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Interaktive Breitbanddienste

Entwicklungsperspektiven und Erfolgspotentiale für interaktive Informations- und Unterhaltungsangebote

Interaktive Breitbanddienste
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Daniel Kießling
  • Abgabedatum: November 2003
  • Umfang: 143 Seiten
  • Dateigröße: 4,4 MB
  • Note: 1,3
  • Institution / Hochschule: Technische Universität Ilmenau Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-6600-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-6600-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-6600-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Kießling, Daniel November 2003: Interaktive Breitbanddienste, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Digitalisierung, Konvergenz, interaktives Fernsehen, mobile Datendienste, Expertenbefragung

Diplomarbeit von Daniel Kießling

Zusammenfassung:

Überlegungen zu interaktiven Informations- und Unterhaltungsangeboten werden nicht erst seit der Digitalisierung des Rundfunks oder der Entwicklung immer leistungsfähiger Infrastrukturen und Übertragungssystemen der jüngsten Vergangenheit angestellt. Bereits in den sechziger Jahren wurde in den USA der Gedanke eines Rückkanals für das Fernsehen aufgeworfen. Der unidirektionale Charakter dieses Mediums sollte aufgebrochen und in ein Zwei-Wege-Fernsehen umfunktioniert werden. Die Ursache für diese Überlegungen lag in der seit Ende der vierziger Jahren begonnen Einführung und Ausbau der Fernsehkabelnetze in den USA und die darin gesehenen Möglichkeiten für interaktive Anwendungen.

Auch in Deutschland wurden zu Beginn der siebziger Jahre erste Tests mit Rückkanälen durchgeführt, die jedoch nur unter Laborbedingungen stattfanden. Um ein Zwei-Wege-Fernsehen massenhaft einzuführen, fehlten vor allem die notwendigen Infrastrukturen, die mit erheblichen finanziellen Mitteln hätten aufgerüstet werden müssen. Die Beteiligung des Zuschauers am Fernsehprogramm ist allerdings nicht nur mittels Rückkanal realisierbar. Seit den Anfängen des Fernsehens gab es immer wieder Konzepte, den Zuschauer aus seiner passiven Rolle herauszulocken und aktiv am Programmgeschehen teilhaben zu lassen. Durch die Verbindung von Fernsehen und Telefon waren bereits sehr früh Interaktionen auf niedrigem Niveau möglich. Die erste Unterhaltungsshow in dieser Richtung im deutschen Fernsehen war die Sendung „Der Goldene Schuss“. Die Zuschauer konnten mittels Kommandos über das Telefon die Ausrichtung einer Armbrust steuern. In den achtziger Jahren wurde dann eine Methode für Abstimmungen im Fernsehen über das Telefon entwickelt. Das wohl bekannteste Beispiel ist die Wahl des Wettkönigs bei der Sendung „Wetten dass...“ durch die Anrufe der Zuschauer. Die Rede ist vom TED.

Durch das Internet und die Digitalisierung bricht nun ein neues Zeitalter für interaktive Medien an. Die Digitalisierung ermöglicht dabei eine Vielzahl von Diensten und Anwendungen, die vorher nicht bzw. umständlich realisierbar waren. Dabei bedeutet die Digitalisierung weit mehr als den Wechsel der Übertragungstechnologie. In der Telekommunikation und im Mobilfunk ermöglicht sie neben der Sprachtelefonie auch die Nutzung von Informationsund Unterhaltungsangeboten. Das Internet wird zu einer integrierten Plattform für sämtliche Medienformate und wird mit Audio- und Videoinhalten aufgewertet. Selbst das Fernsehen kann durch die Digitalisierung mit Funktionalitäten des Internets erweitert werden, wodurch sich interaktive Nutzungsmöglichkeiten ergeben (vgl. Bisenius, Siegert 2002). Die Zukunftsvisionen, die von einigen Medienanalytikern noch mit einer „digitalen Revolution“ bezeichnet und durch zahlreiche Prognosen der letzten Jahre propagiert und prophezeit wurden, müssen erst einmal verworfen werden. Das soll auf keinen Fall bedeuten, dass nun ein Stillstand eintritt. Keineswegs, der Umbruch wird nur nicht in der Geschwindigkeit vollzogen, wie sich einige Visionäre den Wandel in ein digitales Zeitalter mit all seinen Facetten und Möglichkeiten vorgestellt haben. Im mediengeschichtlichen Sinne ist die Digitalisierung sicher als (Medien-) Revolution zu bezeichnen. Aber alle mit diesem Wandlungsprozess zusammenhängenden Entwicklungen werden sich eher in evolutionären Stufen vollziehen, so wie dies auch bei vergangenen Medienrevolutionen der Fall war. Weiter kommt hinzu, dass die gegenwärtige Stimmung auf dem deutschen Medienmarkt vor allem durch den Zusammenbruch der „New Economy“, durch sinkende Werbeeinnahmen, durch Investitionsunsicherheiten und Konfusion über die zukünftigen Entwicklungen von Medienangeboten geprägt ist. Diese Faktoren haben in der Medienbranche zu Konsolidierungsmaßnahmen geführt, die keinen Raum für Experimente lassen.

