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Interaktionen zwischen dem Rhizosphärebakterium Bacillus Cereus, dem Wurzelgallennematoden Meloidogyne Incognita und Tomate

Interaktionen zwischen dem Rhizosphärebakterium Bacillus Cereus, dem Wurzelgallennematoden Meloidogyne Incognita und Tomate
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Oliver Keuken
  • Abgabedatum: Dezember 1996
  • Umfang: 141 Seiten
  • Dateigröße: 6,4 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-0130-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-0130-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-0130-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Keuken, Oliver Dezember 1996: Interaktionen zwischen dem Rhizosphärebakterium Bacillus Cereus, dem Wurzelgallennematoden Meloidogyne Incognita und Tomate, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Bakterien, Nematoden, Pflanzenschutz, Rhizosphäre, Tomate

Dissertation / Doktorarbeit von Oliver Keuken

Zusammenfassung:

Die Behandlung der Wurzelsysteme von Tomatenpflanzen mit B. cereus S18 Zellsuspension reduzierte den Befall mit dem Wurzelgallennematoden Meloidogme incognita. Die Anzahl gebildeter Gallen, die als Maß für die Befallsintensiät bestimmt wurden, wurden im Vergleich zu unbehandelten Pflanzen um 43 Prozent reduziert. Weitere Untersuchungen mit Tomatenkeimlingen zeigten, daß Bacillus cereus S18 die Anzahl der in die Wurzeln eingedrungenen Larven um etwa 34 und die Gallzahl um 39 Prozent verringerte. In-vitro Versuche, in denen der direkte Einfloß von S18 auf die infektiösen L2-Larven untersucht wurde, führten zu ersten Hinweisen auf mögliche Wirkungsmechanismen: Nach Behandlung mit B. cereus Sl8 war die Orientierung der Larven zu Wurzelexsudat von Tomatenkeimlingen herabgesetzt. Die Behandlung mit S18 reduzierte die Aggregationsrate im Vergleich zu unbehandelten M. incognita Larven um 78 Prozent. In Mobilitätstests wurde die Wirkung von S18 auf die Bewegungsaktivität der Larven ermittelt. Nach einer Inkubation von U. incognitca Larven in S18 Zellsuspension waren die Larven vollständig imrnobilisiert. Die toxische Wirkung des S18 Kulturfiltrats konnte in Inaktiviecungs- und Mortalitätstests nachgewiesen werden.

Bei gegebenem Versuchsaufbau betrog die Mortalitätsrate der mit S18 Kulturfiltrat behandelten Larven 90 Prozent. Durch die Untersuchung der Wirkung verschiedener Extrakte und Fraktionen, sowie durch gaschromatographische und enzymatische Analyse des Kulturfiltrats wurde nachgewiesen, daß niedermolekulare Verbindungen für die toxische Wirkung verantwortlich waren. Die Ergebnisse weisen darauf hin, daß die Wirkung des Kulturfiltrats mit dem Gehalt an Essigsäure korreliert ist.Untersuchungen des pH-Werts der Rhizosphitre von Tomatenkeimlingen belegen eine Ansäuerung nach der Applikation von B. cereus 518. Diese pH Wert Verschiebung kann als Hinweis für die Bildung organischer Säuren durch S18 in der Rhizosphäre gewertet werden.

Die vorliegende Arbeit liefert neue Hinweise für die Ursachen der antagonistischen Wirkung von B. cereus S18 auf M. incognita. Es wurde nachgewiesen, daß drei Mechanismen wichtig für die Erklärung der Befallsreduktion sind:

1. die Orientierung der Larven zur Wirtspflanze wird gestört.

2. die Bewegungsaktivität der Larven wird eingeschränkt.

3. die Larven werden abgetötet.

