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Instrumente und Kennzahlen des Bildungscontrollings aus finanzwirtschaftlicher Sicht

Instrumente und Kennzahlen des Bildungscontrollings aus finanzwirtschaftlicher Sicht
Über dieses Buch
  • Art: Diplomarbeit
  • Autor: Christina Dötsch
  • Abgabedatum: Februar 2005
  • Umfang: 122 Seiten
  • Dateigröße: 592,1 KB
  • Note: 2,0
  • Institution / Hochschule: Hochschule für Technik und Wirtschaft Berlin Deutschland
  • Bibliografie: ca. 41
  • ISBN (eBook): 978-3-8324-9911-2
  • ISBN (Paperback) :
    978-3-8324-9911-2 P
  • ISBN (CD) :978-3-8324-9911-2 CD
  • Sprache: Deutsch
  • Prämierung:
  • Arbeit zitieren: Dötsch, Christina Februar 2005: Instrumente und Kennzahlen des Bildungscontrollings aus finanzwirtschaftlicher Sicht, Hamburg: Diplomica Verlag
  • Schlagworte: Weiterbildung, Bildungscontrolling, Kennzahlen, Erfolgskontrolle, Controlling

Diplomarbeit von Christina Dötsch

Einleitung:

Pro Jahr gibt die private Wirtschaft für die betrieblichen Bildungsmaßnahmen ca. 17 Millionen Euro aus. Besonders die Umsetzung moderner Managementkonzepte, wie Prozessorganisation, Chance-Management und Qualifikationsmanagement erfordern die Erweiterung sozialer und kommunikativer Kompetenzen. Beim Studium der Literatur zur Weiterbildung begegnet man oft den Fragestellungen, ob die Aufwendungen für Weiterbildung gut angelegt sind und wie groß der Nutzen von einzelnen Weiterbildungsmaßnahmen beziehungsweise (bzw.) der Weiterbildung insgesamt ist. Um eine systematische Analyse durchzuführen, ist das Bildungscontrolling von großer Bedeutung.

Der allgemeine Entwicklungsstand des Bildungscontrollings ist jedoch noch in der Definitionsphase, mit einigen ersten Ansätzen auf dem Weg zu einem geschlossenen theoretischen Konzept. So steckt auch die Henkel KGaA in Bezug auf ein eigenes und ausgereiftes Bildungscontrolling hinsichtlich der Schulung von Microsoft Office Spezialisten noch in der Pilotphase. Es ist eine relativ junge Disziplin, die sich mit den Fragen beschäftigt, welchen der möglichen Weiterbildungsmaßnahmen Priorität eingeräumt werden sollte und welche nicht nur den Mitarbeitern mehr Bildung, sondern auch den Unternehmen nachweislich einen höheren Nutzen, im Vergleich zu den Kosten, bringen. Es geht demnach nicht allein um die Bildung an sich, sondern vor allem um den Nutzen der eingesetzten Maßnahmen.

Vor allem in der Baubranche ist der Anteil an Weiterbildungsmaßnahmen gering, da hier kaum Innovationen stattfinden und daher die Qualifikation aus der Berufsausbildung zumeist ausreicht. Im Einzelhandel dagegen werden häufig Produktschulungen und Kassenschulungen durchgeführt und auch im Produktionsgewerbe gibt es häufige Innovationen und daher vermehrt Weiterbildungsmaßnahmen.

Auch wenn gegenwärtig erst in wenigen Betrieben ein umfassendes Bildungscontrolling auf der Tagesordnung steht, nutzen die meisten Betriebe doch bereits einzelne wichtige Elemente dieses Instruments, wie zum Beispiel (z.B.) eine systematische Ermittlung des betrieblichen Qualifizierungsbedarfs, Maßnahmen zur Erfolgskontrolle der Qualifizierungsaktivitäten und zur Transfersicherung des Gelernten oder eine Nutzeneinschätzung der durchgeführten Qualifizierungsmaßnahmen nach verschiedenen Kriterien. In der Mehrzahl der Unternehmen werden zumindest die Kosten der Weiterbildung erfasst, denn in Zeiten knapper Ressourcen ist der Wunsch vieler Unternehmen ein ausgedünntes, aber sich rechnendes Bildungswesen.

