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Die Integration von Beschwerdeinformationen in die organisationale Wissensbasis

Anforderungen, Möglichkeiten, Probleme

Die Integration von Beschwerdeinformationen in die organisationale Wissensbasis
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Bianca Böckmann
  • Abgabedatum: Oktober 2003
  • Umfang: 79 Seiten
  • Dateigröße: 332,6 KB
  • Note: 2,7
  • Institution / Hochschule: FernUniversität in Hagen Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-4060-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-4060-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-4060-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Böckmann, Bianca Oktober 2003: Die Integration von Beschwerdeinformationen in die organisationale Wissensbasis, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Beschwerdemanagement, Leistungsverbesserung, Kundenzufriedenheit, Wissen, Marktchancen

Diplomarbeit von Bianca Böckmann

Einleitung:

Der sich intensivierende Wettbewerb sowie die steigenden Erwartungen kritischer Kunden, deren Wechselbereitschaft zunimmt, unterstreichen die Notwendigkeit eines kundenorientierten Verhaltens der Unternehmen als Voraussetzung für die langfristige Überlebensfähigkeit.

Die Praktizierung von Kundennähe betont die Kundenzufriedenheit und -bindung, die Wechselbarrieren gegenüber der Konkurrenz darstellen, da zufriedene Kunden „nur mit erhöhtem akquisitorischen Aufwand abzuwerben“ sind.

Das Wissen um die Unzufriedenheit der Kunden stellt sich in diesem Kontext als kritischer Erfolgsfaktor dar. Zielsetzung dieser Arbeit ist zu zeigen, welche Herausforderung es für Unternehmen bedeutet, unzufriedene Kunden zu veranlassen, sich zu beschweren und die daraus resultierenden Beschwerdeinformationen zur effizienten Nutzung in der organisationale Wissensbasis zu verankern. Dabei wird abgestellt auf die Anforderungen, die sich aus der organisationalen, der personellen sowie der technologischen Perspektive ergeben und die Chancen, die sich in taktisch-operativer und in strategischer Hinsicht eröffnen. Abschließend werden die Probleme erörtert, die der Integration des Wissens entgegenstehen.

Orientiert am Erkenntnisinteresse dieser Arbeit werden in Kapitel zwei vorab die grundlegenden Begriffe „Information“, „Wissen“ und „organisationale Wissensbasis“ definiert.

Kapitel drei thematisiert anschließend das Beschwerdemanagement im Kontext der Informationsnutzung. Hier wird zunächst der grundsätzliche Informationsgehalt von Beschwerden dargestellt. Aufbauend auf dem Terminus der Beschwerde und der Darstellung ausgewählter Beschwerdearten wird der Kernbegriff „Beschwerdeinformation“ spezifiziert.

Im Anschluss daran wird im zentralen Kapitel vier die Herausforderung der Einordnung von Beschwerdeinformationen in die organisationale Wissensbasis beleuchtet. Dabei wird zuerst abgestellt auf die Anforderungen, die an das organisatorische, das personelle sowie das technologische Umfeld gestellt werden. Nachfolgend werden die Möglichkeiten erörtert, die sich aus der Nutzung der zugänglich gemachten Beschwerdeinformationen ergeben; als da wären die Unterstützung der Wiederherstellung von Kundenzufriedenheit und die Identifikation latenter Leistungsverbesserungspotenziale sowie die frühzeitige Wahrnehmung marktlicher Chancen und Risiken. Weiterhin werden potenzielle Probleme dargestellt.

Das abschließende Kapitel fünf subsumiert die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit und gibt einen Ausblick auf die zunehmend existenzielle Bedeutung von Beschwerdeinformationen.

Inhaltsverzeichnis:

1. Die Herausforderung der Integration von Beschwerdeinformationen in den unternehmerischen Wissensbestand 1
1.1 Problemstellung und Zielsetzung der Arbeit 1
1.2 Überblick über den Aufbau 1
2. Begriffliche Grundlagen - Information versus Wissen 3
2.1 Zum betriebswirtschaftlichen Informationsbegriff 3
2.2 Der Begriff des Wissens 4
2.2.1 Dichotomie externes und internes Wissen 5
2.2.2 Dichotomie explizites und implizites Wissen 5
2.2.3 Dichotomie individuelles und organisationales Wissen 6
2.3 Definition der organisationalen Wissensbasis 6
3. Beschwerdemanagement im Kontext der Informationsnutzung 8
3.1 Kundenbeschwerden als Informationsquelle für betriebliche Schwächen und marktliche Chancen 8
3.2 Der Terminus der Beschwerde und ausgewählte Beschwerdearten 9
3.2.1 Produkt- bzw. dienstleistungsbezogene Beschwerden 11
3.2.2 Mitarbeiterbezogene Beschwerden 11
3.2.3 Vertriebsbezogene Beschwerden 12
3.2.4 Servicebezogene Beschwerden 12
3.3 Präzisierung des Begriffs der Beschwerdeinformation 13
3.3.1 Die externe Beschwerdeinformation 14
3.3.2 Die interne Beschwerdeinformation 15
4. Die Einordnung von Beschwerdeinformationen in den unternehmerischen Wissensbestand 17
4.1 Die Rahmenbedingungen einer erfolgreichen Bereitstellung und Integration von Beschwerdeinformationen 17
4.1.1 Erfolgsfaktor organisatorisches Umfeld 18
4.1.1.1 Anforderungen hinsichtlich der Stimulierung externer Beschwerdeinformationen 19
4.1.1.2 Anforderungen hinsichtlich der Integration interner Beschwerdeinformationen 25
4.1.2 Erfolgsfaktor personelles Umfeld 29
4.1.2.1 Der Faktor ‘Zeit’ 29
4.1.2.2 Der Faktor ‘Kompetenz’ 31
4.1.2.3 Der Faktor ‘Motivation’ 33
4.1.2.4 Der Faktor ‘Empowerment’ 33
4.1.3 Erfolgsfaktor technologisches Umfeld 34
4.1.3.1 Der Faktor ‘Telefonanlage’ 35
4.1.3.2 Der Faktor ‘E-Mail-Managementsystem’ 36
4.1.3.3 Der Faktor ‘Beschwerdemanagement-Software’ 36
4.2 Darstellung der aus dem ermöglichten Zugriff auf gepflegte Beschwerdeinformationen resultierenden Möglichkeiten 39
4.2.1 Support für gezielteres Beschwerdemanagement-Controlling 40
4.2.2 Identifikation von Leistungsverbesserungspotenzialen und Marktchancen und -risiken durch Data Mining 45
4.2.2.1 Identifikation latenter Leistungsverbesserungspotenziale 47
4.2.2.2 Identifikation marktlicher Chancen und Risiken 53
4.2.3 Zusammenfassende Betrachtung der Möglichkeiten 55
4.3 Mögliche Probleme im Rahmen der Bereitstellung und Integration von Beschwerdeinformationen 56
4.3.1 Akzeptanzbarrieren hinsichtlich der Beschwerdestimulierung 57
4.3.2 Unzureichende Informationsgüte der Beschwerden 58
4.3.3 Falsche Informationen durch konstruierte Beschwerden 59
4.3.4 Barrieren der Informationsnutzung 60
5. Resümee und Ausblick 61
Literaturverzeichnis 63

Automatisiert erstellter Textauszug:

Sozialkompetenzen demgegenüber „ermöglichen es, erfolgreich zur Problemerkennung und Lösung sowie zur Handhabung von sach- und personenorientierten Konflikten beizutragen.“ 163 Sie spielen an der Schnittstelle zu den Kunden eine besonders wichtige Rolle. Sich beschwerende Kunden sind in der Regel emotional betroffen.164 Die Gespräche sind damit per se Konfliktsituationen, deren Lösung gesprächspsychologische Qualifikationen erfordert.165 So bedarf es im sogenannten ‘Moment of Truth’166 eines deutlich höflichen, Anteil nehmenden und aufrichtigen Verhaltens, um die Beschwerder zu besänftigen167 und damit das Problem von der Beziehungs- auf die Sachebene zu verlagern, um eine Basis für die Wiederherstellung der Kundenzufriedenheit zu schaffen. Sensibilität, schriftliche und mündliche Kommunikationsfähigkeit, Flexibilität und Kreativität, emotionale Selbstwahrnehmung, emotionale Selbstkontrolle, Kritikfähigkeit, Konfliktlösungskompetenz und Belastbarkeit168 gehören zu den sozialen Kompetenzen, die eine effektive Konflikthandhabungsinteraktion ermöglichen. Es gilt, auf den unzufriedenen Kunden einzugehen und sich in seine Lage zu versetzen, verärgertes oder aggressives Kundenverhalten nicht persönlich zu nehmen, obwohl Mitarbeiter des Unternehmens oftmals verbal mit dem Unternehmen gleichgesetzt werden,169 und Wortwahl, Ton, Mimik und/oder Gestik konfliktlösend einzusetzen.170 Die Belastbarkeit oder Stressfähigkeit ist für allem für die Mitarbeiter von Customer-Care-Abteilungen wichtig, die ständig Konfliktsituationen mit unzufriedenen Kunden bewältigen müssen und bei denen daher das Burn-OutRisiko besonders hoch ist.171 Eine weitere Belastung stellt es dar, wenn die Beseitigung der Ursache der Beschwerde nicht im Einflussbereich der Mitarbeiter steht.172 Die Reduktion dieser Gefahr durch sogenanntes Empowerment ist Inhalt des Kapitels 4.1.2.4. Auch das Wissen um vom Arbeitgeber zu verantwortende Mängel, die zwar explizit noch nicht zu Unzufriedenheitsäußerungen geführt haben, aber ein Beschwerdepotenzial darstellen, stellt einen Stressfaktor dar. 173 [...]