Um diese Ergebnisse von Modelluntersuchungen auf die natürlichen Verhältnisse an der Pflanze übertragen zu können, ist es jedoch notwendig, die Quantität und die Qualität der Bildung toxischer Metabolite von B. cereus S18 in der Rhizosphäre von Tomate oder anderen Wirtspflanzen von M. incognita zu untersuchen. Die Wechselwirkungen zwischen B. cereus S18 und Tomatenpflanzen standen im Mittelpunkt von umfangreichen Freilanduntersuchungen, in denen der Einfloß von S18 auf das Wachstum und den Ertrag der Pflanzen bestimmt wurde. Die Wurzelbesiedelung durch B. cereus, der Verlauf der Gesamtzellzalden sowie Ertragsparameter und die Biomasseentwicklung der Pflanzen wurde ermittelt. Wichtige Faktoren der Rhizosphärenkompetenz von B. cereus S18 wurden reproduzierbar in zwei aufeinanderfolgenden Vegetationsperioden nachgewiesen: schon nach der Saatgutbehandlung mit S 18 Sparen erfolgte eine intensive Besiedelung der Rhizospäre durch B. cereus. Nach einer Gießbehandlung mit aktiven S18 Zellen wurde die Rhizoplane in großem Umfang kolonisiert. Ein Einfloß auf die natürliche Rhizosphärenpopulation konnte nicht nachgewiesen werden.

Die Untersuchungen zum Einfluß von B. cereus S18 auf das Pflanzenwachstum und den Ertrag belegten die pflanzenwachstums- und ertragsfördernde Wirkung von S18. Der Ertrag der Tomatenpflanzen wurde in beiden Vegetationsperioden reproduzierbar um etwa 20 Prozent erhöht. Die Wurzelmasse der behandelten Pflanzen lag im gesamten Untersuchungszeitraum signifikant über der der unbehandelten Pflanzen. Eine Beeinflussung der Wachshöhe oder der Sproßmasse konnte jedoch nicht nachgewiesen werden. Die Ergebnisse der Freilanduntersuchungen belegen den großen Einfloß von B. cereus S18 auf das Wachstum und den Ertrag von Tomatenpflanzen und damit die zusätzliche Zugehörigkeit von S18 zur Gruppe der ,plant Growth Promoting Rhizosphere Bacteria". Die intensive Besiedelung der Rhizosphäre nach Saatgut oder Flüssigapplikation beleg die Rhizosphärenkompetenz von B. cereus S18. Um zu einer Umsetzung dieser vielversprechenden Ansätze im praxisnäheren Bereich zu gelangen, sind weitere Untersuchungen notwendig. In Versuchen zur Applikation der Bakterien müßte überprüft werden, ob eine Saatgutbehandlung mit Sl8 Sporen, die praxisrelevanter als die Flüssigapplikation ist, ausreicht, um die beschriebenen Effekte zu erzielen.

Inhaltsverzeichnis:

1. EINLEITUNG 1
2. LITERATURÜBERSICHT 9
3. MATERIAL UND METHODEN 16
3.1 Medien 16
3.1.1 Medium zur Lebendzellzahlbestimmung 16
3.1.2 Medien zur Anzucht der verwendeten Bakterienstämme 16
3.1.3 Medien zur Gewinnung der Wurzelexsudate 17
3.2 Bakteriologische Grundlagen 18
3.2.1 Herkunft der verwendeten Bakterienstämme 18
3.2.2 Anzucht der Bakterien 19
3.2.3 Herstellung von Zeltsuspensionen 19
3.2.4 Gewinnung von Kulturfiltraten 19
3.2.5 Isolierung eines Rifampicin resistenten Bacillus cereus Stammes (S18/R) 19
3.2.6 Herstellung von Sporensuspensionen 20
3.2.7 Saatgutbehandlung für die Feldversuche 20
3.3 Bestimmung der Lebenzellzahl 20
3.3.1 Bestimmung der Lebendzellzahl auf der Wurzeloberfläche von Tomatenkeimlingen und in Pflanzsubstraten 21
3.3.2 Untersuchung der Lebendzellzahl der Wurzeln von Tomatenjungpflanzen und Freilandtomaten 22
3.4 Aufarbeitung und Analyse von Bacillus cereus S18 Kulturfiltraten 23
3.4.1 Aufarbeitung des Kulturfiltrats 23
3.4.2 Gaschromatographische Analyse der Kulturfiltrate 25
3.4.3 Enzymatischer Nachweis von organischen Säuren 26
3.5 Herkunft und Vermehrung von Meloidogyne incognita 27
3.5.1 Extraktion von Meloidogyne incognita Eiern und Gewinnung von Larven 27
3.5.2 Bestimmung von Infektionsparametern 28
3.6 Anzucht von Tomatenpflanzen 29
3.7 Einfluß von Bakterien auf den Meloidogyne incognita Befall von Tomatenpflanzen 29
3.7.1 Überprüfung der Applikationsmethode für Bakterien 29
3.7.2 Applikation von Bakterien sowie Meloidogyne incognita Larven 30
3.8 Untersuchungen über das Eindringen von Meloidogyne incognita Larven in Wurzeln von Tomatenkeimlingen 30
3.9 Einfluß von Bacillus cereus S18 auf den pH Wert in der Rhizosphäre von Tomatenkeimlingen 31
3.10 Untersuchung der direkten Wirkung von Bacillus cereus S18 auf Meloidogyne incognita Larven 31
3.10.1 Einfluß auf die Orientierung der Larven 31
3.10.2 Einfluß auf die Mobilität der Larven 33
3.10.3 Einfluß auf die Mortalitätsrate der Larven 34
3.10.3.1 Flüssige Proben und wasserlösliche Substanzen 34
3.10.3.2 Flüchtige Substanzen 35
3.11 Aufbau und Durchführung der Freilanduntersuchungen 35
3.11.1 Freilanduntersuchungen 1993 35
3.11.2 Freilanduntersuchungen 1994 37
3.11.3 Untersuchungen zur Persistenz von Bacillus cereus S18 im Boden 37
3.11.4 Wetterdaten 1993 und 1994 38
3.12 Statistische Auswertung 38
4. ERGEBNISSE 39
4.1 Einfluß von Bakterien auf den Meloidogyne incognita Befall von Tomatenpflanzen 39
4.1.1 Überprüfung der Applikationsmethode für Bakterien 39
4.1.2 Einfluß von Bakterien auf die Gallbildung durch Meloidogyne incognita 39
4.2 Untersuchungen über die Einwanderung von Meloidogyne incognita Larven in Wurzelsysteme von Tomatenkeimlingen 41
4.3 Untersuchung der direkten Wirkung von Bacillus cereus S18 auf Meloidogyne incognita Larven 42
4.3.1 Einfluß von Bacillus cereus S18 auf die Orientierung von Meloidogyne incognita Larven 42
4.3.1.1 Orientierung unbehandelter Larven 42
4.3.1.2 Orientierung behandelter Larven 43
4.3.2 Einfluß von Bacillus cereus S18 auf die Mobilität von Meloidogyne incognita Larven 44
4.3.2.1 Einfluß einer einstündigen Inkubation auf die Mobilität 44
4.3.2.2 Einfluß einer siebenstündigen Inkubation auf die Mobilität 45
4.4 Einfluß von Bacillus cereus S18 auf die Inaktivierungs﷓ und Mortalitätsrate von Meloidogyne incognita Larven 46