Im Rahmen der betrieblichen Bildung hat über die letzten Jahre der Begriff des Controllings immer mehr an Bedeutung gewonnen. Die Umsetzung von Bildungscontrolling ist der Versuch, einerseits Kosten und Nutzen der Bildungsarbeit besser aufeinander abzustimmen, und andererseits die Qualität der zu erbringenden Leistungen zu optimieren. Es bietet die Möglichkeit, auch im Bereich der betrieblichen Bildung, ergebnisorientiert zu handeln und den Nutzen von Bildungsmaßnahmen transparenter zu machen.

Viele neue Entwicklungen, insbesondere in den Bereichen Organisation und betriebliche Bildung, gehen nach wie vor von Großbetrieben (mehr als 500 Beschäftigte) aus. Dies gilt auch für das Bildungscontrolling. Zunächst haben einzelne Großbetriebe, wie 1995 die Daimler-Benz AG, auf Controllingprozesse zur Planung und Steuerung ihrer betrieblichen Bildungsarbeit zurückgegriffen.

Im Jahre 1997 wurde bei 1.000 Betrieben eine Umfrage des Bundesinstituts für Berufsbildung durchgeführt. Diese ergab, dass über 80 % der Großbetriebe und 70 % der kleineren Betriebe von einer zunehmenden Bedeutung des Bildungscontrollings in den nächsten Jahren ausgingen. Diese Umfrage zeigt deutlich, dass inzwischen auch sehr viele kleinere und mittlere Unternehmen Controllingkonzepte für notwendig halten, um frühzeitig ihren Qualifikationsbedarf zu erkennen und die Qualifikationen sicherzustellen, die für die künftigen Arbeitsabläufe in Produktion und Dienstleistung benötigt werden.

Allgemein wird befürchtet, dass eine ökonomische Ausrichtung der Bildung unweigerlich zu Einsparungen und damit Einschränkungen des Bildungsangebotes führt. Vielmehr ist es jedoch so, das nicht Kosten eingespart werden sollen, sondern der Nutzen der Bildung gesteigert werden muss. Zu viel Energie geht in die Kostensenkung, zu wenig in die Nutzensteigerung. Aufgrund der hohen Personalkosten wird es immer wichtiger, die Ressource Personal optimal zu nutzen, was sich als wichtiger Wettbewerbsvorteil erweisen kann.

Gang der Untersuchung:

Ziel dieser Diplomarbeit ist die ganzheitliche Betrachtung des Controllings im betrieblichen Bildungsbereich. Dabei kann kein einheitliches Konzept für alle Unternehmen entwickelt werden, da zu viele Determinanten den Bildungsbereich in Unternehmen beeinflussen und gestalten. Vielmehr soll diese Arbeit Instrumente, Kennzahlen und mögliche Ansätze aufzeigen, die von Unternehmen individuell angewendet werden können. Die vorliegende Arbeit beschränkt sich somit nicht nur auf die theoretischen Ausführungen, sondern sie ist auch in die Praxis übertragbar.

Die Ausführungen beginnen in Kapitel 2 mit den Grundlagen betrieblicher Bildung, wie Gründe, Arten, Ziele, Lehrmethoden und Probleme der betrieblichen Bildung. An dieser Stelle werden auch die wichtigsten gesetzlichen Richtlinien aufgezeigt und der Bereich des Controllings im Ansatz erläutert.

Diesen theoretischen Ausführungen folgt das Kernstück der Diplomarbeit. Kapitel 3 widmet sich dem Bildungscontrolling, dessen Bedeutung, Gründe, organisatorische Eingliederung sowie Aufgaben und Ziele. Zudem werden die verschiedenen Aspekte der Ablaufplanung von der Bedarfsermittlung über die Erstellung des Bildungskonzeptes und Durchführung der Bildungsmaßnahmen bis hin zum Lerntransfer erläutert.

Es erfolgt ferner eine Unterteilung in operatives und strategisches Bildungscontrolling und im Anschluss daran die Betrachtungen verschiedener Kennzahlen des Bildungscontrollings sowie die Erfolgskontrolle, unterteilt nach verschiedenen Autoren. Dieses Kapitel schließt mit den Möglichkeiten, Grenzen und Gefahren des Bildungscontrollings.

Kapitel 4 beschäftigt sich mit der Evaluation betrieblicher Weiterbildung, deren terminologische Grundlagen, Funktionen und Ziele sowie Bezugsfelder und Phasen. Abschließend werden die Grenzen der Evaluation beleuchtet.

