Intangible Assets im Rahmen der Unternehmensbewertung unter besonderer Berücksichtigung des Realoptionsansatzes
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Paul Buchwitz
- Abgabedatum: August 2007
- Umfang: 108 Seiten
- Dateigröße: 532,5 KB
- Note: 1,3
- Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
- Bibliografie: ca. 151
- ISBN (eBook): 978-3-8366-0768-1
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Buchwitz, Paul August 2007: Intangible Assets im Rahmen der Unternehmensbewertung unter besonderer Berücksichtigung des Realoptionsansatzes, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Intangible Assets, Unternehmensbewertung, Realoptionsansatz, Immaterielle Vermögenswerte, Discounted Cashflow Methode
48,00 €
PDF-eBook Download: 48,00 €
Diplomarbeit von Paul Buchwitz
Einleitung:
Durch den Wandel der Gesellschaft hin zur Wissensgesellschaft rückt der Fokus stärker als je zuvor auf die Intangible Assets der Unternehmen, also auf die nicht monetären und nicht physischen Vermögenswerte.
Wurden in den 1980er Jahren von 100 investierten US-Dollar in amerikanische Industrie- und Bergbauunternehmen noch 62 Dollar für materielle Vermögenswerte wie zum Beispiel Land und Maschinen ausgegeben, waren es zehn Jahre später nur noch 38 US Dollar. Mehr als die Hälfte aller Investitionen flossen in Intangible Assets.
Betrachtet man die Investitionstätigkeit in allen OECD-Ländern von 1994 bis 2002, so ist zu beobachten, dass auch hier die Investitionen in immaterielle Vermögenswerte stärker zugenommen haben als die in materielle Vermögenswerte. Letztere verzeichneten sogar rückläufige Zuwachsraten.
Immaterielle Vermögenswerte gewinnen immer mehr an Bedeutung. Durch die zunehmende Gewichtung der Intangible Assets wirken sich auch deren Eigenschaften stärker auf den Unternehmenswert aus. So können sie unter anderem einen erheblichen Beitrag zur strategischen Flexibilität eines Unternehmens leisten.
Die durch hohe strategische Flexibilität zusätzlich bereitgestellten Handlungsoptionen haben auch unabhängig von Ihrer Ausübung einen ökonomischen Wert.
Es stellt sich die Frage, inwieweit der mit der gängigen Discounted Cash Flow-Methode ermittelte Unternehmenswert diesen Sachverhalt berücksichtigt, das heißt, inwiefern der durch die zusätzlich bereitgestellten Handlungsoptionen entstandene ökonomische Wert erfasst werden kann.
Mithilfe des Realoptionsansatzes, der zu den strategischen Bewertungsverfahren zählt, ist es möglich, der Flexibilität einen finanziellen Gegenwert zuzuordnen.
Ziel dieser Arbeit ist es deshalb, die eben erwähnten Methoden auf Ihre Stärken und Schwächen hin zu analysieren und zu überprüfen inwiefern sie geeignet sind den Wert der Intangible Assets im Rahmen einer Unternehmensbewertung exakt abzubilden.
Gang der Untersuchung:
Die Arbeit beginnt mit der Definition von Intangible Assets. Anschließend geht sie näher auf den Flexibilitätsbegriff ein und stellt dar, inwiefern die Immateriellen Vermögenswerte Träger von Flexibilität sein können und beschreibt diese.
Im zweiten Kapitel werden kurz die zu den Discounted Cash Flow - Verfahren (nachfolgend kurz DCF – Verfahren genannt) gehörenden Ansätze zur Unternehmensbewertung vorgestellt, wobei der Weighted Average Cost of Capital Ansatz, (nachfolgend kurz WACC- Ansatz genannt) ausführlich betrachtet wird.
Ziel ist es zu zeigen, dass mit dieser Methode der Unternehmensbewertung Flexibilität nicht korrekt abgebildet werden kann und demzufolge der Wert der Intangible Assets mit dieser Methode nicht exakt bestimmbar ist.
Im Anschluss wird daher der Realoptionsansatz eingeführt. Seine Bewertungsmethodik beruht auf die der klassischen Optionspreismodelle. Aus diesem Grund werden erst die Finanzoptionen und danach Ihre Bewertung anhand des Binomialmodells dargestellt. Des Weiteren werden die Gemeinsamkeiten und Unterschiede realer und finanzieller Optionen besprochen. Die folgende Klassifizierung der Realoptionen ermöglicht eine Systematisierung der Probleme, die bei der Bewertung von Realoptionen auftreten. Danach wird eine Einteilung der Realoptionen hinsichtlich Ihrer Art Flexibilität zur Verfügung zu stellen vorgenommen. Die grundlegenden Arten der Realoptionen werden dabei ausführlich betrachtet.
