Interkulturelles Lernen im Sachunterricht
- Art: Staatsexamensarbeit
- Autor: Anja Rode
- Abgabedatum: Mai 2001
- Umfang: 169 Seiten
- Dateigröße: 7,3 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Hochschule Vechta Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-9070-6
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-9070-6 P - ISBN (CD) :978-3-8324-9070-6 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Rode, Anja Mai 2001: Interkulturelles Lernen im Sachunterricht, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Handlungsorientierung, Afrika, Vorurteile, Stationenlernen, Kultur
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Staatsexamensarbeit von Anja Rode
Zusammenfassung:
Die Realität in unserem Land und in unseren Schulen ist schon längst durch sprachliche, kulturelle und religiöse Vielfalt geprägt. Wir leben in einer multikulturellen Gesellschaft und auch die „Eine Welt“ ist in unserem Alltag schon längst durch Medien, Konsumgüter und dem elektronischen Austausch präsent. Diese Tatsachen weisen aber noch nicht auf ein Miteinander der Kulturen hin. lnterkulturelle Handlungs- und Kommunikationsfähigkeit muss noch gelernt und gefördert werden. Es ist die Aufgabe von Schule und Sachunterricht, sich hiermit im Unterricht auseinander zu setzen. Dieses ist jedoch nur möglich, wenn die Einstellungen zu einem anderen Land und einer anderen Kultur frei von Vorurteilen und Stereotypen sind.
Ein Punkt der daher näher erläutert wird, ist die Wahrnehmung von Fremdkulturen und der Umgang von Stereotypen und Vorurteilen im Sachunterricht,. Wie ich einem Fremden oder einem fremden Land gegenüber eingestellt bin, hängt oft vom Wissensstand ab. Weiß ich wenig, kann es oft zu Fehleinstellungen kommen oder zu Verallgemeinerungen: Schweizer sind pünktlich, Deutsche ordentlich...
In der vorliegenden Arbeit werden zuerst die theoretischen Grundlagen dargelegt, die zeigen sollen, dass es notwendig ist, die Einstellungen der Schüler im Sachunterricht zu berücksichtigen. Auch wird aufgezeigt, dass die Einstellungen der Lehrer zum Interkulturellen Lernen wichtig sind, damit interkultureller Unterricht überhaupt möglich ist.
Weiterhin wird herausgearbeitet, wie interkultureller Unterricht aussehen kann und warum das Lernen an Stationen eine besonders geeignete Methode für Interkulturelles Lernen im Sachunterricht ist.
Dazu wird das Stationenlernen genauestens erklärt und die Zeitschrift Sachunterricht und Mathematik in der Primarstufe und die daraus hervorgegange Zeitschrift Sache-Wort-Zahl nach Artikeln untersucht.
Unter Interkulturellem Lernen versteht man nicht nur das Lernen von fremden Kulturen, sondern auch das gemeinsame Lernen verschiedener Kulturen. Daher bietet sich die offene Unterrichtsform Stationenlernen an, um den direkten Kontakt der multikulturellen Schülerschaft untereinander zu ermöglichen.
Im praktischen Teil wird die Planung, Durchführung und Reflexion der Unterrichtseinheit Spielend Afrika entdecken dargestellt. Hier werden zunächst die Einstellungen der. Kinder zum Land Afrika herausgearbeitet und im Laufe der Einheit, falls nötig, revidiert. Die Einstellungen werden erfasst durch die freie Schreibaufgabe: Mein Besuch in Afrika. Die Kinder lernen in der weiteren Unterrichtsstunde den Jungen Johannes kennen, der als Weißer in Kamerun lebt (Diashow). Die Kinder sollen unter anderem über das Land Afrika informiert werden, um so Zuneigung für Land und Leute entwickeln zu können. Erleichtert wird dies durch den Einsatz der Bezugsperson Johannes.
Gerade im Kindesalter kommt es zur Entwicklung und Festigung von Einstellungen, weshalb diese Stunde sehr wichtig ist. In einer folgenden Doppelstunde beschäftigen sich die Kinder mit verschiedenen Stationen, an denen sie spielend Afrika entdecken können. Dazu zählt das Basteln von afrikanischen Musikinstrumenten, das Basteln eines Autos aus Müll, Basteln von Armbändern, verschiedene afrikanische Spiele (Kalaha, Rate die Bohnen), die Arbeit mit dem Globus, der Informationstisch zu Kamerun und Johannes. In der letzten Stunde wird das Stationenlernen reflektiert und es werden gemeinsam afrikanische Lieder gesungen. Hier werden zudem die gebastelten Musikinstrumente eingesetzt und erfahren so eine Würdigung. Der afrikanische Rhythmus wird erfahren als etwas Erheiterndes, Schönes und Lebendiges.
Abschluss der Arbeit ist der Punkt Schlussfolgerungen. Es wird zusammenfassend erklärt, dass die Deutschen sich schwer tun mit Fremden umzugehen (Schlussfolgerung des Punktes: Geschichte des Interkulturellen Lernens) und das Schule vorleben muss wie natürlich verschiedene Kulturen miteinander umgehen können. Der Lehrer/ die Lehrerin ist Vorbild für viele und muss lernen auf das Kind individuell einzugehen und darf es nicht vor dem Hintergrund seines Ausländerseins betrachten. Dieses führt nur zu Vorurteilen, wie wir es oft in den Medien vorfinden, wo meist nur von Ausländern im Rahmen von Diskriminierungen berichtet wird.
