Kulturdimensionen nach Hofstede 20
3.3.1.1 Machtdistanz 21
3.3.1.2 Unsicherheitsvermeidung 22
3.3.1.3 Individualismus vs. Kollektivismus 22
3.3.1.4 Maskulinität vs. Femininität 23
3.3.1.5 Langfristige vs. Kurzfristige Orientierung 24
3.3.2 Kulturelle Unterschiede nach Hall/ Reed-Hall 24
3.3.2.1 Schnelle und langsame Nachrichten 25
3.3.2.2 Hoher und niedriger Kontext 25
3.3.2.3 Raum 26
3.3.2.4 Zeit 28
3.3.2.5 Zeit als Kommunikationsmittel 29
3.3.2.6 Informationsfluss 30
3.3.2.7 Zusätzliche Faktoren 31
3.3.3 Kulturelle Kompetenz nach Hampden-Turner/ Trompenaars 32
3.3.3.1 Universalismus vs. Partikularismus 32
3.3.3.2 Individualismus vs. Kollektivismus 34
3.3.3.3 Spezifikation vs. Diffusion 35
3.3.3.4 Erreichter Status vs. Gewährter Status 36
3.3.3.5 Introvertiertheit vs. Extrovertiertheit 37
3.3.3.6 Serielle vs. Parallele Zeitwahrnehmung 38
4. Kulturbedingte Differenzen im thailändisch-deutschen Vergleich 40
4.1 Prämissen und Eingrenzungen des Kulturvergleiches 40
4.2 Zeitverständnis 45
4.3 Hierarchieverständnis 50
4.4 Sozialverhalten 57
4.4.1 Selbstverständnis bzw. Rollenverständnis 57
4.4.2 Sozialbeziehungen 61
4.5 Kommunikationsverhalten 69
4.5.1 Sprachlicher (verbaler) Aspekt 69
4.5.2 Nichtsprachliche (nonverbale) Aspekte 73
4.6 Aufgabenbearbeitung 78
4.7 Besprechungs- und Verhandlungsstil 86
4.8 Konfliktverhalten 93
5. Schlussbetrachtung 104
Literaturverzeichnis 109

Textprobe:

Kapitel 4, Kulturbedingte Differenzen im thailändisch-deutschen Vergleich:

4.1, Prämissen und Eingrenzungen des Kulturvergleiches:

Es ist nicht unproblematisch, Kulturen zu beschreiben und sie miteinander zu vergleichen, da dabei Erfahrungen mit einer fremden Kultur vor dem Hintergrund der eigenkulturellen Erwartungen gefiltert werden. Insbesondere in der Praxis ist ein direkter Vergleich zwischen Kulturen häufig nicht möglich, weil es bestimmte konkrete Erscheinungen aus Kultur A in Kultur B unter Umständen gar nicht gibt, so Zeuner. Da sich vorhandene kulturelle Unterschiede tief gehend in Wertesystemen der jeweiligen Kulturen niederschlagen, lässt sich trotzdem behaupten, dass man sich den Kulturen durch die Untersuchung ihrer zentralen Merkmale oder Standards annähern kann. Den Ausgangspunkt dieser Überlegung bildet das sog. Kulturstandard-Konzept. Von fundamentaler Bedeutung für den in der vorliegenden Arbeit angewandten Ansatz ist die Auffassung von ‘Kultur als typisches Orientierungssystem’, dessen Zentralkennzeichen sich als Kulturstandards definieren lassen:

‘Kulturstandards können aufgefasst werden als die von den in einer Kultur lebenden Menschen untereinander geteilten und für verbindlich angesehenen Normen und Maßstäbe zur Ausführung und Beurteilung von Verhaltensweisen. Kulturstandards wirken als Maßstäbe, Gradmesser, Bezugssysteme und Orientierungsmerkmale. […] Kulturstandards bieten den Mitgliedern einer Kultur Orientierung für das eigene Verhalten und ermöglichen zu entscheiden, welches Verhalten als normal, typisch, noch akzeptabel anzusehen bzw. welches Verhalten abzulehnen ist. Kulturstandards wirken wie implizite Theorien und sind über den Prozess der Sozialisation internalisiert. Kulturstandards bestehen aus einer zentralen Norm und einem Toleranzbereich. Die Norm gibt Idealwert an, der Toleranzbereich umfasst die noch akzeptierbaren Abweichungen vom Normwert.’ Nach Schroll-Machl zeigen die Individuen einer Kultur oft Denk- und Verhaltensweisen, die in der anderen Kultur in dieser Häufigkeit nicht beobachtet werden können. Die erkennbaren Merkmale sind unterschiedlich stark ausgeprägt, wie beispielsweise Thomas feststellt:

