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Neue Instrumente zur Kosten- und Erlösrechnung im Krankenhaus

Profitcenter-Rechnung und Beyond-Budgeting

Neue Instrumente zur Kosten- und Erlösrechnung im Krankenhaus
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Thomas Sauter
  • Abgabedatum: September 2004
  • Umfang: 95 Seiten
  • Dateigröße: 8,5 MB
  • Note: 1,0
  • Institution / Hochschule: Fachhochschule Neu-Ulm Deutschland
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-8704-1
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-8704-1 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-8704-1 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Sauter, Thomas September 2004: Neue Instrumente zur Kosten- und Erlösrechnung im Krankenhaus, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: DRG, Steuern, Budgetierung, Controlling, Center-Konzept

Diplomarbeit von Thomas Sauter

Zusammenfassung:

Seit einigen Jahren befindet sich die Krankenhauslandschaft im Umbruch. Das Ziel ist ein dienstleistungsorientiertes Unternehmen und weniger ein Betrieb der Versorgungsverantwortung, wie er häufig vorzufinden ist. Um eine Umsetzung des genannten Zieles voran zu treiben, bedarf es neu entwickelter Managementmethoden, die effizient einsetzbar sind.

Die Wirtschaftlichkeit von Krankenhäusern und Kliniken hatte in früheren Jahren eine untergeordnete Bedeutung, was vor allem an den verschiedenen Finanzierungssystemen lag. Mit dem Krankenhausfinanzierungsgesetz (KHG) 1972 wurde die duale Finanzierung für Krankenhäuser eingeführt. Tragendes Element war eine Trennung der Investitionskosten von den Benutzerkosten. Folge des neu eingeführten Selbstkostenprinzips war ein enormer Investitions- und Kostenschub. Zwischen 1971 und 1975 stiegen die Ausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) für die Krankenhauspflege um 100 Prozent.

Die jährlichen Steigerungsraten lagen zwischen 25 und 30 Prozent. Da ein Drittel aller Ausgaben der GKV auf den Krankenhaussektor entfielen, wurde die Kritik an den hohen Kosten von allen Seiten immer lauter. Mit dem Gesundheits-Strukturgesetz von 1992 wurde das Selbstkostendeckungsprinzip wieder abgeschafft. Neben den Abteilungs- und Basispflegesätzen wurden preisliche Elemente, wie Fallpauschalen und Sonderentgelten geschaffen.

Eine weitere Reformierung der Finanzierungssysteme gelang mit dem Gesundheitsreform- Gesetz 1999, das ein neues pauschalierendes Vergütungssystem für allgemeine voll- und teilstationäre Krankenhausleistungen vorsieht. Grundlage bilden die G-DRGs (German Diagnosis Related Groups). Das diagnosebezogene Fallpauschalensystem dient der Vergütung ganzer Behandlungsfälle im stationären Bereich (Ausnahme: Psychiatrie). Für eine Eingruppierung der Patienten in den DRG-Fall sind folgende Kriterien von Bedeutung: Operationsschlüssel, Haupt- und Nebendiagnose, Alter, Geschlecht, Verweildauer, etc.

Ziel der DRG-Einführung ist neben der verbesserten Transparenz der Krankenhausleistungen die Ausschöpfung von Wirtschaftlichkeitsreserven. Die erwarteten Folgen der Einführung des neuen Entgeltsystems, wie z.B. Verkürzung der Verweildauer und Verbesserung der betriebswirtschaftlichen Abläufe stellen sehr hohe Anforderungen an die Krankenhäuser. Eine Umsetzung ist sehr anspruchsvoll, vor allem für gewachsene, funktionsorientiert, meist hierarchisch geführte Organisationen wie es die Krankenhäuser typischerweise sind. Den größten Problembereich, zunehmend auch als Schwachpunkt kritisiert, bildet vor allem die ausgeprägte berufsständische Organisation mit ärztlichem, pflegerischem und wirtschaftlich administrativen Dienst.

Erfolg am Markt können Krankenhäuser in Zukunft nur dann haben, wenn es Ihnen gelingt, Qualität, Prozesse und Finanzen krankenhaus-, fachabteilungs- und bereichsbezogen zu optimieren. Das Krankenhausmanagement muss nach Wettbewerbsvorteilen suchen, wie z.B. die Änderung der Unternehmensorganisation. In Politik und Wirtschaft hat in den letzten Jahren ein Umdenken und Umgestalten in Richtung Dezentralisierung eingesetzt. Bisher bewährt hat sich in der Wirtschaftspraxis die wirtschaftliche Planung und Steuerung von Unternehmen über dezentrale Erfolgsbereiche, so genannten Profitcentern.

Durch eine Teilautonomie, die den Profitcenter-Leitern eingeräumt wird, werden Subunternehmer herangebildet und auf diese Weise unternehmerisches Denken und Handeln auf viele Schultern verteilt. Vor allem durch die Einführung der DRGs wird die Einführung von Profitcentern sinnvoll und ist mittlerweile in der Krankenhauspraxis häufiger anzutreffen.

