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Instrumente und Methoden aus der Unternehmensbewertung für das Innovationscontrolling

Grenzen, Möglichkeiten der Anwendung und neue Konzepte

Instrumente und Methoden aus der Unternehmensbewertung für das Innovationscontrolling
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Korbinian Burger
  • Abgabedatum: April 2007
  • Umfang: 103 Seiten
  • Dateigröße: 381,7 KB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für angewandte Wissenschaften - Fachhochschule München Deutschland
  • Bibliografie: ca. 95
  • ISBN (eBook): 978-3-8366-1012-4
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Burger, Korbinian April 2007: Instrumente und Methoden aus der Unternehmensbewertung für das Innovationscontrolling, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Innovationsmanagement, Controlling, Unternehmensbewertung, Innovations Innovationskraft, Innovation

Diplomarbeit von Korbinian Burger

Einleitung:

Vor dem Hintergrund der anhaltenden Internationalisierung des Wettbewerbs, der Schnelllebigkeit der Märkte und zunehmender weltwirtschaftlicher Verflechtungen stehen Unternehmen vor stets wachsenden Herausforderungen. „Innovativ sein oder zurückfallen – so einfach lautet heute der Wettbewerbsimperativ für alle Unternehmen.“ Das Wissen darum, wie innovationsstark das eigene Unternehmen ist, bildet somit die Grundlage, um organisatorische oder strukturelle Schwachstellen zu erkennen und ein Klima der kontinuierlichen Verbesserung zu schaffen. Zwar existieren eine Vielzahl an Innovationsmesstechniken und -methoden, jedoch ist es bis heute weder Wissenschaft noch Praxis ausreichend gelungen, eine, das gesamte betriebliche Innovationssystem umfassende Messkonvention zur Bewertung der Innovationskraft einzuführen. Das zeigt unter anderem die hohe Unzufriedenheit von Unternehmen mit den bisherigen Innovationsinstrumenten. Es gibt daher noch immer Probleme im Rahmen von Innovationsvorhaben, die durch ein traditionelles Innovations-controlling offensichtlich nicht gelöst werden können.

Laut Ergebnissen einer Befragung von Wall-Street-Analysten hat „[...] die Bedeutung von Innovation für die Unternehmensbewertung in den letzten zehn Jahren stark zugenommen.“ Innovation ist demnach ein Schlüsselfaktor für die Börsenkapitalisierung geworden und Unternehmen, die sich an einer nachhaltigen Innovationsstrategie ausrichten, erhalten eine deutliche Innovationsprämie an der Börse.

Dieser Umstand führt zu der Annahme, dass ein Perspektivenwechsel zur Evaluation der Innovationskraft zu neuen Erkenntnissen für das Innovationscontrolling führen könnte und bildet die Grundlage dieser Arbeit.

Gang der Untersuchung:

Ziel dieser Diplomarbeit ist es, Instrumente und Methoden der Unternehmensbewertung hinsichtlich ihrer Verwendungsmöglichkeiten im Bereich des Innovationscontrollings zu prüfen und dabei deren Grenzen und Möglichkeiten aufzuzeigen. Die zentrale Frage lautet: Inwieweit kann sich das Innovationscontrolling der Instrumente und Methoden der Unternehmensbewertung bedienen? Dabei werden folgende Teilziele systematisiert:

Nach Erläuterung der Ausgangssituation und des Forschungshintergrundes erfolgt im ersten Kapitel zunächst eine klare Abgrenzung der für die Arbeit wesentlichen Begrifflichkeiten. Insbesondere die Innovationskraft bedarf aufgrund ihres in der Praxis sehr heterogenen Anwendungsfeldes einer klaren und umfassenden Abgrenzung. Darüber hinaus wird gezeigt, wie sich das betriebliche Innovationssystem mittels Evaluierung der Innovationskraft bewerten lässt.

Im nächsten Schritt werden methodische und instrumentale Defizite des klassischen Innovationscontrollings aufgezeigt, die eine Forschungslücke und den Bedarf an Bewertungsalternativen in Kapitel 2 erkennen lassen. Da das Innovationscontrolling nicht im Fokus der Betrachtung dieser Arbeit steht, wird hierbei nur ein Einblick in die Thematik geboten.

Weiter werden in Kapitel 3 ausgewählte Instrumente und Methoden der Unternehmensbewertung analysiert, um die zentralen Fragen des Bewerters beziehungsweise Analysten zu erkennen und wichtige Bestandteile des jeweiligen Verfahrens zu eruieren. Inwieweit eine Berücksichtung von Innovationsaspekten stattfindet, wird zudem dargestellt.

In Kapitel 4 werden auf Basis der gewonnenen Erkenntnisse und unter Einbeziehung der Innovationskraft, die Möglichkeiten und Grenzen der Anwendung im Bereich des Innovationscontrollings dargestellt.

