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Interkulturelles Management von Joint Ventures zwischen China und den deutschsprachigen Ländern

Interkulturelles Management von Joint Ventures zwischen China und den deutschsprachigen Ländern
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christian Lindorfer
  • Abgabedatum: Juli 2002
  • Umfang: 164 Seiten
  • Dateigröße: 1,6 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Johannes Kepler Universität Linz Österreich
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5819-5
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5819-5 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5819-5 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Lindorfer, Christian Juli 2002: Interkulturelles Management von Joint Ventures zwischen China und den deutschsprachigen Ländern, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Kultur, Recht, Personal, Marketing, Organisation

Diplomarbeit von Christian Lindorfer

Gang der Untersuchung:

Die Zielsetzung dieser Diplomarbeit ist die Vermittlung einer ganzheitlichen Betrachtungsweise der Markterschließungsstrategie des Joint Ventures im „Reich der Mitte“. Das Wort „interkulturell“ wurde deshalb im Titel der Arbeit verwendet, um - in Erweiterung zum Wort „international“ - auf die Tatsache hinzuweisen, dass gerade in Joint Ventures eine intensive Interaktion zwischen den Aktionsträgern der beiden Kulturkreise erfolgt. Dadurch wird ein hohes Maß an interkultureller Sensibilität zu einem wesentlichen Erfolgskriterium, weshalb sich Kapitel 2 explizit mit den soziokulturellen Rahmenbedingungen in der VR China befasst. Des Weiteren werden in Kapitel 3 die politisch-ökonomischen und in Kapitel 4 die rechtlichen Umweltbedingungen näher durchleuchtet.

Kapitel 5 analysiert die Alternativen bei der chinesischen Marktbearbeitung. Es wird aufgezeigt, dass für viele Unternehmen eine stufenweise Markterschließung sinnvoll erscheint, um die Risiken des China-Engagements zu vermindern. Zugleich wird aber auch erläutert, dass eine dauerhafte und intensive Marktpenetration nur mit Direktinvestitionen erreicht werden kann. In diesem Zusammenhang findet die Abwägung zwischen 100%igen Tochtergesellschaften und Joint Ventures besondere Beachtung.

In Kapitel 6 wird Grundlagenwissen über Joint Ventures vermittelt, unter anderem über die Erscheinungsformen, die strategischen Ziele und die Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren dieser Kooperationsform. Des Weiteren werden die beiden möglichen Arten von Joint Ventures in China (EJV und CJV) inklusive deren rechtliche Bestimmungen detailliert erläutert.

Kapitel 7 beginnt mit einer organisationstheoretischen Betrachtung der Aufgaben des Joint-Venture-Managements. Im Anschluss folgen Hinweise zur Standort- und Partnerwahl. Der Gründungsvorgang wird ebenso erläutert, wobei neben dem Genehmigungsprozess vor allem die kritischen Punkte bei der Joint-Venture-Vertragsgestaltung im Mittelpunkt stehen. Danach wird auf die Besonderheiten und Problematiken des Organisations-, Personal- (und zwar Personalsuche/-auswahl, Personalentwicklung, Personalführung und Motivationsmanagement), Kommunikations-, Planungs- u. Steuerungs- und Qualitätsmanagements im chinesischen Umfeld eingegangen. Darüber hinaus erfolgt eine Untersuchung der Besonderheiten des lokalen Marketings. Insgesamt behandelt die Diplomarbeit viele der typischen Problematiken sino-ausländischer JVs, wobei soziokulturelle, juristische und betriebswirtschaftliche Elemente vernetzt betrachtet werden.

