Interaktives Fernsehen
Die Zukunft hat begonnen
- Art: Magisterarbeit
- Autor: Michael-Peter Irion
- Abgabedatum: Juni 1996
- Umfang: 84 Seiten
- Dateigröße: 3,5 MB
- Note: 2,0
- Institution / Hochschule: Ruhr-Universität Bochum Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-0409-3
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-0409-3 P - ISBN (CD) :978-3-8324-0409-3 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Irion, Michael-Peter Juni 1996: Interaktives Fernsehen, Hamburg: Diplomica Verlag
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Magisterarbeit von Michael-Peter Irion
Einleitung:
In den letzten Jahrzehnten erfuhr der Technisierungstand im Medienbereich wesentliche Weiterentwicklungen, wobei eine endgültige Form noch lange nicht erreicht wurde.
Nicht umsonst wurde der Begriff „Multimedia“ 1995 zum Wort des Jahres erklärt.
Nichts prägt die Medien- und Kommunikationsbranche derzeit deutlicher als steter Wandel. Der bayerische Fachzeitschriften-Verleger Michael Urban hat die Entwicklung treffend charakterisiert:“ Früher hatten wir einen Zustand, dann kam die Veränderung, dann ein neuer Zustand. Jetzt ist die Veränderung der Zustand.“ Die derzeitig interessanteste und gravierendste Veränderung, die das Medium Fernsehen im Augenblick erlebt, ist die Interaktion. Hierdurch wird das Fernsehen zum direkten Kommunikationspartner, speziell auf die Bedürfnisse eines Zuschauers zugeschnitten. Dies wird weitreichende Auswirkungen haben, die letztlich die Umstrukturierung der ganzen Fernsehlandschaft zur Folge haben wird.
Interaktives Fernsehen ermöglicht über technische Zusatzeinrichtungen wie Decoder und Glasfaserkabel eine Fülle neuer Dienstleistungen: Video on Demand, Virtual Shopping, Pay TV, Telelearning, Telebanking, Videospiele auf Abruf, News an Demand und vieles mehr. Die Palette des Angebotes ist erst ein Anfang, weitere Dienstleistungsmöglichkeiten werden derzeit in unterschiedlichen Projekten erprobt.
„Es gibt in vielen Bereichen .... einen Sog, den Zuschauer und Zuhörer immer weiter in das mediale Geschehen hineinzuziehen, was letztlich heißt, dass der Benutzer nicht mehr nur der Abnehmer, Rezipient oder Konsument eines massenmedialen Produktes ist, sondern in das System als aktives und vor allem individuiertes Element integriert ist.“ Somit wird nun der Zuschauer nicht nur Teil des Programmes, sondern vielmehr sein eigener, „aktiver“ Programmgestalter. Die Zeit der passiven Rezeption wird mit der Installation des neuen, interaktiven Mediums endgültig vorbei sein.
Die Experteprognosen über den Erfolg der neuen Technik sind sehr unterschiedlich, reichen von Unglauben, über Skepsis, bis hin zu begeisterter Euphorie. Allerdings lassen sich mittlerweile deutliche Tendenzen erkennen, in welche Richtung die Entwicklung tatsächlich gehen wird.
Meinte RTL- Chef Helmut Thoma 1994 noch, dass der Knopf zum Ein- und Ausschalten immer die beste Interaktion sei, der Mensch schließlich unterhalten werden wolle und nicht arbeiten, „bei uns kommt da nichts hoch und überhaupt, wer will das alles?“, wird diese Aussage schon nach einem Zeitraum von zwei Jahren durch immer mehr interaktive Gameshows und anderen interaktiven Konzepten, nicht nur auf den Frequenzen des Privatsenders RTL, relativiert. Umdenken ist angesagt und damit eben auch das Angebot entsprechender Programme.
Permanent begegnet man seitdem einer Unmenge neuer Fachtermini. Aber wofür stehen diese, oder was genau ist interaktives Fernsehen eigentlich? Welche technischen Geräte sind Voraussetzung für interaktives Fernsehen? Wie sind Interaktionsprozesse beschaffen? In welchem Zusammenhang steht interaktives Fernsehen mit Video on Demand, Teleshopping, Pay-TV?
Den Ausgangspunkt meiner Überlegungen bilden zwei zentrale Schlüsselbegriffe: Interaktivität und Digitalisierung des Fernsehens. Es scheint, dass sich genau hierdurch der Umgang mit dem Fernsehen wie wir es heute kennen zukünftig grundlegend verändern wird.
Die Interaktivität des Fernsehens wird die Art wie wir fernsehschauen revolutionieren, die dafür technischen Voraussetzungen gewährleistet die Digitalisierung.