Die Wirtschaftlichkeit der Weiterbildung wird in Kapitel 5 anhand der Kosten und Nutzen betrieblicher Weiterbildung aufgezeigt. Dieses beinhaltet die Möglichkeiten der Budgetierung der Kosten. Zudem werden hier Wirtschaftlichkeitsanalysen in Form einer Kostenvergleichsanalyse, Kosten-Nutzen-Analyse, Kosten-Wirksamkeits-Analyse sowie Nutzwertanalyse beispielhaft dargestellt.

In Kapitel 6 erfolgt eine kurze Zusammenfassung dieser Arbeit und in Kapitel 7 wird die mögliche Entwicklung des Bildungscontrollings in den nächsten Jahren aufgezeigt.

Die vorliegende Bildungscontrollingkonzeption befasst sich mit betrieblicher Weiterbildung, die sonstige (nicht betriebliche) Weiterbildung und die Ausbildung werden nicht in diese Betrachtung einbezogen, da diese Bereiche so umfangreich sind, dass eine Einbeziehung den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.

Inhaltsverzeichnis:

Inhaltsverzeichnis I
Abbildungsverzeichnis IV
Abkürzungsverzeichnis V
1. Einleitung 1
1.1 Ausgangssituation und Zugang zum Untersuchungsgegenstand 1
1.2 Zielsetzung und Aufbau dieser Arbeit 4
2. Grundlagen betrieblicher Weiterbildung 6
2.1 Betriebliche Weiterbildung 6
2.2 Gründe betrieblicher Weiterbildung 6
2.3 Weiterbildungsarten 8
2.4 Dimensionen 10
2.5 Zielsetzungen 11
2.5.1 Ziele aus Sicht des Unternehmens 12
2.5.2 Ziele aus Sicht der Mitarbeiter 14
2.6 Lehrmethoden 15
2.6.1 Lehrmethoden „on the job“ 16
2.6.2 Lehrmethoden „off the job“ 19
2.6.3 Lehrmethoden „along the job“ 23
2.7 Probleme betrieblicher Bildung 25
2.8 Gesetzliche Richtlinien 26
2.9 Controlling 27
2.9.1 Terminologische Grundlagen des Controllings 27
2.9.2 Controllinginstrumente 28
2.9.3 Controlling mittels Kennzahlen 29
3. Bildungscontrolling 30
3.1 Bedeutung des Bildungscontrollings 30
3.2 Gründe für Bildungscontrolling 31
3.3 Organisatorische Eingliederung des Personalcontrollings 33
3.4 Organisation des Bildungscontrollings 34
3.5 Aufgaben und Ziele des Bildungscontrollings 36
3.6 Bereiche des Bildungscontrollings 37
3.7 Ablauf der Bildungsplanung 39
3.7.1 Bedarfsermittlung 40
3.7.2 Erstellung des Bildungskonzeptes 44
3.7.3 Planung und Durchführung von Bildungsmaßnahmen 45
3.7.4 Lerntransfer 49
3.8 Strategisches und operatives Bildungscontrolling 51
3.8.1 Operatives Bildungscontrolling 51
3.8.2 Strategisches Bildungscontrolling 52
3.8.2.1 Vorraussetzungen 52
3.8.2.2 Instrumente 53
3.8.2.3 Kennzahlen 56
3.8.2.4 Zielsetzungen 57
3.9 Finanzwirtschaftliche Kennzahlen nach Ebert 58
3.10 Bildungscontrolling anhand von Kennzahlen nach Schulte 59
3.10.1 Weiterbildungsinhalte 59
3.10.2 Teilnehmer 60
3.10.3 Träger und Methoden der Weiterbildung 61
3.10.4 Weiterbildungskosten 62
3.10.5 Weiterbildungserfolg 63
3.10.6 Kennzahlen 65
3.11 Qualitätsaspekte 67
3.12 Erfolgskontrolle des Bildungscontrollings 68
3.12.1 Modell der 5-stufigen Erfolgsmessung nach Kirkpatrick 73
3.12.2 Erfolgskontrolle nach Hentze und Kammel 74
3.12.3 Effizienzkriterien nach Landsberg und Weiss 76
3.13 Möglichkeiten und Grenzen des Bildungscontrollings 77
3.13.1 Möglichkeiten des Bildungscontrollings 77
3.13.2 Grenzen des Bildungscontrollings 78
3.13.3 Gefahren des Bildungscontrollings 79
4. Evaluation betrieblicher Weiterbildung 80
4.1 Terminologische Grundlagen 80
4.2 Funktionen und Ziele 81
4.3 Bezugsfelder und Phasen 82
4.4 Grenzen der Evaluation 85
5. Wirtschaftlichkeit der Weiterbildung 86
5.1 Budgetierung der Weiterbildungsmaßnahmen 86
5.2 Kosten der betrieblichen Weiterbildung 87
5.3 Nutzen der betrieblichen Weiterbildung 91
5.4 Wirtschaftlichkeitsanalysen nach Wunderer und Jaritz 95
5.4.1 Kostenvergleichsanalyse 95
5.4.2 Kosten-Nutzen-Analyse 96
5.4.3 Kosten-Wirksamkeits-Analyse 97
5.4.4 Nutzwertanalyse 98
6. Resümee 99
7. Ausblick 100
Anlagen 102
Literaturverzeichnis 114
Eidesstattliche Erklärung 117