Der Hauptteil dieser Arbeit endet mit einer kritischen Würdigung des Realoptionsansatzes im Hinblick auf seine Eignung zur Bewertung von Intangible Assets. In diesem Zusammenhang wird ein praktisches Beispiel die herausgearbeiteten Feststellungen untermauern.
Die Erkenntnisse werden im letzten Kapitel zusammenfassend präsentiert.
Inhaltsverzeichnis:
| INHALTSVERZEICHNIS | I | |
| ABBILDUNGSVERZEICHNIS | III | |
| ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS | IV | |
| 1. | EINFÜHRUNG | 1 |
| 1.1 | PROBLEMSTELLUNG UND ZIELSETZUNG | 1 |
| 1.2 | ABLAUF DER UNTERSUCHUNG | 2 |
| 2. | INTANGIBLE ASSETS ALS FLEXIBILITÄTSTRÄGER | 3 |
| 2.1 | DEFINITIONEN VON INTANGIBLE ASSETS | 3 |
| 2.2 | DER FLEXIBILITÄTSBEGRIFF | 4 |
| 2.2.1 | Der Handlungsspielraum | 5 |
| 2.2.2 | Die Handlungsgeschwindigkeit | 9 |
| 2.2.3 | Die Handlungsbereitschaft | 12 |
| 3. | DISCOUNTED CASH FLOW - METHODE | 14 |
| 3.1 | VERFAHRENSÜBERBLICK | 14 |
| 3.2 | WACC-ANSATZ | 15 |
| 3.2.1 | Erfassung der zukünftigen Cash Flows | 16 |
| 3.2.2 | Planungsphasen | 19 |
| 3.2.3 | Der Kalkulationszinssatz | 20 |
| 3.2.3.1 | Ermittlung der Eigenkapitalkosten | 21 |
| 3.2.3.2 | Ermittlung der Fremdkapitalkosten | 25 |
| 3.2.3.3 | Berechnung des Kalkulationszinssatzes und des Unternehmenswertes | 26 |
| 3.3 | ALLGEMEINE KRITISCHE WÜRDIGUNG DES WACC-ANSATZES | 27 |
| 3.4 | SCHWÄCHEN BEI DER ABBILDUNG DES FLEXIBILITÄTSPOTENZIALS DURCH KAPITALWERTVERFAHREN UND IHRE FOLGEN | 29 |
| 4. | DER REALOPTIONSANSATZ | 34 |
| 4.1 | WAHL DER METHODE | 34 |
| 4.2 | FINANZOPTIONEN ALS BASIS DER REALOPTIONSTHEORIE | 35 |
| 4.2.1 | Bestimmung der Unter- und Obergrenzen der Werte | 41 |
| 4.3 | DAS BINOMIALMODELL | 42 |
| 4.3.1 | Bewertung einer Call-Option im Einperiodenfall | 43 |
| 4.3.2 | Bewertung einer Call-Option im Mehrperiodenfall | 49 |
| 4.3.3 | Bewertung einer Put-Option im Mehrperiodenfall | 51 |
| 4.3.4 | Abbildung von Dividendenzahlungen im Binomialmodell | 54 |
| 4.4 | GRUNDANNAHMEN DER REALOPTIONSBEWERTUNG | 54 |
| 4.5 | IDENTIFIZIERUNG UND BESTIMMUNG DER REALOPTIONSPARAMETER | 57 |
| 4.5.1 | Bestimmung der Realoptionsparameter | 58 |
| 4.6 | KLASSIFIKATION VON REALOPTIONEN | 61 |
| 4.7 | SYSTEMATISIERUNG DER PROBLEME IM ZUSAMMENHANG MIT DER REALOPTIONSBEWERTUNG | 64 |
| 4.7.1 | Klassenspezifische Probleme | 64 |
| 4.7.2 | Klassenunspezifische Probleme | 64 |
| 4.8 | TYPOLOGIE VON REALOPTIONEN | 65 |
| 4.8.1 | Strategische Realoptionen | 65 |
| 4.8.1.1 | Aufschuboption | 66 |
| 4.8.1.2 | Wachstumsoption | 67 |
| 4.8.1.3 | Liquidationsoptionen | 69 |
| 4.8.2 | Operative Realoptionen | 71 |
| 4.8.2.1 | Umstellungsoptionen | 72 |
| 4.8.2.2 | Kapazitätsoptionen | 74 |
| 4.9 | EIGNUNG DES REALOPTIONSANSATZES ZUR BEWERTUNG VON INTANGIBLE ASSETS | 75 |
| 4.10 | PRAKTISCHE ANWENDUNG DES REALOPTIONSANSATZES IM RAHMEN DER PATENTBEWERTUNG | 78 |
| 5. | FAZIT | 84 |
| ANHANG | 86 | |
| LITERATURVERZEICHNIS | 90 | |
| QUELLENVERZEICHNIS | 102 |
Textprobe:
Kapitel 2.2, Der Flexibilitätsbegriff:
Die zunehmende Veränderung von Märkten in immer kürzerer Zeit, verursacht unter anderem durch stärkeren globalen Wettbewerb, kürzere Produkt-Lebenszyklen und rascheren Technologiewechseln, erhöht auch den Flexibilitätsbedarf der Unternehmen. Sie stehen heute einer dynamischen, von diskontinuierlichen Entwicklungen geprägten Umwelt gegenüber, die nur schwer antizipierbar ist.
