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Interkulturelle Konflikte in internationalen Unternehmen

Am Beispiel einer deutschen Tochtergesellschaft eines französischen Konzerns

Die Studie wurde mit dem Preis für die beste Diplomarbeit im Studiengang "Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien" ausgezeichnet.
Interkulturelle Konflikte in internationalen Unternehmen
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katja Bossert
  • Abgabedatum: Mai 1997
  • Umfang: 121 Seiten
  • Dateigröße: 7,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Passau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0237-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0237-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0237-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung: Die Studie wurde mit dem Preis für die beste Diplomarbeit im Studiengang "Sprachen, Wirtschafts- und Kulturraumstudien" ausgezeichnet.
  • Arbeit zitieren: Bossert, Katja Mai 1997: Interkulturelle Konflikte in internationalen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: empirische Untersuchung, Hierarchie, interkulturelle Konflikte, Kommunikation, kulturelle Unterschiede

Diplomarbeit von Katja Bossert

Einleitung:

Seit den sechziger Jahren wird in den USA sozialpsychologische Forschung zu Problemen und Besonderheiten des interkulturellen Kontaktes, d.h. des Kontaktes zwischen Angehörigen verschiedener Kulturen, betrieben. Ausgelöst durch die zunehmende Internationalisierung der Wirtschaft und die daraus resultierende Notwendigkeit zur Kommunikation entstanden, stiegen die interkulturellen Kontakte auch in internationalen Unternehmen an. Durch Unstimmigkeiten, Mißverständnisse und Konflikte müssen aber international agierende Unternehmen immer höhere Kosten im Personalmanagement wie bei teuren Rückholaktionen von Auslandsentsandten sowie Effizienzverluste durch fehlgeschlagene Projekte verbuchen. Dies führt dazu, daß der interkulturelle Kontakt immer mehr als problematisch empfunden wird.

In verschiedenen Untersuchungen wurden daher die Merkmale von Personen, die erfolgreich interkulturell kommunizierten, analysiert und auf Basis dieser Merkmale theoretische Modelle der interkulturellen Kompetenz entwickelt. Neben diesem Persönlichkeitsansatz begann man seit den achtziger Jahren aber auch mit quantitativ empirischen Untersuchungen zur Kultur. Anhand intrakultureller Beobachtungen, d.h. Beobachtungen innerhalb einer Kultur, wurden einzelne Kulturen auf Basis verschiedener Dimensionen beschrieben und von anderen abgegrenzt sowie Typologien von Kulturen abgeleitet. Für den interkulturellen Kontakt wurden dabei Konfliktpotentiale gesehen, wenn die intrakulturellen Werte und Einstellungen in bestimmten Bereichen voneinander abwichen oder gar in Widerspruch zueinander standen. So kann z.B. ein unterschiedliches Verständnis von Zeit zu stark abweichenden Auffassungen von Pünktlichkeit führen, was bei der Zusammenarbeit im Geschäftsleben zu Konflikten führen kann. Aus diesen vergleichenden, cross-cultural, Studien gehen kontrastierende Vorstellungen der verschiedenen Kulturen hervor, auf die sich die interagierenden Angehörigen unterschiedlicher Kulturen einstellen sollen. Letztendlich führen diese Tyypologisierungen aber zu einer verstärkten stereotypenbildenden Gerneralisierung und sind somit problematisch, da sie mehr zu einer Konfliktzementierung als zur angestrebten Konfliktlösung beitragen.

Auch berücksichtigen diese Untersuchungen nicht, daß es zumindest fraglich ist, ob sich beispielsweise ein Franzose bei der Zusammenarbeit mit Deutschen genauso "typisch französisch" verhält, wie er es unter französischen Kollegen tun würde. Ob also das Wissen über eine Kultur, das aus intrakulturellen Untersuchungen hervorgeht, überhaupt bei interkulturellen Begegnungen von Nutzen sein kann, ist fraglich. Auch wenn bisher noch keine empirischen Arbeiten zum interkulturellen Verhalten vorliegen, gibt es neuere Ansätze in der Literatur, die Abweichungen vom intrakulturellen Verhalten vermuten, womit möglicherweise eine Veränderung der Konfliktsituation einhergeht.

Gang der Untersuchung:

Zielsetzung dieser Arbeit ist es daher, eine interkulturelle Konfliktsituation zu untersuchen. Am Beispiel der deutschen und der französischen Kultur werden hierzu zunächst die interkulturellen Konfliktpotentiale identifiziert, indem die durch intrakulturelle Studien weitgehend gesicherten Erkenntnisse über die intrakulturellen Wertvorstellungen, Einstellungen und Verhaltensweisen der beiden Kulturen vergleichend nebeneinandergestellt werden. Hierzu werden die Erkenntnisse aus obengenannten intrakulturellen Studien verwandt. Der Fokus wird dabei auf wirtschaftlich relevante Wertvorstellungen von Franzosen und Deutschen gelegt, die voneinander abweichen oder im Widerspruch stehen und die folglich für die Arbeitssituation ein Konfliktpotential darstellen.

