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Integrations-Controlling mit der Balanced Integration Card

Ein neuer Ansatz zur kommunalen Steuerung der Integration ausländischer Mitbürger am Beispiel der Stadt Ulm

Integrations-Controlling mit der Balanced Integration Card
Über dieses Buch
  • Art: Dissertation / Doktorarbeit
  • Autor: Georg-Stephan Barfuß
  • Abgabedatum: Juni 2006
  • Umfang: 224 Seiten
  • Dateigröße: 3,8 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Universität Augsburg Deutschland
  • Bibliografie: ca. 140
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-0277-8
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8366-0277-8 P
  • ISBN (CD) :978-3-8366-0277-8 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Barfuß, Georg-Stephan Juni 2006: Integrations-Controlling mit der Balanced Integration Card, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Balanced Scorecard, Migration, Ausländer, Controlling, Diversity Management

Dissertation / Doktorarbeit von Georg-Stephan Barfuß

Zusammenfassung:

Die Arbeit beginnt mit der Erkenntnis, dass Deutschland längst ein Einwanderungsland geworden ist. Um das Phänomen der Einwanderung überhaupt verstehen und richtig einordnen zu können, beschäftigt sich das erste Kapitel jedoch zuerst mit der Ursache von Wanderungsbewegungen. Hierzu wird das Push-Pull-Faktoren-Modell herangezogen. Dieses Modell bietet Erklärungsversuche sowohl für erzwungene Migration (Push-Faktoren), als auch für freiwillige Migration (Pull-Faktoren). Zur letzteren Kategorie zählt vor allem der Wohlstand der westlichen Welt, als auch die freiheitlich-demokratischen Grundwerte, die in den Ländern Europas und Nordamerikas garantiert sind.

Die erzwungene Migration hingegen basiert auf Faktoren wie Krieg, Armut, Hunger, aber auch und zunehmend Umweltschäden (Degradation von Ackerflächen, Wassermangel, auch der Klimawandel ganz allgemein). Fasst man alle Faktoren zusammen, kommt man unweigerlich zu dem Schluss, dass sowohl die Pull-, als auch in noch stärkerem Maße die Push-Faktoren in den kommenden Jahren und Jahrzehnten zu drastisch steigendem Migrationsdruck auf Europa führen werden. Dieser Migrationsdruck wird die Wohlstandsinsel Europa vor allem aus Afrika, aber auch in erheblichem Maße aus Osteuropa und Asien treffen.

Basierend auf der Ausgangslage steigender Migrationszahlen nach Europa stellt sich in Kapitel zwei die Frage, wie man als Mehrheitsgesellschaft mit einer steigenden Zahl von Zuwanderern umgehen soll. In diesem Zusammenhang werden Begriffe wie Integration, Assimilation, Separation und Exklusion behandelt und gegeneinander abgegrenzt. Darüber hinaus werden verschiedene (nationale) Modelle vorgestellt, wie die Mehrheitsgesellschaften mit den Minderheiten umgehen und miteinander interagieren. Auch weltpolitische sowie religiöse Einflüsse auf die jeweiligen nationalen integrationspolitischen Grundkonzepte werden aufgeführt. Zum Abschluss werden die Kosten (monetär, jedoch auch politisch, moralisch und sozial) aufgeführt, die die Nicht-Integration von Zuwanderern und Eingesessenen verursachen.

Nachdem die Themen Migration und Integration allgemein bzw. für Europa abgesteckt sind, wendet sich das dritte Kapitel nun der Integrationspolitik in Deutschland zu. Ausgehend von der aktiven Anwerbephase ausländischer Arbeitskräfte in der Wirtschaftswunder-Zeit der noch jungen Bundesrepublik werden verschiedene Phasen erläutert, die sich von der „Ignoranz“ für das Integrationsproblem zur „Akzeptanz“ in den späten 90er Jahren entwickeln. Zur Jahrtausendwende scheint es, als habe die Politik in Deutschland erkannt, dass die „Gastarbeiter“ auf Dauer bei uns bleiben werden und dass es endlich an der Zeit wäre, sich aktiv mit diesem Problem zu beschäftigen.