4.4.1 Einfluß des Fermentationsmediums auf die Wirkung von Bacillus cereus S18 46
4.4.2 Einfluß der Inkubationszeit auf die Wirkung von Bacillus cereus S18 Kulturfiltrat 49
4.4.3 Wirkung verschiedener Bakterienstämme auf die Larven 50
4.4.4 Einfluß der Fermentationsdauer auf die Wirkung von Bacillus cereus S18 51
4.4.5 Wirkung von verdünntem und autoklaviertem Kulturfiltrat 52
4.4.6 Wirkung von Fermentatiorisabluft 53
4.4.7 Wirkung verschiedener Fraktionen und Extrakte des Bacillus cereus S18 Kulturfiltrats 54
4.4.7.1 Wirkung von konzentriertem, proteinfreiem, dialysiertem und konzentriertem Kulturfiltrat 54
4.4.7.2 Einfluß verschiedener Extrakte und Fraktionen des Bacillus cereus S18 Kulturfiltrats 55
4.4.8 Wirkung von Chemikalien auf Meloidogyne incognita Larven 58
4.5 Bildung von organischen Säuren durch Bacillus cereus S18 61
4.5.1 Identifizierung der organischen Säuren aus dem Kulturfiltrat durch Gaschromatographie 61
4.5.2 Chromatogramme von Standardsubstanzen 65
4.5.3 Chromatogramme von Kulturfiltrat mit internem Standard 67
4.5.4 Quantitativer Nachweis von organischen Säuren aus dem Kulturfiltrat 68
4.5.5 Wirkung des Bacülus cereus S18 Kulturfiltrats in Relation zu dem Gehalt an organischen Säuren 69
4.6 Einfluß von Bacillus cereus S18 auf den pH Wert der Rhizosphäre von Tomatenkeimlingen 70
4.7 Wurzelbesiedelung durch Bacillus cereus und Gesamtzellzahl in den Vegetationsperioden 1993 und 1994 71
4.7.1 Wurzelbesiedelung durch Bacillus cereus und Gesamtzellzahl in der Vegetationsperiode 1993 72
4.7.1.1 Bacillus cereus Zeltzahl und Gesamtzellzahl der Rhizosphärenerde von Tomatenpflanzen (1993) 72
4.7.1.2 Bacillus cereus Zeltzahl und Gesamtzellzahl der Rhizoplane von Tomatenpflanzen (1993) 73
4.7.1.3 Bacillus cereus Zeltzahl und Gesamtzellzahl im mazerierten Wurzelgewebe von Tomatenpflanzen (1993) 74
4.7.2 Wurzelbesiedelung durch Bacillus cereus und Gesamtzellzahl in der Vegetationsperiode 1994 76
4.7.2.1 Bacillus cereus Zeltzahl und Gesamtzellzahl in der Rhizosphärenerde von Tomatenpflanzen (1994) 76
4.7.2.2 Bacillus cereus Zeltzahl und Gesamtzellzahl der Rhizoplane von Tomatenpflanzen (1994) 77
4.8 Einfluß von Bacillus cereus S18 auf die Biomasseentwicklung von Freilandtomaten in den Vegetationsperioden 1993 und 1994 78
4.8.1 Einfluß von Bacillus cereus S18 auf die Sproßtrockenmasse 1993 und 1994 78
4.8.2 Einfluß von Bacillus cereus S18 auf die Wurzeltrockenmasse 1993 und 1994 80
4.8.3 Einfluß von Bacillus cereus S18 auf die Wuchshöhe 1993 und 1994 81
4.8.4 Einfluß von Bacillus cereus S18 auf den Ertrag 82
4.9 Untersuchung zur Persistenz von Bacillus cereus S18 im Boden 84
4.9.1 Einfluß von behandeltem Boden auf die Besiedelung der Rhizosphäre von Weizen﷓ und Phaceliapflanzen 85
4.9.2 Einfluß von behandeltem Boden auf die Biomasse von Weizen﷓ und Phaceliapflanzen 85
5. DISKUSSION 87
6. ZUSAMMENFASSUNG 107
7. LITERATUR 109
8. ANHANG

Arbeit zitieren:
Keuken, Oliver Dezember 1996: Interaktionen zwischen dem Rhizosphärebakterium Bacillus Cereus, dem Wurzelgallennematoden Meloidogyne Incognita und Tomate, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Bakterien, Nematoden, Pflanzenschutz, Rhizosphäre, Tomate

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