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Interkulturelle Konfliktpotentiale bei der deutsch-polnischen Zusammenarbeit

Interkulturelle Konfliktpotentiale bei der deutsch-polnischen Zusammenarbeit
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Monika Darda
  • Abgabedatum: November 2003
  • Umfang: 91 Seiten
  • Dateigröße: 765,8 KB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-7945-9
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-7945-9 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-7945-9 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Darda, Monika November 2003: Interkulturelle Konfliktpotentiale bei der deutsch-polnischen Zusammenarbeit, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Polen, Investition, Internationalisierung, Konfliktmanagement, Management

Diplomarbeit von Monika Darda

Zusammenfassung:

Polen stellt für Deutschland einen wichtigen Handelspartner dar und nimmt dabei sogar eine bedeutendere Stellung ein als z.B. Russland oder die Tschechische Republik. Mit Vollzug der Osterweiterung werden die wirtschaftlichen Verflechtungen zwischen den beiden Nachbarstaaten weiter zunehmen. Damit wird es nötiger denn je, Handhabungsmechanismen für die interkulturellen Reibungspunkte zu finden, mit denen sich die in Polen investierenden deutschen Unternehmen schon länger auseinandersetzen müssen.

Nur zu häufig wird auf wirtschaftlicher Ebene die Bedeutung der Landeskultur und der Mentalitätsunterschiede unterschätzt. Diese wirken sich nachhaltig auf Geschäfts- und Mitarbeiterbeziehungen, Teamarbeit und das Verhältnis zwischen Vorgesetzten und Untergebenen aus und sind hauptsächlich für ökonomische Internationalisierungsprobleme verantwortlich. Werden die Differenzen in den Landeskulturen nicht zur Genüge berücksichtigt, kann dies zu Reibungen, Effizienzverlusten und zu schwerwiegenden Konflikten zwischen den Angehörigen beider Kulturkreise führen. Der Erfolg der Auslandsinvestition wird durch teure Rückholaktionen von entsandten Führungskräften, kostspielige kurative Interventionen zur Behandlung bereits eskalierter Konflikte und mögliche Imageverluste im Gastland gemindert. Im schlimmsten aller Fälle scheitert die Internationalisierungsstrategie – wie, statistisch gesehen, jede zweite Auslandsakquisition. Setzt man sich hingegen rechtzeitig mit den kulturellen Differenzen auseinander und ergreift entsprechende Maßnahmen, können schwerwiegende finanzielle Folgen abgewendet werden.

Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, die interkulturellen Konfliktpotentiale aufzuzeigen, die sich bei der Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen ergeben können. Diese werden aus einer Reihe von Kulturmodellen abgeleitet und durch zahlreiche aktuelle Studien belegt. Darüber hinaus werden Vorschläge zur Konfliktbehandlung im Rahmen grenzüberschreitender Zusammenarbeit gemacht. Einerseits werden mögliche präventive Maßnahmen aufgezeigt, die gezielt im Rahmen der deutsch-polnischen Zusammenarbeit anwendbar sind. Andererseits wird ein grober Überblick über die kurativen Interventionen gegeben.