Das Kapitel vier nun beschäftigt sich mit dem Ort, an dem Integration scheitert oder gelingt: den Kommunen. Als hervorragendes Beispiel für gute Integrationsarbeit wird die Stadt Wien angeführt. Dort wird die Integrationspolitik schon seit langem ernst genommen. Seit einigen Jahren nun hat die österreichische Hauptstadt ihre Integrationspolitik weiter entwickelt und sich dem Diversity Management verschrieben.

In der Zwischenbetrachtung wird der erste Teil der Dissertation nochmals zusammengefasst und die Frage aufgeworfen, welche Aufgaben es für ein Gelingen der Integration in deutschen Kommunen zu bewältigen gibt.

Basierend auf der Erkenntnis, dass in Zukunft mehr Menschen einwandern werden, dass zusätzlich zu dieser „Neu-Integration“ auch noch eine „nachholende Integration“ für die bereits bei uns lebenden Menschen notwendig ist, angesichts der Tatsache, dass es die deutsche Politik noch immer nicht geschafft hat, sachlich mit dem Thema Einwanderung umzugehen, verlangt das Thema Integration nach einem ganzheitlichen Konzept. Dieses muss sowohl die politischen wie die zivilgesellschaftlichen Akteure im Integrationsprozess vernetzen können, als auch wirkungsorientiert und nachvollziehbar steuerbar sein. Ein solches Konzept kann aus dem betriebswirtschaftlichen Konzept des Controllings kommen und wird in den nun folgenden Kapiteln der Arbeit vorgestellt.

Das fünfte Kapitel beginnt mit einer Definition des Controlling-Begriffs allgemein und des Controlling-Regelkreises im Besonderen, ehe es dann einschwenkt auf ein spezielles Controlling-Werkzeug: die Balanced Scorecard (BSC). Die BSC wurde ursprünglich von den beiden amerikanischen Professoren Robert S. Kaplan und David P. Norton erdacht, um die allzu oft klaffende Lücke zwischen strategischen Zielen einer Unternehmung und deren operative Umsetzung im Tagesgeschäft zu schließen. Hierzu ist es notwendig, nicht ausschließlich die Finanzkennzahlen einer Firma zu betrachten, sondern auch andere Dimensionen mit einzubeziehen. Kaplan und Norton schlagen Bereiche vor wie „Kunden“, „Prozesse“ oder „Lernen“. Nur über eine ganzheitliche Betrachtung einer Unternehmung kann langfristig der Erfolg sichergestellt werden.

Ist es aber möglich, einen politischen sowie sozial-gesellschaftlichen Prozess wie die Integration mit einer Methodik zu steuern, die aus der Betriebswirtschaft kommt? Ist denn die Integration überhaupt steuerbar? Mit diesen Fragen beschäftigt sich das sechste Kapitel und gibt Antworten darauf, welche Bereiche des Integrationsprozesses über Kennzahlen erfassbar und somit steuerbar sind, und welche nicht.

Basierend auf dieser Abgrenzung erlaubt das Kapitel sieben Seitenblicke auf Beispiele in der Gesellschaft, bei denen das Konzept der Balanced Scorecard bereits erfolgreich außerhalb der Domäne der Wirtschaft umgesetzt wird. Das Beispiel der amerikanischen Stadt Charlotte, deren Stadtverwaltung mit der BSC steuert, wird hierbei genauer vorgestellt. Als Schlussfolgerung wird festgehalten, dass es sehr wohl möglich ist, den Integrationsprozess in Kommunen mit der BSC zu steuern, dies jedoch gewisse Anpassungen sowohl in der Terminologie als auch in der Methodik erfordert.

