Instrumente des Risikomanagements zur Absicherung von Wetterrisiken
Eine Analyse unter besonderer Berücksichtigung von Wetterderivaten
- Art: Diplomarbeit
- Autor: Jörn Letschert
- Abgabedatum: November 2003
- Umfang: 168 Seiten
- Dateigröße: 1,1 MB
- Note: 1,0
- Institution / Hochschule: Universität der Bundeswehr Hamburg Deutschland
- ISBN (eBook): 978-3-8324-7791-2
-
ISBN (Paperback) :
978-3-8324-7791-2 P - ISBN (CD) :978-3-8324-7791-2 CD
- Sprache: Deutsch
- Prämierung:
- Arbeit zitieren: Letschert, Jörn November 2003: Instrumente des Risikomanagements zur Absicherung von Wetterrisiken, Hamburg: Diplomica Verlag
- Schlagworte: Wetter, Unternehmensrisiken, Finanzinnovation, Versicherung, Derivate
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Diplomarbeit von Jörn Letschert
Einleitung:
Mit dem Begriff des Wetterrisikos werden zumeist ausschließlich katastrophale Ereignisse wie Überschwemmungen oder Wirbelstürme in Verbindung gebracht.
Der Einfluss solcher Ereignisse auf den Erfolg eines Unternehmens ist unbestritten. Doch nicht nur Wetterkatastrophen haben Einfluss auf das Ergebnis. Nur allzu oft klagen Wintersportgebiete über mangelnden Schneefall oder Freibäder über zu viel Regen. Die Auswirkungen dieser nicht-katastrophalen Wettererscheinungen sind in beiden Fällen gleich: die Zahl der Gäste/der Umsatz bleibt hinter den Erwartungen zurück. Die Liste der Beispiele, bei denen das Wetter den Unternehmenserfolg beeinflusst, lässt sich beliebig fortsetzen. Aufgabe des Risikomanagements ist es, solche wetterbedingten Einflüsse auf das Ergebnis durch geeignete Maßnahmen abzusichern.
Galten Wetterrisiken bisher als nicht vollständig absicherbar, rücken diese durch Produktinnovationen auf den Finanzmärkten in zunehmendem Maße ins Blickfeld des Risikomanagements. In der vorliegenden Arbeit werden dem Risikomanagement zur Verfügung stehende Instrumente zur Absicherung von Wetterrisiken dargestellt und bewertet. Dabei finden sowohl traditionelle Instrumente als auch innovative Ansätze Berücksichtigung. Die Betrachtung traditioneller Instrumente beschränkt sich dabei auf Versicherungsverträge. Bei der Darstellung neuartiger Konzepte stehen Wetterderivate im Mittelpunkt, die zugleich den Schwerpunkt dieser Arbeit bilden.
Ob und inwiefern sich die hier vorgestellten Instrumente zur Absicherung von Wetterrisiken eignen, ist ebenfalls Gegenstand der Untersuchung.