Auf diesem Hintergrund aufbauend beschäftigt sich die vorliegende Arbeit mit zwei verschiedenen Themen, der Profitcenter-Rechnung und dem „Steuern ohne Budgets“.

Das erste Thema der Arbeit, die Profitcenter-Rechnung, wurde durch die Unterstützung eines Beispielkrankenhauses erstellt und anhand einer Fachabteilung des Hauses berechnet. Im ersten Teil werden die theoretischen Grundlagen einer Profitcenter-Organisation und –Rechnung erläutert. Nach einer kurzen Darstellung des Beispielkrankenhauses, stellt der Autor die Umsetzung der Profitcenter-Rechnung am praktischen Beispiel einer Fachabteilung des Beispielkrankenhauses dar. Neu daran ist, dass auf interne Verrechnungspreise vollkommen verzichtet wird. Grundlage ist der Abschlussbericht „Weiterentwicklung des G-DRG Systems für das Jahr 2004“ des Institutes für das Entgeltsystem im Krankenhaus gGmbH (InEK). Die praktische Umsetzung des Konzeptes ist für alle Krankenhäuser sehr gut geeignet, da eine Kostenträgerrechnung nicht zwingend notwendig ist. Ergebnis ist die Differenz aus den Kostenprofilen der von InEK kalkulierten Daten und den tatsächlichen Kosten auf Fachabteilungsebene.

Beyond Budgeting, auch „Steuern ohne Budgets“ genannt, ist zweites Thema der Arbeit. Im Krankenhaus noch ziemlich unbedeutend ist das „Steuern ohne Budgets“ in Industrie und Wirtschaft bereits von Bedeutung und hat schon erste Erfolge erzielt. Im Kontext erläutert der Autor zuerst die theoretischen Grundlagen und Ideen des Beyond Budgeting. Des weiteren werden praktische Umsetzungsmöglichkeiten und Instrumente dargestellt, um ein einheitliches Gesamtmanagementsystem zu erhalten. Abschluss der Arbeit bildet die Bewertung des „Steuern ohne Budgets“ in Bezug auf die Anwendbarkeit in Krankenhäusern.

Inhaltsverzeichnis:

I. ABBILDUNGSVERZEICHNIS 3
II. ABKÜRZUNGSVERZEICHNIS 4
1. EINLEITUNG 6
2. DIE PROFITCENTER-RECHNUNG 9
2.1 DIE PRINZIPIEN EINER PROFITCENTER-ORGANISATION 9
2.1.1 DIE BEGRIFFLICHE EINORDNUNG UND DER URSPRUNG DER PROFITCENTER-KONZEPTION 9
2.1.2 DIE STRUKTURIERUNG UND MERKMALE DER PROFITCENTER-KONZEPTION 10
2.1.3 DIE CHANCEN UND RISIKEN DER PROFITCENTER-KONZEPTION 14
2.2 DER AUFBAU EINER PROFITCENTER-RECHNUNG 15
2.2.1 DAS GRUNDKONZEPT DER PROFITCENTER-RECHNUNG 15
2.2.2 ERLÖSZURECHNUNG AUF EIN PROFITCENTER 16
2.2.3 KOSTENZURECHNUNG AUF EIN PROFITCENTER 17
2.2.4 AUSSAGEFÄHIGKEIT DER PROFITCENTER-RECHNUNG 18
2.3 DIE KREISKLINIKEN MUSTER 20
2.3.1 DIE RECHTSFORM UND IHRE ORGANE 20
2.3.2 DIE KREISKLINIKEN MUSTER UND MUSTER 20
2.3.3 DIE VERWALTUNG DER KREISKLINIKEN MUSTER 22
2.3.4 DIE ABTEILUNGEN FINANZBUCHHALTUNG UND CONTROLLING 22
2.4 DIE UMSETZUNG DER PROFITCENTER-RECHNUNG IN DER KREISKLINIK MUSTER 23
2.4.1 DAS MODELL EINER CENTER-KONZEPTION UNTER ANWENDUNG DES KALKULATIONSHAND-BUCHES, VERSION 2.0 23
2.4.1.1 Neue Konzeption der Profitcenter-Rechnung 23
2.4.1.2 Kalkulation von Fallkosten -Handbuch zur Anwendung in Krankenhäusern-Version 2.0 24
2.4.1.3 Der Abschlussbericht „Weiterentwicklung des G-DRG- Systems für das Jahr 2004“ der InEK 27
2.4.2 DIE ABBILDUNG DER KREISKLINIK MUSTER IN CENTER 31
2.4.3 DIE PROFITCENTER-RECHNUNG AM BEISPIEL DER FACHABTEILUNG INNERE MEDIZIN 32
2.4.3.1 Erlösberechnung. 33
2.4.3.2 Kostenzurechnung 36
2.4.3.3 Das Controlling- und Berichtskonzept der Profitcenter-Rechnung 38
2.4.4 FAZIT UND CHANCEN DER PROFITCENTER-RECHNUNG 39
3. BEYOND BUDGETING IM KRANKENHAUS 40
3.1 DER BEGRIFF „BEYOND BUDGETING“ UND SEINE ENTSTEHUNG 40
3.2 GRÜNDE FÜR DIE EINFÜHRUNG DES NEUEN KONZEPTES 42
3.3 BEYOND BUDGETING - JENSEITS VON BUDGETS 45
3.3.1 PRINZIPIEN UND EIGENSCHAFTEN VON BEYOND BUDGETING 45
3.3.2 PRAKTISCHE UMSETZUNGSMÖGLICHKEITEN FÜR DAS BEYOND BUDGETING 47
3.4 BEWERTUNG UND FAZIT DES BEYOND BUDGETING-ANSATZES FÜR KRANKEN-HÄUSER UND KLINIKEN 55
III. ANHANG 59
IV. LITERATURVERZEICHNIS 88