Ein weiterer Aspekt, der in der Vergangenheit häufig außer Acht gelassen wurde, ist das technisch Machbare von einer wirtschaftlichen Tragfähigkeit zu unterscheiden. So konnte man immer wieder feststellen, dass nicht alle Innovationen im Medien- und Kommunikationsbereich bedingungslos von den Nutzern angenommen wurden. BTX, HDTV, DAB sind da nur ein paar Beispiele aus einer nicht allzu fernen Vergangenheit die beweisen, dass der Nutzer über Erfolg und Misserfolg einer neuen Entwicklung entscheidet. Trotz dieser Bedenken bestehen Innovationspotentiale für neue Informationsund Unterhaltungsangebote in den Bereichen Fernsehen, Hörfunk, Internet und Mobilfunk, die vor allem durch die Digitalisierung und konvergenten Entwicklungen entstehen.

Gang der Untersuchung:

Vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Probleme im Medienbereich und der bestehenden Innovationspotentiale soll diese Untersuchung ansetzen. Dabei soll von den euphorischen Prognosen der Vergangenheit Abstand genommen werden. Vielmehr werden die gegenwärtig beobachtbaren Entwicklungen im Bereich von Internet, Fernsehen und Mobilfunk aufgezeigt und mit den Erfahrungen und dem Wissen von Experten, die aktiv an Entwicklungsprozessen neuer Medienangebote beteiligt sind, analysiert. Diese Untersuchung konzentriert sich dabei ausschließlich auf Deutschland. Auf Entwicklungen in den USA oder Japan wird lediglich vereinzelt hingewiesen.

Der erste Teil (Abschnitt 2) der Untersuchung befasst sich mit der Digitalisierung von Telekommunikation und Rundfunk und den sich daraus ergebenden konvergenten Entwicklungen in Internet, Rundfunk und Mobilfunk. Dabei werden die einzelnen Trends in diesen Bereichen dargestellt.

Im zweiten Teil (Abschnitt 3) wird erläutert, was unter dem Begriff Interaktive Breitband Dienste zu verstehen ist. Dabei wird auf die einzelnen Bestandteile des Begriffs Interaktivität, Breitband und Dienste etwas genauer eingegangen.

Es folgt im dritten Teil (Abschnitt 4) eine empirische Untersuchung zu den Entwicklungsperspektiven und Erfolgspotentialen von interaktiven Informations- und Unterhaltungsangeboten. Dabei werden Methoden der qualitativen und quantitativen Forschung verwendet. In einer ersten explorativen Phase werden mittels qualitativer Experteninterviews die Entwicklungen, Potentiale und Voraussetzungen für interaktive Anwendungen und Dienste erfasst. Aufgrund dieser Expertenaussagen wurde in einem nächsten Schritt ein standardisierter Fragebogen entwickelt, der auf der Plattform von ITV-Content per Online-Fragebogen bzw. alternativ per herunterladbarem Fragebogen erhoben wurde. Anschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung noch einmal zusammenfassend dargestellt.

Inhaltsverzeichnis:

