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Interkulturelle Kommunikation als Herausforderung für globale Werbung

Interkulturelle Kommunikation als Herausforderung für globale Werbung
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Katja Hilbert
  • Abgabedatum: Dezember 2001
  • Umfang: 150 Seiten
  • Dateigröße: 1,4 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Rheinisch-Westfälische Technische Hochschule Aachen (RWTH) Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-5463-0
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-5463-0 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-5463-0 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Hilbert, Katja Dezember 2001: Interkulturelle Kommunikation als Herausforderung für globale Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Internationale Werbung, Interkulturelles Management

Diplomarbeit von Katja Hilbert

Einleitung:

Die wachsende Zahl international tätiger Unternehmen und der Trend zu einer Globalisierung der Märkte lassen sich vor allem auf das Zusammenwachsen der Weltwirtschaft zurückführen. Diese Entwicklungen beruhen hauptsächlich auf der Bildung einer Vielzahl regionaler Wirtschaftszonen, wie z.B. des europäischen Binnenmarktes, dem Öffnen des osteuropäischen Wirtschaftsraumes und neueren Technologieentwicklungen, die insbes. die Informationsbeschaffung erleichtern und die Kommunikationsbedingungen sowie das Transportwesen von Personen und Gütern verbessern.

Da vor allem die Industrieländer durch gesättigte Märkte gekennzeichnet sind, bieten die weltwirtschaftlichen Entwicklungen den Unternehmen die Möglichkeit, ihre Tätigkeit auf ausländische Märkte auszudehnen, um so bspw. bestehende Kapazitäten besser nutzen und/ oder attraktive Wachstumsraten erreichen zu können. Dazu stehen einem Unternehmen verschiedene Strategien zur Auswahl, wobei der globalen Ausrichtung immer mehr Bedeutung zukommt. Bei der Verfolgung einer globalen Strategie werden die Marketingaktivitäten auf den Weltmarkt ausgerichtet und länderspezifische Eigenheiten bleiben unberücksichtigt. Für die Werbung, als bedeutendes Kommunikationsinstrument des Marketings, bedeutet das eine einheitliche, zielbezogene Ansprache von Menschen in verschiedenen Nationen und Kulturen. Da aber gerade die Art und Weise, wie Menschen miteinander kommunizieren stark durch die Kultur geprägt ist, die sie umgibt, stellt dies eine besondere Herausforderung für global ausgerichtete Unternehmen dar.

Gang der Untersuchung:

Mit der vorliegenden Arbeit wird das Ziel verfolgt, Unterschiede in der werblichen Kommunikation herauszuarbeiten und somit die Schwierigkeiten aufzuzeigen, die mit einer globalen Werbung verbunden sind. Es soll die Frage beantwortet werden, ob sich eine global ausgerichtete Werbung wirkungsvoll realisieren lässt.

Dazu wird im ersten Teil der Arbeit verdeutlicht, wie komplex das System Kultur ist. Die Semiotik, als die Wissenschaft der Zeichen, wird in ihren Grundzügen erläutert, denn diese bietet einen guten Ansatz, die kulturellen Unterschiede in der Kommunikation zu verstehen. Des Weiteren werden einige Dimensionen vorgestellt, mit deren Hilfe es möglich ist, verschiedene Kulturen voneinander abzugrenzen und zu vergleichen.

Im zweiten Teil werden die Grundlagen der Werbung behandelt, wobei insbes. der Zusammenhang zwischen Werbung und Kommunikation verdeutlicht werden soll. Daneben wird gezeigt, welche Funktionen Werbung sowohl für ein Unternehmen als auch für die Konsumenten hat und wie sie funktioniert. Außerdem werden die Strategien vorgestellt, zwischen denen ein Unternehmen zur länderübergreifenden Werbung wählen kann, um die Besonderheit globaler Werbung zu verdeutlichen.