Der Bedarf an Flexibilität lässt sich dabei mit dem Vorhandensein von Informationsdefiziten erklären. Diese Informationsdefizite beziehen sich auf die für das Unternehmen bedeutenden Umweltveränderungen, das heißt, Veränderungen die den Unternehmenserfolg beeinflussen. Wären alle für das Unternehmen relevanten Informationen vorhanden, also ihr Umfang, der Zielbezug und der Inhalt ausreichend, dann wäre Flexibilität nicht vonnöten. Es würde absolute Planungssicherheit herrschen und die Installation von beispielsweise Pufferzonen wäre eine Verschwendung von Kapazitäten. In der Realität aber wird eine vollkommene Informationslage nur in unmittelbarer Zukunft vermutet, sodass es sinnvoll ist, Unternehmensflexibilität einzurichten.
Fraglich bleibt in diesem Zusammenhang, wie der Begriff Flexibilität definiert wird. Allgemein lässt sich darunter die „Fähigkeit zur Veränderung“ verstehen. Auf eine Organisation bezogen, wird die Flexibilität als ein Satz von Regeln und Ressourcen definiert, die als Voraussetzung für Veränderungen zu betrachten sind und die durch das Vorhandensein von adäquatem Handlungspotenzial in Bezug auf die angestrebte Veränderung erkennbar werden.
Zerlegt man den Flexibilitätsbegriff in seine definitorischen Komponenten, erlaubt dies, weitere inhaltliche Präzisierungen vorzunehmen und den Bezug zwischen Intangible Assets und Flexibilität herzustellen. Auf diese Weise lassen sich die Komponenten Handlungsspielraum, Handlungsgeschwindigkeit und Handlungsbereitschaft unterscheiden.
Der Handlungsspielraum:
Einen wesentlichen Einfluss auf die Flexibilität übt der vorhandene Handlungsspielraum aus. Wenn eine Organisation die Eigenschaft der Flexibilität aufweist, dann verfügt sie über ein gewisses Potenzial, bei Bedarf Veränderungen vornehmen zu können. Dieses Potenzial resultiert aus Freiheitsgraden im Sinne von Handlungsspielräumen für die Entscheidungsfindung und die Entscheidungsrealisation.
Solange dieser Bedarf „nicht in allen Einzelheiten bekannt ist, empfiehlt es sich von einem Flexibilitätspotential zu sprechen, dessen Bewährung an den Eintritt bestimmter Flexibilitätsbedarfe gebunden ist. Die aktuelle Flexibilität drückt dagegen eine Angebots-Bedarfs-Relation aus zwischen einem Funktionsspektrum des Potentialträgers einerseits und den aus einem bestimmten Flexibilitätsbedarfs resultierenden Anforderungen.“ Träger von Flexibilitätspotenzialen können „sowohl Strukturen und Regeln, Bereiche, technische und materielle Ressourcen, Pläne und Organisationsmitglieder“ einer Unternehmung sein. Sie decken die Palette aller Potenziale ab, die zur Leistungserbringung eingesetzt werden. Gemäß dieser Definition können auch immaterielle Vermögenswerte als Träger von Flexibilitätspotenzialen identifiziert werden.
