Interkulturelle Herausforderungen bei Kooperationen zwischen deutschen und amerikanischen Unternehmen
Fokus: Automobilindustrie
- Art: Bachelorarbeit
- Autor: Stefan Laberer
- Abgabedatum: Juni 2008
- Umfang: 50 Seiten
- Dateigröße: 770,1 KB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Euro-Business-College Hamburg Deutschland
- Bibliografie: ca. 50
- ISBN (eBook): 978-3-8366-2208-0
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Laberer, Stefan Juni 2008: Interkulturelle Herausforderungen bei Kooperationen zwischen deutschen und amerikanischen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: USA, Automobilindustrie, amerikanischer Markt, Hofstede, interkulturell
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Bachelorarbeit von Stefan Laberer
Einleitung:
Die Notwendigkeit von interkulturellem Handeln in der Geschäftswelt ist im Allgemeinen eng mit der mittlerweile stark fortgeschrittenen Globalisierung verbunden. Das Internet, neue Technik und die damit verbundenen neuen Transportmöglichkeiten für Mensch und Produkt lassen die Welt immer kleiner erscheinen. Diesen Effekt machten sich natürlich auch immer mehr Firmen zu nutze. Es tauchten immer neue Absatzmärkte, Produktionsstädte, Konkurrenten, aber auch Kooperationspartner auf. In diesem Zuge versuchte auch die Automobilindustrie ihre Chance zu nutzen und durch Exporte und Kooperationen sich neue Türen zu öffnen. Um dieses noch zu verdeutlichen, folgen die zwei größten deutschen Automobilhersteller mit deren Umsatz- und Mitarbeiteranteilen im Ausland: VW - Umsatz: 64% im Ausland, Mitarbeiter: 47% im Ausland; Daimler-Benz - Umsatz: 63% im Ausland, Mitarbeiter: 23 % im Ausland. Doch neue Länder heißt auch; neue Kulturen. Ein altes Sprichwort besagt: „Andere Länder, andere Sitten“, und so einfach sich das auch anhören mag, so komplex und schwierig sind die Unterschiede und der Umgang mit den verschiedenen Kulturen. Mit der deutschen und der amerikanischen treffen zwei grundverschiedene Welten aufeinander, das heißt Vorurteile, Missverständnisse und andere Schwierigkeiten sind vorprogrammiert. Die Kultur beider Länder hat sich seit Jahrhunderten zu dem entwickelt was sie nun ist, jetzt heißt es richtig damit umzugehen, um Geschäftsbeziehungen als allererstes einmal zu Stande kommen zu lassen und diese dann so angenehm wie möglich zu gestalten.
Geschäftsbeziehungen für die Automobilindustrie v. a. im internationalen Bereich werden immer wichtiger. Der einheimische Markt ist bis ins Letzte ausgereizt, es heißt sich neue Möglichkeiten zu suchen. Ziel dieser Arbeit soll nun sein, die Nutzung dieser Möglichkeiten zu erleichtern. Sie soll die Situationen analysieren und die Unterschiede aufzeigen, um so ein besseres Verständnis für beide Seiten zu schaffen. Durch dieses Verständnis sollen Vorurteile abgebaut und Missverständnisse ausgeräumt werden. Um sein Gegenüber zu verstehen, bedarf es nicht nur der Sprachkenntnisse, sondern auch eines fundierten Wissens über dessen kulturellen Hintergrund, um das Handeln, Denken und Fühlen zu verstehen. Fragen wie „Warum handelt mein deutscher/amerikanischer Geschäftpartner in verschiedenen Situationen so wie er es tut? Wie habe ich mich zu verhalten? Was denkt er über mein Verhalten?“ gilt es zu klären, um so erfolgreiche Geschäftsbeziehungen zu ermöglichen.