Im dritten Teil, dem Hauptteil dieser Arbeit, wird die Werbung als Kommunikationsprozess vor dem Hintergrund der kulturellen Dimensionen auf mögliche Unterschiede untersucht. Dazu werden die einzelnen kommunikativen Gestaltungselemente in formaler (z.B. verbale, nonverbale Elemente) und inhaltlicher Hinsicht näher beleuchtet und Berührungspunkte mit der Kultur ausfindig gemacht. Auch die verschiedenen Formen der Botschaftsübermittlung durch die Darsteller in der Werbung und mögliche Medien zur Übertragung an die Werbeempfänger werden in die Betrachtung einbezogen. Dabei wird herausgefunden, dass die Kultur auf alle Elemente einen immensen Einfluss nimmt und eine standardisierte Werbung in verschiedenen Kulturen kaum möglich erscheint.

Im letzten Teil dieser Arbeit werden Überlegungen zur Erfolgssteigerung einer interkulturellen Kommunikation angestellt. Neben Empfehlungen zur Auswahl einer geeigneten Werbeagentur werden die Schwierigkeiten aufgeführt, interkulturelle Marktforschung zu betreiben. Zur Steigerung der Qualität vor dem Hintergrund des kulturellen Einflusses wird einerseits im Rahmen des Übersetzungsmanagements das Verfahren der Rückübersetzung und andererseits der Wortassoziationstest vorgestellt. Basierend auf dem Ergebnis des Hauptteils, dass eine globale Werbung an sich nach Ansicht des Verfassers nicht empfohlen werden kann, wird im letzten Abschnitt eine Strategieempfehlung abgegeben und die Schwierigkeit aufgezeigt, eine kulturelle Clusterung vorzunehmen.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis III
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
2. Kultur - ein komplexes System 3
2.1 Kulturverständnis der vorliegenden Arbeit 3
2.2 Kultur als Zeichensystem: Der Ansatz der Semiotik 6
2.3 Die Dimensionen von Hofstede 12
2.3.1 Machtdistanz 13
2.3.2 Individualismus vs. Kollektivismus 14
2.3.3 Maskulinität vs. Femininität 16
2.3.4 Vermeidung von Unsicherheit 17
2.3.5 Langfristige vs. kurzfristige Orientierung 18
2.4 Weitere mögliche Dimensionen 20
3. Werbung - ein Kommunikationsinstrument im Marketing 26
3.1 Definition von Werbung 27
3.2 Bedeutung und Wirkung der Werbung 29
3.2.1 Funktionen der Werbung 29
3.2.1.1 Ziele aus Sicht der Werbetreibenden - Funktionen für das Marketing 29
3.2.1.2 Funktionen der Werbung für die Konsumenten 30
3.2.2 Wirkung der Werbung 31
3.3 Werbung als Kommunikation 35
3.3.1 Kommunikation - eine begriffliche Eingrenzung 35
3.3.2 Ebenen und Formen der Kommunikation 37
3.4 Strategien grenzüberschreitender Werbung 40
4. Einfluss der Kultur auf die Werbung 44
4.1 Der Kommunikationsprozess - Kontakt zu anderen Kulturen 45
4.1.1 Ablauf des interkulturellen Kommunikationsprozesses 45
4.1.2 Problemfelder im interkulturellen Kommunikationsprozess 47
4.2 Ebenen und Formen der Kommunikation in der interkulturellen Werbung 48
4.2.1 Verbale Kommunikation 49
4.2.1.1 Sprache 49
4.2.1.2 Verbale Stile 52
4.2.2 Paraverbale Kommunikation 55
4.2.3 Nonverbale Kommunikation 59
4.2.3.1 Bilder, Symbole und Farben 59
4.2.3.2 Kinesik 62
4.2.4 Extraverbale Kommunikation 66
4.3 Die Botschaft als Kommunikationsinhalt interkultureller Werbung 68
4.3.1 Die zentrale Aussage der Werbebotschaft 68
4.3.2 Inhaltliche Gestaltung der Werbebotschaft 71
4.3.2.1 Informative Werbung 71
4.3.2.2 Emotionale Werbung 73
4.3.3 Übermittlung der Werbebotschaft durch Darsteller 76
4.3.3.1 Testimonials 77
4.3.3.2 Slice of life 80
4.4 Medien zur Übertragung der Botschaft und deren interkulturelle Einsatzfähigkeit 83
4.4.1 Nationale und internationale Medien 83
4.4.2 Medien im globalen Vergleich 87
5. Management kultureller Unterschiede zur Erfolgssteigerung globaler Werbung 96
5.1 Organisatorische Überlegungen im Rahmen globaler Werbung 96
5.1.1 Wahl einer Werbeagentur 96
5.1.2 Interkulturelle Marktforschung 99
5.2 Steigerung der Werbequalität in kultureller Hinsicht 102
5.2.1 Semiotische Analyse - Der Einsatz von Wortassoziationstests 102
5.2.2 Übersetzungsmanagement 105
5.3 Stategische Überlegungen zu interkultureller Werbung 108
5.3.1 Mögliche Werbestrategien 108
5.3.2 Versuch einer Clusterbildung als Grundlage für eine standardisierte Werbung 113
5.3.2.1 Clusterbildung nach ökonomischen Kriterien 113
5.3.2.2 Clusterbildung nach kulturellen Kriterien am Beispiel Europa 114
6. Zusammenfassung 120
7. Anhang 123
Literaturverzeichnis VII
Inhaltsverzeichnis I