Das Kapitel acht nun wendet sich einem konkreten Fall zu: der Stadt Ulm. Nach einer Analyse der Chancen und Risiken im Integrationsumfeld (externe Analyse) werden die Stärken und Schwächen der Integrationspolitik selbst betrachtet. Daraus wiederum ergibt sich eine Integrationsstrategie für Ulm, die sich auf die folgenden Schwerpunkte konzentriert: Sprache, Bildung, Arbeit und Sozialisation. Diese Schwerpunkte werden nun in Dimensionen der Balanced Score Card „übersetzt“, die sich fortan als Balanced Integration Card (BIC) darstellt. Innerhalb jeder dieser Dimensionen werden Projekte definiert, die mithilfe von Projekt-Definitionsblättern konkrete Ziele, Verantwortlichkeiten, Maßnahmen und Budgets beinhalten. Das Erreichen der jeweiligen Ziele schließlich wird anhand extra dafür festgelegter Kennzahlen gemessen. Die „Ziel-Maßnahmen-Matrix“ schließlich fasst alle Ziele innerhalb der Dimensionen auf ein Blatt zusammen und liefert somit einen komprimierten Überblick über die in Ulm laufenden Aktivitäten zur Verbesserung der Integration: transparent, nachvollziehbar und messbar.

Mit Hilfe der gesammelten Informationen aus der BIC lässt sich im Schlussabschnitt der Arbeit nun endlich eine konkrete, auf Fakten basierende Aussage darüber treffen, nicht nur ob Integration in Ulm funktioniert, sondern auch in welchen Bereichen es Fort- oder Rückschritte gibt. Die Ausweitung des Zahlenmaterials auf den Zeitraum von 10 Jahren erlaubt darüber hinaus Aussagen über den längerfristigen Trend. Dadurch ist es möglich festzustellen, wo besonders schnell gehandelt werden muss.