Gang der Untersuchung:
Nach einem kurzen Einblick in die Automobilindustrie, sowohl allgemein, als auch speziell für beide Länder, wird versucht zukünftige Entwicklungen abzuschätzen. Die folgenden Abschnitte beschäftigen sich dann hauptsächlich mit kulturellen Themen. Dabei soll auf die Kultur im Allgemeinen, Klärung des Begriffes, Vorstellung der wichtigsten Modelle und unternehmenskulturelle Themen eingegangen werden. Die anschließenden Kapitel widmen sich dem Vergleich der beiden Kulturen. Allgemeine aber auch geschäftliche Kulturvariablen werden miteinander verglichen. Dies soll einen guten Überblick über beide Kulturen liefern und kann auch als kurzes Nachschlagwerk für Verhaltensmuster dienen. Der nächste Abschnitt beschäftigt sich dann mit interkultureller Kompetenz und deren Trainingsmethoden, es werden auch praktische Beispiele aus der Automobilbranche geliefert. Das letzte Kapitel zeigt schließlich ein Fallbeispiel anhand der ehemaligen deutsch-amerikanischen Daimler-Chrysler Kooperation auf.
Inhaltsverzeichnis:
| Executive Summary | II | |
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Abkürzungsverzeichnis | V | |
| Abbildungsverzeichnis | VI | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Einführung in die Problematik | 1 |
| 1.2 | Ziele der Arbeit | 1 |
| 1.3 | Vorgehensweise | 2 |
| 2. | Überblick Automobilindustrie | 3 |
| 2.1 | Grundlagen und Entwicklung | 3 |
| 2.2 | Der deutsche Automobilmarkt | 3 |
| 2.3 | Der amerikanische Automobilmarkt | 5 |
| 2.4 | Zukunftsaussichten | 6 |
| 3. | Kultur im Allgemeinen | 8 |
| 3.1 | Was ist Kultur? | 8 |
| 3.2 | Kulturmodelle | 9 |
| 3.2.1 | Hofstedes Modell | 9 |
| 3.2.2 | Halls Modell | 10 |
| 3.3 | Unternehmenskultur | 11 |
| 3.4 | Kulturstandards | 12 |
| 3.5 | Zusammenfassung | 13 |
| 4. | Vergleich kultureller Variablen | 14 |
| 4.1 | Variablen im Bezug auf den Einzelnen | 14 |
| 4.1.1 | Vorurteile und Stereotypen | 14 |
| 4.1.2 | Auffassung von Zeit und Raum | 15 |
| 4.1.3 | Moral und Wertvorstellung | 16 |
| 4.1.4 | Kommunikationsstil | 17 |
| 4.1.4.1 | Informationsaustausch | 17 |
| 4.1.4.2 | Verbale und Nonverbale Kommunikation | 17 |
| 4.1.5 | Religion | 18 |
| 4.1.6 | Soziales Verhalten und Aufbau von Vertrauen | 19 |
| 4.2 | Variablen im Bezug auf die Gesellschaft | 19 |
| 4.2.1 | Personalbeschaffung | 19 |
| 4.2.2 | Lohnstruktur | 20 |
| 4.2.3 | Rechtssystem | 20 |
| 4.2.3.1 | Fallbeispiel: BMW verklagt wegen Neuanstrich | 20 |
| 4.2.3.2 | Unterschiede | 21 |
| 4.2.4 | Ausbildungssystem | 21 |
| 4.3 | Zusammenfassung | 22 |
| 5. | Kulturelle Unterschiede in der Geschäftswelt | 23 |
| 5.1 | Manager und Führungsstile | 23 |
| 5.2 | Aufgabenorientiert vs. Ergebnisorientiert | 25 |
| 5.3 | Motivation und Teamwork | 25 |
| 5.4 | Verhältnis zur Wirtschaft | 26 |
| 5.5 | Gleichheit der Geschlechter | 26 |
| 5.6 | Verhalten bei Verhandlungen | 27 |
| 5.7 | Zusammenfassung | 28 |
| 6. | Interkulturelle Kompetenz und Möglichkeiten zur Erlangung | 29 |
| 6.1 | Interkulturelle Kompetenz | 29 |