Den in Polen investierenden deutschen Unternehmen wird mit dieser Arbeit ein vollständiger Überblick über zu berücksichtigende, interkulturelle Reibungspunkte, ihre Vorbeugung und die Behandlung der sich daraus entwickelnden Konflikte gegeben.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis 1
Abkürzungsverzeichnis 3
Abbildungsverzeichnis 4
Tabellenverzeichnis 4
I. Einleitung 5
I.1 Problemstellung 5
I.2 Zielsetzung und Konzeption der Arbeit 6
II. Theoretische Grundlagen 9
II.1 Interkulturelle Konfliktpotentiale 9
II.2 Länderübergreifende Zusammenarbeit 13
II.3 Abgrenzung der Unternehmenskultur 15
III. Kulturtheoretische Einordnung Deutschlands und Polens 16
III.1 Einordnung gemäß HOFSTEDE 18
III.1.1 Machtdistanz 19
III.1.2 Individualismus versus Kollektivismus 22
III.1.3 Maskulinität versus Femininität 27
III.1.4 Unsicherheitsvermeidung 29
III.1.5 Gegenüberstellung der Dimensionen 31
III.2 Einordnung gemäß HALL 34
III.2.1 High-context versus Low-context 34
III.2.2 Monochrone versus polychrone Gesellschaften 34
III.3 Einordnung in die „Pattern Variables“ nach PARSONS/ SHILS 36
III.3.1 Universalismus versus Partikularismus 37
III.3.2 Spezifität versus Diffusion 37
III.3.3 Zuschreibung versus Errungenschaft 38
IV. Abgeleitete Konfliktpotentiale 40
IV.1 Führungsstil 40
IV.2 Motivation 43
IV.3 Informationsbeschaffung und –weitergabe 44
IV.4 Beziehungen und Kontakte 46
IV.5 Kritikfähigkeit und Konfliktaustragung 48
IV.6 Umgang mit Planung und Strukturen 50
IV.7 Pflichterfüllung und Regelbefolgung 52
IV.8 Allgemeine Kommunikation 54
V. Weitere Konfliktpotentiale 57
V.1 Zeiterleben 57
V.2 Besonderheiten der verbalen Kommunikation 59
V.3 Besonderheiten der nonverbalen und der paraverbalen Kommunikation 63
VI. Ausblick auf die zukünftige Entwicklung 66
VII. Konflikthandhabung und Konfliktbehandlung 68
VII.1 Konflikthandhabung in Deutschland und Polen 68
VII.2 Möglichkeiten der Konfliktbehandlung 71
VII.2.1 Präventive Interventionen 72
VII.2.1.1 Auswahl der (Auslands-) Mitarbeiter 72
VII.2.1.2 Allgemeine Schulungsmaßnahmen 73
VII.2.1.3 Länderspezifische Schulungsmaßnahmen 73
VII.2.1.4 Coaching vor Ort 74
VII.2.1.5 Sozialisationsmaßnahmen 75
VII.2.2 Ausblick auf kurative Interventionen 76
VIII. Zusammenfassung 78
Literaturverzeichnis 80
Internetquellen 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

dadurch auszeichnet, dass die Personen die verschiedenen Lebensbereiche und Ebenen ihrer Persönlichkeit miteinander verschmelzen lassen.172 Auch hier spielt die „Individualismus/Kollektivismus“-Dimension eine Rolle, da die Personen, je nach Grad ihrer Gruppenorientierung, weniger oder eher dazu bereit sind, in allen Lebensbereichen enge persönliche Beziehungen aufzubauen. Enge persönliche Beziehungen am Arbeitsplatz bedeuten aber, dass nicht nur der sachorientierte, professionelle Teil der Persönlichkeit mit seiner Umgebung interagiert, sondern dass auch private, weniger rationale Charakterebenen involviert und die diversen Lebensbereiche nicht strikt voneinander getrennt werden. In Übereinstimmung mit dieser Annahme setzen SULLY DE LUQUE/ SOMMER die Dichotomie „Spezifität-Diffusion“ mit Low-/High-context-Kulturen in Beziehung zueinander173, die wiederum mit der „Individualismus/Kollektivismus“-Dimension von HOFSTEDE korrelieren. Es kann also gefolgert werden, dass sich die Polen wohl eher diffus, die Deutschen hingegen eher spezifisch zeigen werden. In dieser Dichotomie reduziert das Kulturmodell von PARSONS/ SHILS die Komplexität der Wirklichkeit allerdings in einem so hohen Maße, dass es nötig wird, auf eine Einschränkung zu verweisen: Die Variable „Spezifität-Diffusion“ ist stark abhängig vom Individuum und der Dauer der Beziehung. Je länger z.B. die Zusammenarbeit unter Deutschen andauert, desto enger und emotionaler kann die Beziehung zu einzelnen Individuen werden. Es bilden sich dann „informelle Settings und Strukturen“174 heraus, die die tendenziell eher vorhandene Spezifität in Diffusion verkehren kann. Im Falle einer längeren Zusammenarbeit zwischen Deutschen und Polen kann somit die Hypothese formuliert werden, dass interkulturelle Konfliktpotentiale aufgrund dieser Variable abnehmen werden. [...]