Automatisiert erstellter Textauszug:

gleiche Vorstellungen verbinden.221 Dass das nicht sehr einfach ist, haben unterschiedliche Assoziationstests bei Menschen verschiedener Herkunft ergeben. Mit „abenteuerlich“ verbinden z.B. amerikanische Studenten die Bergwelt, deutsche und französische Studenten assoziieren damit aber den Dschungel.222 Für dieses Beispiel stellt sich demnach für das Unternehmen die Frage: Was für ein Bild soll eingesetzt werden, dass die Konsumenten mit dem beworbenen Produkt „abenteuerlich“ assoziieren? Für den Einsatz von Bildern ist es also unabdingbar, die kulturellen Darstellungskodes und mögliche Assoziationen zu kennen. Das Problem dabei ist allerdings, dass die Werbegestalter die kulturellen Muster der Konsumenten in anderen Kulturen meist nicht kennen. Um Bilder in globaler Werbung wirkungsvoll einsetzen zu können, bedarf es Untersuchungen in Form von Assoziationstest, um unterschiedliche Bedeutungen und daraus folgende Misserfolge der Werbung zu verhindern. Hierzu wird in Kap. 5.2.1 noch näher eingegangen. ♦ Symbole Symbole, die in Form von Zeichen einen Zustand, ein Ereignis oder Gegenstände repräsentieren, zählen auch zu Bildern. In der Werbung werden oft Symbole in Form von Tieren eingesetzt. Die Bedeutung von Tieren ist kulturell verschieden und lässt sich größtenteils auf die Religion zurückführen. In Ländern mit buddhistischer Religion glauben z.B. die Menschen an Reinkarnation. Werden dort Tiere in der Werbung als Darsteller verwendet, wirkt das für die Menschen befremdlich und die Werbeaussage wird nicht verstanden. In anderen Kulturen werden Tiere als die Verkörperung bestimmter Götter angesehen. So sind Rinder und weiße Elefanten z.B. im Islam heilig und dürfen nicht in der Werbung eingesetzt werden.223 Auch Umweltbedingungen haben Einfluss darauf, welche Bedeutung bestimmte Tierarten haben. Ein bekanntes Beispiel aus der Werbepraxis ist die Verwendung eines Tigers in der Esso- Werbung mit dem Slogan: „Pack den Tiger in den Tank“. In Europa und den USA wird der Tiger mit Ausdauer, Kraft und Stärke assoziiert. In Asien hingegen, wo Tiger noch in der Wildnis leben, bedeutet ein Tiger hauptsächlich Gefahr. Aus diesem Grund war diese Kampagne in Indien und Thailand weniger erfolgreich.224 [...]