Automatisiert erstellter Textauszug:

Vorraussetzung für ein strategisches Bildungscontrolling ist die Vorformulierung von Zielen. Es sollte vor allem prozessorientiert erfolgen und sowohl quantitative als auch qualitative Faktoren enthalten. Zudem sollte das Bildungscontrolling bereits vor Beginn des Prozesses erfolgen und alle Beteiligten bereits in der Planungsphase eingebunden werden sowie ein regelmäßiger Abgleich von Aktivitäten und Bedarf erfolgen. Für eine systematische Ausrichtung der Bildungsarbeit müssen die Aspekte Zeitfaktor, Informationsfluss und Umdenken berücksichtigt werden. Beim Zeitfaktor ist darauf zu achten, dass der zeitliche Aufwand für die Planung, Vorbereitung und Durchführung der Maßnahmen nicht unterschätzt wird. Zeitdruck kann zu unzureichender Bildungsarbeit führen und die Motivation senken. Ein regelmäßiger Informationsfluss soll alle Beteiligten in das Vorhaben mit einbeziehen und führt in diesem Bereich zu einer offenen Unternehmenskultur. Die Beteiligten sollten regelmäßig über den aktuellen Stand informiert werden. Umdenken bedeutet, dass alle Unternehmensbeteiligten die Personalentwicklung aktiv unterstützen sollen.13 Wichtig für eine strategische Ausrichtung ist auch die Transparenz der strategischen Unternehmensziele, denn nur wenn diese der Bildungsabteilung bekannt sind, kann sie ihre Maßnahmen daran ausrichten. Die Personalentwicklung ist nur dann erfolgreich, wenn sie sich an langfristig ausgerichteten Unternehmenszielen, wie z.B. Teamarbeit im Unternehmen, die Einführung eines Projektmanagements oder die Kundenorientierung der Mitarbeiter orientiert und diese durch entsprechende Maßnahmen wie Projekte oder Ideen unterstützt. [...]

Der Schwerpunkt des Bildungscontrollings liegt in der langfristigen Ausrichtung, dem strategischen Bildungscontrolling, aber auch operative Elemente sind hier zu berücksichtigen. Bildungscontrolling an sich ist jedoch nicht operativ ausgerichtet, da eine langfristige und ständige Begleitung der Bildungsarbeit das Anliegen des Bildungscontrollings ist. Die Weiterbildungsplanung sollte an der Unternehmensplanung ausgerichtet sein, die im Idealfall ebenfalls langfristig ausgerichtet ist. Nicht desto trotz gibt es auch im Bildungscontrolling operative Elemente, die ein kurzfristiges Reagieren auf sich ändernde Umfeldbedingungen ermöglichen. Das Controlling im Bildungsbereich findet nicht nur in der langfristigen Planung statt, sondern muss auch während des Bildungsprozesses stattfinden, um Schwachstellen rechtzeitig zu finden und den Prozess zu korrigieren. Ein Controlling im Nachhinein ist oftmals zu spät, denn dann sind fehlerhafte oder unnötige Maßnahmen bereits durchgeführt. So muss z.B. auf kurzfristige organisatorische Änderungen bzw. neue Zielausrichtungen des Unternehmens reagiert und entsprechende Maßnahmen eingesteuert werden. Das operative Bildungscontrolling fördert die Entwicklung individueller Pläne auf Grundlage der gegenwärtigen und zukünftigen Arbeitsplatzanforderungen, der Bedürfnisse und Wünsche der Mitarbeiter und der individuellen Bildungsmöglichkeiten. Hier wird ein kurzfristiger Bildungsplan entwickelt. Es ist jedoch zu beachten, dass eine reine Ad-hoc-Qualifizierung scheitert, da der Bezug zur Unternehmensstrategie fehlt und somit nur ein aktueller Mangel ausgeglichen wird, aber kein langfristiger Bedarf gedeckt werden kann. Viele Betriebe, vor allem kleinere, nutzen gegenwärtig nur einzelne Instrumente des Bildungscontrollings, die dann operativ eingesetzt werden. So wird z. B. der betriebliche Qualifizierungsbedarf erhoben oder eine Nutzeneinschätzung von durchgeführten Maßnahmen in Auftrag gegeben. Zudem wird hin und wieder eine Erfolgskontrolle bzw. Transfersicherung durchgeführt und die Koste der Weiterbildung erfasst. Es ist jedoch zu beachten, dass auch der operative Bildungsbedarf regelmäßig erhoben werden muss. [...]