Kapitel 5 zieht abschließend in einer Schlussbetrachtung das Fazit der Arbeit. Zudem wird ein Ausblick auf Basis gewonnener Erkenntnisse gegeben und diskutiert, ob sich Ansätze zur Erstellung eines neuen Bewertungskonzeptes für das Innovationscontrolling ergeben.

Inhaltsverzeichnis:

Abbildungsverzeichnis V
Tabellenverzeichnis VI
Abkürzungsverzeichnis VII
1. Einleitung 8
1.1 Ausgangssituation 8
1.2 Zielsetzung und methodische Vorgehensweise 9
1.3 Forschungshintergrund 10
1.4 Wesentliche Begriffsabgrenzungen 13
1.4.1 Innovations -management, -system und -controlling 13
1.4.2 Definition von Innovationskraft 15
1.4.2.1 Innovationskraft im engeren Sinn 16
1.4.2.2 Innovationskraft im weiteren Sinn 18
1.5 Folgerung und Ausblick zur Innovationskraft 20
2. Innovationscontrolling - Status quo der Forschung 22
2.1 Vergangenheit und Gegenwart 22
2.2 Aufgaben. 24
2.3 Instrumente und Verfahren 26
2.4 Fazit und Ausblick zum Innovationscontrolling 27
3. Unternehmensbewertung - Theorie und Praxis 29
3.1 Grundlegendes zur Unternehmensbewertung 29
3.2 Vorgehen zur Unternehmensbewertung 30
3.3 Analyse ausgewählter Unternehmensbewertungsverfahren 32
3.3.1 Ertragswertverfahren 32
3.3.1.1 Charakteristika des Verfahrens 32
3.3.1.2 Wesentliche Bestandteile des Verfahrens 34
3.3.1.3 Berücksichtigte Innovationsaspekte 36
3.3.2 Discounted Cashflow-Verfahren 37
3.3.2.1 Charakteristika des Verfahrens 37
3.3.2.2 Wesentliche Bestandteile des Verfahrens 40
3.3.2.3 Berücksichtigte Innovationsaspekte 43
3.3.3 Vergleichsverfahren 44
3.3.3.1 Charakteristika des Verfahrens 44
3.3.3.2 Wesentliche Bestandteile des Verfahrens 44
3.3.3.3 Berücksichtigte Innovationsaspekte 45
3.3.4 Realoptionsansatz 46
3.3.4.1 Charakteristika des Verfahrens 46
3.3.4.2 Wesentliche Bestandteile des Verfahrens 46
3.3.4.3 Berücksichtigte Innovationsaspekte 48
3.4 Bewertung von Technologieunternehmen 48
3.5 Zwischenfazit zur Unternehmensbewertung 50
3.6 Sonderaspekte bei der Bewertung von Innovationskraft 53
3.7 Fazit und Ausblick zur Unternehmensbewertung 55
4. Erkenntnisse für das Innovationscontrolling 56
4.1 Ertragswertverfahren 57
4.2 Discounted Cashflow-Verfahren 58
4.3 Vergleichsverfahren 59
4.4 Realoptionsansatz 60
4.5 Bewertung von Technologieunternehmen 61
4.6 Zusammenfassung und Beurteilung 62
4.7 Sonderaspekte bei der Bewertung von Innovationskraft 63
5. Schlussbetrachtung 64
5.1 Fazit 64
5.2 Neue Konzepte 65
5.3 Ausblick 66
Quellenverzeichnis 67
Anhang 79

Textprobe:

Kapitel 3.5, Zwischenfazit zur Unternehmensbewertung:

Das Augenmerk wurde bei der Analyse der vorgestellten Instrumente und Methoden auf den Inhalt des jeweiligen Verfahrens, das heißt auf die bewertungsrelevanten Größen, gelegt. Auf diese Weise wurde gezeigt, aus welchen Komponenten der Wert des Unternehmens ermittelt wird und welche Ansätze im Rahmen des Verfahrens zu einer Berücksichtigung der Innovationskraft führen. Die traditionelle Unternehmensbewertung ist stark abhängig von finanziellen Größen. Die Innovationskraft als teils nicht-finanzielle, und damit äußerst komplexe Größe wird daher oftmals nur implizit berücksichtigt.

Es kann konstatiert werden, dass den Unternehmensbewertungsverfahren hinsichtlich der Quantifizierbarkeit mit Hilfe von Finanzdaten klare Grenzen gesetzt sind. Dort, wo die Quantifizierbarkeit an ihre Grenzen stößt, sollte man auf diese verzichten und die entsprechenden Tatbestände in die ohnehin notwendigen qualitativen Überlegungen miteinbeziehen. Neuere Verfahren wie der EVA-Ansatz oder der Realoptionsansatz zeigen daher die Tendenz, verstärkt auch nicht-finanzielle, qualitative Größen mit in ihre Berechnungen einzubeziehen. Diesem Trend folgt im Übrigen auch die aktuelle Diskussion zum Thema Value Reporting.