Durch neue Technologie wurde immer auch die Gesellschaft an sich verändert, im besonderen gilt dies für Kommunikationstechnologien. Meines Erachtens ist die augenblickliche Entwicklung der unterschiedlichen Medienvernetzung ein zentraler Wendepunkt im Werdegang des Fernsehen und da „in mehrfacher Hinsicht die Geschichte der Menschheit auch die Geschichte ihrer Kommunikationsmittel“ ist, wird eine entsprechende Untersuchung bezüglich der Auswirkungen des interaktiven Fernsehen erfolgen.
Die Veränderung der traditionellen Form des Massenmediums Fernsehen mittels interaktiver Techniken betrifft unterschiedliche Disziplinen: Wissenschaft, Medien, Technik und Wirtschaft. Welche Auswirkungen dies auf die jeweiligen Fachrichtungen haben wird, bedarf einer entsprechenden Untersuchung.
Ziel der Arbeit ist es, einen globalen Überblick zu vermitteln was Interaktives Fernsehen bedeutet. Deshalb werden verschiedene Teile nur im Wesentlichen erfasst. Für genauere Ausführungen werden an entsprechenden Stellen Querverweise gegeben werden.
Vor diesen Hintergründen versucht die vorliegende Arbeit einen Einblick über das Fernsehen der Zukunft zu geben, anhand der entsprechenden historischen Entwicklungen, der technischen Innovationen des Mediums Fernsehen an sich, der erforderlichen Finanzierungsumstrukturierung für die neuen Programmformen, der notwendigen Novellierungen des Rundfunkrechts, den Auswirkungen auf die Werbung, sowie möglichen sozio-kulturellen Konsequenzen.
Die generelle Gesamtentwicklung im Gesamtzusammenhang mit dem interaktiven Fernsehen steht vermutlich noch ganz am Anfang folgenreicher Umwälzungen.
Inhaltsverzeichnis:
| Vorwort | 3 | |
| 1. | Einleitung | 4 |
| 2. | Versuch einer Begriffsdefinition | 7 |
| 2.1 | Der Interaktivitätsbegriff in der Medienwelt | 8 |
| 2.2 | Ein neuer Interaktivitätsbegriff | 9 |
| 3. | Anwendungsformen des Interaktiven Fernsehens | 10 |
| 4. | Technische Voraussetzungen des Interaktiven Fernsehens | 16 |
| 4.1 | Der Rückkanal | 17 |
| 4.2 | Netzplattformen | 19 |
| 4.3 | Die Set-Top-Box | 21 |
| 4.4 | Digitalisierung | 24 |
| 4.5 | Satelliten | 28 |
| 4.6 | Die Beta-Technik | 29 |
| 4.7 | Neue Fernsehformen | 29 |
| 5. | Wirtschaftliche Voraussetzungen des Interaktiven Fernsehens | 30 |
| 5.1 | Die Marktsituation in den USA | 31 |
| 5.2 | Die Marktsituation in Deutschland | 33 |
| 5.2.1 | Finanzierung und Werbekonzepte | 34 |
| 5.2.2 | Die Verkaufsstrategie der 90-er Jahre | 41 |
| 6. | Die Entwicklung des Interaktiven Fernsehens | 43 |
| 6.1 | Die Anfänge des interaktiven Fernsehens in Deutschland | 43 |
| 6.2 | Die Situation in den 90-er Jahren | 45 |
| 6.3 | Das Orlando Projekt | 46 |
| 6.4 | Der Elektronische Programmführer | 49 |
| 6.5 | Nachrichten auf Abruf | 50 |
| 6.6 | Das Virtuelle Studio | 50 |
| 6.7 | Feldversuch interaktives TV 19961 TKG Saar | 51 |
| 6.8 | Home Order Television | 63 |
| 6.9 | Printmedien | 53 |
| 7. | Die Problematik der rechtlichen Voraussetzung des Interaktiven Fernsehens | 54 |
| 8. | Auswirkungen des lnteraktiven Fernsehens | 56 |
| 8.1 | Mehr Angebot - verstärkte Selektionsnotwendigkeit | 56 |
| 8.2 | Programmschleifen | 57 |
| 8.3 | Der Rezipient | 58 |
| 8.3.1 | Mediennutzung | 58 |
| 8.3.2 | Verhaltensforschung | 60 |
| 8.3.3 | Soziale Auswirkungen | 60 |
| 8.3.4 | Gefahren des Interaktiven Fernsehens | 61 |
| 8.4 | Grenzen des Interaktiven Fernsehens | 63 |
| 9. | Zusammenfassung und Aussicht | 65 |
| 10. | Glossar | 71 |
| Literaturverzeichnis | 74 |
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832404093
Arbeit zitieren:
Irion, Michael-Peter Juni 1996: Interaktives Fernsehen, Hamburg: Diplomica Verlag
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