Angereichert wurde diese mit der Note 1 bewertete Arbeit durch die rund 4jährige berufliche China-Erfahrung des Autors.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGS- UND TABELLENVERZEICHNIS V
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS VI
VORWORT VII
1. ALLGEMEINES 1
1.1 Engagement in China 1
1.1.1 Gründe für/gegen ein Engagement in China 1
1.1.2 Gute Geschäftsmöglichkeiten 2
2. SOZIOKULTURELLE RAHMENBEDINGUNGEN 4
2.1 Kultur – Allgemeines 4
2.2 Gemeinsamkeiten 6
2.3 Die Kulturtheorie von Hofstede 6
2.4 Reaktionsmuster beim Aufeinandertreffen verschiedener Kulturen 10
2.5 Religionen, Philosophien und Aberglaube 11
2.6 Soziale Bindungen und Beziehungen 13
2.6.1 Hierarchie 13
2.6.1.1 Hierarchie und Top-down-Prinzip 13
2.6.1.2 Titel, Rang und Senioritätsorientierung 13
2.6.2 Beziehungsnetzwerke („Guanxi“) 14
2.6.3 Gruppenverhalten und Fraktionsprinzip 14
2.7 Bürokratie und Korruption 15
2.8 Raum und Zeit 15
2.9 Vorgehensweisen zur Zielerreichung 16
2.10 Interkulturelle Kommunikation 17
2.10.1 Sprache und Schrift 17
2.10.2 Dolmetscher 18
2.10.3 Kommunikationsverhalten 19
2.10.4 Konfliktlösung 20
2.10.5 Argumentation und Überzeugen 20
2.10.6 Grundlegende Verhaltenshinweise zur Kommunikation 21
2.11 Verhandlungen in China 23
2.11.1 Allgemeines 23
2.11.2 Verhandlungsablauf 24
3. POLITISCH-ÖKONOMISCHE RAHMENBEDINGUNGEN 26
3.1 Besondere Einflussfaktoren in Asien 26
3.2 Das politisch-ökonomische System der VR China 26
3.2.1 Aufbau des politischen Systems 26
3.2.2 Sozialistische Marktwirtschaft 27
3.3 Der WTO-Beitritt Chinas 28
3.4 Der chinesische Markt 30
3.4.1 Wirtschaftliche Entwicklung 30
3.4.2 Länderrating 32
3.4.3 Wichtigste Handelspartner 32
3.4.4 Wichtigste Export- und Importwaren 33
3.4.5 Unternehmensarten in China 33
3.4.6 Wirtschaftliche Sondergebiete 33
4. RECHTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN 36
4.1 Allgemeines 36
4.2 Rechtliche Normen für internationale Wirtschaftsbeziehungen 36
4.3 Vertrags- und Rechtsverständnis der chinesischen Seite 37
4.4 Regelung von Streitigkeiten 38
4.4.1 Allgemeines 38
4.4.2 Freundschaftliche Verhandlungen 38
4.4.3 Schlichtung 39
4.4.4 Schiedsgerichtsbarkeit 39
4.4.5 Vollstreckung 40
4.5 Ausgewählte Rechtsgebiete im Überblick 40
4.5.1 Investitionsrecht 40
4.5.2 Devisenrecht und Konvertibilität des RMB 41
4.5.3 Steuerrecht 42
5. MARKTEINTRITTS- BZW. MARKTERSCHLIEßUNGSSTRATEGIEN 44
5.1 Formen der Marktbearbeitung ohne FDI 44
5.1.1 Klassischer Export 44
5.1.1.1 Indirekter Export 44
5.1.1.2 Direkter Export 44
5.1.2 Gegengeschäfte 45
5.1.3 Technologie-Importgeschäfte 46
5.2 Formen der Marktbearbeitung mit FDI 46
5.2.1 Joint Venture 46
5.2.2 WFOE 47
5.2.3 Weitere Formen mit FDI 47
5.3 Abwägung der wichtigsten Formen 47
5.3.1 Abwägung 47
5.3.2 Vorteile von FIEs gegenüber Handelsgeschäften 48
5.3.3 Step-by-Step-Strategie 49
5.3.4 Abwägung WFOE vs. Joint Venture 49
6. JOINT VENTURES 52
6.1 Begriffsdefinition 52
6.1.1 Allgemeine Begriffsdefinition und Abgrenzung 52
6.1.2 JV-Definition in China 53
6.2 Allgemeine Erscheinungsformen von JVs 54
6.2.1 Dimensionen von JVs 54
6.2.2 Grundtypen von JVs in der Unternehmenspraxis 55
6.3 Ziele und Motive für die Gründung von JVs 56
6.3.1 Allgemeine Ziele und Motive für die Gründung von JVs 56
6.3.2 Ziele und Motive für die Gründung sino-ausländischer JVs 57
6.4 Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren von sino-ausländischen JVs 58
6.5 Gesetzliche Regelungen für EJVs 59
6.5.1 Allgemeines 59
6.5.2 Rechtsgrundlagen 59
6.5.3 Zuständige Genehmigungsbehörde 60
6.5.4 Interne Organisation und Kontrollrechte 60
6.5.5 Rechtsform, Kapitalausstattung, Gewinnverteilung und Haftung 61
6.5.6 Devisenerwirtschaftung 62
6.5.7 Arbeitsrechtliche Aspekte 62
6.5.8 Verkauf der Produkte 62
6.5.9 Laufzeit und Beendigung 62
6.6 Gesetzliche Regelungen für CJVs 63
6.6.1 Allgemeines 63
6.6.2 Rechtsgrundlagen 63
6.6.3 Interne Organisation und Kontrollrechte 63
6.6.4 Rechtsform, Kapitalausstattung, Gewinnverteilung und Haftung 64
6.6.5 Beendigung 64
7. JOINT-VENTURE-MANAGEMENT 65
7.1 Entwicklungsphasen von JVs 65
7.2 Organisationstheoretische Aufgaben des JV-Managements 65
7.2.1 Spannungsfelder im JV-System 65
7.2.2 Gestaltungsgerechtes JV-Management 66
7.2.3 Lenkungsgerechtes JV-Management 68
7.2.4 Entwicklungsorientiertes JV-Management 69
7.3 Phasen des JV-Prozesses und deren Managementaufgaben 70
7.4 Standortwahl 71
7.5 Partnersuche und Partnerwahl 71
7.5.1 Stufenmodell der Kooperation 73
7.6 Gründungsvorgang des JVs 74
7.6.1 Genehmigungsetappen 74
7.6.2 JV-Vertragsgestaltung 76
7.6.2.1 Allgemeines 76
7.6.2.2 Wichtige Punkte des JV-Vertrages 77
7.7 Organisationsmanagement 79
7.8 Personalmanagement 81
7.8.1 Personalsuche und -auswahl 82
7.8.1.1 Abwägung Expatriates vs. Locals vs. Auslandschinesen 82
7.8.1.2 Expatriates 83
7.8.1.3 Locals 86
7.8.2 Personalentwicklung 90
7.8.3 Personalführung 92
7.8.4 Motivationsmanagement 94
7.8.4.1 Allgemeines 94
7.8.4.2 Anreizgestaltung 95
7.8.4.3 Kontrollmaßnahmen 98
7.9 Kommunikationsmanagement 99
7.10 Planungs- und Steuerungsmanagement 101
7.11 Qualitätsmanagement 102
7.12 Lokales Marketingmanagement 104
7.12.1 Allgemeines 104
7.12.2 Marktforschung 105
7.12.3 Marktsegmentierung 105
7.12.3.1 Regionale Marktsegmentierung 105
7.12.3.2 Kundenbezogene Marktsegmentierung 106
7.12.3.3 Produktbezogene Marktsegmentierung 107
7.12.4 Marketing-Mix 108
7.12.4.1 Produkt- und Sortimentspolitik 108
7.12.4.2 Distributionspolitik 109
7.12.4.3 Preis- und Konditionenpolitik 110
7.12.4.4 Kommunikationspolitik 111
8. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 114
QUELLENVERZEICHNIS 121
ANHANG 127