ABBILDUNGSVERZEICHNIS 6
TABELLENVERZEICHNIS 7
ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 8
1. EINLEITUNG 11
1.1 Ausgangssituation 11
1.2 Problemstellung und Ziel der Untersuchung 12
1.3 Gliederung und Methodik 13
2. AUF DEM WEG ZU INTERAKTIVEN BREITBAND DIENSTEN 15
2.1 Ausgangspunkt Digitalisierung 15
2.1.1 Entwicklungen bei Telekommunikation und Rundfunk 15
2.1.2 Möglichkeiten durch die Digitalisierung 16
2.1.3 Der Begriff Konvergenz 17
2.1.4 Konvergenz im Telekommunikations- und Mediensektor 18
2.1.5 Konvergenztrends 21
2.2 Konvergenz von Internet und TV 22
2.2.1 Entwicklungen im Internet und TV-Bereich 22
2.2.2 Webcasting 23
2.2.3 PC-basierte TV-Dienste 24
2.2.4 Enhanced TV 27
2.2.5 Internet-on-TV 32
2.3 Exkurs: Renaissance der Telefon-TV-Kopplung 34
2.4 Multimediadienste im mobilen Bereich 35
2.4.1 Datendienste über Mobilfunknetze 35
2.4.2 Internet überall mit i-mode™ 37
2.4.3 Multimedia Nachrichten mit MMS 41
2.5 Mobile Internet- und Fernseh-Dienste 44
2.5.1 Neue Möglichkeiten durch hybride Plattformen 44
2.5.2 Mobile interaktive Dienste durch hybride Plattformen 46
2.5.3 Entwicklungen hybrider Plattformen 47
3. ZUM VERSTÄNDNIS VON INTERAKTIVEN BREITBAND DIENSTEN 53
3.1 Aspekte von Interaktiven Breitband Diensten 53
3.2 Interaktivität 54
3.2.1 Zum Begriff Interaktivität 54
3.2.2 Interaktivitätsstufen für interaktive Medien 56
3.2.3 Lokale und erweiterte Interaktivität 59
3.2.4 Interaktivität und Personalisierung 59
3.3 Breitband 62
3.3.1 Die breite Bandbreite 62
3.3.2 Breitband Technologien 63
3.3.3 Die digitale Breitband-Plattform 66
3.4 Dienste 67
3.4.1 Verteildienste 67
3.4.2 Interaktive Verteildienste 68
3.4.3 Abrufdienste 69
3.4.4 Interaktive Dienste (Dialogdienste) 69
3.4.5 Medienrechtliche Einordnung der Dienste 70
3.5 Szenario: Breitband TV-EPG 72
4. DIE ENTWICKLUNGSPERSPEKTIVEN UND ERFOLGSPOTENTIALE 75
4.1 Ziel und Gegenstand der Untersuchung 75
4.2 Konzeption der Untersuchung 76
4.3 Die Experteninterviews 76
4.3.1 Durchführung der Datenerhebung 76
4.3.1.1 Die Erstellung eines thematischen Interviewleitfadens 76
4.3.1.2 Auswahl der Experten 77
4.3.1.3 Die Durchführung der Interviews 78
4.3.1.4 Das Vorgehen bei der Auswertung 79
4.3.2 Schlussfolgerungen aus der explorativen Phase 80
4.3.2.1 Tendenzielle Entwicklungen 80
4.3.2.2 Interdependente Komponenten 82
4.3.2.3 Infrastruktur 84
4.3.2.4 Endgeräte 86
4.3.2.5 Dienste und Anwendungen 87
4.3.2.6 Regulatorische und rechtliche Rahmenbedingungen 88
4.3.2.7 Zusammenfassung 89
4.4 Die Online-Befragung 91
4.4.1 Konzeption und Durchführung der Befragung 91
4.4.1.1 Konzeption des Fragebogens 91
4.4.1.2 Datenerhebung 92
4.4.2 Allgemeine Aussagen zur Beantwortung des Fragebogens 93
4.4.2.1 Teilnahme 93
4.4.2.2 Klassifizierung der Teilnehmer 94
4.5 Perspektiven und Potentiale für Interaktive Breitband Dienste 96
4.5.1 Zukünftige Entwicklungen des Fernsehens 96
4.5.2 Informations- und Unterhaltungsangebote für den PC 101
4.5.3 Mobile Informations- und Unterhaltungsangebote 106
4.5.4 Gesamtsituation für Interaktive Breitband Dienste 110
5. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK 111
GLOSSAR 115
QUELLEN 119
ANHANG 131
Befragte Experten (explorative Phase) 131
Leitfaden (explorative Phase) 133
Fragebogen (Fax-Version) 134

Automatisiert erstellter Textauszug:

Für die Entwicklung und den Erfolg von interaktiven Informations- und Unterhaltungsangeboten sind verschiedene, sich gegenseitig bedingende bzw. voneinander abhängige Komponenten von Bedeutung. Nur aus einem Zusammenspiel dieser Komponenten können interaktive Dienste erst sinnvoll entwickelt und ein Markterfolg werden (Systemnetzwerk). Dabei kann man eine technische Ebene mit funktional geeigneten Infrastrukturen und Endgeräten sowie eine inhaltliche Ebene mit den entsprechenden interaktiven Diensten bzw. Anwendungen und den notwendigen rechtlich/ regulatorischen Rahmenbedingungen unterscheiden. Treten zwischen den einzelnen Komponenten Koordinierungsprobleme auf bzw. erfüllt eine Komponente nicht die notwendigen Anforderungen, dann spricht man von der so genannten „Henne-Ein-Problematik“. Praktisch bedeutet das, wenn keine rückkanalfähige Infrastruktur vorhanden ist, dann können auch keine Dienste bzw. Anwendungen angeboten werden, für die ein Rückkanal zwingend notwendig ist. Das gleiche Problem besteht, wenn eine [...]