Die Dichotomie „Universalismus versus Partikularismus“ unterscheidet zwei Arten von Verhaltensformen. Universalismus bezieht sich auf diejenigen, die sich auf Normen und Wertestandards stützen. Sie sind daher allgemeingültig und ihre Befolgung beziehungsunabhängig. Verhaltensformen, die Standards priorisieren, welche dem spezifischen Beziehungssystem einer Situation zugrunde liegen, werden dem Partikularismus zugeordnet.165 Der Universalismus beschreibt also Handlungsmuster, die sich nach dem Prinzip „What ist good and right can be defined and always applies“166 richten. Partikularismus impliziert, dass das Verhalten in einer Situation abhängig ist von Beziehungen zwischen den Agierenden und der Situation an sich. Es existiert mehr als eine Perspektive der Realität.167 Diese Dichotomie wird von HOFSTEDE der Dimension „Individualismus-Kollektivismus“ zugeordnet. Kollektivistische Gesellschaften, die Personen- vor Sachbezug stellen, und in denen die Unterscheidung zwischen „unserer Gruppe“ (ingroups) und „anderen Gruppen“ (outgroups) spürbar ist, zeigen sich partikularistisch.168 Regeln und Normen sind in solchen Fällen eng mit zwischenmenschlichen Beziehungen verbunden und werden nicht auf alle Objekte gleichermaßen angewendet.169 Es gilt als natürlich und moralisch, auch im Geschäftsleben seine Freunde besser zu behandeln als andere.170 Polen wurde zuvor als tendenziell kollektivistischer eingestuft als Deutschland (s. Punkt III.1.2) und würde damit eher den partikularistischen Verhaltensformen entsprechen. Deutschland hingegen, wird entsprechend seines größeren Individualismus, eher als ein universalistisch geprägtes Land gesehen, in dem Regeln, Normen und Gesetze für alle Situationen und allen Personen gegenüber in gleichem Maße gültig sind. [...]

III.3 Einordnung in die „Pattern Variables“ nach PARSONS/ SHILS PARSONS/ SHILS bauen ihre „Theory of Action“160 auf der Basis der folgenden fünf Dichotomien auf, die im weiteren Verlauf des Kapitels näher erläutert werden sollen: 1. Affectivity – Affective neutrality 2. Self-orientation – Collectivity orientation 3. Universalism – Particularism 4. Specifity – Diffuseness 5. Ascription – Achievement.161 Ihre Theorie beschreibt, wie auf der Basis dieser Dichotomien, „Pattern Variables“ genannt, jede Orientierung bzw. jede Handlung charakterisiert werden kann. Der Handelnde entscheidet sich im Vorfeld der Handlung für je eine Seite der einzelnen Variablen und kann erst dann der Situation entsprechend agieren.162 Die Pattern Variables sind darauf ausgelegt, unterschiedliche Orientierungs- und Handlungsweisen eines einzelnen Individuums innerhalb einer Kultur zu erklären. Gleichzeitig bieten sich die fünf Dichotomien aber auch an, Unterschiede in den Verhaltens- und Handlungsmustern zwischen zwei Kulturen zu identifizieren, wie die Operationalisierung der Variablen durch TROMPENAARS (1993) zeigt. Vorab sollen die für die kulturtheoretische Einordnung Deutschlands und Polens relevanten Variablen ausgewählt werden. Die erste Variable, „Affektivität versus affektive Neutralität“, beschreibt die Entscheidung des Handelnden für den affektiven Impuls oder für die Disziplin und das Zurückhalten des ersten Impulses. TROMPENAARS wendet diese Dichotomie für den interkulturellen Vergleich zwischen neutralen und affektiven Kulturen an.163 Dabei ist der Ausdruck der persönlichen Gefühle Maßgabe der Ausprägung. Die Einordnung Deutschlands und Polens ist mangels Forschungsergebnissen oder Aussagen über eventuelle Korrelationen mit anderen Dimensionen nicht möglich. Die Variable wird daher bewusst ausgelassen. Die zweite Variable, „Ich-orientierung versus kollektivistische Orientierung“, entspricht in groben Zügen der „Individualismus/ Kollektivismus“-Dimension nach HOFSTEDE (s. Punkt III.1.2).164 Die Variablen drei, vier und fünf finden Eingang in die weitere Analyse. Wie sich zeigen wird, sind diese Pattern Variables nützlich, um v.a. einzelne Facetten zweier Dimensionen von HOFSTEDE zu beschreiben und zu spezifizieren. [...]

Arbeit zitieren:
Darda, Monika November 2003: Interkulturelle Konfliktpotentiale bei der deutsch-polnischen Zusammenarbeit, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Polen, Investition, Internationalisierung, Konfliktmanagement, Management

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