Automatisiert erstellter Textauszug:

Das „Consortium for Advanced Manufacturing International“ (CAM-I) gründete im Jahre 1998 eine Initiative namens “Beyond Budgeting Round Table” (BBRT), um nach einem alternativen Modell zur Unternehmenssteuerung unter Verzicht von Budgets zu suchen. Der Ursprung des Beyond Budgeting-Modells ist anfangs ausschließlich auf skandinavische und europäische Unternehmen zurückzuführen. Im Laufe der Zeit kamen immer mehr Unternehmen aus den USA und anderen Ländern hinzu, so dass mittlerweile über 20 Fallstudien von verschiedenen Organisationen vorliegen.1 An der Arbeit des BBRT haben sich seit 1998 mehr als 70 mittlere bis große Unternehmen, Non-for-Profit und öffentliche Organisationen beteiligt. BBRT stellt seit 2003 ein selbstständiges Netzwerk von CAM-I dar. Schwester-BBRTs existieren in den USA und Australasien, für den deutschsprachigen Raum befindet sich der „Runde Tisch“ im Anfangsstadium. [...]

Die Chance des aufgezeigten Konzeptes der Profitcenter-Rechnung, sich als ControllingInstrument im Krankenhaus zu etablieren, ist durchaus gegeben. Im Gegensatz zu der Einführung einer Kostenträgerrechnung auf DRG-Ebene ist der Aufwand für die Proficenter-Rechnung vergleichsmäßig gering. Die jährlichen Auswertungen und Abschlussberichte der InEK werden auch immer bessere Struktur- und Kostendaten aufweisen, da sie die Besonderheiten der Behandlungsfälle im Durchschnitt aufzeigen. Allerdings sollte das Konzept nicht nur auf Ebene der KoStGrp Normalstation durchgeführt werden. Um eine gute Aussagefähigkeit und Plausibilität für das ganze Krankenhaus zu erhalten, ist es wichtig für alle anderen KoStGrp eigenständige Center zu bilden, denen die erwirtschaftenden Erlöse und Kosten zugerechnet werden. [...]

2.4.3.3. Das Controlling- und Berichtskonzept der Profitcenter-Rechnung Das Berichtskonzept ist beispielhaft am Jahresbericht 2003 für die Fachabteilung Innere Medizin beschrieben. Die graphische Darstellung ist in Anhang 11 aufgeführt. Zu Beginn des Berichtes wird auf die Strukturdaten des Profitcenters eingegangen. Es sind zu nennen die Planbetten, die durchschnittliche Auslastung der Betten, der CMI und die durchschnittliche Verweildauer der Fachabteilung. Die Erlöse teilen sich in Erlöse aus den allgemeinen Krankenhausleistungen und Erlösen aus Wahlleistungen auf, dargestellt als Ist-Werte. Da diese Arbeit eine einmalige Auswertung für das Profitcenter ist, sind keine Plan- und Soll-Werte aufgeführt. Für eine dauerhafte Umsetzung der ProfitcenterRechnung sind Plan und Soll unerlässlich. Die Steuerung erfolgt über absolute und prozentuale Werte. Im Folgenden des Berichtes sind alle Aufwendungen des Profitcenters aufgeführt, beginnend mit den Personalkosten der verschiedenen Berufsgruppen. Des Weiteren sind die Sachaufwendungen, insbesondere die Arzneimittelsachkosten und die Sachkosten des übrigen medizinischen Bedarfs dargestellt. In letzter Stufe werden sonstige Aufwendungen sowie die Personal- und Sachkosten der medizinischen Infrastruktur, subtrahiert. [...]

Arbeit zitieren:
Sauter, Thomas September 2004: Neue Instrumente zur Kosten- und Erlösrechnung im Krankenhaus, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
DRG, Steuern, Budgetierung, Controlling, Center-Konzept

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