Dieser scheint absolut notwendig wie die Studie „Measures that matter“ von Ernst&Young aus dem Jahre 1997 belegt. Demnach legen Investoren und Analysten im Rahmen von Bewertungs- und Investitionsentscheidungen großen Wert auf nicht-finanzielle Kriterien. In der Studie heißt es: „Non-financial criteria constitute, on average, 35 % of the investor’s decision. For 70 % of investors, at least 30 % of their decision is attributed to non-financial performance. These criteria are already being used as predictors of financial performance and already have an impact on share price.” Die Innovativeness gehört dabei zu den fünf wichtigsten nicht-finanziellen Kennzahlen, die Investoren und Analysten mit am meisten wertschätzen. Eine von IR Firm in der Schweiz durchgeführte qualitative Umfrage unterstreicht die Bedeutung von nicht-finanziellen Informationen im Rahmen von Unternehmensbewertungen und sieht dabei das Innovationspotenzial an vierter Stelle der relevantesten Bewertungskriterien noch vor Cash Flow und Gewinn.

In der Praxis lassen sich laut Voigt zwei wesentliche Erfahrungssätze für die Unternehmensbewertung erkennen. Erstens ist mit aussagekräftigeren Werten zu rechnen, wenn präzise recherchierte und aufwändig prognostizierte Inhalte unter Verwendung naiver Bewertungsmethoden zum Unternehmenswert führen, als wenn unvollständig recherchierte und mechanisch prognostizierte Inhalte mit aufwändiger Bewertungsmethodik kombiniert werden. Und zweitens resultieren unrealistische Ergebnisse in der Unternehmensbewertung weniger aus der Anwendung falscher Methodik, sondern vielmehr aus fehlerhafter Ermittlung und Angabe der Inhalte, einerseits wegen schlichter Irrtümer, weil Zukunft nicht berechenbar ist und andererseits vorsätzlich, weil Bewerter wirtschaftlich abhängig sein können.

Folglich gilt es, die Informationen und deren Quellen zu erkennen, die zu den bewertungsrelevanten Größen und schlussendlich über das angewendete Bewertungsmodell zum Unternehmenswert führen. Diese Informationen wurden bei der Analyse beschriebener Verfahren und im Rahmen der jeweiligen Beurteilung berücksichtigt und führten zu den ersten Erkenntnissen dieser Arbeit. Dennoch stellt sich die Frage, aufgrund der oftmals nur impliziten und partiellen Berücksichtung der Innovationskraft im Rahmen der analysierten Instrumente einerseits und der großen Relevanz von Innovationsaspekten für Unternehmensbewerter beziehungsweise Analysten andererseits, welche die Instrumente ergänzenden Methoden bei der Unternehmensbewertung aussagekräftige Informationen über die Innovationskraft liefern.

Sonderaspekte bei der Bewertung von Innovationskraft: Möchte man sämtliche Aspekte der Bewertungsprozedur berücksichtigen, muss zusätzlich erläutert werden, welcher Methodik bei der Bewertung nicht-finanzieller Größen, gefolgt wird (siehe Tab. 8).

Die am häufigsten benutzten Informationsquellen zur Bewertung oben angeführter Kriterien lauten wie folgt (siehe Tab. 9).

Nicht-finanzielle Größen können laut Galliker/Gregor auch über Branchenberichte, Marktdynamik, und Produkteigenschaften verifiziert werden. Die Befragung von Kunden und Lieferanten, Besuche von Fachmessen oder die Analyse öffentlicher Marktstudien können darüber hinaus wichtige Informationen über die Innovationskraft liefern.

Ein aktuelles Beispiel hierfür ist die Studie „Most Innovative Companies“ der Boston Consulting Group, in der die weltweit innovativsten Unternehmen vorgestellt werden. Ein Beispiel für die Gewinnung branchenspezifischer Informationen liefert die Studie „Innovationsverhalten der deutschen Wirtschaft“ des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW). Die folgende Abbildung 14 veranschaulicht auf Basis ausgewählter Studien welche Informationen auf diesem Weg über die Innovationskraft gewonnen werden können und stellt diese in Clusterform dar.

Die zum Thema Unternehmensbewertung befragten Experten aus der Praxis bestätigten den Einfluss der Innovationskraft auf die Bewertungsentscheidung, räumten jedoch gleichzeitig ein, dass im Rahmen der Bewertung nur sehr schwer eine losgelöste beziehungsweise separate Berücksichtigung einzelner Innovationsaspekte zu realisieren ist.

Arbeit zitieren:
Burger, Korbinian April 2007: Instrumente und Methoden aus der Unternehmensbewertung für das Innovationscontrolling, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Innovationsmanagement, Controlling, Unternehmensbewertung, Innovations Innovationskraft, Innovation

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