Die Ergebnisse selbst sind ernüchternd, erschreckend und verlangen schnelles Handeln seitens der Politik, um (weitere) gesellschaftliche Schäden zu verhindern. Die BIC ist hierbei von entscheidender Bedeutung, denn sie liefert Auskunft darüber, wo gehandelt werden muss und ob die Maßnahmen greifen. Es liegt jetzt an der Politik, letzten Endes aber auch an uns allen, diese Information der BIC umzusetzen und endlich mit der Integration ernst zu machen.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG:ICHBINAUSLÄNDER! 4
KAPITEL I. AUSGANGSLAGE:DEUTSCHLAND,EINEINWANDERUNGSLAND 8
HETEROGENE BEVÖLKERUNGSSTRUKTUR IN DEUTSCHLAND 8
URSACHENFORSCHUNG: MIGRATION 12
Die räumliche Dimension der Migration 13
Die Binnenwanderung 13
Internationale Wanderung 15
Die zeitliche Dimension der Migration 16
Die kausale Dimension der Migration 17
ERKLÄRUNGSANSATZ ZUR MIGRATION: DAS PUSH-PULL-FAKTORENMODELL 20
Freiwillige Migration: die Pull-Faktoren 25
Erzwungene Migration: die Push-Faktoren 26
Krieg 26
Armut 27
Kindersterblichkeit, Hunger und medizinischer Notstand 29
Umweltkatastrophen 32
Umweltflüchtlinge – die vergessenen Opfer 33
Ursachen der Umweltmigration 34
Deposition 34
Degradation 34
Desaster 37
Destabilisierung 39
ZUSAMMENFASSUNG,FAZITUNDAUSBLICK 41
KAPITEL II. FOKUS:INTEGRATION 44
EXKURS. DIEKOSTENDERNICHT-INTEGRATION 44
Die nicht monetären Aspekte eines Scheiterns der Integration 44
Der finanzielle Aspekt der Nicht-Integration 45
Begriffsbestimmung: Akkulturation 48
Integration 49
Assimilation 50
Separation 50
Exklusion 50
Zusammenfassung 51
Internationale Politik und interreligiöser Dialog 52
Weltpolitische Einflussfaktoren auf die kommunale Integrationsarbeit 52
Das Exklusionsmodell 57
KAPITEL III. STATUS:INTEGRATIONSPOLITIKINDEUTSCHLAND 59
VON DER NICHTAKZEPTANZGESELLSCHAFTLICHER REALITÄT .60
Die Anwerbephase 60
Die Konsolidierungsphase 62
Die Phase der Integrationskonzepte 63
Die Phase der Begrenzungspolitik 64
Die Phase der restriktiven gesetzlichen Regelungen 64
ZUR ZÖGERNDEN ANERKENNUNG DER TATSACHEN 66
Die Reform des Staatsangehörigkeitgesetztes 66
Die Reform des Zuwanderungsgesetzes 67
KAPITEL IV. ORTDERENTSCHEIDUNG:DIEKOMMUNEN 70
DIEKOMMUNEALS“ROBUSTEINTEGRATIONSMASCHINE“ 70
Kommune als Primus inter Pares in der kommunalen Integrationspolitik 71
Institutioneller Handlungsrahmen für Kommunen 72
Kommunale Ressourcen für Integration 73
Der Wiener Integrationsfonds: ein Bekenntnis zur Integration 80
Beispielprojekt “Besiedlungsmanagement“ 84
Beispielprojekt “Sprachoffensive“ 85
Beispielprojekt “Bildungsdrehscheibe – Alles ist LERNBAR“ 87
DIVERSITY UND DIVERSITY MANAGEMENT 88
BEURTEILUNG UND AUSBLICK 95
ZWISCHENBETRACHTUNG. WELCHEAUFGABENGILTESZUBEWÄLTIGEN? 97
KAPITELV. LÖSUNGSANSATZ:DIEBALANCEDSCORECARDIMCONTROLLINGREGELKREIS 100
DEFINITION CONTROLLING 100
Die Vision 101
Die Mission 102
Die Umfeld und Unternehmensanalyse: SWOT 103
