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Integration und Normalität für Kinder mit speziellen Bedürfnissen im deutschen Schulsystem - Traum oder Wirklichkeit?

Integration und Normalität für Kinder mit speziellen Bedürfnissen im deutschen Schulsystem - Traum oder Wirklichkeit?
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Caroline Wojcik
  • Abgabedatum: Mai 2004
  • Umfang: 133 Seiten
  • Dateigröße: 695,2 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Fulda Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8316-6
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8316-6 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8316-6 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Wojcik, Caroline Mai 2004: Integration und Normalität für Kinder mit speziellen Bedürfnissen im deutschen Schulsystem - Traum oder Wirklichkeit?, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Allgemeinpädagogik, Inklusion, Paradigmenwechsel, Unterricht, Eingliederungshilfe

Diplomarbeit von Caroline Wojcik

Gang der Untersuchung:

Einleitend ist die für die Arbeit gewählte Problemstellung erläutert, die schwerpunktmäßig aktuelle Entwicklungen der Integration behinderter Menschen umfasst. Die dafür erforderliche Begriffsklärung gibt einen interessanten Überblick über den Paradigmenwechsel in der Behindertenpädagogik und zeigt nach einem historischen Abriss neue Sichtweisen und Strömungen zu wissenschaftstheoretischen Fragestellungen auf, insbesondere „Integration“, „Inklusion“ und „Behinderung“ betrachtend.

Die Thematik wird aus interdisziplinärer Sicht heraus und unter Benutzung relevanter Fachliteratur bearbeitet. Auf den aktuellen Diskussionsstand wird in seiner Breite eingegangen.

Darauf aufbauend ist die schulische Integrationshilfe behandelt. Gesetzliche Grundlagen werden beschrieben, die Möglichkeiten für „Integrationskinder“ werden erklärt und in einem informativen Überblick über die Anforderungen und Aufgabenfelder des „Integrationshelfers“ illustriert. Um die speziellen Kompetenzen und Möglichkeiten, aber auch die Schwierigkeiten darzulegen, sind zwei Stellenbeschreibungen im Vergleich vorgestellt.

Pädagogische Fragestellungen bezüglich des gemeinsamen Unterrichts für Kinder mit und ohne Behinderungen sind aufgegriffen und praxisbezogen an Hand von Fallbeispielen herausgearbeitet. Um zu objektiven Eindrücken zu kommen, ist eine Datenerhebung vorgenommen worden. Mit Hilfe von beantworteten Fragebögen, die an Integrationshelfer, an Eltern und an Lehrer gereicht worden waren, konnte eine Auswertung differenzierter Antworten jeweils zum Thema Integrationshilfe gewonnen werden. Die vorgenommene Herangehensweise erhebt nicht den Anspruch einer wissenschaftlich und statistisch abgesicherten Forschung, sondern will zu Erkenntnissen kommen, die eine Betrachtung der pädagogischen Erfordernisse zur Umsetzung des Integrationsgedankens zulassen. Die Interpretation der Ergebnisse gibt interessante Hinweise auf Möglichkeiten und Grenzen, auf Ansätze und Ideen. Die Auswertung und die damit verbundene Reflexion spiegelt sich abschließend in Schlussfolgerung und Schlussbetrachtung, hinführend zu zukünftigen Perspektiven und der Beschreibung von Bedingungen für einen weiteren Ausbau der Integrationspraxis.

Problemstellung:

In der vorliegenden Arbeit versuche ich, die aktuellen Entwicklungen der Integration Behinderter in Deutschland darzustellen. Dazu halte ich eine ausführliche Begriffsklärung für erforderlich. Ich werde den Wandel von Grundeinstellungen gegenüber Menschen mit Behinderung als Ausgangspunkt für die Erörterung des Paradigmenwechsels nutzen (Kap. 2.).

Diese Veränderungen haben sich in der Gesetzgebung verankert und ziehen weitreichende, neue Formen der Integration in die Gesellschaft nach sich. Ich will versuchen, die schulische Form der Integrationshilfe detailliert zu beschreiben. Dabei sollen gesetzliche Grundlagen, strukturelle Rahmenbedingungen und die unterschiedlichen Bedürfnisse und Kompetenzen der Betroffenen Beachtung finden. Aus dieser hohen Varianz ergeben sich vielfältige Anforderungen an die Menschen, welche sich der Aufgabe der Integration eines Behinderten stellen. Nach der Beschreibung des Aufgabenfeldes schließe ich deshalb eine Erörterung der Anforderungen an die Integrationskräfte an (Kap. 3.).