Der Begriff der Fachkompetenzen meint „Breiten- und Tiefenwissen und ihr Anwendungs-Know-how [...], die für die fachliche Bewältigung der Berufsaufgaben benötigt werden.“157 Die erforderlichen Fachkompetenzen der Mitarbeiter, die in den direkten Beschwerdemanagementprozess involviert sind, betreffen produkt- und dienstleistungsspezifische Kenntnisse, Fachkenntnisse über die Grundzüge des Beschwerdeverhaltens sowie die Kenntnis von kundenorientierten Verfahrensrichtlichtlinien, zum Beispiel die Signalisierung von Verständnis und die Vermeidung von Schuldzuweisungen158. Weiterhin erforderlich sind Kenntnisse darüber, welche Informationen - hier besteht das Risiko eines Informationsverlustes respektive einer Informationsverzerrung durch das „Stille Post“-Problem159 - in welcher Weise erfasst werden müssen und wie die Beschwerdebearbeitungsprozesse und ihre Einzelschritte ablaufen.160 Dies ist sowohl für die einzelfallbezogene Problemlösung als auch für die Auswertung der aggregierten Daten von Bedeutung. Ebenso ist der souveräne und zügige Umgang mit den Kommunikationstechniken und der Beschwerdemanagementsoftware eine notwendige Voraussetzung einer zielgerichteten Beschwerdeannahme und -bearbeitung.161 Die Anforderungen können durch eine entsprechend ausgerichtete Informationsund Kommunikationstechnologie optimal unterstützt werden.162 [...]

-rekrutierung zu verhindern, dass die Beschwerdeinformationen aus Zeitknappheit nicht oder nicht zeitnah in die Beschwerdedatenbank eingepflegt werden. Der quantitative Personalneubedarf „gibt an, wieviele Personen [...] benötigt werden, um ein geplantes Leistungsprogramm abzuwickeln.“149 Er lässt sich ermitteln über das zukünftig erwartete und das pro Mitarbeiter zu bewältigende Beschwerdeauf- kommen.150 Beschwerdestimulierende Maßnahmen sollten nicht eingesetzt werden, bevor sichergestellt ist, dass daraus resultierendes Kundenfeedback angemessen angenommen, bearbeitet und erfaßt werden kann.151 In Bezug auf die angemessene Annnahme spielt die Erreichbarkeit bei telefonischen Beschwerden eine besondere Rolle. Die sogenannte CIT-Studie hat ergeben, dass jeder fünfte Anruf erst nach fünfmaligem Durchklingeln angenommen wird und dass jeder dritte Anrufer mindestens ein zweites Mal anrufen muss, weil besetzt ist oder nicht abgenommen wird.152 Geht man zudem davon aus, dass in der Praxis die Kunden nach fünfmaligem Klingeln auflegen,153 wird deutlich, dass im Sinne einer Beschwerdemaximierung die ‘Lost calls’ minimiert werden müssen, zumal andernfalls das Unzufriedenheitspotenzial der Kunden und folglich das Risiko der Abwanderung und/oder der negativen Mundpropaganda weiter gesteigert wird. 154 [...]

Arbeit zitieren:
Böckmann, Bianca Oktober 2003: Die Integration von Beschwerdeinformationen in die organisationale Wissensbasis, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Beschwerdemanagement, Leistungsverbesserung, Kundenzufriedenheit, Wissen, Marktchancen

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