Eine empirische Untersuchung überprüft dann die aus intrakulturellen Werten abgeleiteten Konfliktpotentiale in einem konkreten Fall interkultureller Zusammenarbeit. Hierbei soll die Wirkung des interkulturellen Konfliktes berücksichtigt und untersucht werden, ob die intrakulturellen Werte im interkulturellen Kontakt genauso weiterbestehen oder ob eine Veränderung zu neuen, interkulturellen Werten durch z. B. eine Angleichung der Werte oder eine Verstärkung der Gegensätze stattfindet.

Im nun folgenden Kapitel 2 findet zuerst eine Begriffsabgrenzung statt, die die zentralen Begriffe Kultur und Konflikt sowie das internationale Unternehmen als wirtschaftlichen Kontext des interkulturellen Kontaktes erklärt und in Zusammenhang mit dem Untersuchungsgegenstand der Arbeit bringt. Darüber hinaus wird unter 2.4. hergeleitet, daß über den Konflikt als Sozialisation eine Veränderung der intrakulturellen Werte und eine Interkultur entstehen kann. In Kapitel 3 werden dann Unterschiede zwischen deutschen und französischen intrakulturellen Werten erläutert, die in der Literatur bisher als wirtschaftlich relevante Konfliktpotentiale beschrieben wurden. Dies sind im einzelnen Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen im Rollenverhalten, im rollenübergreifenden Verhalten und im Kommunikationsverhalten im Unternehmen, die jeweils aus den verschiedenen intrakulturellen Werten hervorgeht.

Im empirischen Teil der Arbeit werden dann anhand einer Fallstudie konkreter Zusammenarbeit von Deutschen und Franzosen die Rollenvorstellungen, die rollenübergreifende Arbeitsorganisation von Deutschen und Franzosen im Unternehmen und die Kommunikationssituation auf die theoretisch festgestellten Unterschiede hin untersucht und somit die interkulturelle Konfliktsituation dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungs- und Tabellenverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis IV
1. Einleitung 1
1.1. Problemstellung 1
1.2. Zielsetzung und Vorgehensweise 2
2. Interkulturelle Konflikte in internationalen Unternehmen 4
2.1. Kultur 4
2.2. Internationale Unternehmen und Kultur 6
2.3. Interkulturelle Konflikte 8
2.4. Gesamtkonzeption der Arbeit 11
3. Interkulturelle Konfliktpotentiale zwischen Deutschen und Franzosen 13
3.1. Rollen im Unternehmen - relevante Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen 14
3.1.1. Hierarchieverständnis als Rahmenbedingung 14
3.1.2. Rollenbezogene Unterschiede 19
3.2. Rollenübergreifende Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen 24
3.3. Kommunikationsverhalten - relevante Unterschiede zwischen Deutschen und Franzosen 31
3.3.1. Relevante Unterschiede in der verbalen Kommunikation 32
3.3.2. Relevante Unterschiede in der nonverbale Kommunikation 35
4. Empirische Überprüfung der interkulturellen Konfliktsituation 39
4.1. Untersuchungsanordnung 39
4.2. Ergebnisse der Befragung 44
4.2.1. Konfliktsituation im Unternehmen 44
4.2.2. Rollenvorstellungen von Deutschen und Franzosen im untersuchten Unternehmen 46
4.2.3. Arbeitsorganisation als rollenübergreifendes Verhalten bei Deutschen und Franzosen im untersuchten Unternehmen 54
4.2.4. Kommunikationsverhalten von Deutschen und Franzosen im untersuchten Unternehmen 62
4.2.4.1. Verbales Kommunikationsverhalten 62
4.2.4.2. Nonverbales Kommunikationsverhalten 68
4.3. Interkultur als abschließende Interpretation der empirischen Ergebnisse 72
5. Fazit und Ausblick 77
Anhang 78
Anschreiben an die Befragten 79
Anlage zum Anschreiben 80
Fragebogen 82
Skalenblätter zum Fragebogen 95
Literaturverzeichnis 101
Ehrenwörtliche Erklärung 110

Arbeit zitieren:
Bossert, Katja Mai 1997: Interkulturelle Konflikte in internationalen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
empirische Untersuchung, Hierarchie, interkulturelle Konflikte, Kommunikation, kulturelle Unterschiede

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