Die Strategiefindung 104
Die operative Umsetzung: Ziele, Maßnahmen und Erfolgsmessung 106
HISTORIE UND ZIELSETZUNG DER BALANCED SCORECARD 107
Die Finanzperspektive 109
Die Kundenperspektive 109
Die interne Prozess-Perspektive 110
Die Lern- und Entwicklungsperspektive 110
Das Projekt-Definitionsblatt: Übersicht ist alles 115
EXKURS. GRAPHISCHEDARSTELLUNGDERBALANCEDSCORECARD 116
ZUSAMMENFASSUNG. VORTEILEDERBALANCEDSCORECARD 117
KAPITELVI. EINWURF:ISTINTEGRATIONÜBERHAUPTSTEUERBAR? 118
INTEGRATION MIT DEM HERZEN… ODER WAS MANN NICHT MESSEN KANN 118
KAPITEL VII. SEITENBLICKE: CONTROLLING UND DIE BALANCED SCORECARD AUßERHALB DER FREIEN WIRTSCHAFT – EIN KONZEPT SETZT SICH DURCH 128
DIE BALANCED SCORECARD FÜR NON-PROFIT-ORGANISATIONEN 128
Die BSC in der öffentlichen Verwaltung 129
Beispiel: Die City-Scorecard der Stadt Charlotte 130
Die Gender Scorecard des Kulturwirtschaftlichen Gründerzentrums in Bochum 132
WEITERE BEISPIELE UND ANREGUNGEN 133
KAPITEL VIII. LÖSUNGSANSATZ: DIE BALANCED INTEGRATION CARD FÜR ULM 136
Die Kontaktstelle für ausländische Bürgerschaft: Ulm bekennt sich zu seiner Heterogenität 138
Ulms Vision: Vom friedlichen und gleichberechtigten Zusammenleben aller Bürger 140
Die externe Analyse: Chancen und Risiken im Integrationsumfeld 142
Das Migrationsumfeld 142
Das wirtschaftliche Umfeld 143
Das demographische Umfeld 144
Das soziale Umfeld 147
Das schulische und wissenschaftliche Umfeld 147
Die interne Analyse: Stärken und Schwächen der Ulmer Integrationspolitik 148
Stärken: Erfahrung, Kompetenz und Heterogenität 148
Schwächen: Angespannte Finanzressourcen und mangelnder Sinn für die Querschnittaufgabe Integration 148
Strategiefindung: Nicht kleckern, klotzen! 150
Strategieausformulierung und die Dimensionen der BIC 151
Vernetzung der strategischen Stoßrichtungen: die Strategy Map 160
EINWURF: ABER WO BLEIBT DENN DIE RELIGION? 164
DIE TERRORISTEN MISSBRAUCHEN IHREN EIGENEN GLAUBEN! 165
RELIGION IST PRIVATSACHE! 166
RELIGION DARF KEIN TRENNENDER FAKTOR SEIN! 166
MISSBRAUCH DER RELIGION IST DAS LETZTE GLIED IN EINER KETTE VON FEHLERN! 167
Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen: Das Herzstück der BIC 168
Die BIC Dimension Sprache 169
Die BIC Dimension (Aus)Bildung 173
Die BIC Dimension Arbeit 176
Die BIC Dimension Sozialisation 179
Die Interne BIC-Perspektive 186
ZUSAMMENFASSUNG, FAZIT UND SCHLUSSBEMERKUNG 192
ANHANG. 196
WEITERFÜHRENDE GEDANKEN UND MÖGLICHE FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE 196
WENN AUSLÄNDER DEUTSCHE WERDEN: STATISTIKPROBLEME 196
MANAGING BY THE NUMBER: ÜBER ZEITREIHENANALYSEN UND BENCHMARKING 197
GELUNGENE INTEGRATION KANN DER STARTSCHUSS FÜR NEUE PROBLEME SEIN 199
“FRÜHWARNSYSTEM“ AUSLÄNDER 202
DIE VERZAHNUNG VON BALANCED SCORECARDS – ODER WIE MAN INTEGRATION AUF MEHREREN EBENEN ANGEHT 204
DAS PROJEKT-DEFINITIONSBLATT: EINEVORLAGE 207
DANKSAGUNG 208
LITERATURVERZEICHNIS 209