Es ist wichtig, die Differenz nicht als Last, sondern als Nützlichkeit zu empfinden. Wir bestimmen uns mit unseren Unterschieden in der Gesellschaft und schaffen uns so eine Identität. Die Bereitschaft, sich vor Fremden immer wieder neu zu bestimmen, beseitigt die Angst vor diesen und damit auch die Gefahr vor Vorurteilen.
Für den Unterricht heißt das, dass man auf die die Kulturen verbindenden Elemente eingehen muss, um so jedem gerecht werden zu können. Für diese Situation bieten sich offene Lernarrangements an, da sie positive gruppendynamische Prozesse anleiten, die sich auch positiv auf das soziale Verhalten der Schüler auswirkt. Das Kind bekommt die Chance, sich selbst und seine unterschiedlichen Fähigkeiten in eigener Verantwortung einzubringen. Zudem haben sie die Möglichkeit, mit allen Schülern zu kommunizieren und sich so mit ihren Ansichten auseinander zu setzen.
Über das Thema Dritte Welt - eine Welt erhält man die Möglichkeit den kindlichen Horizont zu weiten und Hemmungen zu reduzieren und öffnet dadurch auch den Austausch zwischen deutschen und Migrantenkindern. An der Unterrichtseinheit wird deutlich, dass Unwissen oft zu Ablehnung führt. So wollten die Schüler nicht wie Johannes in Kamerun leben und fragten: Wieso kann der nicht bei uns leben? Den Kindern war Afrika fremd, was ein Unbehagen hervorrief. Dieses übertrugen sie auf Johannes: Er konnte sich in Afrika nicht wohl fühlen. Dennoch lernten die Kinder, ihn zu verstehen.
Lernen von fremden Kulturen ist ein Beispiel zur Einstellungsänderung. Vorurteile werden durch die Beschäftigung mit dem Fremden abgebaut. Man lernt aus der Sicht des anderen Dinge zu betrachten. Aus diesem Grunde ist Lernen von fremden Kulturen auch immer Erziehung zu Toleranz und zu Solidarität.
Inhaltsverzeichnis:
| 1. | Einleitung | 1 |
| 2. | Zum Begriff Interkulturelles Lernen | 3 |
| 2.1 | Geschichte des Interkulturellen Lernens: Von der Ausländerpädagogik zum Interkulturellen Lernen | 3 |
| 2.1.1 | Ausländerpädagogik im Kaiserreich: Herstellung von Homogenität im Nationalstaat | 3 |
| 2.1.2 | Ausländerpädagogik in der Bundesrepublik Deutschland | 6 |
| 2.1.3 | Kritik an der Ausländerpädagogik | 10 |
| 2.2 | Zur Definition Interkulturellen Lernens | 11 |
| 2.3 | Interkulturelles Lernen im Sachunterricht | 15 |
| 2.3.1 | Zur Kritik der Grundschule aus interkultureller Sicht | 17 |
| 2.3.2 | Notwendigkeit Interkulturellen Lernens | 19 |
| 2.3.3 | Ansätze zur Verwirklichung Interkulturellen Lernens im Sachunterricht | 26 |
| 2.4 | Lernen von fremden Kulturen | 34 |
| 2.4.1 | Die Wahrnehmung von Fremdkulturen | 36 |
| 2.4.2 | Der Umgang von Stereotypen und Vorurteilen im Sachunterricht | 38 |
| 3. | Lernen an Stationen | 43 |
| 3.1 | Stationenlernen als Form offenen Unterrichts | 43 |
| 3.2 | Leitprinzipien des Stationenlernens | 45 |
| 3.2.1 | Handlungsorientierung | 45 |
| 3.2.2 | Selbstständigkeit und Eigenverantwortung | 46 |
| 3.2.3 | Innere Differenzierung bei heterogenen Lerngruppen | 47 |
| 3.3 | Fächerübergreifendes Lernen | 48 |
| 3.4 | Aufbau und Gestaltung von Stationen | 49 |
| 3.5 | Ablauf eines Stationenlernens | 51 |
| 3.6 | Lernen an Stationen – eine besonders geeignete Form interkulturellen Lernens im Sachunterricht | 53 |
| 4. | Lernen an Stationen: Spielend Afrika entdecken | 63 |
| 4.1 | Didaktische Begründung | 63 |
| 4.2 | Länderinformation Kamerun Afrika im Kleinen | 65 |
| 4.3 | Problemstellung und Zielsetzung der Unterrichtseinheit | 70 |
| 4.4 | Planung der Unterrichtseinheit | 71 |
| 4.4.1 | Vorbemerkung zum Unterrichtsablauf | 71 |
| 4.4.2 | Ermittlung der Einstellungen der Schüler zu Afrika | 72 |
| 4.5 | Durchführung der Unterrichtseinheit | 74 |
| 4.5.1 | Erste Unterrichtsstunde: Einreichen von Informationen über Afrika | 76 |
| 4.5.2 | Zweite und dritte Unterrichtsstunde: Lernen an Stationen | 80 |
| 4.5.3 | Letzte Unterrichtsstunde: Reflektieren und Musizieren | 87 |
| 4.6 | Ergebnis der Unterrichtseinheit | 91 |
| 5. | Schlussfolgerungen | 92 |
| 6. | Literatur | 95 |
| 7. | Anhang | 101 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832490706
Arbeit zitieren:
Rode, Anja Mai 2001: Interkulturelles Lernen im Sachunterricht, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Handlungsorientierung, Afrika, Vorurteile, Stationenlernen, Kultur