Meine theoretischen Ausführungen werden fortlaufend mit Berichten und Erlebnissen aus der Praxis belegt. Die mit Hilfe offener Interviews gewonnenen Tätigkeitsbeschreibungen im Kapitel vier wollen das Arbeitsfeld der Integrationshelfer deutlich charakterisieren.

Durch persönliche Erfahrungen und den Erzählungen anderer Integrationskräfte fallen mir immer wieder verbesserungsfähige Rahmenbedingungen auf. Nicht selten sind Konflikte durch die Gesetzgebung, die keinerlei pädagogische Anforderungen in diesem Arbeitsfeld sieht. Noch immer ist viel Aufklärungsarbeit nötig, um die Tätigkeiten eines Integrationshelfers den Betroffenen, besonders auch den Lehrern und anderen Schülern, verständlich und zugänglich zu machen. Aber auch gesellschaftliche Entwicklungen und Anschauungen sind kritikwürdig. Ich bin bestrebt, mit meiner Arbeit einen Beitrag zur Optimierung der Arbeit zu leisten und stelle den Versuch an, ein allgemeines Konzept für die Integrationshilfe an Schulen zu entwickeln. Dieses soll nicht nur ein Leitfaden für die Begleiter selbst sein, sondern auch für alle anderen Menschen, die in irgendeiner Weise damit in Kontakt stehen. Dieses Konzept soll in erster Linie der allgemeinen Verunsicherung und den Missverständnissen entgegenwirken, aber vor allem die Kooperation aller am Integrationsprozess Beteiligter verbessern helfen (Kap. 6.). Die Grundlage dafür bilden die Ergebnisse der im Kapitel fünf vorgestellten Umfrage und die theoretischen Erkenntnisse vorangegangenen Abschnitte dieser Arbeit.

Ich bin mir des hohen Anspruchs dieser Arbeit bewusst und kann das Erreichen meiner Ziele nicht garantieren. Dennoch bin ich überzeugt, dass kein Integrationshelfer, der in seiner Arbeit Erfolg erzielen will, ohne Enthusiasmus und Ideologie auskommt. Um diese unbedingt erforderliche, hohe Einsatzbereitschaft zu würdigen, will ich den Versuch wagen, mit ebensoviel Mut und Begeisterung Neues zu schaffen.

Die Arbeit ist inhaltlich in Kapitel gegliedert, die sich zwar gegenseitig ergänzen, aber auch eigenständig gelesen werden können. Ich benenne verschiedene Personengruppen nur in ihrer männlichen Form, schließe in meinen Überlegungen aber immer auch die weibliche mit ein. Um den Text so übersichtlich und verständlich wie möglich zu gestalten, nutze ich unterschiedliche Formatierungen: Kursiv Geschriebenes deutet auf wichtige Ergebnisse eines Abschnittes hin. Worte in Anführungszeichen sind von mir hervorgehoben worden, da ich sie als kritikwürdig, unrealistisch etc. empfinde. Zitate sind sowohl kursiv, als auch in Anführungszeichen geschrieben.

Inhaltsverzeichnis:

1. PROBLEMSTELLUNG 2
2. PÄDAGOGIK, INTEGRATION, INKLUSION UND BEHINDERUNG IN DER DISKUSSION 3
2.1. INTEGRATION AUS SOZIOLOGISCHER SICHT 4
2.2. EIN GESCHICHTLICHER ABRISS 7
2.2.1. HISTORISCHE ENTWICKLUNG DER SONDERPÄDAGOGIK 7
2.2.2. GESCHICHTE DER LEHRAMTSAUSBILDUNG 10
2.3. DER BEHINDERUNGSBEGRIFF IM WANDEL DER ZEIT 11
2.4. PARADIGMENWECHSEL ALS VERÄNDERUNG DER PÄDAGOGIK 12
2.5. INTEGRATION, INKLUSION UND ALLGEMEINPÄDAGOGIK 14
2.6. PROBLEME DER INTEGRATION UND KRITIK 18
2.6.1. STIGMATISIERUNG UND ETIKETTIERUNG 18
2.6.2. DAS LEISTUNGSDIFFERENZIERENDE SCHULSYSTEM 20
2.6.3. LEHRAMTSAUSBILDUNG UND KOOPERATION DER SONDERPÄDAGOGIK 22
2.7. AKTUELLE TENDENZEN DER BILDUNGS- UND BEHINDERTENPOLITIK 25
2.8. ZUSAMMENFASSUNG 26
3. SCHULISCHE INTEGRATIONSHILFE 28
3.1. INHALT UND BEANTRAGUNG DER SCHULISCHEN INTEGRATIONSHILFE 28
3.2. DIE GESETZLICHE GRUNDLAGE DER INTEGRATIONSHILFE 29
3.3. DIE INTEGRATIONSKINDER 35
3.4. DER INTEGRATIONSHELFER 38
3.4.1 ANFORDERUNGEN UND AUFGABENFELD 38
3.4.2. KOMPETENZEN DES INTEGRATIONSHELFERS 39
3.4.3. ZWEI STELLENBESCHREIBUNGEN IM VERGLEICH 41
3.5. PÄDAGOGEN IM GEMEINSAMEN UNTERRICHT 44
3.6. KOOPERATION IN DER INTEGRATIONSFAMILIE 47
3.7. ZUSAMMENFASSUNG 48
4. FALLBEISPIELE 49
4.1. INTEGRATIONSHELFER IN DER REGELSCHULE 50
4.2. INTEGRATIONSHELFER IN EINER LERNHILFESCHULE 54
4.3. INTEGRATIONSHELFER IN EINER SCHULE FÜR PRAKTISCH BILDBARE 59
4.4. ZUSAMMENFASSUNG 62
5. DATENERHEBUNG MIT HILFE VON FRAGEBÖGEN 64
5.1. DIE ANLAGE DER BEFRAGUNG 64
5.1.1. REAKTIONEN VON BETROFFENEN UND DURCHFÜHRUNG 64
5.1.2. AUFBAU DER FRAGEBÖGEN 65
5.2. AUSWERTUNG DER FRAGEBÖGEN FÜR INTEGRATIONSHELFER AN SCHULEN 66
5.3. AUSWERTUNG DER FRAGEBÖGEN FÜR ELTERN, DEREN KINDER DURCH I-HELFER UNTERSTÜTZT WERDEN 81
5.4. AUSWERTUNG DER FRAGEBÖGEN FÜR LEHRKRÄFTE, DIE DURCH INTEGRATIONSHELFER UNTERSTÜTZT WERDEN 89
5.5. SCHLUSSFOLGERUNGEN FÜR DIE PRAXIS UND RESÜMEE 101
6. KONZEPTIONSVORSCHLÄGE UND DENKANSTÖßE 105
6.1. BEEINFLUSSENDE HANDLUNGSSTRATEGIEN 105
6.2. PRAXISANGEBOTE FÜR INTEGRATIONSHELFER 107
7. SCHLUSSWORT 110
8. LITERATURVERZEICHNIS 112
9. ANHANG 115

Automatisiert erstellter Textauszug:

3. Sind Sie über die Finanzierungsmöglichkeiten eines I-Helfers, Antragstellung, gesetzliche Grundlagen informiert? Von wem? 4. Wo sehen Sie die (allgemeinen) Aufgaben eines I-Helfers? 5. Welcher Art ist die Behinderung des Kindes, für das ein I-Helfer eingesetzt ist? 6. Wie beschreiben Sie seine Beziehung zu Klassenkameraden und zum I-Helfer? 7. In welchem Umfang ist der I-Helfer am Unterricht beteiligt? Wer beschließt darüber? 8. In welcher Form unterstützt der I-Helfer das Kind (innerhalb und außerhalb des Unterrichts)? 9. In wieweit erleichtert der I-Helfer Ihre Arbeit? 10. Was hat sich für Sie durch den I-Helfer verändert (Kontakt zum I-Kind, Zeitbudget, Stundenvorbereitung, etc.)? 11. Wo wünschen Sie sich noch mehr Unterstützung bei Ihrer Arbeit mit dem beschriebenen Kind? 12. Wie sehen sie die Beziehungen des I-Helfers zum Lehrerkollegium? 13. Tauschen Sie sich mit anderen Lehrern und I-Helfern aus? 14. Wie oft gibt es Gespräche zwischen Ihnen, dem I-Helfer, dem Kind, den Eltern und dem Arbeitgeber des I-Helfers? 15. Wie oft tauschen Sie sich mit „Ihrem“ I-Helfer über den Unterricht, ... das Kind aus? 16. Wie beschreiben Sie die Beziehung des I-Helfers zu anderen Kindern in Ihrer Klasse? 17. Wie schätzen Sie Ihre Beziehung zum I-Helfer ein? 18. Was sehen Sie ausschließlich als Ihre Aufgaben und Pflichten an? 19. Wo sehen Sie die Kompetenzen des I-Helfers (aufgrund seiner Stellung in der Klasse, seiner Ausbildung, seiner Empathie, seiner Erfahrungen, ...)? 20. Was machen Sie mit dem I-Helfer gemeinsam? 21. Gab oder gibt es Konflikte bei der Aufgabenteilung zwischen I-Helfer und Ihnen? 22. Haben Sie unterschiedliche Vorstellungen, wie dem Schüler die Eingliederung in die Klasse erleichtert werden kann? Wenn ja, skizzieren Sie diese bitte kurz. 23. Haben Sie schon vorher Erfahrungen mit I-Helfern gemacht? Wenn ja, wann und in welcher Form? 24. Wo sehen Sie Probleme beim Einsatz von I-Helfern? Was würden Sie ändern? [...]

nach Unterstützung bei der Durchführung der Befragung stieß auf rege Anteilnahme. Der Leiter des Unternehmens erklärte sich bereit, den Versand der Bögen zu übernehmen, sofern ich alle Vorarbeiten leisten würde. Er half mir auch, den Ansprüchen des Datenschutzes gerecht zu werden. Im Nachhinein forderte er eine Kostenbeteiligung, von der ich aufgrund seines anfänglichen Enthusiasmus sehr überrascht war. Dennoch motivierte seine Bereitschaft und Offenheit mich, noch weitere Leistungserbringer anzusprechen. Auch sie waren durchweg interessiert und wollten sich weiter mit mir absprechen. Eine Organisation aus Hanau hat sich leider nie wieder bei mir gemeldet, wohingegen sich andere als kooperativ zeigten. Nach fast einmonatiger Organisations- und Planungsphase konnte ich 37 Fragebögen an Eltern, 45 an Integrationshelfer und 33 an Lehrkräfte versenden. Bereits nach zwei Werktagen bekam ich erste Antworten. Manchen Briefen lagen kurze Anmerkungen bei, die Erleichterung und Freude über das Interesse an der Integrationsarbeit äußerten. Insgesamt erhielt ich neun Antworten von Eltern, 11 von Integrationshelfern und 14 von Lehrern zurück. Viele schienen von den Fragen sehr direkt angesprochen zu sein, was mich in meinem Vorhaben weiter bestärkte. [...]

Angelegenheiten immer wieder Diskussionsbedarf oder war an den Erfahrungen anderer interessiert. Ich stand im regen Austausch mit einer I-Helferin, die an derselben Schule eingesetzt war. Später kamen aus meinem Bekanntenkreis weitere Integrationshelfer dazu. Wir trafen uns regelmäßig und sprachen viel über Probleme und Erfolge in unserer Arbeit. In diesen spontanen Diskussionsrunden sind viele der Schwerpunkte aus den Fragebögen immer wieder als zentrale Themen aufgegriffen worden. Nachdem die Idee der Umfrage in mir aufkam, sprach ich sowohl mit IHelfern als auch mit Eltern und Lehrern darüber. Sie machten mir alle Mut und signalisierten mir ihr Interesse. Die ersten Fassungen meiner Entwürfe habe ich immer wieder beantworten und kritisieren lassen, um die Betroffenen bestmöglich ansprechen und ihre Wünsche und Probleme erfassen zu können. Nachdem meine Idee der Meinungsforschung stand, stellte sich die Frage, wie ich die Betroffenen gezielt und unkompliziert erreichen konnte. Daher wandte ich mich an ein Dienstleistungsunternehmen, welches Integrationshilfe anbietet. Meine Frage 64 [...]

Arbeit zitieren:
Wojcik, Caroline Mai 2004: Integration und Normalität für Kinder mit speziellen Bedürfnissen im deutschen Schulsystem - Traum oder Wirklichkeit?, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
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