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis
EINLEITUNG:ICHBINAUSLÄNDER! 4
KAPITEL I. AUSGANGSLAGE:DEUTSCHLAND,EINEINWANDERUNGSLAND 8
HETEROGENE BEVÖLKERUNGSSTRUKTUR IN DEUTSCHLAND 8
URSACHENFORSCHUNG: MIGRATION 12
Die räumliche Dimension der Migration 13
Die Binnenwanderung 13
Internationale Wanderung 15
Die zeitliche Dimension der Migration 16
Die kausale Dimension der Migration 17
ERKLÄRUNGSANSATZ ZUR MIGRATION: DAS PUSH-PULL-FAKTORENMODELL 20
Freiwillige Migration: die Pull-Faktoren 25
Erzwungene Migration: die Push-Faktoren 26
Krieg 26
Armut 27
Kindersterblichkeit, Hunger und medizinischer Notstand 29
Umweltkatastrophen 32
Umweltflüchtlinge – die vergessenen Opfer 33
Ursachen der Umweltmigration 34
Deposition 34
Degradation 34
Desaster 37
Destabilisierung 39
ZUSAMMENFASSUNG,FAZITUNDAUSBLICK 41
KAPITEL II. FOKUS:INTEGRATION 44
EXKURS. DIEKOSTENDERNICHT-INTEGRATION 44
Die nicht monetären Aspekte eines Scheiterns der Integration 44
Der finanzielle Aspekt der Nicht-Integration 45
Begriffsbestimmung: Akkulturation 48
Integration 49
Assimilation 50
Separation 50
Exklusion 50
Zusammenfassung 51
Internationale Politik und interreligiöser Dialog 52
Weltpolitische Einflussfaktoren auf die kommunale Integrationsarbeit 52
Das Exklusionsmodell 57
KAPITEL III. STATUS:INTEGRATIONSPOLITIKINDEUTSCHLAND 59
VON DER NICHTAKZEPTANZGESELLSCHAFTLICHER REALITÄT .60
Die Anwerbephase 60
Die Konsolidierungsphase 62
Die Phase der Integrationskonzepte 63
Die Phase der Begrenzungspolitik 64
Die Phase der restriktiven gesetzlichen Regelungen 64
ZUR ZÖGERNDEN ANERKENNUNG DER TATSACHEN 66
Die Reform des Staatsangehörigkeitgesetztes 66
Die Reform des Zuwanderungsgesetzes 67
KAPITEL IV. ORTDERENTSCHEIDUNG:DIEKOMMUNEN 70
DIEKOMMUNEALS“ROBUSTEINTEGRATIONSMASCHINE“ 70
Kommune als Primus inter Pares in der kommunalen Integrationspolitik 71
Institutioneller Handlungsrahmen für Kommunen 72
Kommunale Ressourcen für Integration 73
Der Wiener Integrationsfonds: ein Bekenntnis zur Integration 80
Beispielprojekt “Besiedlungsmanagement“ 84
Beispielprojekt “Sprachoffensive“ 85
Beispielprojekt “Bildungsdrehscheibe – Alles ist LERNBAR“ 87
DIVERSITY UND DIVERSITY MANAGEMENT 88
BEURTEILUNG UND AUSBLICK 95
ZWISCHENBETRACHTUNG. WELCHEAUFGABENGILTESZUBEWÄLTIGEN? 97
KAPITELV. LÖSUNGSANSATZ:DIEBALANCEDSCORECARDIMCONTROLLINGREGELKREIS 100
DEFINITION CONTROLLING 100
Die Vision 101
Die Mission 102
Die Umfeld und Unternehmensanalyse: SWOT 103
Die Strategiefindung 104
Die operative Umsetzung: Ziele, Maßnahmen und Erfolgsmessung 106
HISTORIE UND ZIELSETZUNG DER BALANCED SCORECARD 107
Die Finanzperspektive 109
Die Kundenperspektive 109