Inhaltsverzeichnis:
| Inhaltsverzeichnis | III | |
| Darstellungsverzeichnis | VI | |
| Abkürzungsverzeichnis | XIII | |
| 1. | Einleitung | 1 |
| 1.1 | Einführung | 1 |
| 1.2 | Gang der Untersuchung | 2 |
| 2. | Zur Bedeutung des Wetters für das Unternehmensrisiko | 4 |
| 2.1 | Der Begriff des Wetters | 4 |
| 2.2 | Wetter als unternehmensexogenes Risiko | 5 |
| 2.2.1 | Der Risikobegriff | 5 |
| 2.2.2 | Das Wetterrisiko und seine Einordnung innerhalb unternehmerischer Risiken | 8 |
| 2.2.3 | Die Unterscheidung in katastrophale und nicht-katastrophale Wetterrisiken | 10 |
| 2.2.4 | Auswirkungen nicht-katastrophaler Wetterrisiken | 12 |
| 2.3 | Evaluation von Wetterrisiken bezüglich ausgewählter Wirtschaftszweige | 14 |
| 2.4 | Risikomanagement von Wetterrisiken | 23 |
| 2.4.1 | Das Risikomanagement | 23 |
| 2.4.2 | Wetterrisiken im Risikomanagement | 27 |
| 2.5 | Anforderungen an ein Finanzinstrument zur Absicherung von Wetterrisiken | 30 |
| 2.5.1 | Anforderungen an ein Finanzinstrument zur Absicherung katastrophaler Wetterrisiken | 30 |
| 2.5.2 | Anforderungen an ein Finanzinstrument zur Absicherung nicht-katastrophaler Wetterrisiken | 32 |
| 2.5.3 | Zusammenfassung | 35 |
| 3. | Traditionelle Möglichkeiten der Absicherung von Wetterrisiken | 36 |
| 3.1 | Der Versicherungsvertrag als klassisches Absicherungsinstrument | 36 |
| 3.1.1 | Der Begriff des Versicherungsvertrages | 36 |
| 3.1.2 | Vertragsseitige Beurteilung der Vorteilhaftigkeit eines Versicherungsvertrages | 38 |
| 3.1.3 | Die Absicherung von Wetterrisiken mittels Versicherungsverträgen | 40 |
| 3.2 | Möglichkeiten und Grenzen von Versicherungsverträgen | 41 |
| 3.3 | Vertragstypische Probleme von Versicherungsverträgen | 42 |
| 3.4 | Entwicklungen am Versicherungsmarkt | 43 |
| 3.5 | Beurteilung der Geeignetheit von Versicherungsverträgen zur Absicherung von Wetterrisiken | 45 |
| 4. | Innovative Wege zum Management von Wetterrisiken | 47 |
| 4.1 | Der Begriff der Finanzinnovation | 47 |
| 4.2 | Katastrophenderivate und Katastrophenanleihen | 49 |
| 4.2.1 | Historische Entwicklung | 49 |
| 4.2.2 | Katastrophenderivate | 50 |
| 4.2.3 | Katastrophenanleihen | 52 |
| 4.3 | Wetterderivate | 55 |
| 4.3.1 | Historische Entwicklung des Marktes für Wetterderivate | 55 |
| 4.3.2 | Zum Begriff der Derivate | 56 |
| 4.3.3 | Das Wetter - Ein ungewöhnliches Basisobjekt! | 59 |
| 4.3.4 | Die Konstruktion einer Basisvariablen | 61 |
| 4.3.4.1 | Degree-Day-Indizes | 61 |
| 4.3.4.2 | AvT-Indizes | 65 |
| 4.3.5 | Wetterderivatearten | 66 |
| 4.3.5.1 | Degree-Day-Optionen | 68 |
| 4.3.5.2 | Degree-Day-Futures und -Swaps | 75 |
| 4.3.5.3 | Wetterderivate im Vergleich | 81 |
| 4.3.6 | Alternative Indizes und exotische Kontrakte | 83 |
| 4.3.6.1 | Verwendung alternativer Referenztemperaturen | 84 |
| 4.3.6.2 | Critical-Day-Kontrakte | 84 |
| 4.3.6.3 | Growing-Degree-Day-Indizes | 85 |
| 4.3.6.4 | Basket-Indizes | 85 |
| 4.3.6.5 | Hybride Kontrakte | 85 |
| 4.3.6.6 | Kontrakte mit nicht-linearer Auszahlungsfunktion | 86 |
| 4.3.6.7 | Multi-Trigger-Kontrakte | 87 |
| 4.3.6.8 | Wetteranleihen | 87 |
| 4.3.7 | Anwendungsbeispiel für die Absicherung von Temperaturrisiken mit der Hilfe von Degree-Day-Derivaten | 91 |
| 4.3.8 | Die Marktteilnehmer und ihre Intentionen | 101 |
| 4.3.8.1 | Die Akteure | 101 |
| 4.3.8.2 | Motive für den Abschluss von Wetterderivaten | 102 |