| 6.2 | Trainingsmöglichkeiten | 30 |
| 6.2.1 | Informationsorientiertes Training | 31 |
| 6.2.2 | Kulturorientiertes Training | 32 |
| 6.2.3 | Interaktionsorientiertes Training | 32 |
| 6.2.4 | Culture Assimilator Training | 33 |
| 6.3 | Beispiele für die praktische Umsetzungen | 33 |
| 6.3.1 | BMW | 33 |
| 6.3.2 | VW. | .34 |
| 6.4 | Zusammenfassung | 35 |
| 7. | Fallbeispiel: DaimlerChrysler AG | 36 |
| 7.1 | Vor der Fusion | 36 |
| 7.2 | Während der Fusion | 37 |
| 7.3 | Nach der Fusion | 38 |
| 8. | Zusammenfassung | 39 |
| Literaturverzeichnis | 41 | |
| Quellenverzeichnis | 43 |
Textprobe:
Kapitel 4.1.2, Auffassung von Zeit und Raum:
Wie in Kapitel 3.2.2 erläutert, gibt es die zeitplanende und die zeitflexible Auffassung. Sowohl die Amerikaner als auch die Deutschen sind Vertreter der zeitplanenden Kultur, trotzdem sind ihre Auffassungen von Zeit in einigen Fällen sehr unterschiedlich.
Ein Unterschied besteht beispielsweise in der Entscheidungsfindung. Deutsche benötigen hier oft viel länger. Der Deutsche neigt dazu, von getroffenen Entscheidungen ungern wieder abzurücken. Aus diesem Grund werden Entscheidungen immer und immer wieder überdacht bevor sie getroffen werden. Dieses Verhalten trifft bei Amerikanern oft auf fehlendes Verständnis, sie wollen schnelle Resultate sehen. Spricht man in deutschen Firmen von Langzeitzielen, so meint man in der Regel die nächsten 10 bis 20 Jahre, in Amerika jedoch nur die nächsten 2 bis 3 Jahre. Trotz gleicher Grundausrichtung scheinen die Uhren in Amerika um einiges schneller zu ticken.
Die Auffassung von Raum kann aus mehreren Blickwinkeln betrachtet werden. Wie orientiert man sich im Raum? Wie gestaltet man Raum? Welche Bedeutung hat der Raum? Wie groß ist die persönliche räumliche Trennung bei Verhandlungen?
Ein erster Unterschied fällt sofort ins Auge: Amerika ist viel größer als Deutschland und dies spiegelt sich auch im räumlichen Befinden wider. Viele Deutsche, die Amerika besuchen, sind beeindruckt von der riesigen Fläche. Amerikaner wiederum fühlen sich in Deutschland sehr eingeengt. Dies soll einfach nur die verschieden Empfindungen von Raum verdeutlichen, denn auch in den Präferenzen für Fahrzeuggrößen verhält es sich ähnlich. Völlig gegensätzlich verhält es sich mit der persönlichen Distanz zwischen Menschen, beispielsweise bei Geschäftsverhandlungen. Hier ist die Distanz, die gewahrt werden sollte, größer als die in den USA. Deshalb ist es wichtig, die deutsche Distanz und die amerikanische „Nähe“ von beiden Seiten nicht falsch zu verstehen.
Moral und Wertvorstellung:
Der wohl wichtigste Wert für Amerikaner ist die Freiheit. Sie spielt eine übergeordnete Rolle in der gesamten Bevölkerung. Hierzu zählen u. a. die Redefreiheit, Religionsfreiheit, freie Wahlen, usw. Diese Freiheiten sind festgesetzt in der amerikanischen Konstitution und in den „Bill of Rights“. Zu den weiteren vorherrschenden Werten zählen Individualismus, Zukunftsorientierung und der Glaube an die Herrschaft des Menschen über die Natur.