Die interne Prozess-Perspektive 110
Die Lern- und Entwicklungsperspektive 110
Das Projekt-Definitionsblatt: Übersicht ist alles 115
EXKURS. GRAPHISCHEDARSTELLUNGDERBALANCEDSCORECARD 116
ZUSAMMENFASSUNG. VORTEILEDERBALANCEDSCORECARD 117
KAPITELVI. EINWURF:ISTINTEGRATIONÜBERHAUPTSTEUERBAR? 118
INTEGRATION MIT DEM HERZEN… ODER WAS MANN NICHT MESSEN KANN 118
KAPITEL VII. SEITENBLICKE: CONTROLLING UND DIE BALANCED SCORECARD AUßERHALB DER FREIEN WIRTSCHAFT – EIN KONZEPT SETZT SICH DURCH
DIE BALANCED SCORECARD FÜR NON-PROFIT-ORGANISATIONEN 128
Die BSC in der öffentlichen Verwaltung 129
Beispiel: Die City-Scorecard der Stadt Charlotte 130
Die Gender Scorecard des Kulturwirtschaftlichen Gründerzentrums in Bochum 132
WEITERE BEISPIELE UND ANREGUNGEN 133
KAPITEL VIII. LÖSUNGSANSATZ: DIE BALANCED INTEGRATION CARD FÜR ULM 136
Die Kontaktstelle für ausländische Bürgerschaft: Ulm bekennt sich zu seiner Heterogenität 138
Ulms Vision: Vom friedlichen und gleichberechtigten Zusammenleben aller Bürger 140
Die externe Analyse: Chancen und Risiken im Integrationsumfeld 142
Das Migrationsumfeld 142
Das wirtschaftliche Umfeld 143
Das demographische Umfeld 144
Das soziale Umfeld 147
Das schulische und wissenschaftliche Umfeld 147
Die interne Analyse: Stärken und Schwächen der Ulmer Integrationspolitik 148
Stärken: Erfahrung, Kompetenz und Heterogenität 148
Schwächen: Angespannte Finanzressourcen und mangelnder Sinn für die Querschnittaufgabe Integration 148
Strategiefindung: Nicht kleckern, klotzen! 150
Strategieausformulierung und die Dimensionen der BIC 151
Vernetzung der strategischen Stoßrichtungen: die Strategy Map. 160
EINWURF: ABER WO BLEIBT DENN DIE RELIGION? 164
DIE TERRORISTEN MISSBRAUCHEN IHREN EIGENEN GLAUBEN! 165
RELIGION IST PRIVATSACHE! 166
RELIGION DARF KEIN TRENNENDER FAKTOR SEIN! 166
MISSBRAUCH DER RELIGION IST DAS LETZTE GLIED IN EINER KETTE VON FEHLERN! 167
Ziele, Maßnahmen und Kennzahlen: Das Herzstück der BIC 168
Die BIC Dimension Sprache 169
Die BIC Dimension (Aus)Bildung 173
Die BIC Dimension Arbeit 176
Die BIC Dimension Sozialisation 179
Die Interne BIC-Perspektive 186
ZUSAMMENFASSUNG, FAZIT UND SCHLUSSBEMERKUNG 192
ANHANG. 196
WEITERFÜHRENDE GEDANKEN UND MÖGLICHE FORSCHUNGSSCHWERPUNKTE 196
WENN AUSLÄNDER DEUTSCHE WERDEN: STATISTIKPROBLEME 196
MANAGING BY THE NUMBER: ÜBER ZEITREIHENANALYSEN UND BENCHMARKING 197
GELUNGENE INTEGRATION KANN DER STARTSCHUSS FÜR NEUE PROBLEME SEIN 199
“FRÜHWARNSYSTEM“ AUSLÄNDER 202
DIE VERZAHNUNG VON BALANCED SCORECARDS – ODER WIE MAN INTEGRATION AUF MEHREREN EBENEN ANGEHT 204
DAS PROJEKT-DEFINITIONSBLATT: EINEVORLAGE 207
DANKSAGUNG 208
LITERATURVERZEICHNIS 209