Automatisiert erstellter Textauszug:

Stammkapital („registered capital“) und Gesamtinvestition („total investment“). Stammkapital ist das von den Parteien gemäß ihren Kapitalanteilen zu erbringende Kapital, während die Gesamtinvestition einerseits das Stammkapital sowie andererseits das gesamte Fremdkapital, z.B. aus Bank- oder Gesellschafterdarlehen, umfasst. Die Höhe der Gesamtinvestition ist für die Behördenzuständigkeit ausschlaggebend (siehe 6.5.3.). Grundsätzlich ist kein Mindeststammkapital vorgesehen, jedoch verlangen Genehmigungsbehörden in der Praxis häufig ein Mindestkapital von USD 100.000 bis USD 200.000. Das relative Verhältnis von Stammkapital und Gesamtinvestition ist für Auslandsinvestitionen hingegen zwingend geregelt (siehe 4.5.1.). Die Mindestbeteiligung des ausländischen Partners beträgt 25 % des Stammkapitals. Eine Höchstbeteiligung des ausländischen Partners ist in der JV-Gesetzgebung nicht vorgesehen, jedoch ist im „Katalog der Industrielenkung“ für bestimmte Branchen eine Mehrheitsbeteiligung des chinesischen Partners vorgeschrieben (siehe Fußnote 1 auf S. 49). Das Stammkapital kann sowohl in Form von Bar- als auch von Sacheinlagen erbracht werden. Häufig wird die chinesische Seite Landnutzungsrechte1 sowie Maschinen und Fabrikgebäude einbringen. Die Sacheinlagen des ausländischen Partners bestehen üblicherweise aus Technologielizenzen (einschließlich Nutzungsrechten von Patenten und Warenzeichen) und importierten Maschinen bzw. Ausrüstungen. Die immateriellen Vermögenswerte der ausländischen Seite sind grundsätzlich auf 20 % des Stammkapitals beschränkt, für „neuartige Technologien und Hochtechnologien“ (z.B. Mikroelektronik, Photoelektrik, Biotechnologie, Umweltschutztechnologie) jedoch auf 35 % erweitert. Sacheinlagen der chinesischen Seite sind durch einen in China zugelassenen Wirtschaftsprüfer zu bewerten und durch die staatliche Vermögensbewertungsbehörde zu genehmigen. Die Sacheinlagen der ausländischen Seite müssen vom „China Commodities Inspection Bureau“ für Importe bewertet werden. Somit ist der Verhandlungsspielraum begrenzt und die Bewertung der Sacheinlagen oft problematisch. Auch die Fristen für die Einbringung der Kapitaleinlagen sind gesetzlich geregelt und können bei Bedarf vertraglich verkürzt werden. [...]