Ein Vergleich der Arbeitssituation vor und nach einer Maßnahme kann zeigen, ob diese erfolgreich war. Unmittelbar nach dem Seminar erhobene Zufriedenheitsmaße können leichter als direkter Effekt der Maßnahmen identifiziert werden als Umsatzsteigerungen, die oft erst mit erheblicher Verzögerung auftreten. Diese Daten können nicht eindeutig auf die Maßnahmen zurückgeführt werden, da sie auch Auswirkungen von Marktveränderungen sein können. Ein Transfer muss sich letztlich im Sinne von Effektivitätssteigerungen in den Abteilungen bzw. Unternehmensbereichen wiederspiegeln. Dabei können Leistungssteigerungen, Qualitätsverbesserungen, Aufwandsverringerungen aber auch betriebswirtschaftliche Kennziffern wie Maschinen- oder Arbeitseinheiten, Ausschuss- und Reklamationsquoten oder Kennziffern des Betriebsklimas als Indikatoren dienen. Zur Sicherung des Lerntransfers kann z.B. Projektarbeit eingesetzt werden, welches bei Seminaren mit mehren Einheiten zwischen den Modulen stattfindet, um die Umsetzung des Gelernten zu trainieren. Lerngruppen geben Erfahrungen untereinander weiter und helfen sich gegenseitig bei der Umsetzung, besprechen individuelle Transferziele und geben sich gegenseitig Feedback. Dabei können Trainer oder Bildungseinrichtungen hilfreich zur Seite stehen. Die Lerngruppen sind im Seminar integriert oder finden nach dem Seminar als eintägiger Workshop statt. Vorab erhalten die Teilnehmer Fragen zum Transfererfolg hinsichtlich der beabsichtigten Verhaltenänderungen und positiven sowie negativen Folgen dieser Verhaltensänderungen. Die ermittelten Transfersituationen aus den zuvor zugesandten Fragen werden dann in Gruppen besprochen, analysiert und anhand dieser Erkenntnisse mögliche Verbesserungen entwickelt. Störungen im Lerntransfer erfolgen vor allem dann, wenn im Seminar andere Softwareprogramme bzw. Medien verwendet werden als am Arbeitsplatz oder wenn die Teilnehmer durch Termindruck an der Umsetzung des Gelernten gehindert werden. Zudem wäre ein Seminar vor Urlaubsantritt oder Betriebsferien ungünstig, da das Gelernte nicht sofort nach der Maßnahme umgesetzt werden kann. Verschiedene Einflüsse, wie Erwartung und Einstellung des Ausbilders und Kollegen, können den Transfer beeinflussen. Lehnen diese die neuen Arbeitstechniken ab, so wird auch der Lernende diese eher ablehnen und nicht umsetzten. Auch das Betriebsklima hat einen entscheidenden Einfluss auf den Lerntransfer. So kann ein schlechtes Betriebsklima zur verminderten Umsetzung neuer Verhaltenweisen und Techniken führen. [...]

Arbeit zitieren:
Dötsch, Christina Februar 2005: Instrumente und Kennzahlen des Bildungscontrollings aus finanzwirtschaftlicher Sicht, Hamburg: Diplomica Verlag

Schlagworte:
Weiterbildung, Bildungscontrolling, Kennzahlen, Erfolgskontrolle, Controlling

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