| 4.3.9 | Zur Preisfindung für Wetterderivate | 105 |
| 4.3.9.1 | Überlegungen zu Terminkursen und Prämien | 106 |
| 4.3.9.2 | Die Burn-Analysis/Burning-Cost-Methode | 108 |
| 4.3.9.3 | Stochastische Bewertungsmodelle | 109 |
| 4.3.9.4 | Zusammenfassung | 111 |
| 4.3.10 | Zur Rechnungslegung von Wetterderivaten | 113 |
| 4.3.10.1 | Rechnungslegung nach HGB | 114 |
| 4.3.10.2 | Rechnungslegung nach IAS/IFRS | 119 |
| 4.3.10.3 | Rechnungslegung nach US-GAAP | 122 |
| 4.3.10.4 | Zusammenfassung | 125 |
| 4.3.11 | Bestandsaufnahme und Entwicklungstendenzen des Marktes für Wetterderivate | 126 |
| 4.3.11.1 | Der Markt für Derivate im Überblick | 126 |
| 4.3.11.2 | Der Markt für Wetterderivate | 128 |
| 4.3.11.2.1 | Bestandsaufnahme | 128 |
| 4.3.11.2.2 | Bestandsaufnahme und Entwicklungstendenzen des OTC-Marktes | 130 |
| 4.3.11.2.3 | Bestandsaufnahme und Entwicklungstendenzen des Börsenhandels | 132 |
| 4.3.11.2.4 | Ausblick | 136 |
| 5. | Zur Beurteilung von Wetterderivaten | 139 |
| 5.1 | Zur Eignung von Wetterderivaten für die Absicherung von nicht-katastrophalen Wetterrisiken | 139 |
| 5.2 | Aktuelle Problemfelder | 141 |
| 6. | Schlussbemerkungen | 144 |
| Anhang: | WRMA Vertragsvorlage für ein Wetterderivat | 146 |
| Quellenverzeichnis | 151 | |
| Ehrenwörtliche Erklärung | 159 |
Ausgleichszahlungen an den Swap-Partner zu leisten, um dessen Umsatzeinbußen zu kompensieren198. Vor diesem Hintergrund ist es gerechtfertigt, bei diesen Kontrakten von einer Austauschbeziehung bzw. von einem Swap zu sprechen. Zugleich werden diese Verträge den Termingeschäften in der hier vorliegenden Form eines Forwards zugeordnet. Der Begriff des Forwards ist im Zusammenhang mit Wetterderivaten kaum gebräuchlich. Die Bezeichnung Swap stellt den Hedging-Charakter199 des Kontraktes deutlicher heraus. Das folgende kurze Beispiel skizziert die Anwendung eines Degree-Day-Swaps zur Umsatzabsicherung: Die Betreiber eines städtischen Schwimmbades fassen den Entschluss, sich gegen einen kühlen Sommer abzusichern, nachdem sich ein solcher bereits im vergangenen Jahr in Folge des Einnahmenrückgangs beinahe ruinös auf das operative Ergebnis ausgewirkt hatte. Als Swap-Partner findet sich eine Sonnenstudiokette, deren Temperaturrisiko im Sommer diametral entgegengesetzt ist: Scheint die Sonne, bräunen sich die Menschen im Freien, während in den Sonnenstudios gähnende Leere herrscht. Der vereinbarte CDD-Swap200 hat folgende Auswirkungen auf die Umsatzsituation der Beteiligten: Steigt der CDD-Indize über den vereinbarten Strike-Level, muss der Betreiber des städtischen Schwimmbades (Short Forward) zwar eine Ausgleichszahlung an die Sonnenstudiokette (Long Forward) leisten, diese kann jedoch aus den temperaturbedingten Mehrerlösen bedient werden. Bleiben dagegen die Besucher bei niedrigen Temperaturen aus, erleidet das Schwimmbad keinen Ergebniseinbruch, weil die Mindererlöse durch den Payoff des Swaps aufgefangen werden, während die Sonnenstudiokette von überdurchschnittlich hohen Umsätzen profitiert. Weil die Ausgleichszahlungen an das Schwimmbad in Folge der Indexkonstruktion begrenzt sind, wird zusätzlich ein Cap für den von den Betreibern des städtischen Schwimmbades zu leistenden Payoff vereinbart, um die Sonnenstudiokette nicht zu begünstigen. Auf diese Weise schützen die Beteiligten ihr operatives Ergebnis. Ihrer Chancen auf Ergebnissteigerungen sehen sie sich jedoch beraubt. [...]