Oberstes Organ ist das „Board of Directors“ (BOD), das die Befugnis zur Entscheidung in allen wichtigen Angelegenheiten trägt. Diese sollten im Vertrag genau aufgezählt werden. Das BOD besteht aus mindestens 3 Mitgliedern, die von den Partnern unter Berücksichtigung der Beteiligungsverhältnisse für 4 Jahre (mit Wiederbestellmöglichkeit) bestellt werden. Dieses Organ erfüllt die Funktion einer Gesellschafterversammlung (das Gesetz sieht dieses Organ nicht vor) und des Aufsichtsrates, zum Teil aber auch Geschäftsführerfunktionen. Der Vorsitzende des BOD („Chairman“) ist gesetzlicher Vertreter des JVs und kann seit 1990 wahlweise von der chinesischen oder ausländischen Seite gestellt werden. Einstimmigkeit ist erforderlich bei Beschlüssen über die Änderung des Gesellschaftsvertrages, bei Beendigung und Liquidation des JVs, bei Kapitalerhöhungen und bei einer Fusion. In der Satzung können im Sinne des Schutzes der Minderheitspartner weitere Entscheidungen des BOD dem Einstimmigkeitserfordernis unterworfen werden. Alle anderen Angelegenheiten werden durch die Mehrheit nach Köpfen entschieden. [...]

Die wesentlichen Vorteile und Nachteile von JVs wurden bereits im Punkt 5.3.4. dargelegt. Zu den häufigsten Schwierigkeiten bei der Gründung und dem Betrieb von JVs in China zählen neben dem grundsätzlichen Problem der interkulturellen Zusammenarbeit und Kommunikation als häufigste Ursache für das Scheitern von JVs (siehe 2.1.) vor allem die Auswahl eines geeigneten chinesischen Partnerunternehmens und die Standortwahl, die Durchführung und Zeitdauer der Verhandlungen, divergierende Zielvorstellungen der Partner, der Überblick über Instanzenwege, Kompetenzen und Zuständigkeiten der chinesischen Behörden, die Bewertung der einzubringenden Einlagen, die Beschaffung von Rohstoffen und Zulieferteilen mit anforderungsgerechter Qualität, die Sicherung einer ausreichenden Qualität in der Produktion, der Aufbau einer effizienten Vertriebsstruktur, das Personalmanagement chinesischer Mitarbeiter (insbesondere die Personalbeschaffung qualifizierter Kräfte), die Auswahl der westlichen Manager für das JV, die mangelnde Produktivität des chinesischen Partnerunternehmens, eine unzureichende Transport- und Kommunikationsinfrastruktur auf dem chinesischen Binnenmarkt und Probleme mit Korruption und Nepotismus.2 Eine detaillierte Aufstellung der Erfolgs- und Misserfolgsfaktoren von JVs in China findet sich im Anhang 8, wobei zur besseren Übersichtlichkeit eine Gliederung in phasenunabhängige und phasenabhängige (siehe 7.3.) Faktoren vorgenommen wurde. Die Kenntnis dieser Faktoren kann wesentlich dazu beitragen, absehbare Probleme im Vorfeld zu umgehen. [...]

Arbeit zitieren:
Lindorfer, Christian Juli 2002: Interkulturelles Management von Joint Ventures zwischen China und den deutschsprachigen Ländern, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Kultur, Recht, Personal, Marketing, Organisation

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