Im mobilen Bereich kommt ein anderer, sich momentan entwickelnder Trend hinzu, der in den nächsten Jahren weiter an Bedeutung gewinnen wird. Gemeint sind die wachsenden Bedürfnisse der Nutzer, Informationen abzurufen, die sie unmittelbar benötigen. Dabei stellt dieser mobile Bereich einen sich neu entwickelnden Vertriebsweg dar, der vorher so nicht existierte. Neben dem stationär nutzbaren Fernsehen und Internet können die Nutzer nun auch an einer anderen Stelle erreicht werden. Im Informationsbereich wird dabei vor allem den so genannten lokal basierten Diensten ein hoher Stellenwert zugeschrieben. Der Nutzer befindet sich in einer bestimmten Umgebung und kann hierzu für ihn relevante Informationen abrufen. Das können einfache Hinweise auf in der Nähe befindliche Restaurants, Hotels und Sehenswürdigkeiten sein. Die Hauptfrage, die es in Zukunft für diese drei Entwicklungsbereiche zu klären gilt, ist herauszufinden, wem etwas wirklich nutzt und nicht was technisch möglich ist. Die Idee eines vollkommen personalisierten „MeChannels“ für den Fernsehbereich, wie sie von Noam oder in ähnlicher Form auch von Negroponte propagiert wurde, beruhen im Prinzip auf [...]

werden mobile Endgeräte nicht das Bedürfnis nach passiver Unterhaltung auf die Weise befriedigen können, wie es das Fernsehen ermöglicht. Dass sich das klassische Internet nicht auf dem Fernsehgerät und umgekehrt das klassische Fernsehen nicht auf dem PC durchsetzen wird, verdeutlichen die aufgeführten Versuche von Intercast (Punkt 2.3.3) und Met@box (Punkt 2.3.5). Entscheidend für den Erfolg ist ein kontextbezogener und auf die Nutzung der jeweiligen Endgeräte abgestimmter Einsatz von interaktiven Angeboten. Die Fernsehnutzung wird auch weiterhin von einer überwiegend passiven Rezeptionsweise geprägt sein (lean back). Soll erreicht werden, dass der Nutzer in (Inter)Aktion mit dem Programm oder einem Zusatzdienst tritt, so muss dies intuitiv und einfach möglich sein. Die Verwendung von zusätzlichen Eingabegeräten, wie das bereits mit einer Infrarot-Tastatur realisiert wurde, wird in diesem Zusammenhang bereits kritisch gesehen. Zu komplexe Eingabeprozeduren wirken eher abschreckend für eine Interaktion. Auch die Bedienung mit den Funktionstasten der Fernbedienung muss noch erlernt werden, um in angemessenem Maße auf dem Bildschirm zu navigieren. Man muss die Nutzer erst einmal für diese Art von Angeboten sensibilisieren. In Großbritannien und Frankreich, wo das digitale Fernsehen mit seinen erweiterten Möglichkeiten schon weiter entwickelt ist, laufen bereits erfolgreiche Anwendungen.154 Ein Blick dorthin zeigt bereits, wie man interaktive Anwendungen in ein Fernsehprogramm integrieren kann. Festgehalten werden kann dennoch, dass trotz zukünftiger interaktiver Angebote das Fernsehen weiterhin als Medium der passiven Entspannung, Unterhaltung, Information und öffentlichen Kommunikation bestehen bleibt. Im Gegensatz dazu ist die Bedienung eines PC und der Umgang mit dem Internet durch die Nutzer bereits erlernt. Interaktive Angebote sind hier nicht neu. Allerdings befindet man sich vor dem PC in einer anderen [...]

Arbeit zitieren:
Kießling, Daniel November 2003: Interaktive Breitbanddienste, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Digitalisierung, Konvergenz, interaktives Fernsehen, mobile Datendienste, Expertenbefragung

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