Darstellung 31: Gewinn-/Verlust-Profile von Degree-Day-Swaps Wie auch bei Optionen entsprechen die Gewinne bzw. Verluste der einen Marktseite (Long bzw. Short) stets den Verlusten bzw. Gewinnen der anderen Marktseite (Short bzw. Long). Die Höhe der jeweiligen Payoffs wird wie folgt bestimmt: Long Forward CDD/HDD (t0,tn,SL) = TS * (CDD/HDD (t0,tn) - SL) Short Forward CDD/HDD (t0,tn,SL) = TS * (SL - CDD/HDD (t0,tn)) Degree-Day-Swaps dienen vorrangig der Ertragsglättung. Sie sind mit dem Vertragspartner so auszuhandeln, dass Ausgleichszahlungen dann anfallen, wenn wetterbedingte Mehrkosten und/oder Umsatzeinbußen eingetreten sind. Die Mehrerlöse, die bei einer für das Unternehmen günstigen Wetterentwicklung anfallen, werden hingegen herangezogen, um [...]
Bei einem Swap-Geschäft tauschen die Marktpartner ihre Wetterrisiken untereinander aus. Dementsprechend entfällt eine Prämienzahlung. Diese OTC-Geschäfte eignen sich immer dann, wenn die Risikopositionen der beteiligten Unternehmen diametral entgegengesetzt sind. So ist es möglich, dass ein Unternehmen in dem gleichen Ausmaß von einer bestimmten Temperaturveränderung profitiert, wie ein anderes Unternehmen darunter „leidet“. Wie bereits erwähnt, werden die hier beschriebenen Swap-Geschäfte als Forward Swaps bezeichnet, weil es sich bei dem zu Grunde liegenden Termingeschäft um einen Forward handelt. „Ein Forward-Kontrakt ist (indes - Einfügung A.B.) eine besonders einfache Art eines Derivativs“.197 Ein Forward verpflichtet die Vertragspartner, das Basisobjekt an einem bestimmten Termin zu einem bestimmten Preis zu kaufen bzw. zu verkaufen. Die Kaufposition wird als Long Forward, die Verkaufsposition als Short Forward bezeichnet. Forwards unterscheiden sich von den oben beschriebenen Optionen dahingehend, dass in jedem Falle Ausgleichszahlungen generiert werden (unbedingtes Termingeschäft). Bei einem im Vergleich zum Strike-Level gestiegenen Indize wird der Käufer begünstigt, während der Verkäufer von einem sinkenden Indize profitiert. Mit anderen Worten: Der Käufer bzw. Verkäufer eines Forwards will den Index zu einem späteren Zeitpunkt zu einem höheren bzw. niedrigeren Kurs verkaufen bzw. kaufen. Um die konstruktionsbedingte Benachteiligung der Short-Position zu umgehen, wird bei jeder Swap-Vereinbarung ein Cap festgelegt, der stets dem Doppelten des Strike-Levels entspricht. Auf diese Weise werden die maximal zu leistenden Payoffs beider Positionen einander angeglichen. Die jeweiligen Gewinn- bzw. Verlustprofile zeigt die folgende Darstellung. [...]
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Link zur Arbeit:
http://www.diplom.de/ean/9783832477912
Arbeit zitieren:
Letschert, Jörn November 2003: Instrumente des Risikomanagements zur Absicherung von Wetterrisiken, Hamburg: Diplomica Verlag
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Wetter, Unternehmensrisiken, Finanzinnovation, Versicherung, Derivate