‘Zentrale Kulturstandards einer Kultur können in einer anderen Kultur völlig fehlen oder nur von peripherer Bedeutung sein. Verschiedene Kulturen können ähnliche Kulturstandards aufweisen, die aber von unterschiedlicher Bedeutung sind und unterschiedlich weite Toleranzbereiche aufweisen.’ Mittels des Einsatzes des Kulturstandard-Konzepts lassen sich verschiedene Kulturen auf einer abstrakten und dadurch generalisierten Ebene betrachten: Beim Schildern bzw. Vergleichen der Kulturstandards einer Gesellschaft mit denen einer anderen Gemeinschaft sticht in erster Linie und ihre Auswirkungen auf wirtschaftliche Kooperationen die Kraft der faktischen Mehrheit ins Auge - nicht die ‘mögliche Varianz für Minderheiten innerhalb einer Kultur’. Somit tritt das Typische sichtbar hervor und der Unterschied im Typischen ist eben ein quantitativer. Mit den Kulturstandards wird demzufolge etwas Typisches beschrieben, im Rahmen der vorliegenden Fallstudie also der durchschnittliche Thailänder bzw. Deutsche.

Damit wird auch ein großer Nachteil des Kulturstandard-Konzepts offensichtlich: Das Konzept unterliegt der Kritik, dass es die Vielfalt und Vielschichtigkeit der Realität stark reduziert und dementsprechend der Herausbildung bzw. Objektivierung von Stereotypen sogar noch Vorschub leisten würde.

Diesbezüglich möchte die Verfasserin das Folgende unterstreichen: Im Fall von Deutschland und Thailand geht es jeweils um eine spezifische Kultur mit einem spezifischen Orientierungssystem und entsprechenden Kulturstandards, in denen sich sehr eigene Denk- und Verhaltensweisen herausgebildet und verfestigt haben. Unter Zuhilfenahme des Kulturstandard-Konzepts werden Charakteristika der Deutschen bzw. Thailänder auf einem abstrahierten und generalisierten Niveau beschrieben. Es handelt sich hierbei um die Aufzeichnung einer Nation gemeinsame Elemente ohne den Anspruch zu erheben, dadurch konkrete Individuen zu beschreiben. Denn Kulturstandards sind nicht bei jedem Angehörigen einer Kultur in gleicher Ausprägung vorhanden und letztendlich gibt es auch kein Individuum, das in seinem Denken, Fühlen und Handeln jederzeit exakt den Kulturstandards seiner Gesellschaft entspricht.

Es kann daher nicht in der Absicht der vorliegenden Arbeit liegen, Klischeevorstellungen und Vorurteile, die es abzubilden gilt, noch verstärkt mit wissenschaftlich fundierten Theorien auszustatten. Es handelt sich hierbei vielmehr darum zu veranschaulichen, wie sich die unterschiedlichen Kulturstandards und die aufgrund von Stereotypen entstehenden Landesbilder auf die thailändisch-deutsche Geschäftskommunikation auswirken bzw. wie diese kulturellen Divergenzen den Erfolg der wirtschaftlichen Zusammenarbeit von thailändischen und deutschen Interaktionspartnern beeinflussen.

Die später in diesem Kapitel behandelten und zueinander in Beziehung gesetzten Verallgemeinerungen über die Thais bzw. die Deutsche sind keine Aussagen über die Einstellungen und Verhaltensweisen einzelner Mitglieder der beiden nationalen Gruppen, sondern ausschließlich Aussagen über vorherrschende Phänomene im jeweiligen Land.