Den nonverbalen Formen der Kommunikation kommen im Bereich der Werbung eine besondere Bedeutung zu. Die Gründe hierfür wurden bereits im Kap. 2.2.2 in Bezug auf die Informationsüberlastung und die zunehmend gesättigten Märkte genannt. Nachfolgend werden zunächst Bilder, als Form der Werbekommunikation, auf interkulturelle Unterschiede untersucht, um daran anschließend die Kinesik (insbes. Mimik und Gestik) zu betrachten. Die Proxemik, die sich auf das unterschiedliche Raumverhalten von Personen bezieht, wird im Rahmen dieser Arbeit vernachlässigt, weil diese in interaktiven Situationen (z.B. in Verhandlungen) von Bedeutung ist und in der unpersönlichen Kommunikation eine eher untergeordnete Rolle spielt. Deshalb wird an dieser Stelle nur auf entsprechende Literatur verwiesen.220 4.2.3.1 Bilder, Symbole und Farben Durch den Einsatz von Bildern kann den Schwierigkeiten, die sich aufgrund von Sprachunterschieden oder Übersetzungsproblemen ergeben, ausgewichen werden. Dabei muss jedoch beachtet werden, dass Bilder zwar größtenteils interkulturell gleich verstanden werden, die ausgelösten Assoziationen jedoch von Kultur zu Kultur variieren. Es müssen in kulturübergreifender Werbung demnach solche Bilder eingesetzt werden, mit denen die Konsumenten [...]

♦ Stimmgebung ( Sprechpausen) Die Verwendung vieler Pausen während der Kommunikation stellt auch eine Form des Kommunizierens dar. In Kulturen, die eher kollektivistisch geprägt sind, werden mit Ausrichtung auf eine harmonische Beziehung nicht alle Gedanken verbalisiert, wodurch zum Teil längere Pausen entstehen können. Ein solches Kommunikationsverhalten stößt in individualistischen Kulturen auf Unverständnis. Dahingehend lassen sich bereits Unterschiede in der Kommunikation zwischen Deutschen und den etwas kollektivistischer geprägten Finnen feststellen.211 Deutsche Konsumenten werden z.B. einer finnischen Werbebotschaft, die auf einem Dialog zwischen zwei Personen beruht, eher weniger Aufmerksamkeit entgegenbringen, da zu viele oder lange Sprechpausen als schwerfällig und langweilig erscheinen. ♦ Typographie Bisher wurden nur einige phonetische Besonderheiten der paraverbalen Ebene betrachtet. Aber auch im graphischen Bereich, der Schrift, lassen sich kulturell bedingte Unterschiede finden. Zur Kommunikation auf graphischem Weg bedient man sich Schriftzeichen, sogenannten Graphemen. Die räumliche Anordnung der Grapheme kann aufgrund der unterschiedlichen Sprachentwicklung kulturell variieren.212 Die Anordnung bestimmt dementsprechend die Schreib- und Leserichtung, die bei grenzüberschreitender Werbung unbedingt bedacht werden muss. Ein Beispiel aus der Praxis belegt, dass trotz offensichtlicher Unterschiede dahingehend gelegentlich kulturelle Gegebenheiten nicht sorgfältig genug geprüft werden. Ein amerikanischer Hersteller von Schmerzmitteln übertrug seine Werbekampagne in arabische Länder. Dabei vergaßen die Werbetreibenden, die benutzte Abbildung mit der typischen „vohernachher“- Darstellung an die arabische Leserichtung (von rechts nach links) anzupassen. [...]

Arbeit zitieren:
Hilbert, Katja Dezember 2001: Interkulturelle Kommunikation als Herausforderung für globale Werbung, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Internationale Werbung, Interkulturelles Management

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