In den USA ist man stolz Amerikaner zu sein, und dies zeigt man auch öffentlich. Es herrscht die Einstellung: „Ich bin Amerikaner, wir sind die Wirtschaftsmacht Nummer eins und wer bist du?“ Dieser Nationalstolz und das Selbstbewusstsein stehen im groben Gegensatz zur deutschen Mentalität. Auf Grund der geschichtlichen Vergangenheit gehen wir immer noch, mal abgesehen von der Fußball-WM 2006, ohne Selbstvertrauen durch die Welt. Ein solches Ungleichgewicht kann sich bei Kooperationen extrem negativ für die deutsche Partei auswirken.
Der Traum vom Tellerwäscher zum Millionär ist tief in den kulturellen Wurzeln verankert. In den USA will man etwas erreichen, und wenn man das geschafft hat, scheut man nicht es zu zeigen. Und man muss das auch nicht, da in den Staaten im Gegensatz zu Deutschland solche Leute bewundert und nicht beneidet werden. Wohlhabende Deutsche lassen beispielsweise beim Kauf ihres Wagens die Nummer, die sich auf die Motorgröße bezieht, von der Karosserie entfernen, damit keiner auf die Leistung und somit auch auf den Preis des Fahrzeuges schließen kann.
Kommunikationsstil:
Informationsaustausch: Die Deutschen neigen dazu Informationen für sich zu behalten, sie teilen ihr Wissen nicht gerne. Dies mag ein Grund sein für den langsamen Entscheidungsfindungsprozess. Amerikaner hingegen sprechen gerne laut miteinander und lassen sich auch von eventuellen Zuhörern nicht stören. In den Staaten wird auch die Methode in Überschriften zu sprechen gerne verwendet, während der Deutsche sich schwer tut auf den Punkt zu kommen. Er neigt dazu alles haarklein zu erklären und liebt es, sich mit technischen Details zu beschäftigen. In den USA ist außerdem die geschriebene Information sehr wichtig, in manchen Firmen gibt es regelrechte Informationsnetzwerke.
Verbale und Nonverbale Kommunikation: Die verbale Kommunikation definiert sich durch Sprache, Worte und Grammatik. Doch trotz der Beherrschung einer fremden Sprache kann es immer noch zu Missverständnissen kommen. Wie ja bereits in Kapitel 3.2.2 zu sehen war, unterscheidet Hall zwischen direkten und indirekten Kulturen. Deutsche Geschäftleute sind oft sehr direkt, wenn sie mit Kollegen sprechen. Dies wird aber von Amerikanern oft als aggressiv und unhöflich empfunden. Obwohl man grundsätzlich sagen muss, dass beide Länder eher Vertreter der so genannten „low-context“ Kultur sind.
Nonverbale Kommunikation wie Gestik und Mimik werden oft dazu benutzt, einen bestimmten Satz oder Wort auszudrücken bzw. zu ersetzen. Ohne den nötigen kulturellen Background wird dies jedoch häufig falsch interpretiert. Beispiel gefällig? Hochgezogene Augenbrauen bedeuten hierzulande „sie sind aber clever“ während es in den Staaten Interesse oder Überraschung ausdrückt. Ferner ist es in Amerika auch bei Geschäftspartnern üblich, dass man sich bei der Vorstellung anlächelt, Deutsche hingegen sparen sich ihr Lächeln für Freunde und Familie. Wie man sieht; birgt die nonverbale Kommunikation sehr häufig Fehlerquellen. Also Vorsicht mit Gestiken und Mimiken, sie sagen oft mehr als tausend Worte.
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836622080
Arbeit zitieren:
Laberer, Stefan Juni 2008: Interkulturelle Herausforderungen bei Kooperationen zwischen deutschen und amerikanischen Unternehmen, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
USA, Automobilindustrie, amerikanischer Markt, Hofstede, interkulturell