Bei der folgenden Analyse kultureller Unterschiede wird auf zutiefst deutsche bzw. thailändische Eigenschaften eingegangen und daher lediglich ein Vergleich zwischen Thailändern, als Einwohnern einer einheitlichen Nation, und Deutschen, als Bevölkerung einer anderen Nation, angestellt. Das bedeutet: Regionale Aspekte, d.h. landsmannschaftlich bedingte, kulturelle Differenzen (z.B. Thailänder aus verschiedenen Regionen Thailands oder Deutsche aus verschiedenen Regionen Deutschlands), müssen in der vorliegenden Arbeit außer Acht gelassen werden. Die Gründe dafür liegen im streng einzugrenzenden Umfang der Arbeit. Wenn nuanciert wird, dann auch nur von denjenigen, die über langjährige Auslandserfahrungen mit den jeweiligen Kulturen verfügen.

Bezug nehmend auf die vergleichende Kulturbetrachtung stellt Bolten die Theorie der kulturellen Stile auf, die besagt, dass Kommunikationssysteme durch den Kontext der Lebenswelt der Kommunikatoren oder durch ihr kulturelles Wissen bestimmt werden. Da kommunikative Stilelemente mit den Verhaltensspezifika einer Kultur eng verflochten sind, erlaubt die ‘Spezifik des kommunikativen Stils […], gleichzeitig von kulturellen Stilen zu sprechen’. Von dieser These ausgehend lässt sich daher festhalten, dass jede, stets kommunikativ geschaffene und überlieferte Kultur auf eine eigene spezifische Weise ausgeformt ist.

Zur Klärung der Fragen, worin sich grundsätzlich Kulturen und die ihnen zugehörigen Menschen unterscheiden und ob zwischen ihnen auch Gemeinsamkeiten bestehen, werden vergleichbare Struktur- oder Stilmerkmale von Kulturen benötigt. Als Strukturmerkmale bezeichnet Maletzke ‘die Kategorien, in denen sich Kulturen voneinander abheben und die in ihrer strukturierten Gesamtheit das spezifische Profil einer Kultur bilden’.

Im Folgenden wird versucht, sieben kulturelle Strukturmerkmale herauszuarbeiten, die nach Auffassung der Verfasserin besonders für einen thailändisch-deutschen Kulturvergleich relevant und zugleich auch im Kontext wirtschaftlichen Handelns anzutreffen sind: (1) Zeitverständnis, (2) Hierarchieverständnis, (3) Sozialverhalten, (4) Kommunikationsverhalten, (5) Aufgabenbearbeitung, (6) Besprechungs- und Verhandlungsstil und (7) Konfliktverhalten. Die sieben genannten Stilmerkmale fungieren hierbei als Kriterien für einen thailändisch-deutschen Kulturvergleich unter besonderer Berücksichtigung des wirtschaftlichen Kontexts.

Im Folgenden sollen diese wesentlichen Aspekte, an denen sich unterschiedliche Kulturstandards der deutschen und thailändischen Interaktionspartner festmachen lassen, anhand der Erkenntnisse der kulturvergleichenden Forschung sowie der sozialpsychologisch orientierten Forschung zur interkulturellen Kommunikation analysiert werden, wobei kein Anspruch auf eine erschöpfende Gesamtdarstellung erhoben wird. Auch sei angemerkt: Wenn im Weiteren jedes Strukturmerkmal mit entsprechenden Kulturstandards isoliert erörtert wird, so handelt es sich dabei um eine Vereinfachung von Teilaspekten, die man letztlich nicht gesondert betrachten sollte. Denn die kulturellen Strukturmerkmale sind als Komponenten zu verstehen, ‘die untereinander funktional verbunden sind und ihren Stellenwert erst im Gesamtzusammenhang, in der Struktur des Ganzen finden’. Zudem bilden die sich im jeweiligen Strukturmerkmal niederschlagenden Kulturstandards erst in ihrem Zusammenspiel ein kulturelles System. Insofern sind beispielsweise Kommunikationsstörungen zwischen thailändischen und deutschen Mitarbeitern nur überaus selten mit lediglich einem Kulturstandard zu erklären, sondern fast immer in einem größeren Zusammenhang mehrerer Kulturstandards zu sehen.

Arbeit zitieren:
Franke, Sandra März 2011: Interkulturelles Management, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Interkulturelles Management, Thailand, Südostasien, BWL, Interkulturelle Kompetenz

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