Sie sind Träger von Flexibilitätspotenzialen, die durch Ihre Inanspruchnahme nicht abgebaut werden. Als Beispiel sei hierfür die Nutzung von Mitarbeiter-Know how aufgeführt, das sich durch die Inanspruchnahme weder verbraucht noch verringert und somit das gleiche Flexibilitätspotenzial behält wie vor der Nutzung. Anders sieht es dagegen bei irreversiblen Flexibilitätspotenzialen aus. Betrachtet man beispielsweise finanzielle Ressourcen, dann vermindert sich der von ihnen ausgehende Handlungsspielraum mit dem Grad ihrer Inanspruchnahme. So steht Geld, das für einen bestimmten Zweck eingesetzt worden ist, nicht mehr zur Verfügung. Damit verringert sich die Anzahl der Handlungsoptionen und infolge dessen der Handlungsspielraum, welcher durch Art und Menge der zur Verfügung stehenden Handlungsalternativen definiert wird.
Das von den Intangible Assets ausgehende Flexibilitätspotenzial ändert sich zwar nicht durch die Inanspruchnahme, variiert jedoch in seinem Ausmaß von Intangible Asset zu Intangible Asset. Es offenzulegen erlaubt die ressourcenbasierte Sicht der Unternehmung.
Ressourcen werden danach als Träger von Flexibilitätspotenzial erkannt, deren Höhe von ihrer Zweckspezifität und Unternehmensspezifität bestimmt wird.
Die Zweckspezifität lässt sich mit der Breite der unterschiedlichen Verwendungszwecke der Ressource beschreiben; dabei kann sich das Verwendungszweckspektrum der Ressource auf verschiedene Objekte wie Produkte, Tätigkeiten, Standorte u.ä. beziehen. Eine Ressource ist beispielsweise dann hochgradig zweckspezifisch, wenn sie nur zur Produktion eines Produktes eingesetzt werden kann oder - auf den Standort bezogen - nur an einem Ort verwendbar ist. Das verringert den von ihr ausgehenden Handlungsspielraum und infolge dessen auch ihren Beitrag zur Flexibilität.
Darüber hinaus kann der Grad der Verwendungszweckspezifität anhand des Wertverlustes festgestellt werden, der sich ergibt, wenn man die Ressource innerhalb des Unternehmens für einen anderen als den eigentlich vorgesehenen Zweck verwendet.
Von einer unternehmensspezifischen Ressource spricht man immer dann, wenn ihr Wert beim Einsatz im Unternehmen höher ist als ihr Wert auf den entsprechenden Ressourcenmärkten. Ressourcen die weniger unternehmensspezifisch sind, erzielen auf externen Märkten höhere Liquidationserlöse als stark unternehmensspezifische. Dementsprechend ist auch ihr inhärentes Flexibilitätspotenzial größer.
Basierend auf dem Handlungsspielraum, setzt sich der Flexibilitätsbeitrag also bei Ressourcen aus der Verwendungszweckspezifität und der Unternehmensspezifität zusammen. Geht man davon aus, dass eine Ressource „jeder immaterielle oder materielle Faktorposten…, der in irgendeiner Form zu einer Wertschöpfung beitragen kann“, ist, dann lässt sich auch der von den Intangible Assets ausgehende Handlungsspielraum durch Ihre Verwendungs- und Unternehmensspezifität bestimmen.
Einen Überblick über die verschiedenen Beiträge zur Flexibilität von Ressourcen soll die folgende Darstellung liefern (siehe Abb. 1: Flexibilitätsbeiträge der Intangible Assets aus inhaltlich statischer Sicht).
Informationstechnologie-Software, z.B. Programme, wie Windows oder Linux, als zweck- und unternehmens-unspezifischer immaterieller Wert, kann in der Regel problemlos auf Sekundärmärkten weiterverkauft werden.
Bisher wurde der Handlungsspielraum nur aus inhaltlich statischer Perspektive betrachtet Doch Handlungsspielräume ergeben sich auch in zeitlicher Hinsicht und verschaffen dem Unternehmen Handlungsoptionen. Steht zum Beispiel ein ausreichend großer Zeitraum zur Verfügung, kann die Unternehmung zwischen verschiedenen Handlungsgeschwindigkeiten wählen, um eine Maßnahme umzusetzen. Des Weiteren sind Freiheitsgrade bei der Wahl des Aktionszeitpunktes denkbar.
48,00 €
PDF-eBook Download: 48,00 €
Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783836607681
Arbeit zitieren:
Buchwitz, Paul August 2007: Intangible Assets im Rahmen der Unternehmensbewertung unter besonderer Berücksichtigung des Realoptionsansatzes, Hamburg: Diplomica Verlag
Schlagworte:
Intangible Assets, Unternehmensbewertung, Realoptionsansatz, Immaterielle Vermögenswerte, Discounted Cashflow Methode