Textprobe:

Kapitel II., Exkurs: Die Kosten der Nicht-Integration: Bevor ich mich nun näher mit der Begriffsbestimmung für Integration beschäftigen werde, möchte ich noch einen Exkurs in ein wichtiges Thema wagen: die Kosten der Nicht-Integration. Wie wir gesehen haben – und viele von uns ja in der Praxis auch wahrnehmen – ist Integration ein äußerst schwieriger und laufend andauernder Prozess. Altkanzler Helmut Schmidt spricht aufgrund dieser Schwierigkeiten mit der Integration heute sogar offen darüber, dass er „die Anwerbung von Gastarbeitern bedauert. (…). Insofern war es ein Fehler, dass wir zu Beginn der 60er Jahre Gastarbeiter aus fremden Kulturen ins Land holten.“ Wenn es aber nun so schwierig ist (manche meinen: unmöglich), die Einheimischen und die Migranten zu einer gemeinsamen, gleichberechtigte Gesellschaft zu integrieren, könnte man doch lapidar – und zweifelsohne wenig politisch korrekt - die Frage stellen: warum verwenden wir dann Ressourcen darauf?

Warum Geld und Arbeit, Gefühle und Herzblut, warum Kopfzerbrechen und Vertrauen investieren, wenn der erfolgreiche Ausgang gar nicht sicher ist? Warum lassen wir den Dingen nicht einfach (weiterhin) ihren Lauf? Die Antwort darauf möchte ich im Folgenden versuchen zu geben. Die nicht-monetären Aspekte eines Scheiterns der Integration Der wichtigste Aspekt für das Eintreten in Sachen Integration ist der des (inneren) Friedens. Nur wenn es uns allen gelingt, in einer Gesellschaft zu leben, in der niemand aufgrund seiner Hautfarbe, seiner Herkunft oder seiner Religion diskriminiert wird, werden wir den inneren Frieden wahren können. Sobald sich eine Gruppe von Mitmenschen systematisch benachteiligt fühlt, wird sie sich abkapseln und die geltenden Normen, Rechte und Gesetzte nicht weiter beachten. Kriminalität und Gewalt, bis hin zur bewaffneten Auseinandersetzung könnten die Folge sein.

Das Beispiel des Zerfalls von Jugoslawien – direkt vor Europas Haustür! – sollte uns alle daran erinnern, dass das Zusammenleben verschiedener Ethnien und Religionsgemeinschaften jeden Tag neu erarbeitet werden muss. Überspitzt formuliert, aber keinesfalls unzutreffend könnte man also sagen, wer Integrationsarbeit leistet, macht sich um den Frieden verdient. Ein weiterer Aspekt ist der der Wahrheit bzw. der Redlichkeit: es waren wir Deutschen, die die Ausländer regelrecht angeworben haben. Wir haben sie zu uns ins Land geholt, weil es bei uns Arbeitsplätze zu besetzen gab, die wir selbst nicht ausführen wollten: schmutzige, dreckige, erniedrigende Arbeit, für die ein Deutscher doch „viel zu gut“ war. Diesen Menschen bzw. deren Kindern und Enkelkindern jetzt einen gleichberechtigten Zugang in die verschiedenen Bereiche unserer Gesellschaft (Bildung, Arbeit, Vereinsleben, etc.) zu ermöglichen, ist das Mindeste was wir tun können. Sich jetzt vor dem Problem der Integration zu verschließen, hieße die selbst verursachten Probleme nicht angehen zu wollen.

Wer noch immer die Augen vor diesen Argumenten verschließt, ist ein egoistischer, kühl kalkulierender Mensch. Doch auch und gerade an diese Mitbürger möchte ich appellieren: Integration lohnt sich – im wahrsten Sinne des Wortes! Wie das gemeint ist, erläutere ich im nun folgenden Abschnitt. Der finanzielle Aspekt der Nicht-Integration „Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen“ (Benjamin Franklin, amerikanischer Politiker, Erfinder, Philosoph).

Angesichts der schwierigen Probleme, die bei laufenden Integrationsbemühungen immer wieder zu konstatieren sind, stellt sich verstärkt die Frage nach den finanziellen Kosten eines Scheiterns der Integration. Natürlich darf Zuwanderung nicht allein auf monetäre Gewinne oder Verluste reduziert werden – schon gar nicht dürfen wir bei uns lebende Migranten nach ihrem wirtschaftlichen Nutzen oder Schaden beurteilen (und alle anderen Mitbürger natürlich auch nicht). Trotzdem ist eine volkswirtschaftliche Betrachtung der (Nicht) Integration in so fern zulässig, als sie uns Aufschluss über die Dringlichkeit der Aufgabe zu geben vermag.

Hierzu finden sich in der Literatur verschiedene Quellen. Autoren wie Göbel oder Dr. Hans Dietrich von Loeffelholz betrachten den Bildungsstand der Migranten und die daraus resultierenden Chancen und Positionen auf dem Arbeitsmarkt. Beide haben in ihren Untersuchungen lediglich Westdeutschland analysiert, was in meinen Augen die Aussagekraft des Ergebnisses für Gesamtdeutschland aufgrund der extrem niedrigen Ausländeranteile der neuen Bundesländer nicht wesentlich beeinträchtigen dürfte.

Arbeit zitieren:
Barfuß, Georg-Stephan Juni 2006: Integrations-Controlling mit der Balanced Integration Card, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Balanced Scorecard, Migration, Ausländer, Controlling, Diversity Management

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